Du landest im Urlaub, schaltest den Flugmodus aus und kurz darauf erscheint die SMS deines Mobilfunkanbieters. Spätestens dann kommt die Frage: Roaming an oder aus? Wer einfach immer ausschaltet, verhindert zwar überraschende Datenkosten, hat im Ausland aber unter Umständen auch kein mobiles Internet mehr.
Die kurze Antwort lautet: Innerhalb der EU kann Datenroaming bei einem normalen deutschen Mobilfunktarif in der Regel eingeschaltet bleiben, wenn du unterwegs mobile Daten nutzen möchtest. Außerhalb des regulierten Roaming-Bereichs solltest du dagegen erst deinen Tarif prüfen. Besonders aufmerksam wäre ich in der Schweiz, der Türkei, auf Schiffen und in Grenzregionen.
Was bedeutet der Schalter „Datenroaming“ überhaupt?
Hier steckt schon die erste kleine Falle. Auf dem Smartphone schaltest du meistens nicht „das komplette Roaming“ ein oder aus, sondern Datenroaming.
Datenroaming erlaubt deinem Smartphone, über ein fremdes Mobilfunknetz eine mobile Internetverbindung herzustellen. Apple beschreibt die Funktion genau so: Befindet sich das iPhone außerhalb des Netzes des eigenen Mobilfunkanbieters, ermöglicht Datenroaming den Internetzugang über das besuchte Mobilfunknetz.[1]
Ist Datenroaming ausgeschaltet, kannst du im Ausland weiterhin WLAN benutzen. Auch Telefonie und SMS sind nicht automatisch dasselbe wie mobile Daten. Welche Sprach- und Nachrichtendienste im fremden Netz zur Verfügung stehen und was sie kosten, hängt von Land, Netz und Tarif ab.
Der 30-Sekunden-Roaming-Check
EU, Island, Liechtenstein, Norwegen, Moldau oder Ukraine: Datenroaming kann normalerweise an, wenn du dein mobiles Internet nutzen möchtest.
Schweiz, Türkei oder anderes Drittland: Erst deinen konkreten Tarif prüfen. Ist das Land nicht enthalten, Datenroaming aus.
Fähre, Kreuzfahrtschiff oder Flugzeug: Flugmodus ist die sicherste Einstellung gegen ungewollte Verbindungen mit teuren Bordnetzen.
Grenze zu einem Nicht-EU-Land: Netzname kontrollieren oder Datenroaming vorsichtshalber deaktivieren.
Reise-eSIM: Anleitung des eSIM-Anbieters lesen. Bei manchen Reise-eSIMs muss Datenroaming für diese SIM ausdrücklich aktiviert sein.
In der EU darf Datenroaming meistens eingeschaltet bleiben
Wer mit einem deutschen Mobilfunktarif innerhalb der Europäischen Union reist, kann Telefonie, SMS und mobile Daten grundsätzlich zu den Bedingungen des heimischen Tarifs nutzen. Das Prinzip heißt „Roam like at home“.[2]
Die Regelung gilt auch in Island, Liechtenstein und Norwegen. Seit dem 1. Januar 2026 gehören außerdem Moldau und die Ukraine zum regulierten Roaming-Raum.[3]
Wenn du also beispielsweise in Frankreich, Italien, Spanien oder Österreich mobiles Internet nutzen möchtest, muss Datenroaming am Smartphone normalerweise eingeschaltet sein.
Ganz grenzenlos ist das trotzdem nicht. Bei bestimmten Tarifen dürfen Anbieter Fair-Use-Grenzen für das Datenvolumen vorsehen. Das betrifft beispielsweise manche sehr günstigen oder unbegrenzten Datentarife. Die Bundesnetzagentur beschreibt dafür besondere Regeln und zulässige Roaming-Aufschläge.[2]
In der Schweiz heißt die Antwort nicht automatisch „an“
Die Schweiz ist für deutsche Reisende eine der wichtigsten Ausnahmen. Sie gehört weder zur EU noch zum Europäischen Wirtschaftsraum und wird deshalb von der EU-Roaming-Verordnung nicht automatisch erfasst.[4]
Das heißt allerdings nicht, dass Roaming dort bei jedem deutschen Vertrag teuer ist. Einige Mobilfunkanbieter schließen die Schweiz freiwillig in bestimmte Tarife oder Optionen ein.
Genau deshalb würde ich vor der Reise nicht nach einer allgemeinen Schweiz-Regel gehen, sondern in der App oder auf der Webseite deines Mobilfunkanbieters nachsehen. Steht die Schweiz ausdrücklich in deiner Roaming-Zone, kannst du dich danach richten. Ist sie nicht enthalten oder sind die Preise unklar, bleibt Datenroaming aus.
Dasselbe Prinzip gilt für die Türkei und andere Länder außerhalb des regulierten Roaming-Raums.
Großbritannien solltest du ebenfalls über den Tarif prüfen
Großbritannien gehört seit dem Brexit nicht mehr zur EU und ist damit nicht mehr aufgrund der EU-Roaming-Verordnung abgedeckt.
