Wenn deine Monstera Wasser tropft, steckt häufig Guttation dahinter. Dabei gibt die Pflanze Flüssigkeit über spezielle Poren an Blattspitzen und Blatträndern ab. Das passiert besonders dann, wenn die Wurzeln reichlich Wasser aufnehmen, während über die Blätter gerade wenig verdunstet.[1]
Ein einzelner Tropfen am Morgen ist deshalb noch kein Zeichen dafür, dass mit der Monstera etwas nicht stimmt. Interessanter wird die Sache, wenn die Erde dauerhaft nass bleibt, Wasser im Übertopf steht oder die Pflanze gleichzeitig gelbe Blätter bekommt.
Der Tropfen kommt aus dem Blatt, nicht aus der Raumluft
Guttation sieht ein bisschen wie Tau aus, entsteht aber anders. Bei Tau kondensiert Feuchtigkeit aus der Luft auf einer Oberfläche. Bei Guttation drückt Wurzeldruck Flüssigkeit aus dem Inneren der Pflanze durch sogenannte Hydathoden nach außen. Diese Poren sitzen häufig an den Blatträndern oder Blattspitzen.[2]
Die Universität Minnesota beschreibt Wurzeldruck als eine Ursache dafür, dass Pflanzen in der Nacht oder bei geringer Verdunstung solche Tropfen bilden können.[1] Deshalb fällt Guttation oft morgens auf, obwohl am Abend vorher noch nichts zu sehen war.
Ist Guttation bei Monstera schlimm?
Ein paar Tropfen an Blattspitzen sind zunächst ein normaler Pflanzenvorgang. Wenn die Erde jedoch ständig sehr feucht ist, lohnt sich ein Blick auf Gießmenge, Topf und Ablauf. Guttation allein ist noch keine Diagnose für zu viel Wasser.
Warum es oft nach dem Gießen auffällt
Nach einer kräftigen Wassergabe ist viel Feuchtigkeit im Substrat verfügbar. Ist die Luft gleichzeitig feucht oder kühl und verdunstet über die Blätter wenig Wasser, kann der Druck in der Pflanze steigen. Die überschüssige Flüssigkeit erscheint dann an den Blattspitzen.
Das heißt nicht, dass du jede Monstera mit Tropfen sofort trockener halten musst. Prüfe stattdessen die Erde mit dem Finger. Ist die obere Schicht noch deutlich feucht, braucht sie nicht automatisch schon wieder Wasser. Ist das Substrat oben abgetrocknet und der Topf deutlich leichter geworden, kann der normale Gießrhythmus weiterlaufen.
Die Royal Horticultural Society bringt Guttation bei Zimmerpflanzen ebenfalls mit reichlich Wasser und geringer Verdunstung in Verbindung und empfiehlt, vernässtes Substrat zu vermeiden.[3]
Wasser im Übertopf ist interessanter als Wasser am Blatt
Wenn du nur eine Sache kontrollierst, dann den Topfboden. Ein Innentopf mit Abzugslöchern darf nach dem Gießen abtropfen. Bleibt unten im Übertopf dauerhaft Wasser stehen, sitzt der Wurzelballen länger nass als nötig.
Das ist etwas anderes als ein paar Guttationstropfen. Die Tropfen selbst sind kein Grund, die Pflanze umzusetzen. Ein ständig nasser Wurzelballen ist dagegen ein Pflegehinweis, bei dem du Gießmenge und Ablauf prüfen kannst.
Warum unter der Monstera manchmal Flecken entstehen
Guttationsflüssigkeit besteht nicht nur aus reinem Wasser. Sie kann gelöste Mineralstoffe und andere Bestandteile aus dem Pflanzensaft enthalten.[2] Trocknet ein Tropfen auf einem dunklen Möbelstück oder Boden ein, kann deshalb ein heller Rand zurückbleiben.
Steht eine große Monstera über Parkett, Holz oder einer empfindlichen Kommode, ist eine wasserfeste Unterlage praktischer als tägliches Hinterherwischen. Die Blätter musst du wegen normaler Guttation nicht ständig trocken tupfen.
Sticky statt wässrig? Dann genauer hinschauen
Klare, wässrige Tropfen direkt an Spitzen oder Rändern passen gut zu Guttation. Ist die ganze Blattfläche klebrig oder findest du glänzende Spritzer weit weg von den Blattspitzen, kontrolliere die Pflanze zusätzlich auf Schädlinge. Schildläuse und andere saugende Insekten können klebrige Ausscheidungen hinterlassen.
Bei einer gesunden Monstera ohne weitere Auffälligkeiten und mit klaren Tropfen am Blattrand musst du daraus aber keine Schädlingssuche machen.
Im Herbst kann das plötzlich häufiger passieren
Wenn es draußen dunkler wird und die Raumtemperaturen sinken, verdunstet eine Zimmerpflanze oft weniger Wasser als im Hochsommer. Gleichzeitig bleibt der alte Gießrhythmus schnell noch ein paar Wochen bestehen. Genau dann kann die Erde länger feucht bleiben.
Das ist ein guter Anlass, nicht mehr nach festen Wochentagen zu gießen. Fühl die Erde an und beobachte das Gewicht des Topfes. Die Monstera braucht im Oktober nicht automatisch dieselbe Wassermenge wie im Juli.
Ein paar morgendliche Tropfen darfst du also ziemlich gelassen nehmen. Wenn das Substrat zwischen den Wassergaben etwas abtrocknet, der Topf gut entwässert und die Pflanze sonst normal wächst, ist Guttation eher eine kleine botanische Eigenheit als ein Problem.
Quellen
- Quelle: University of Minnesota – Plants and Water (abgerufen am 19.10.2026)
- Quelle: University of Missouri – Guttation: A Pressure Relief for Plants (abgerufen am 19.10.2026)
- Quelle: Royal Horticultural Society – Leaf damage on houseplants (abgerufen am 19.10.2026)