Fingerfarbe riecht manchmal ziemlich eigen. Nicht unbedingt schlimm, aber so deutlich, dass man nach dem Malen erstmal stehen bleibt und denkt: Kommt das wirklich von der Farbe? Ein leichter bitterer oder chemisch wirkender Eigengeruch kann bei fertiger Fingerfarbe vorkommen. Stark stechender, fauliger oder ungewöhnlich intensiver Geruch ist dagegen kein Fall für Duftkerzen, sondern ein Grund, genauer hinzuschauen.
Wenn Fingerfarbe komisch riecht, prüfst du zuerst das Produkt selbst: Ist sie frisch, richtig verschlossen, sichtbar unverändert und laut Verpackung noch verwendbar? Erst danach geht es darum, den Geruch aus Raumluft, Händen, Tisch, Kleidung oder Papier zu bekommen.
Warum Fingerfarbe überhaupt riechen kann
Fingerfarben sind für Kinderhände gemacht, aber sie sind keine Lebensmittel. Da Kinder beim Malen Farbe an die Finger und manchmal auch an den Mund bekommen, gelten für Fingerfarben besondere Anforderungen. LAVES Niedersachsen erklärt, dass nach DIN EN 71-7 Bitterstoffe zugesetzt werden, damit Kinder keine größeren Mengen der Farbe verschlucken.[1]
Dazu kommen bei fertigen Fingerfarben Konservierungsstoffe. Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass sie in fertigen Fingerfarben zugelassen und auch erforderlich sind, weil die Farben sonst zu schnell verkeimen würden.[2] Genau diese Mischung kann je nach Produkt, Empfindlichkeit und Raum einen deutlichen Eigengeruch haben.
Das heißt aber nicht, dass jeder starke Geruch normal ist. Wenn die Farbe anders riecht als sonst, lange offen stand oder sichtbar verändert ist, solltest du sie nicht weiterverwenden.
Wann Fingerfarbe besser weg sollte
Bei Kinderprodukten würde ich nicht lange herumtesten. Wenn etwas auffällig wirkt, kommt es weg. Gerade wasserhaltige Farbe kann sich verändern, besonders wenn sie schon oft offen war oder mit ungewaschenen Fingern genutzt wurde.
| Was du bemerkst | Was es bedeuten kann | Was du tun solltest |
|---|---|---|
| Leicht bitterer Eigengeruch | Kann durch zugesetzte Bitterstoffe mitbedingt sein | Verpackung prüfen, normal lüften, Farbe wieder gut verschließen |
| Stark stechender oder reizender Geruch | Produkt passt nicht zu euch oder ist auffällig | Nicht weiterverwenden, Raum lüften, bei Beschwerden Rat einholen |
| Fauliger, schimmliger oder gäriger Geruch | Hinweis auf Verderb oder Verunreinigung | Farbe entsorgen |
| Schimmel, Klumpen, Verfärbung oder getrennte Masse | Produkt ist nicht mehr in Ordnung | Nicht mehr benutzen |
| Hautrötung, Brennen, Husten oder Übelkeit | Mögliche Reizung oder Unverträglichkeit | Farbe entfernen, lüften, bei Bedarf medizinisch abklären |
Wenn dein Kind größere Mengen Fingerfarbe verschluckt hat oder ungewöhnlich reagiert, ist der Giftnotruf die richtige Anlaufstelle. Das BfR beschreibt, dass der Giftnotruf anhand weniger Informationen eine erste Einschätzung geben und Empfehlungen aussprechen kann.[3]
Fingerfarbe-Geruch aus der Wohnung bekommen
Der erste Schritt ist nicht Kaffee, Essig oder irgendein Trick. Der erste Schritt ist die Quelle. Offene Farbtöpfe schließen, feuchte Bilder aus dem Wohnbereich nehmen und benutzte Unterlagen entfernen. Solange nasse Farbe mitten im Raum trocknet, riecht es weiter.