Viele deutsche Anbieter behandeln Großbritannien trotzdem weiterhin ähnlich wie ein EU-Land. Das ist dann aber eine Entscheidung des Mobilfunkanbieters und keine Garantie aus der EU-Verordnung. Die Verbraucherzentrale rät deshalb auch hier dazu, die Länderliste des eigenen Tarifs zu kontrollieren.[4]
Für den Alltag heißt das: Nicht allein auf „Europa“ oder die Lage auf der Landkarte verlassen. Entscheidend ist die Roaming-Zone im konkreten Vertrag.
Warum Roaming an der Grenze teuer werden kann
Du musst nicht einmal richtig ins Ausland fahren, damit sich dein Smartphone in ein fremdes Netz einbucht.
In Grenzregionen sucht sich das Gerät normalerweise automatisch ein verfügbares Mobilfunknetz. Stehst du beispielsweise auf deutscher Seite nahe der Schweizer Grenze, kann ein Schweizer Netz zeitweise stärker sein als das deutsche.
Innerhalb der EU ist ein versehentlicher Wechsel zum Netz des Nachbarlandes meist weniger problematisch. An der Grenze zur Schweiz kann er dagegen je nach Tarif zusätzliche Kosten verursachen.
Wer dort auf Nummer sicher gehen möchte, kann entweder Datenroaming ausschalten oder vorübergehend die automatische Netzwahl deaktivieren und das deutsche Netz manuell auswählen. Auch die Bundesnetzagentur nennt die manuelle Netzauswahl als Möglichkeit, unerwünschte Verbindungen zu einem bestimmten ausländischen Netz zu vermeiden.[2]
Die Begrüßungs-SMS ist mehr als nur Urlaubspost
Nach dem Einbuchen in ein ausländisches Mobilfunknetz schickt dir dein Anbieter normalerweise eine SMS mit Informationen zu den dort geltenden Roaming-Bedingungen. Gerade außerhalb der EU würde ich die Nachricht nicht einfach wegwischen. Sie zeigt dir schnell, in welcher Tarifzone dein Smartphone gerade gelandet ist.
Auf Fähren und Kreuzfahrtschiffen lieber Flugmodus einschalten
Hier wird es selbst innerhalb Europas interessant.
Solange dein Smartphone an Bord noch mit einem normalen Mobilfunknetz an Land verbunden ist, gelten innerhalb des EU-Raums die üblichen Roaming-Regeln. Auf dem offenen Meer können Schiffe aber eigene Mobilfunknetze einsetzen, deren Verbindung über Satellit läuft.
Diese nicht-terrestrischen Netze fallen nicht unter die normalen EU-Preisobergrenzen und können erheblich teurer sein.[5]
Die EU selbst rät deshalb auf See dazu, Roaming auszuschalten oder den Flugmodus zu aktivieren. Die Bundesnetzagentur weist ebenfalls auf mögliche hohe Kosten in Schiffs- und Flugzeugnetzen hin.[2][5]
Ich würde hier gleich den Flugmodus nehmen. Danach kannst du WLAN wieder separat aktivieren, wenn das Schiff ein WLAN anbietet.
Was passiert, wenn Datenroaming ausgeschaltet ist?
Außerhalb des Netzes deines eigenen Mobilfunkanbieters kann dein Smartphone dann keine mobilen Daten über das besuchte Netz nutzen.
Das merkst du beispielsweise daran, dass:
- Webseiten ohne WLAN nicht laden,
- Messenger unterwegs keine neuen Nachrichten abrufen,
- Navigation keine neuen Kartendaten aus dem Mobilfunknetz bekommt und
- Apps keine mobilen Hintergrunddaten übertragen können.
Sobald du wieder mit WLAN verbunden bist, funktioniert der Internetzugang darüber unabhängig vom Datenroaming.
Das Ausschalten von Datenroaming ist deshalb eine ziemlich gute Kostenbremse für Drittstaaten. Wenn du trotzdem erreichbar bleiben möchtest, musst du nicht zwangsläufig das gesamte Smartphone in den Flugmodus setzen.
Roaming an, mobile Daten aus – was gilt dann?
Das ist ein Punkt, an dem die beiden Schalter gern durcheinandergeraten.
Mobile Daten sind der übergeordnete Schalter für Internet über das Mobilfunknetz. Sind mobile Daten ausgeschaltet, nutzt dein Smartphone dafür kein Mobilfunknetz – auch dann nicht, wenn Datenroaming grundsätzlich aktiviert ist.
Datenroaming wird erst relevant, wenn mobile Daten eingeschaltet sind und sich das Telefon in einem fremden Netz befindet.
Vereinfacht:
| Mobile Daten | Datenroaming | Mobiles Internet im ausländischen Netz |
|---|---|---|
| aus | aus | nein |
| aus | an | nein |
| an | aus | in der Regel nein |
| an | an | ja, sofern Tarif und Netz Roaming erlauben |
Bei einer Reise-eSIM kann „Roaming an“ plötzlich richtig sein
Eine Reise-eSIM macht die Sache auf den ersten Blick etwas widersprüchlich. Du kaufst schließlich extra einen Datentarif fürs Ausland – und die Anleitung fordert anschließend möglicherweise dazu auf, Datenroaming einzuschalten.
