Die Frage, ob Roaming an oder aus sein soll, taucht bei jeder Reise auf. Die Antwort ist simpel, aber die Ausnahmen sind entscheidend. Hier erfährst du, wie du sorglos surfst und wann du den Schalter wirklich umlegen musst.
Einmal kurz nicht aufgepasst: Der Klassiker im Ausland
Kaum im Urlaubsland gelandet, plingt das Handy – die obligatorische SMS vom fremden Netzanbieter. In diesem Moment schießt es einem durch den Kopf: Ist das Datenroaming jetzt eigentlich an oder aus? Ich hab das mal in der Schweiz erlebt: gelandet, Handy an, und schon hat die Foto-App angefangen, im Hintergrund Gigabytes zu synchronisieren. Ich hab es zum Glück nach wenigen Minuten gemerkt, aber das hätte schnell teuer werden können.
Dieses kleine Detail entscheidet darüber, ob du entspannt deine Mails checkst oder nach dem Urlaub eine Rechnung bekommst, die höher ist als der Flugpreis. Dabei ist die Grundregel wirklich simpel.
Die wichtigste Regel: Wann bleibt Roaming an oder aus?
Die Entscheidung für oder gegen Roaming hängt nur von deinem Reiseziel ab. Die Einteilung ist klar und lässt wenig Spielraum für Interpretationen.
Innerhalb der EU ist Roaming an. Dank der „Roam-like-at-home“-Regelung der EU nutzt du deinen Handytarif in allen 27 EU-Ländern sowie in Liechtenstein, Norwegen und Island so, als wärst du zu Hause.[1][2] Du zahlst also für Anrufe, SMS und Daten die gleichen Preise wie in Deutschland.
Außerhalb der EU ist Roaming aus. Sobald du die EU verlässt, können die Kosten für mobile Daten explodieren. Hier solltest du das Datenroaming in den Einstellungen deines Smartphones vorsorglich deaktivieren, um böse Überraschungen zu vermeiden. Das gilt für beliebte Reiseziele wie die USA, Thailand oder die Türkei.
Ein wichtiger Sonderfall ist Großbritannien: Seit dem Brexit gilt die EU-Roaming-Verordnung dort nicht mehr automatisch. Die EU-Kommission weist darauf hin, dass die Konditionen vom jeweiligen Anbieter abhängen.[2] Also: Vor einer Reise nach England, Schottland oder Wales unbedingt die Tarifdetails deines Anbieters prüfen.
Wie schalte ich Datenroaming an oder aus?
Das ist zum Glück schnell erledigt. Die Einstellung ist auf jedem Smartphone nur wenige Klicks entfernt, auch wenn die Bezeichnungen leicht variieren.
So findest du die Option für das Datenroaming:
- Auf dem iPhone gehst du in „Einstellungen“, dann in „Mobilfunk“ und danach in „Datenoptionen“. Dort findest du den Schalter für Datenroaming.[3]
- Auf Android öffnest du „Einstellungen“, gehst zu „Netzwerk & Internet“ und dann zu „SIM-Karten“ bzw. „Mobilfunknetz“. Dort kannst du Roaming ein- oder ausschalten (je nach Hersteller heißt der Menüpunkt leicht anders).[4]
Die versteckten Kostenfallen: Wo du Roaming immer ausschalten solltest
Selbst innerhalb Europas gibt es Situationen, in denen du das Roaming besser deaktivierst. Diese Fallen sind nicht immer offensichtlich, können aber richtig ins Geld gehen.
Auf Schiffen und im Flugzeug: Sobald du dich auf einer Fähre, einem Kreuzfahrtschiff oder im Flugzeug in der Luft befindest, verbindet sich dein Handy nicht mit einem normalen Mobilfunknetz, sondern mit einem teuren Satellitennetz. Die EU-Roaming-Regeln gelten hier nicht. Die Preise können bei über 10 Euro pro Megabyte liegen. Hier gehört das Datenroaming also konsequent aus.
In Grenzgebieten: Wohnst du zum Beispiel nahe der Schweiz, kann sich dein Handy unbemerkt in das Schweizer Netz einwählen, auch wenn du auf deutscher Seite bist. Das passiert automatisch, wenn das ausländische Signal stärker ist. In solchen Regionen kann es sinnvoll sein, die automatische Netzwahl im Handy zu deaktivieren und deinen deutschen Anbieter manuell auszuwählen.
