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Geruch bei Nässe

Handtücher stinken erst, wenn sie nass werden – warum?

Unsere Beobachtung war eindeutig: Frisch aus dem Schrank war das Handtuch okay, nach dem Duschen roch es plötzlich muffig oder säuerlich. Dass Handtücher stinken, wenn sie nass werden, bedeutet jedoch meist nicht, dass der Geruch in diesem Augenblick neu entsteht. Die Feuchtigkeit kann Stoffe wieder wahrnehmbar machen, die nach dem Waschen in den Fasern geblieben sind. Dazu können Hautfett, andere organische Rückstände, bereits vorhandene Geruchsstoffe und Mikroorganismen gehören.[1]

Für die Fehlersuche zählen deshalb zwei Fragen: Tritt der Geruch sofort beim Befeuchten oder erst nach längerem Feuchthalten auf – und ist nur ein Handtuch betroffen oder riechen mehrere Textilien ähnlich? Riecht außerdem die leere Waschmaschine, liegt die Ursache wahrscheinlich nicht allein im Stoff.

Warum ein trockenes Handtuch unauffällig riechen kann

Ein trockener Stoff gibt geruchsaktive Substanzen anders ab als ein feuchter. Beim Nasswerden können vorhandene Stoffe leichter aus dem Gewebe freigesetzt und von der Nase deutlicher wahrgenommen werden. Deshalb kann sich der Geruch bereits beim ersten Abtrocknen zeigen, obwohl das Handtuch im Schrank noch unauffällig war.

Das bedeutet nicht, dass sich während des Duschens plötzlich große Mengen Bakterien gebildet haben. Die Ursache lässt sich am Geruch allein ohnehin nicht bestimmen: Muffig oder modrig heißt nicht automatisch Schimmel, und auch ein säuerlicher Geruch verrät nicht, welche Mikroorganismen beteiligt sein könnten. Textilgeruch entsteht durch ein Zusammenspiel aus Rückständen, Fasermaterial, Mikroorganismen sowie Wasch- und Trocknungsbedingungen.[1][2]

Sofortiger Geruch oder späteres Müffeln?

Riecht das Handtuch unmittelbar beim Befeuchten, fällt meist etwas Vorhandenes wieder auf. Entwickelt oder verstärkt sich der Geruch erst nach Stunden am Haken, kann lang anhaltende Feuchtigkeit neue Geruchsbildung begünstigen.

Liegt es am Handtuch, am Trocknen oder an der Maschine?

Die schnellste Spur liefert der Vergleich mit anderen Textilien. Dafür braucht es weder Hausmittel noch eine vermeintlich genaue Keimdiagnose. Entscheidend sind der betroffene Umfang, der Zeitpunkt des Geruchs und der Zustand der Waschmaschine.

Nur ein Handtuch ist betroffen

Riecht ausschließlich ein bestimmtes Handtuch, liegt die Fehlerquelle wahrscheinlich in diesem Stück oder in seinem bisherigen Trocknungsverlauf. Es kann nach der Benutzung zusammengeknüllt gelegen, auf einem engen Haken nur langsam getrocknet oder beim Waschen nicht ausreichend ausgespült worden sein. Auch zu hoch dosiertes Waschmittel kann Rückstände im Gewebe hinterlassen. Das ist eine mögliche Erklärung, aber kein sicherer Beweis für die Ursache.

Das Material kann den Effekt verstärken. Fachübersichten zur Wäschehygiene zeigen, dass Polyester bestimmte geruchsaktive Stoffe stärker halten kann als Baumwolle. Kunstfasern sind deshalb aber nicht automatisch die Ursache; bei einem einzelnen Badehandtuch bleibt das Material nur ein zusätzlicher Hinweis.[2]

Mehrere Handtücher riechen ähnlich

Wenn mehrere Stücke oder andere Textilien aus verschiedenen Waschgängen bei Nässe müffeln, rücken Wasch- und Trocknungsablauf in den Vordergrund. Bleibt fertige Wäsche lange in der geschlossenen Trommel, verbringt sie unnötig Zeit in feuchter Umgebung. Eng aufgehängt oder gefaltet braucht ein dickes Handtuch anschließend länger, bis auch die inneren Schlingen, Kanten und Nähte trocken sind.

Auch hier hilft der Zeitpunkt: Riecht das Handtuch bereits beim Herausnehmen aus der Maschine, kommt der Schrank als Hauptursache kaum infrage. Ist es nach dem Waschen unauffällig und müffelt erst nach langem Trocknen im Bad, spricht mehr für anhaltende Feuchtigkeit und den Platz am Haken.

