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Weniger Licht, andere Pflege

Zimmerpflanzen im Winter gießen: Wann ist es zu viel?

Auf der Fensterbank stehen dieselben Pflanzen wie im Sommer, die Gießkanne ist auch noch dieselbe. Trotzdem kann Wasser im November plötzlich zum Problem werden. Zimmerpflanzen brauchen im Winter häufig weniger Wasser, weil sie bei kürzeren Tagen langsamer wachsen und die Erde weniger schnell abtrocknet. Ein Wochenplan hilft dabei wenig. Schau lieber, wie feucht die Erde im jeweiligen Topf tatsächlich ist.

Eine Monstera im warmen Wohnzimmer, ein Kaktus am kühlen Fenster und eine Grünlilie direkt über der Heizung haben unterschiedliche Bedürfnisse. Selbst zwei Exemplare derselben Art können verschieden schnell trocknen, wenn Topfgröße, Licht und Substrat abweichen.

Warum die Erde ab November länger nass bleibt

Mit dem Tageslicht sinkt bei vielen Pflanzen die Wachstumsaktivität. Sie verbrauchen dann weniger Wasser. Gleichzeitig kann trockene Heizungsluft die Blattoberfläche stärker belasten, ohne dass deshalb automatisch mehr Wasser an die Wurzeln gehört. Die beiden Dinge werden leicht verwechselt.

Der NDR rät für die Winterpflege zu weniger Gießen und zu hellen Standorten, nennt aber auch deutliche Unterschiede zwischen Pflanzengruppen.[1] Entscheide deshalb nicht nach dem Kalender. Ein Topf auf einer warmen Fensterbank über dem Heizkörper trocknet anders als derselbe Topf in einem kühlen Schlafzimmer.

Erst die Erde prüfen, dann die Gießkanne holen

Fühle mit dem Finger einige Zentimeter tief in die Erde. Ist sie dort noch feucht, musst du bei vielen üblichen Grünpflanzen nicht nachgießen. Bei großen Töpfen kann die Oberfläche schon trocken aussehen, während weiter unten reichlich Feuchtigkeit steht. Ein dünner Holzstab, der vorsichtig bis in den Wurzelbereich gesteckt wird, kann zusätzliche Hinweise liefern. Erde, die daran feucht haften bleibt, ist noch nicht durchgetrocknet.

Auch das Topfgewicht verrät etwas: Hebe den Topf unmittelbar nach dem Gießen und später bei abgetrockneter Erde an. Mit etwas Erfahrung erkennst du den Unterschied. Die Methode funktioniert nur bei Töpfen, die du gefahrlos bewegen kannst; schwere Kübel sollten stehen bleiben.

Pflanzengruppe Winterlicher Gießcheck Typischer Fehler
Monstera, Grünlilie, Philodendron Obere Erdschicht abtrocknen lassen, tiefer prüfen Nachgießen, obwohl der Wurzelballen noch feucht ist
Kakteen und viele Sukkulenten Substrat weitgehend abtrocknen lassen; Temperatur beachten Wie eine durstige Grünpflanze behandeln
Farne und feuchtigkeitsliebende Arten Regelmäßig kontrollieren, Ballen nicht vollständig austrocknen lassen Aus allgemeiner Winterregel eine Trockenperiode machen
Blühende Zimmerpflanzen Nach Art, Blühphase und Pflegehinweis gießen Blühende Pflanze wie ruhende Grünpflanze behandeln

Diese Unterschiede erklären auch, warum eine pauschale Angabe wie „alle sieben Tage“ kaum nützt. Selbst die Jahreszeit allein entscheidet nicht.

So gießt du, ohne dass Wasser im Übertopf stehen bleibt

Wenn die Pflanze Wasser braucht, gib es langsam auf die Erde, bis der Ballen gleichmäßig durchfeuchtet ist. Hat der Innentopf Abzugslöcher, kann überschüssiges Wasser ablaufen. Leere den Übertopf oder Untersetzer anschließend, sofern die jeweilige Pflanze keine andere Bewässerungsmethode benötigt. Stehendes Wasser nimmt den Wurzeln Luft und kann auf Dauer Schäden verursachen.

Einige Substrate werden nach langem Austrocknen wasserabweisend. Dann rinnt das Gießwasser am Rand vorbei und landet sofort unten. Der scheinbar nasse Übertopf sagt in diesem Fall wenig über den Ballen aus. Prüfe, ob die Erde Wasser angenommen hat, statt reflexartig noch einmal nachzugießen.

Bei weißem Belag auf dem Substrat solltest du zuerst prüfen, ob es sich um mineralische Ablagerungen oder Schimmel handelt. Unser Beitrag über Schimmel auf Blumenerde behandelt die Unterschiede und die passende Pflege.

Gelbe Blätter, braune Spitzen: Ist immer Wassermangel schuld?

Nein. Gelbe, weiche Blätter und dauerhaft nasse Erde können zu viel Wasser anzeigen. Braune, trockene Spitzen können von trockener Umgebungsluft, Wasserstress oder anderen Standortproblemen kommen. Auch ein trockener Blattrand beweist nicht, dass der ganze Ballen trocken ist.

Ziehe deshalb mehrere Beobachtungen zusammen: Erdfeuchte, Standort, Licht und Zustand der unteren Blätter. Sind nur die alten Blätter betroffen, kann auch der natürliche Blattwechsel beteiligt sein. Eine Pflanze mit weichen Stielen und muffig riechendem Substrat braucht nicht noch mehr Wasser, sondern eine Kontrolle ihrer Wurzeln und Drainage.

Fensterbank, Heizung und Zugluft verändern den Bedarf

Im November rücken Pflanzen oft näher ans Fenster, um mehr Licht zu bekommen. Dort können kalte Scheiben und Zugluft die Blätter belasten. Steht darunter ein Heizkörper, trocknet die oberste Erdschicht womöglich schnell aus, obwohl der restliche Ballen feucht bleibt. Ein heller Standort ohne direkten Kontakt zu eiskaltem Glas ist häufig sinnvoller als das dunkelste Zimmereck.

Wer erst jetzt Pflanzen vom Balkon ins Haus holt, sollte außerdem den Temperaturwechsel beachten. Im Ratgeber Zimmerpflanzen vom Balkon wieder hereinholen geht es um den geeigneten Zeitpunkt und den Standortwechsel.

Düngen im Winter: Die Gießkanne ist nicht der Düngerplan

Viele Blattpflanzen legen bei wenig Licht eine Wachstumspause ein. Dann brauchen sie meist auch weniger Nährstoffe. Arten, die am warmen, hellen Platz sichtbar weiterwachsen oder im Winter blühen, können anders reagieren. Behalte die Pflegehinweise für deine Art im Blick, statt jede zweite Wassergabe automatisch mit Dünger zu mischen.

Bei Zimmerpflanzen im Winter ist ein kurzer Erdcheck hilfreicher als ein fester Rhythmus. So bekommst du mit, ob sich der Bedarf durch kalte Nächte, laufende Heizung oder einen neuen Standort tatsächlich geändert hat.

Quellen

  1. NDR: Zimmerpflanzen im Winter richtig pflegen (abgerufen am 04.11.2026)
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Verfasst von

Leonie Wickstein

Leonie schreibt über Upcycling, kreative Reparaturen und Ideen für ein gemütliches Zuhause. Dabei zeigt sie auch, was nicht sofort klappt und worauf es beim Nachmachen ankommt.

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