Deine Mailbox: Eine oft übersehene Kostenfalle ist die Mailbox. Geht im Ausland ein Anruf auf deine Mailbox, während dein Handy aus ist, zahlst du oft doppelt: einmal für die Weiterleitung ins Ausland und einmal für das Abhören. Die Bundesnetzagentur empfiehlt daher, die Mailbox vor der Abreise komplett zu deaktivieren.[1]
Was ist mit dem EU-Datenvolumen? Gibt es Grenzen?
Ja, auch beim „Roam-like-at-home“ gibt es eine Obergrenze, die als „Fair-Use-Policy“ bezeichnet wird. Dein Anbieter kann die Nutzung deines Datenvolumens im EU-Ausland einschränken, wenn du dich dauerhaft dort aufhältst oder einen sehr günstigen Tarif mit hohem Datenvolumen hast. Die Verbraucherzentrale stellt klar, dass man unter Umständen nicht sein volles nationales Datenvolumen im Ausland nutzen kann.[5]
Um dich vor unerwartet hohen Kosten zu schützen, gibt es eine weltweite gesetzliche Obergrenze. Laut Bundesnetzagentur muss dein Anbieter dich informieren, sobald du 80 % von 50 Euro (netto) verbraucht hast. Bei Erreichen von 100 Euro (netto), also rund 119 Euro brutto, wird die Datenverbindung automatisch gekappt.[1] Du kannst diese Sperre auf eigenes Risiko aufheben, was aber selten eine gute Idee ist.
Deine Checkliste für die Abreise: Roaming an oder aus und mehr
Damit nichts schiefgeht, hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
- Prüfe dein Reiseziel: Bist du innerhalb der EU, Norwegens, Islands oder Liechtensteins? Dann kann das Roaming anbleiben.
- Checke deinen Tarif bei Reisen in die Schweiz oder nach Großbritannien. Viele Anbieter haben hier spezielle Pakete, aber eben nicht alle.
- Deaktiviere das Datenroaming, sobald du die EU verlässt oder ein Schiff oder Flugzeug betrittst.
- Schalte deine Mailbox komplett aus, um teure Umleitungsgebühren zu vermeiden.
- Lade dir zu Hause im WLAN Karten, Musik und Filme herunter. Das spart unterwegs wertvolles Datenvolumen.
Quellen
- Telefonieren und Surfen im Ausland: Roaming (Bundesnetzagentur, abgerufen am 05.03.2026)
- Roaming: überall in der EU ohne Aufpreis verbunden (EU-Kommission, abgerufen am 05.03.2026)
- Optionen für mobiles Datenroaming (Apple Support, abgerufen am 05.03.2026)
- Mobile Datennutzung reduzieren und verwalten (Google Pixel-Hilfe, abgerufen am 05.03.2026)
- Roaming in der EU: wichtige Fragen und Antworten (Verbraucherzentrale, abgerufen am 05.03.2026)
FAQs zum Thema Roaming an oder aus
Was sind die besten Alternativen, wenn ich mein Datenroaming ausschalten muss?
Wenn du außerhalb der EU unterwegs bist und Datenroaming deaktivierst, hast du mehrere gute Möglichkeiten, online zu bleiben. Eine sehr beliebte Option ist eine lokale SIM-Karte, die du oft günstig direkt am Flughafen kaufen kannst. Noch bequemer sind eSIM-Tarife, die du schon vor deiner Reise online buchen und auf deinem Handy aktivieren kannst, ganz ohne eine physische Karte zu wechseln.
Zählt ein Anruf von Deutschland in ein anderes EU-Land auch als EU-Roaming?
Nein, das ist ein häufiges Missverständnis. Die EU-Roaming-Verordnung („Roam-like-at-home“) gilt nur, wenn du dich mit deinem Handy im EU-Ausland aufhältst und von dort telefonierst oder surfst. Ein Anruf aus deinem deutschen Heimatnetz in ein anderes EU-Land ist ein Auslandsgespräch und wird je nach deinem Vertrag separat abgerechnet. Die kostenlosen Roaming-Regeln greifen also erst, wenn du die deutsche Grenze überquert hast.
Kann ich mit WLAN-Anrufen Roaming-Gebühren umgehen?
Ja, WLAN-Anrufe (auch Wi-Fi Calling genannt) sind ein super Trick, um Kosten zu sparen. Wenn du im Ausland mit einem WLAN verbunden bist und diese Funktion aktivierst, werden Anrufe in dein Heimatland so abgerechnet, als wärst du zu Hause – also meistens kostenlos innerhalb deiner Flatrate. Aber Achtung: Rufst du über WLAN eine lokale Nummer in deinem Urlaubsland an, kann dies trotzdem als teures Auslandsgespräch gewertet werden.