Rote Lebensmittelfarbe mit Wasser verrühren – fertig ist das Kunstblut? Funktioniert theoretisch, sieht aber meistens eher nach rotem Wasser aus. Für einen brauchbaren Bluteffekt braucht die Mischung etwas Körper und vor allem einen Rotton, der nicht knallig künstlich wirkt.
Kunstblut kannst du mit Zuckersirup, roter Lebensmittelfarbe und etwas Kakao ziemlich einfach selber machen. Je nachdem, ob du frisches oder dunkleres Blut darstellen möchtest, veränderst du anschließend Farbe und Konsistenz. Für Kleidung und Deko ist das unkompliziert. Soll das Kunstblut großflächig auf die Haut oder ins Gesicht, würde ich dagegen zu einem dafür ausgewiesenen Kosmetikprodukt greifen.
Ein einfaches Grundrezept für Kunstblut
Zuckersirup eignet sich gut als Basis, weil er bereits die zähflüssige Konsistenz mitbringt. Auch professionelles Filmblut basiert teilweise auf angedickten Zuckerlösungen – dort kommen allerdings speziell ausgewählte Farbstoffe und weitere kosmetische Inhaltsstoffe zum Einsatz.[1]
Für eine kleine Portion brauchst du:
- 3 EL hellen Zuckersirup oder Glukosesirup
- etwa 1 TL Wasser
- rote Lebensmittelfarbe
- eine kleine Messerspitze ungesüßtes Kakaopulver
Sirup und Wasser zuerst verrühren. Danach kommt die rote Farbe tropfenweise dazu. Zum Schluss eine sehr kleine Menge Kakao einarbeiten.
Beim Kakao lieber vorsichtig anfangen. Er soll das Rot abdunkeln und etwas stumpfer machen, nicht aus dem Kunstblut Schokoladensoße machen.
Zu hell, zu dunkel oder zu dick?
Ist das Kunstblut zu hellrot, hilft zunächst etwas mehr Kakao. Für einen kühleren, dunkleren Rotton kannst du zusätzlich einen winzigen Tropfen blaue Lebensmittelfarbe verwenden.
Ist die Mischung zu dick, gib Wasser tropfenweise dazu. Läuft sie zu schnell vom Kostüm, kommt mehr Sirup hinein.
Mach solche Änderungen in kleinen Schritten. Gerade Blau übernimmt die Farbe sehr schnell.
Frisches Blut sieht anders aus als eingetrocknetes
Für einen frischen Effekt darf das Rot heller sein und die Mischung glänzen. Das passt beispielsweise zu einem Tropfen, der über ein Kostüm läuft oder gerade aufgetragen wurde.
Für älteres Kunstblut darf der Farbton deutlich dunkler werden. Dafür reicht meist etwas mehr Kakao. Ein Hauch Blau kann zusätzlich helfen, wenn das Rot noch zu bonbonartig wirkt.
Auch professionelles Kunstblut wird nicht nur in einem einzigen Rot angeboten. Kryolan unterscheidet je nach Produkt beispielsweise zwischen hellen und dunklen Blutvarianten und stimmt zusätzlich Fließverhalten und Deckkraft auf den gewünschten Effekt ab.[2]
Du kannst deshalb ruhig zwei kleine Portionen anrühren. Eine dünnere, hellere Mischung bildet Laufspuren. Dunkleres und etwas dickeres Kunstblut bleibt stärker an einer Stelle stehen.
Auf Kleidung erst an einer unauffälligen Stelle testen
Die größte Sauerei kommt manchmal erst am Tag nach Halloween. Lebensmittelfarben können Textilien verfärben, und aus weißem Kunstblut-Untergrund wird dann schnell ein dauerhaft rosa Hemd.
Teste die Mischung deshalb vorher an einer verdeckten Stelle. Bei einem alten Halloween-Shirt spielt ein Schatten vielleicht keine Rolle. Auf einem guten weißen Hemd würde ich selbst gemachtes Kunstblut gar nicht erst ausprobieren.
Professionelle Produkte sind ebenfalls nicht automatisch fleckenfrei. Kryolan weist bei verschiedenen Kunstblutsorten ausdrücklich unterschiedliche Waschbarkeit aus; manche Varianten lassen sich gut aus Textilien entfernen, andere deutlich schlechter.[3]
Wenn Kunstblut auf Stoff landet, nicht erst eintrocknen lassen, wenn das für den Effekt nicht nötig ist. Größere Mengen kannst du zunächst mit kaltem Wasser ausspülen.