Trommel oder Waschmittelfach riechen ebenfalls

Riecht die leere Maschine muffig, sollte sie vor weiteren Rettungsversuchen geprüft werden. In den Rillen der Gummidichtung, im Waschmittelfach und in anderen feuchten Bereichen können sich Rückstände und Beläge sammeln. Die Verbraucherzentrale nennt unter anderem lange in der Maschine liegende nasse Wäsche, überwiegendes Waschen bei 30 oder 40 Grad, ausschließlich flüssiges Waschmittel sowie feuchte Dichtungen und Fächer als typische Begleiter einer müffelnden Maschine.[3]

Kontrolliere die leere Trommel, die Dichtungsrillen und das Waschmittelfach. Dunkle Ablagerungen, schmierige Stellen oder stehendes Wasser zeigen, dass Pflege nötig ist, belegen für sich genommen aber keine bestimmte Schimmel- oder Keimart. Auch das Flusensieb sollte nach der Anleitung des Geräteherstellers geprüft werden. Andernfalls kann die Maschine den Geruch erneut auf frisch gewaschene Wäsche übertragen.

Handtuch und Maschine in sinnvoller Reihenfolge behandeln

Ist nur ein Handtuch betroffen, wasche es erneut mit einem geeigneten Waschmittel und einem laut Pflegeetikett erlaubten Programm. Eine höhere Temperatur sollte nicht pauschal gewählt werden: Etikett, Farbe und Material setzen die Grenze. Nimm das Handtuch nach Programmende zeitnah heraus, hänge es vollständig ausgebreitet auf und lege es erst in den Schrank, wenn auch dicke Kanten und Nähte trocken sind.

Bei mehreren betroffenen Textilien oder einer riechenden Maschine ist diese Reihenfolge sinnvoll:

  1. Waschmittelfach und Gummidichtung einschließlich der Rillen reinigen, auswischen und trocknen lassen.
  2. Das Flusensieb nach der Anleitung des Geräteherstellers prüfen und bei Bedarf reinigen.
  3. Tür und Waschmittelfach nach dem Waschen geöffnet lassen, damit Restfeuchte entweichen kann.
  4. Erst danach die betroffenen Handtücher passend zum Pflegeetikett erneut waschen, sofort entnehmen und ausgebreitet trocknen.

Zur Pflege der Waschmaschine empfiehlt die Verbraucherzentrale etwa einmal im Monat einen Waschgang bei 60 Grad mit pulverförmigem Vollwaschmittel. Diese Empfehlung gilt für die Maschinenpflege. Sie bedeutet nicht, dass jedes Handtuch grundsätzlich bei 60 Grad gewaschen werden darf.[3]

Essig ist dabei keine Standardlösung. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass er Dichtungen angreifen kann. Maßgeblich sind stattdessen die Dosierhinweise des Waschmittels und die Pflege- beziehungsweise Reinigungsanleitung des Geräteherstellers.

Wann ein Austausch vernünftiger ist

Eine feste Austauschfrist gibt es für diesen Geruchsfehler nicht. Bleibt ein einzelnes Handtuch nach wiederholter, zum Etikett passender Wäsche und vollständigem Trocknen muffig, während alle anderen Stücke geruchlos bleiben, ist ein Austausch die pragmatische Grenze. Weitere Waschversuche verbrauchen sonst Wasser und Energie, ohne das Ergebnis erkennbar zu verbessern.

Bei auffälligen Flecken oder dauerhaft stark modrigem Geruch sollte das Stück vorerst nicht mehr als Körperhandtuch verwendet werden. Geruch allein beweist zwar keinen Schimmel, doch sichtbare Veränderungen lassen sich aus der Ferne ebenso wenig sicher beurteilen. Bleiben die Flecken nach einer geeigneten Wäsche bestehen, gehört das Handtuch nicht zurück an den Badezimmerhaken.

Quellen

  1. Biological and Chemical Processes that Lead to Textile Malodour Development – PMC (Microorganisms, abgerufen am 14.08.2026)
  2. Laundry Hygiene and Odor Control: State of the Science | Applied and Environmental Microbiology (Applied and Environmental Microbiology, abgerufen am 14.08.2026)
  3. Wenn die Waschmaschine müffelt – Tipps gegen üble Gerüche | Verbraucherzentrale.de (Verbraucherzentrale, abgerufen am 14.08.2026)
Verfasst von

Stefan Berger

Stefan schreibt über Werkzeug, Reparaturen und praktische Lösungen für drinnen und draußen. Bevor etwas ersetzt wird, schaut er lieber, ob es sich noch reparieren lässt.

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