So bekommst du den Geruch in den Griff:
- Verschließe alle Farbtöpfe und wische Farbe am Rand der Dosen ab, damit die Deckel richtig schließen.
- Bring nasse Bilder zum Trocknen in einen gut gelüfteten Raum, auf den Balkon oder in ein Bad mit geöffnetem Fenster.
- Entferne bemalte Papierreste, Einwegunterlagen und schmutzige Tücher aus dem Zimmer.
- Wische Tisch, Boden und Stuhl mit warmem Wasser und einem milden Reiniger ab, wenn dort Farbe verteilt wurde.
- Lüfte stoßweise mit weit geöffnetem Fenster, statt nur dauerhaft zu kippen.
Duftsprays würde ich weglassen. Sie beseitigen die Ursache nicht, sondern legen nur einen weiteren Geruch darüber. Gerade wenn Kinder im Raum sind, ist weniger Duft meist die bessere Entscheidung.
Wenn der Geruch an Händen oder Haut bleibt
Fingerfarbe sollte nach dem Malen gründlich von den Händen gewaschen werden. Warmes Wasser und milde Seife reichen meistens. Starkes Schrubben ist keine gute Idee, weil Kinderhaut schnell gereizt reagiert.
Wenn der bittere Geruch noch bleibt, wasch die Hände ein zweites Mal und trockne sie gut ab. Danach kann eine einfache Pflegecreme helfen, falls die Haut trocken wirkt. Zitronensaft, aggressive Reiniger oder Scheuermittel gehören nicht auf Kinderhände.
Wenn die Haut brennt, rot wird oder juckt, solltest du die Farbe nicht weiterverwenden. Bei bekannten Allergien oder empfindlicher Haut lohnt sich ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffangaben. Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei Fingerfarben unter anderem, auf Konservierungsstoffe zu achten und Produkte mit GS-Zeichen zu bevorzugen.[2]
Fingerfarbe-Geruch aus Kleidung und Textilien entfernen
Bei Kleidung ist schnelles Auswaschen sinnvoll. Frische Fingerfarbe lässt sich oft deutlich besser entfernen als eingetrocknete. Schau zuerst auf das Pflegeetikett des Kleidungsstücks und auf die Hinweise des Farbherstellers.
Waschbare Kleidung, Malkittel, Handtücher oder Tischdecken kommen möglichst bald in die Wäsche. Bei Polstern und Teppichen tupfst du frische Farbe zuerst vorsichtig ab, statt sie einzureiben. Danach arbeitest du mit wenig Wasser und mildem Reinigungsmittel. Bei empfindlichen Stoffen lieber erst an einer unauffälligen Stelle testen.
Natron auf dem Sofa, Essig ins Weichspülerfach oder andere Hausmittel würde ich nicht pauschal empfehlen. Manche Stoffe reagieren empfindlich, und am Ende hast du neben dem Farbgeruch noch Flecken, Ränder oder einen Essiggeruch.
Fingerfarbe richtig lagern, damit sie nicht kippt
Viele Geruchsprobleme entstehen nach dem Malen. Die Töpfe bleiben offen, Pinsel und Finger gehen immer wieder rein, Deckel schließen nicht richtig, und die Farbe steht warm im Kinderzimmer. Das ist ungünstig.
Fertige Fingerfarben lagerst du am besten so, wie es auf der Verpackung steht. Meist heißt das: gut verschlossen, nicht zu warm und nicht in der prallen Sonne. Wenn Farbe in kleine Schälchen umgefüllt wurde, solltest du Reste daraus nicht unbedingt zurück in den Originaltopf geben. So landen weniger Keime und Krümel in der ganzen Farbe.
Praktischer ist es, kleine Mengen zu entnehmen und den Originaltopf direkt wieder zu schließen. Das reduziert Geruch und hält die Farbe länger verwendbar.
