Für eine normale Schale Matcha brauchst du ungefähr 1,5 bis 2 Gramm Pulver und 60 bis 80 Milliliter Wasser. Das Wasser sollte heiß, aber nicht mehr kochend sein. Dann wird das Pulver aufgeschlagen, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind und sich oben ein feiner Schaum bildet.
Mehr steckt technisch erst einmal nicht dahinter. Ein Bambusbesen macht das Aufschlagen leichter, ist aber kein Zugangsticket zu gutem Matcha. Entscheidend sind vor allem Menge, Temperatur und die Qualität des Pulvers.
So bereitest du Matcha in einer Schale zu
Für einen dünnen Matcha, also Usucha, kannst du mit diesem Verhältnis starten:
- 1,5 bis 2 g Matcha,
- 60 bis 80 ml Wasser,
- Wassertemperatur ungefähr 75 bis 80 °C.
Die Global Japanese Tea Association beschreibt für die klassische Zubereitung ebenfalls eine kleine Menge Matcha mit ungefähr 70 bis 80 Millilitern heißem Wasser.[1] Marukyu Koyamaen, ein traditionsreicher japanischer Teehersteller aus Uji, empfiehlt ebenfalls das vorherige Sieben und anschließende Aufschlagen.[2]
Praktisch gehst du so vor:
- Matcha durch ein feines Sieb direkt in die Schale geben.
- Wasser aufkochen und anschließend etwas abkühlen lassen.
- Erst einen kleinen Teil des Wassers zum Pulver geben und kurz glatt rühren.
- Restliches Wasser dazugießen und mit dem Chasen zügig aus dem Handgelenk aufschlagen.
- Direkt trinken, solange sich Pulver und Wasser noch gleichmäßig verbunden haben.
Du musst dabei keinen perfekten dicken Schaum produzieren. Wenn der Matcha glatt schmeckt und sich keine trockenen Pulverinseln am Boden sammeln, ist die Zubereitung gelungen.
Warum Matcha mit kochendem Wasser schnell unangenehm schmeckt
Sehr heißes Wasser zieht Bitterkeit und herbe Noten stärker hervor. Das ist besonders bei Matcha auffällig, weil du nicht nur einen Aufguss trinkst, sondern das fein gemahlene Teeblatt vollständig im Wasser verteilst.
Wenn dein Matcha regelmäßig scharf, stumpf oder unangenehm bitter wirkt, würde ich deshalb zuerst die Temperatur senken und nicht sofort mehr Pulver oder Süße hinzufügen.
Eine exakte Temperatur für jede Sorte gibt es nicht. Manche Matchas schmecken bei 70 °C runder, andere bei 80 °C kräftiger. Mit etwa 75 bis 80 °C hast du einen brauchbaren Startpunkt.
Kein Thermometer nötig
Wenn du nur einen normalen Wasserkocher hast, lass frisch gekochtes Wasser kurz in einem offenen Gefäß stehen oder gieße es einmal in eine kalte Tasse um. Damit kommst du aus dem Kochbereich heraus, ohne auf die einzelne Gradzahl fixiert zu sein.
Matcha vorher sieben oder nicht?
Ich würde ihn sieben. Matcha bildet schon in der Dose kleine Klümpchen, weil das extrem feine Pulver Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt und sich zusammenlegt.
Der Besen kann diese Klumpen teilweise zerlegen, aber nicht immer vollständig. Ein kleines Teesieb spart deshalb mehr Ärger, als es Arbeit macht.
Wenn du nur eine Portion zubereitest, reichen zehn Sekunden. Pulver ins Sieb, mit einem Löffel durchstreichen, fertig.
Braucht man einen Chasen?
Für die klassische Zubereitung ist der Bambusbesen sehr praktisch. Seine vielen feinen Zinken verteilen das Pulver schnell und erzeugen den typischen feinen Schaum.
Ohne Chasen kannst du Matcha trotzdem trinken. Die Global Japanese Tea Association nennt als einfache Alternative das kräftige Schütteln von Matcha und Wasser in einem gut verschlossenen Behälter.[1]
Ein kleiner elektrischer Milchaufschäumer funktioniert ebenfalls, produziert aber häufig gröberen Schaum und kann bei zu großer Schale eher spritzen. Für einen Matcha Latte stört das kaum. Für eine klassische kleine Schale finde ich Chasen oder Schüttelmethode angenehmer.