Das kann korrekt sein. Manche internationale eSIM-Anbieter nutzen Partnernetze in verschiedenen Ländern. Damit die Reise-eSIM über diese Netze Daten übertragen kann, muss für diese SIM Datenroaming aktiviert werden.
Wichtig ist bei Dual-SIM deshalb die Trennung:
- Deine deutsche SIM kann für Daten deaktiviert beziehungsweise beim Datenroaming ausgeschaltet bleiben.
- Die Reise-eSIM wird als Leitung für mobile Daten gewählt.
- Für die Reise-eSIM aktivierst du Datenroaming, wenn der Anbieter das verlangt.
Damit verhinderst du, dass versehentlich die deutsche SIM für teure Datenverbindungen genutzt wird, während die Reise-eSIM genau die Einstellung bekommt, die sie benötigt.
Wo finde ich Datenroaming auf dem iPhone?
Apple führt die Einstellung aktuell unter:
Einstellungen → Mobilfunk → Datenoptionen → Datenroaming
Bei mehreren SIMs beziehungsweise eSIMs wählst du vorher die betreffende Mobilfunkleitung aus. Apple erklärt die aktuellen Schritte auch auf der offiziellen Seite zu Datenroaming auf iPhone und iPad.[1]
Gerade bei Dual-SIM solltest du darauf achten, für welche Leitung du den Schalter veränderst.
Wo finde ich Datenroaming bei Android?
Bei Android unterscheiden sich Bezeichnungen und Menüwege je nach Hersteller etwas.
Auf einem Google Pixel lautet der aktuelle Weg:
Einstellungen → Netzwerk & Internet → Internet → Einstellungen beim Mobilfunkanbieter → Roaming[6]
Bei Samsung, Xiaomi und anderen Herstellern kann die Einstellung an einer anderen Stelle liegen. Suche in den Einstellungen nach „Roaming“ oder „Datenroaming“, wenn du den Menüpunkt nicht sofort findest.
Ein Anruf aus Deutschland ins Ausland ist kein Roaming
Noch eine Verwechslung lohnt sich auszuräumen.
Du sitzt in Deutschland und rufst eine spanische oder italienische Nummer an? Dann roamst du nicht. Dein Smartphone befindet sich schließlich weiterhin im deutschen Mobilfunknetz.
Das ist eine Auslandsverbindung und wird nach anderen Regeln abgerechnet. Die Bundesnetzagentur trennt ausdrücklich zwischen Roaming auf Reisen und Telefonaten aus Deutschland in ein anderes Land.[7]
Roaming beginnt erst, wenn deine SIM beziehungsweise dein Smartphone ein fremdes Mobilfunknetz nutzt.
Wann ich Datenroaming eingeschaltet lassen würde
Für eine normale Reise innerhalb des regulierten EU-Roaming-Raums würde ich Datenroaming eingeschaltet lassen, wenn ich unterwegs Navigation, Messenger und andere mobile Dienste nutzen möchte.
Bei Reisen außerhalb dieses Bereichs wäre meine Reihenfolge dagegen:
- Reiseland in der Roaming-Länderliste des eigenen Tarifs suchen.
- Preis beziehungsweise enthaltenes Datenvolumen prüfen.
- Erst danach Datenroaming einschalten.
Auf Fähren und Schiffen würde ich den Flugmodus nutzen, in Grenzregionen zu teuren Drittstaaten das eingebuchte Netz im Auge behalten und bei einer Reise-eSIM genau prüfen, für welche SIM Datenroaming eingeschaltet wird.
Damit wird aus „Roaming an oder aus?“ eigentlich eine ziemlich einfache Entscheidung: In einem im Tarif enthaltenen Roaming-Land an, bei unklaren oder teuren Konditionen aus – und auf Schiffen besser Flugmodus.
Quellen
- Apple Support Deutschland: Optionen für mobiles Datenroaming auf iPhone und iPad (abgerufen am 26.08.2026)
- Bundesnetzagentur: Telefonieren und Surfen im Ausland – Roaming (abgerufen am 26.08.2026)
- Europäische Union – Your Europe: Roaming und Kosten bei der Smartphone-Nutzung in anderen Ländern (abgerufen am 26.08.2026)
- Verbraucherzentrale: Internationales Roaming – Kostenfallen bei WLAN und Mobilfunk vermeiden (Stand 23.02.2026, abgerufen am 26.08.2026)
- Europäische Union – Your Europe: Fragen und Antworten zum Roaming, einschließlich Schiffs- und Flugzeugnetzen (zuletzt geprüft 29.01.2026, abgerufen am 26.08.2026)
- Google Pixel-Hilfe: Daten-Roaming aktivieren oder deaktivieren (abgerufen am 26.08.2026)
- Bundesnetzagentur: Telefonieren innerhalb der EU – Unterschied zwischen Auslandsverbindung und Roaming (abgerufen am 26.08.2026)