Selbstgemachte Fingerfarbe: Nur frisch verwenden
Selbstgemachte Fingerfarbe aus Stärke, Mehl, Wasser und Lebensmittelfarbe kann für einen Nachmittag funktionieren. Sie ist aber nicht automatisch unbedenklich, nur weil Küchenzutaten drin sind. Vor allem ist sie nicht konserviert.
Wenn du Fingerfarbe selbst machst, nutze sie frisch und bewahre sie nicht tagelang auf. Wasser, Mehl oder Stärke können schnell kippen. Sobald die Mischung komisch riecht, Blasen bildet, schimmelt oder sich verändert, kommt sie weg.
Für kleinere Kinder und Kinder, die noch viel in den Mund nehmen, ist gekaufte Fingerfarbe mit passender Kennzeichnung oft die kontrolliertere Wahl. Achte auf Altersempfehlung, CE-Kennzeichnung, möglichst GS-Zeichen und vollständige Angaben auf der Verpackung.
Was du dir merken kannst
Ein leichter Eigengeruch bei Fingerfarbe kann vorkommen. Stark stechender, fauliger oder ungewohnt intensiver Geruch ist aber ein Warnsignal. Dann nicht mit Hausmitteln überdecken, sondern Farbe prüfen, Quelle entfernen, lüften und betroffene Flächen reinigen.
Bei Kindern zählt Vorsicht mehr als Bastel-Ehrgeiz. Wenn Farbe auffällig riecht, sichtbar verändert ist oder Beschwerden auftreten, wird sie nicht weiter benutzt. Wenn etwas verschluckt wurde oder du unsicher bist, hilft der Giftnotruf bei der Einschätzung.
Quellen
- LAVES Niedersachsen: LAVES untersucht Fingermalfarben für Kinder (abgerufen am 18.05.2026)
- Verbraucherzentrale NRW: Fingermalfarben – worauf kann ich achten? (abgerufen am 18.05.2026)
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Vergiftungsunfälle bei Kindern – was im Ernstfall zu tun ist (abgerufen am 18.05.2026)
Stand: · Inhalte werden bei Bedarf aktualisiert.
FAQs zum Thema Fingerfarbe Geruch loswerden
Warum riecht Fingerfarbe manchmal bitter oder chemisch?
Fingerfarben können durch Bitterstoffe und Konservierungsmittel einen eigenen Geruch haben. Bitterstoffe sollen verhindern, dass Kinder größere Mengen verschlucken. Stark stechender, fauliger oder ungewohnt intensiver Geruch ist aber nicht einfach normal und sollte ernst genommen werden.
Wie bekomme ich Fingerfarbe-Geruch aus der Wohnung?
Schließe zuerst die Farbtöpfe, entferne nasse Bilder aus dem Wohnbereich und reinige verschmierte Flächen. Danach hilft kräftiges Stoßlüften. Duftsprays überdecken den Geruch nur und sind gerade in Kinderzimmern selten die beste Lösung.
Was tun, wenn Fingerfarbe an den Händen noch riecht?
Wasche die Hände mit warmem Wasser und milder Seife. Rubble Kinderhaut nicht stark ab und nutze keine scharfen Hausmittel wie Zitronensaft oder aggressive Reiniger. Wenn die Haut rot wird, brennt oder juckt, sollte die Farbe nicht weiter verwendet werden.
Wann sollte ich Fingerfarbe entsorgen?
Entsorge Fingerfarbe, wenn sie schimmelt, klumpt, faulig riecht, ungewöhnlich stechend riecht, sich stark verfärbt oder sichtbar verändert hat. Auch Farbe aus offenen Schälchen, in die schon viel hineingefasst wurde, sollte nicht zurück in den Originaltopf.
Ist selbstgemachte Fingerfarbe besser gegen Geruch?
Sie kann milder riechen, ist aber nicht automatisch besser. Selbstgemachte Fingerfarbe aus Wasser, Mehl oder Stärke ist nicht konserviert und sollte frisch verwendet werden. Wenn sie komisch riecht, Blasen bildet oder sich verändert, gehört sie weg.