Folge uns auf
Homepage » Haushalt » Gartenarbeit & Pflanzenpflege » Regenwasser für Zimmerpflanzen filtern – so reicht es

Regenwasser für Zimmerpflanzen filtern – so reicht es

Regenwasser aus der Tonne ist weich und für viele Zimmerpflanzen gut geeignet. Wenn darin aber Blätter schwimmen oder sich am Boden eine dunkle Schicht gesammelt hat, möchte man das Wasser nicht unbedingt direkt ins Wohnzimmer tragen. Aufwendig aufbereiten musst du es für normale Zimmerpflanzen nicht. Bei sauber gesammeltem Regenwasser reicht es, grobe Verschmutzungen zurückzuhalten und Schwebstoffe herauszufiltern. Viel wichtiger ist die Frage, von welcher Fläche das Wasser überhaupt stammt.

Prüfe zuerst, woher das Regenwasser kommt

Regenwasser ist nicht automatisch gleich Regenwasser. Fängst du es direkt in einem sauberen Gefäß auf, besteht das Problem hauptsächlich aus Staub, Pollen und kleinen Schmutzteilchen.

Bei Wasser aus einem Fallrohr kommt die Dachfläche dazu. Die Verbraucherzentrale NRW hält saubere Ton- und Ziegeldächer ohne Biozidbehandlung für gut geeignet. Kritischer sind unter anderem Dächer beziehungsweise Bauteile aus Kupfer oder Zink sowie Bitumenbahnen und mit Bioziden behandelte Oberflächen.[1]

Solche Stoffe können mit dem Regen vom Dach gespült werden. Ein feines Tuch entfernt sie nicht zuverlässig, weil sie nicht unbedingt als sichtbare Partikel im Wasser schwimmen.[2]

Kannst du dieses Regenwasser verwenden?

Kommt es von einem sauberen Ton- oder Ziegeldach und sieht das Wasser normal aus, kannst du Schmutzpartikel herausfiltern und es für deine Zimmerpflanzen verwenden.

Bei einem Metall-, Bitumen- oder biozidbehandelten Dach würde ich das Wasser nicht durch einen Kaffeefilter laufen lassen und danach für unbedenklich halten. Hier liegt das Problem nicht bei Blättern oder Sand, sondern bei möglichen gelösten Stoffen aus der Dachfläche.

Am besten kommt der Schmutz gar nicht erst in die Tonne

Blätter, Moos und größere Partikel lassen sich einfacher am Fallrohr auffangen als später aus einem vollen Fass herausfischen.

Ein Regendieb beziehungsweise Regensammler mit integriertem Filter hält einen Teil dieser Verschmutzungen bereits beim Zulauf zurück. Auch die Verbraucherzentrale empfiehlt, Regenwasser möglichst zu filtern, bevor es in den Sammelbehälter gelangt.[1]

Dazu gehört auch eine saubere Regenrinne. Wenn dort altes Laub und Schlamm liegen, landet davon bei jedem kräftigen Regen etwas im Speicher.

Für kleine Mengen kannst du Regenwasser natürlich auch ohne fest eingebauten Filter sammeln. Ein feines Sieb über dem Auffanggefäß hält Blätter und Insekten zurück.

Bereits gesammeltes Regenwasser lässt sich einfach klären

Ist das Wasser schon in der Regentonne, musst du nicht alles durch einen winzigen Papierfilter pressen.

Lass das Wasser zunächst stehen. Sand, kleine Pflanzenreste und andere schwere Teilchen sammeln sich mit der Zeit am Boden. Nimm anschließend Wasser aus dem oberen Bereich und lass den Bodensatz möglichst in Ruhe.

Für die Gießkanne reicht dann häufig ein zweiter, einfacher Schritt:

  • Gieß das Wasser durch ein feines Haushaltssieb.
  • Bei kleineren Partikeln kannst du ein sauberes Baumwolltuch in das Sieb legen.
  • Für wenige Liter funktioniert auch ein Kaffeefilter, allerdings läuft das Wasser dadurch deutlich langsamer.

Das Ergebnis muss nicht glasklar wie Leitungswasser aussehen. Du möchtest hauptsächlich verhindern, dass Pflanzenteile, Sediment und anderer sichtbarer Schmutz im Blumentopf landen.

Was ein solcher Filter nicht kann

Hier wird bei Regenwasser schnell zu viel vom Wort „Filtern“ erwartet.

