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60 Grad oder doch 40

Wie wäscht man Handtücher richtig?

Handtücher sind unkomplizierte Wäsche – bis sie nach dem Waschen muffig riechen, kaum noch Wasser aufnehmen oder die Farben schnell blass werden. Meist liegt das nicht an einem fehlenden Spezialprogramm. Temperatur, Waschmittel, Trommelbeladung und das Trocknen danach sind wichtiger.

Für klassische Baumwollhandtücher sind 40 oder 60 Grad die üblichen Waschtemperaturen. Welche davon passt, hängt vom Pflegeetikett, der Farbe und der hygienischen Situation im Haushalt ab. Das Umweltbundesamt (UBA) nennt Handtücher ausdrücklich unter den Textilien, die aus Hygienegründen bei 40 oder 60 Grad gewaschen werden sollten.[1]

Das Pflegeetikett setzt die Obergrenze

Ein dickes Baumwollhandtuch verträgt oft 60 Grad, aber nicht jedes Handtuch besteht nur aus robuster Baumwolle. Bordüren, eingewebte Dekore, Viskoseanteile oder besondere Fasermischungen können die zulässige Temperatur senken.

Die Zahl im Waschbottich auf dem Etikett zeigt die maximal zulässige Waschtemperatur. GINETEX Germany, die deutsche Organisation hinter der international einheitlichen Textilpflegekennzeichnung, weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Temperatur nicht überschritten werden soll.[2]

Stehen dort 40 Grad, bleibt es also bei 40. Ein 60-Grad-Ratgeber kann das Pflegeetikett nicht außer Kraft setzen.

Wann 60 Grad bei Handtüchern sinnvoll sind

Bei weißen oder farbechten Baumwollhandtüchern ist 60 Grad eine robuste Wahl. Das gilt besonders für gemeinsam genutzte Handtücher, Waschlappen und Textilien, die stärker mit Körperpflege, Schweiß oder Feuchtigkeit belastet werden.

Das staatliche Informationsportal infektionsschutz.de empfiehlt für Handtücher, Waschlappen, Bettwäsche und Unterwäsche mindestens 60 Grad in Kombination mit einem bleichmittelhaltigen Vollwaschmittel.[3] Das UBA formuliert für gesunde Privathaushalte etwas breiter und nennt für Handtücher 40 oder 60 Grad.[1]

Für den normalen Haushalt heißt das praktisch: Verträgt ein Baumwollhandtuch 60 Grad, spricht wenig dagegen, diese Temperatur regelmäßig zu nutzen. Dunkle oder empfindlich gefärbte Handtücher können bei 40 Grad gewaschen werden, wenn das Etikett das vorsieht und im Haushalt keine besondere Infektionssituation besteht.

Bei ansteckenden Magen-Darm-Erkrankungen oder anderer infektiöser Belastung gelten strengere Hygienemaßnahmen. Das UBA nennt hier 60 oder gegebenenfalls 95 Grad als mögliche Waschtemperaturen und rät im Zweifel zur ärztlichen Rücksprache.[4]

Weiße und bunte Handtücher brauchen nicht dasselbe Waschmittel

Bei weißen Baumwollhandtüchern passt ein pulverförmiges Vollwaschmittel gut. Es enthält Bleichmittel, die Flecken und Verfärbungen angehen und zusätzlich zur hygienischen Wirkung beitragen können. Für bunte Handtücher ist ein Colorwaschmittel die bessere Wahl, weil es ohne Bleichmittel auskommt und die Farben dadurch weniger beansprucht.

Die Verbraucherzentrale beschreibt genau diese Trennung: Vollwaschmittel eignen sich besonders für weiße und helle Textilien, Colorwaschmittel für farbige Wäsche. Bleichmittel in Vollwaschmitteln können bunte Textilien mit der Zeit ausbleichen.[5]

Ein spezielles „Handtuchwaschmittel“ brauchst du dafür nicht.

Weichspüler macht Handtücher weicher – aber schlechter im Abtrocknen

Bei Handtüchern würde ich Weichspüler weglassen. Das ist keine Geschmacksfrage wegen des Dufts, sondern hat mit der Funktion des Stoffes zu tun.

Die Wirkstoffe des Weichspülers lagern sich an den Fasern an. Das Umweltbundesamt nennt als Folge ausdrücklich eine verringerte Wasseraufnahmefähigkeit und führt Handtücher als Beispiel an.[6]

Ein Handtuch kann sich dadurch zunächst glatter und weicher anfühlen, saugt beim Abtrocknen aber schlechter. Wer sehr weiche Handtücher möchte, bekommt über die Trocknung meist mehr heraus als über zusätzlichen Weichspüler.

Die Trommel darf voll sein, aber nicht gestopft

Handtücher sind trocken schon voluminös und werden nass deutlich schwerer. Eine Waschmaschine mit Gewalt bis obenhin mit Frottee zu füllen, spart deshalb nicht automatisch Wasser oder Energie. Waschmittel und Wasser müssen sich noch zwischen den Textilien verteilen können.

Für normale Koch- und Buntwäsche empfiehlt das UBA eine gut gefüllte Trommel, bei der oben noch ungefähr eine Handbreit Platz bleibt.[7] Das ist für Handtücher ein brauchbarer Richtwert.

Zu wenig Wäsche ist auf Dauer ebenfalls unnötig teuer. Zwei einzelne Duschtücher brauchen keinen kompletten Standardwaschgang, wenn noch passende Handtücher gesammelt werden können.

Waschmittel nicht nach Gefühl hineinkippen

Mehr Waschmittel macht Handtücher nicht automatisch sauberer. Zu viel kann Rückstände hinterlassen, zu wenig reicht bei hartem Wasser oder stärker verschmutzter Wäsche unter Umständen nicht aus.