Warum der Matcha am Boden liegen bleibt
Matcha löst sich nicht wie Zucker vollständig im Wasser. Das Pulver wird fein verteilt und bleibt als Suspension im Getränk. Wenn die Schale lange steht, setzt sich deshalb etwas Pulver wieder unten ab.
Eine dicke grüne Schlammschicht sollte trotzdem nicht entstehen. Typische Ursachen sind zu viel Pulver, schlecht gesiebter Matcha oder zu wenig Bewegung beim Aufschlagen.
Wenn dein Matcha nach wenigen Schlucken sehr konzentriert wird, reduziere beim nächsten Mal die Pulvermenge leicht oder schlage ihn etwas länger auf.
Was bedeutet „Ceremonial Grade“?
Auf vielen Packungen steht „Ceremonial Grade“, „Premium Grade“ oder eine ähnliche Qualitätsstufe. Solche Begriffe klingen verbindlicher, als sie sind. Es gibt dafür außerhalb einzelner Hersteller keine einheitliche, gesetzlich geschützte internationale Einteilung.
Ich würde deshalb eher auf nachvollziehbare Angaben achten: Herkunft, Ernte beziehungsweise Verarbeitung, Händler, Frische und darauf, ob der Tee geschmacklich für puren Matcha gedacht ist.
Ein teures Pulver ist außerdem nicht automatisch dein Lieblingsmatcha. Wenn du ihn überwiegend mit Milch trinkst, kann ein kräftigerer und etwas günstigerer Matcha sogar besser funktionieren als eine sehr feine, milde Sorte.
Matcha Latte braucht ein anderes Verhältnis
Für einen Latte würde ich den Matcha zunächst genauso mit wenig Wasser glatt aufschlagen und erst danach Milch oder Pflanzendrink dazugeben.
Wenn du Pulver direkt in 250 Milliliter Milch rührst, entstehen schneller Klumpen und der Matchageschmack verteilt sich ungleichmäßig.
Als Startmenge passen etwa 2 Gramm Matcha auf 50 bis 70 Milliliter Wasser plus 150 bis 200 Milliliter Milch. Danach kannst du kräftiger oder milder dosieren.
Frischer Matcha schmeckt anders als eine offene Dose nach Monaten
Matcha reagiert empfindlich auf Luft, Licht, Feuchtigkeit und Wärme. Nach dem Öffnen sollte die Dose deshalb immer wieder gut verschlossen werden.
Große Vorratspackungen lohnen sich nur, wenn du sie tatsächlich schnell verbrauchst. Für gelegentlichen Matcha sind kleinere Dosen sinnvoller, weil das Pulver weniger lange offen herumsteht.
Im Kühlschrank kann Matcha länger frisch bleiben, allerdings sollte die Dose dicht geschlossen sein. Nimmst du sie heraus, lass sie vor dem Öffnen erst auf Raumtemperatur kommen. So bildet sich weniger Kondenswasser direkt am kalten Pulver.
Was ich mir beim Matcha sparen würde
Du brauchst keine komplette Zeremonieausstattung, keine exakt abgemessenen 79 °C und keine fünf Minuten Schaumtraining.
Wenn du Matcha neu ausprobierst, reichen eine kleine Schale, ein Sieb und entweder ein Chasen oder ein dicht verschließbares Glas. Fang mit wenig Pulver und mäßig heißem Wasser an. Danach kannst du das Verhältnis an deinen Geschmack anpassen.
Wenn dein Wasserkocher stark verkalkt ist, kann das den Geschmack von Tee ebenfalls beeinflussen. Wie du ihn materialschonend entkalkst, steht in unserem Ratgeber Kalk im Wasserkocher entfernen.
Und wenn du im Sommer lieber kalten Tee möchtest, findest du bei Eistee selber machen eine deutlich entspanntere Alternative zum heißen Aufschlagen.
Quellen
- Global Japanese Tea Association: How to Prepare Matcha (abgerufen am 21.10.2026)
- Marukyu Koyamaen: Preparation of Matcha (abgerufen am 21.10.2026)