Für die Haut würde ich das Rezept anders behandeln
Die Zutaten des Grundrezepts sind Lebensmittel. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die fertige Mischung als Schminkprodukt für Gesicht, Augenpartie oder empfindliche Haut geprüft wurde.
Kosmetische Mittel müssen in der EU bei normaler Verwendung gesundheitlich sicher sein und vor dem Inverkehrbringen eine entsprechende Sicherheitsbewertung durchlaufen.[4] Auch die zulässigen Farbstoffe sind im Kosmetikrecht geregelt.
Für ein paar Tropfen auf intakter Haut würde ich die selbst gemachte Mischung deshalb zumindest vorher an einer kleinen Stelle ausprobieren und sie nicht auf gereizte oder verletzte Haut geben.
Für Gesicht, Lippen, Augenbereich, Kinder oder größere Hautflächen ist ausgewiesenes kosmetisches Kunstblut die vernünftigere Wahl. Achte dabei auf den vorgesehenen Anwendungsbereich. Selbst professionelle Produkte unterscheiden zwischen äußerlicher Anwendung und Sorten, die beispielsweise auch im Mund verwendet werden dürfen.[2]
Nicht jedes Kunstblut gehört in den Mund
Nur weil ein Produkt für die Haut geeignet ist, darf es nicht automatisch an Lippen, Schleimhäute oder in den Mund. Bei gekauftem Kunstblut steht der zugelassene Anwendungsbereich auf dem Produkt.
Für Effekte an Zähnen oder im Mund würde ich kein selbst gemischtes Rezept improvisieren.
Für Wunden und Kratzer brauchst du weniger Blut als gedacht
Ein realistischer Effekt entsteht selten dadurch, dass möglichst viel Rot über das Gesicht läuft. Kleine Mengen sehen oft überzeugender aus.
Bei einer geschminkten Wunde kannst du etwas dunkleres Kunstblut direkt an der vermeintlich tiefsten Stelle setzen. Dünneres, helleres Blut darf anschließend von dort aus nach unten laufen.
Für Spritzer funktioniert eine alte Zahnbürste oder ein kleiner harter Pinsel. Zieh dabei alte Kleidung an und decke Wand, Boden und Möbel großzügig ab. Die feinen roten Punkte landen deutlich weiter entfernt, als man beim ersten Versuch erwartet.
Auf hellen Fugen, Holz, Tapeten und Polstern würde ich vorher testen, ob sich die Farbe wieder entfernen lässt.
Selbst gemachtes Kunstblut würde ich frisch anrühren
Das Grundrezept enthält Wasser und Lebensmittelzutaten, aber keine abgestimmte Konservierung. Eine große Flasche für Halloween im nächsten Jahr würde ich daraus deshalb nicht herstellen.
Rühr lieber nur so viel an, wie du für Kostüm oder Dekoration brauchst. Das dauert wenige Minuten und die Konsistenz lässt sich direkt an den geplanten Effekt anpassen.
Damit ist Kunstblut selber machen ziemlich einfach: Sirup liefert die Konsistenz, Rot die Grundfarbe und eine kleine Menge Kakao nimmt dem Ergebnis den künstlichen Bonbonton. Wo die Mischung anschließend landet, solltest du allerdings schon vorher wissen. Kleidung, Deko und Haut stellen unterschiedliche Anforderungen – und nicht jeder rote Fleck soll nach Halloween dauerhaft bleiben.
Quellen
- Kryolan: Pintura Fake Blood – Kunstblut auf Basis einer angedickten Zuckerlösung (abgerufen am 02.09.2026)
- Kryolan: Kunstblut – unterschiedliche Bluttypen, Anwendungsbereiche und Hautverträglichkeit (abgerufen am 02.09.2026)
- Kryolan: Übersicht verschiedener Kunstblutarten und ihrer Waschbarkeit (abgerufen am 02.09.2026)
- EUR-Lex: Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel – Sicherheit, Sicherheitsbewertung und Farbstoffe (Fassung 2026, abgerufen am 02.09.2026)