Die Dosierung richtet sich nach drei Dingen: Wäschemenge, Wasserhärte und Verschmutzungsgrad. Genau diese drei Größen nennt auch die Verbraucherzentrale für die Waschmitteldosierung.[5]

Die Wasserhärte findest du beim örtlichen Wasserversorger. Danach kannst du die Dosiertabelle auf der Waschmittelpackung nutzen, statt jedes Mal neu zu schätzen.

Handtücher müssen nach dem Waschen schnell trocknen

Der Waschgang ist nur die halbe Sache. Bleiben saubere Handtücher noch stundenlang feucht in der Trommel liegen, starten sie schon mit schlechten Bedingungen in die nächste Nutzung.

Nimm sie nach Programmende heraus, schüttle sie kurz auf und trockne sie vollständig. Auf der Leine brauchen dicke Frotteehandtücher genug Abstand und Luft. Im Trockner gilt das Trocknersymbol auf dem Pflegeetikett; nicht jedes Material darf gleich heiß getrocknet werden.[2]

Auch zwischen zwei Benutzungen sollten Handtücher möglichst frei hängen und komplett abtrocknen können. Ein feuchtes Duschtuch, das zusammengeknüllt am Haken bleibt, riecht deutlich schneller unangenehm.

Muss jedes Handtuch bei 60 Grad gewaschen werden?

Nein. Die Empfehlung hängt von Material und Situation ab. Ein dunkles Handtuch, dessen Pflegeetikett maximal 40 Grad erlaubt, sollte nicht auf Verdacht heißer gewaschen werden. In einem gesunden Haushalt kann 40 Grad für solche Textilien passen; das UBA nennt bei Handtüchern ausdrücklich 40 oder 60 Grad.[1]

Gleichzeitig sollte die Waschmaschine regelmäßig auch wärmer laufen. Das UBA empfiehlt nach etwa jeder fünften Wäsche beziehungsweise spätestens alle zwei Wochen einen 60-Grad-Waschgang mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel, um Keimwachstum in der Maschine entgegenzuwirken.[1]

Hygienespüler sind im gesunden Privathaushalt normalerweise nicht nötig. Sowohl Umweltbundesamt als auch infektionsschutz.de raten nicht dazu, sie routinemäßig zur normalen Wäsche zu geben.[1][3]

Eco 40–60 ist nicht einfach ein heißerer 60-Grad-Waschgang

Der Programmname kann etwas verwirren. Ein Eco-Programm spart Energie unter anderem dadurch, dass es mit niedrigeren tatsächlichen Temperaturen und längeren Laufzeiten arbeitet. Das UBA weist darauf hin, dass ein als 60-Grad-Eco gekennzeichnetes Programm die Waschleistung eines 60-Grad-Waschgangs erreichen kann, obwohl die Lauge nicht dauerhaft auf 60 Grad erhitzt wird.[8]

Für normal verschmutzte Wäsche ist das sinnvoll. Wenn du wegen einer ansteckenden Erkrankung ausdrücklich bei mindestens 60 Grad waschen sollst, solltest du dagegen ein Programm wählen, das die entsprechende hygienische Anforderung erfüllt, und die Hinweise des Waschmaschinenherstellers beachten.

So funktioniert eine normale Handtuchwäsche ohne Extras

Für die meisten Baumwollhandtücher reicht diese Reihenfolge:

  1. Handtücher nach hell und bunt sortieren und das Pflegeetikett prüfen.
  2. Weiße, 60-Grad-feste Handtücher mit pulverförmigem Vollwaschmittel waschen; für Buntes ein Colorwaschmittel verwenden.
  3. Die Trommel gut füllen, aber oben noch etwas Bewegungsraum lassen.
  4. Weichspüler weglassen und Waschmittel nach Wasserhärte, Beladung und Verschmutzung dosieren.
  5. Handtücher nach dem Waschen direkt herausnehmen und vollständig trocknen lassen.

Mehr braucht es für den normalen Wäschekorb nicht. Wenn Handtücher trotz korrekter Wäsche muffig bleiben, stark fusseln oder hart geworden sind, steckt meist ein eigenes Problem dahinter – nicht die grundlegende Waschtemperatur.

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Hygiene im Privatbereich – Reinigung von Wäsche (abgerufen am 01.10.2026)
  2. GINETEX Germany: Pflegesymbole und zulässige Waschtemperaturen (abgerufen am 01.10.2026)
  3. infektionsschutz.de: Haushaltshygiene – richtiges Waschen von Handtüchern und Wäsche (Stand 01.07.2025, abgerufen am 01.10.2026)
  4. Umweltbundesamt: Waschtemperaturen und Hygiene bei ansteckenden Erkrankungen (abgerufen am 01.10.2026)
  5. Verbraucherzentrale: Wäsche waschen – Vollwaschmittel, Colorwaschmittel und Dosierung (abgerufen am 01.10.2026)
  6. Umweltbundesamt: Weichspüler und verringerte Wasseraufnahme von Handtüchern (abgerufen am 01.10.2026)
  7. Umweltbundesamt: Wäsche waschen – Trommelbeladung und Waschmittel (Stand 02.12.2024, abgerufen am 01.10.2026)
  8. Umweltbundesamt: Eco-Programme, Temperatur und Energieverbrauch beim Waschen (abgerufen am 01.10.2026)
Verfasst von

Maria Schmidt

Maria schreibt über Ordnung, Reinigung und praktische Ideen für die Küche. Besonders gern probiert sie Rezepte aus der Heißluftfritteuse aus und entdeckt immer wieder neue kreative Projekte und Hobbys.

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