Sieb, Stoff und Kaffeefilter entfernen feste Teilchen. Gelöste Metalle, Biozide oder andere Stoffe aus einer ungeeigneten Dachfläche werden damit nicht zuverlässig entfernt. Das Umweltbundesamt hat beispielsweise gezeigt, dass Kupfer und Zink von Dächern und entsprechenden Bauteilen in das ablaufende Regenwasser gelangen können.[3]

Auch eine mögliche mikrobiologische Belastung wird durch ein einfaches Tuch nicht sicher beseitigt. Für Zimmerpflanzen brauchst du zwar kein Trinkwasser, ein Filter sollte aber auch keine Sicherheit vortäuschen, die er nicht bietet.

Stammt das Wasser aus einer fragwürdigen Quelle, würde ich deshalb lieber anderes Gießwasser verwenden.

Eine saubere Regentonne spart später Arbeit

In einem offenen Fass sammeln sich mit der Zeit Blätter, Pollen, Insekten und Bodensatz. In der Sonne erwärmt sich das Wasser zusätzlich und Algen können sich stärker entwickeln.

Eine Abdeckung und ein möglichst schattiger Standort helfen. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt außerdem, Regentonnen regelmäßig zu reinigen. Ein dunkler und kühler Wasserspeicher hält das gesammelte Wasser länger in einem besseren Zustand.[1]

Wenn am Boden bereits eine dicke Schlammschicht liegt, würde ich nicht versuchen, jeden Liter einzeln zu filtern. Dann ist es einfacher, die Tonne bei Gelegenheit zu leeren und zu reinigen.

Wasser, das stark faulig riecht, einen ungewöhnlichen Film auf der Oberfläche hat oder offensichtlich aus einem stark verschmutzten Behälter stammt, würde ich ebenfalls nicht für meine Zimmerpflanzen verwenden.

Warum viele Zimmerpflanzen Regenwasser mögen

Der Vorteil liegt vor allem in der geringen Wasserhärte. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen beschreibt weiches und sehr weiches Wasser als gut geeignet zum Gießen. Besonders kalkempfindliche Pflanzen reagieren auf hartes Wasser auf Dauer ungünstig.[4]

Das betrifft beispielsweise viele Pflanzen, die ein eher saures Substrat bevorzugen. Bei ihnen können sich mit hartem Leitungswasser außerdem schneller helle Kalkablagerungen an Erde und Topfrand bilden.

Regenwasser ersetzt allerdings keinen Dünger. Dass es wenig Kalk und gelöste Mineralstoffe enthält, macht es zu gutem Gießwasser – die Nährstoffversorgung der Pflanze läuft weiterhin über Substrat und passende Düngung.

Für die Gießkanne reicht ein einfacher Ablauf

Wenn deine Sammelfläche geeignet ist, brauchst du für Zimmerpflanzen keine aufwendige Filteranlage. Halte groben Schmutz möglichst schon vor der Regentonne zurück, lass Sediment absinken und gieße das Wasser anschließend durch ein feines Sieb oder ein sauberes Tuch.

Der Filter soll dabei nur das erledigen, was er wirklich kann: sichtbaren Schmutz entfernen. Ob das Regenwasser grundsätzlich geeignet ist, entscheidet vorher die Dachfläche und die Art der Lagerung.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale NRW: FAQ Regenwasser – geeignete Dachflächen, Filterung und Reinigung von Regentonnen (Stand 17.06.2026, abgerufen am 01.09.2026)
  2. Verbraucherzentrale NRW: Regenwassernutzung – mögliche Schadstoffe aus Dachmaterialien (Stand 25.08.2026, abgerufen am 01.09.2026)
  3. Umweltbundesamt: Abtrag von Kupfer und Zink von Dächern, Dachrinnen und Fallrohren durch Niederschläge (abgerufen am 01.09.2026)
  4. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Kübelpflanzen – Wasserhärte und geeignetes Gießwasser (abgerufen am 01.09.2026)
Verfasst von

Leonie Wickstein

Leonie schreibt über Upcycling, kreative Reparaturen und Ideen für ein gemütliches Zuhause. Dabei zeigt sie auch, was nicht sofort klappt und worauf es beim Nachmachen ankommt.

Zum vollständigen Autorenprofil →

Schreibe einen Kommentar