Folge uns auf
Homepage » Haustiere » Hunde » Hund High Five beibringen ohne Pfotenchaos

Hund High Five beibringen ohne Pfotenchaos

Ein High Five mit Hund sieht nach einem kleinen Spaßtrick aus. In Wirklichkeit steckt ein ziemlich gutes Mini-Training dahinter: Dein Hund lernt, eine Vorderpfote gezielt anzuheben, deine Hand zu berühren und danach wieder ruhig zu bleiben.

Wenn du deinem Hund High Five beibringen möchtest, brauchst du dafür keine besondere Ausrüstung. Eine ruhige Umgebung, kleine Leckerlis und gutes Timing reichen. Entscheidend ist, dass du nicht an der Pfote ziehst und den Hund nicht in die Bewegung bringst. Er soll selbst ausprobieren, welche Aktion sich lohnt.

Der einfachste Einstieg läuft über eine geschlossene Hand. Viele Hunde untersuchen sie erst mit der Nase, später mit der Pfote. Genau diesen Moment nutzt du. Berührt die Pfote deine Hand, folgt sofort dein Marker und danach die Belohnung. So wird aus einem zufälligen Pfotentipp nach und nach ein bewusstes High Five.

Hund High Five beibringen: die kurze Anleitung

Für den schnellen Überblick sieht der Aufbau so aus:

Schritt Was du machst Woran du erkennst, dass es klappt
1. Ruhig starten Dein Hund sitzt vor dir, du hältst eine geschlossene Hand auf passende Höhe. Er bleibt ansprechbar und konzentriert sich auf deine Hand.
2. Pfotenkontakt markieren Berührt die Pfote deine Faust, markierst du sofort und belohnst. Der Hund tippt die Faust nach mehreren Wiederholungen gezielter an.
3. Hand öffnen Aus der Faust wird langsam eine flache Hand. Der Hund berührt auch die offene Hand mit der Pfote.
4. Signal einführen Das Wort „High Five“ kommt dazu, wenn die Bewegung sicher angeboten wird. Der Hund hebt die Pfote nach deinem Signal und deiner Handhilfe.
5. Höhe verändern Du hältst die Hand schrittweise etwas anders, aber nie so hoch, dass der Hund kippt. Der Hund sitzt stabil und berührt deine Hand ohne Hektik.

Wichtig ist: Du trainierst nicht alles in einer Einheit. Für den Anfang reicht es völlig, wenn dein Hund versteht, dass eine Pfote an deiner Hand belohnt wird.

Der Kern des Tricks

High Five entsteht nicht durch Hochziehen der Pfote. Dein Hund bietet eine kleine Bewegung freiwillig an, du markierst genau diesen Moment und belohnst danach. So wird aus einem Versuch ein bewusstes Signal.

Vor dem Training: Sitzposition, Belohnung und Marker

Trainiere am besten in einer ruhigen Ecke, in der dein Hund nicht ständig abgelenkt wird. Der Boden sollte rutschfest sein. Dein Hund sitzt vor dir, weil er so leichter eine Vorderpfote anheben kann. Im Stehen muss er sein Gewicht deutlich stärker verlagern, was für den Anfang unnötig schwer ist.

Die Leckerlis sollten klein und weich sein. Dein Hund soll sie schnell fressen können, ohne lange zu kauen. Wenn er nach jedem Stück erst einmal bröselt, sucht oder kaut, verliert der Ablauf Tempo.

Ein Marker hilft dir beim Timing. Das kann ein Clicker sein oder ein kurzes Markerwort wie „Yes“ oder „Top“. Der VÖHT, der Verband Österreichischer HundeverhaltenstrainerInnen, beschreibt beim Aufbau über Shaping, dass ein Clicker punktgenau anzeigen kann, welches Verhalten belohnt wird.[1] Das ist beim High Five nützlich, weil die Pfote oft nur sehr kurz an deiner Hand ist.

Der Deutsche Tierschutzbund beschreibt positive Verstärkung als tierschutzgerechte Grundlage im Hundetraining: Der Hund zeigt ein gewünschtes Verhalten und bekommt dafür etwas Angenehmes, etwa Futter oder Lob.[2] Beim High Five heißt das ganz konkret: Pfote berührt Hand, Marker kommt, Belohnung folgt.

Schritt 1: Die Pfote an der Faust belohnen

Nimm ein Leckerli in die Hand und schließe die Faust. Halte sie ungefähr auf Brusthöhe deines sitzenden Hundes, nicht direkt über seinem Kopf. Die Hand bleibt ruhig. Du wedelst nicht damit herum und drückst sie deinem Hund nicht ins Gesicht.

Viele Hunde schnüffeln zuerst an der Faust. Manche stupsen mit der Nase, andere lecken. Das ist noch nicht das Ziel, wird aber auch nicht korrigiert. Warte ruhig ab. Hebt dein Hund eine Pfote oder berührt er deine Faust damit, kommt sofort dein Marker. Direkt danach öffnest du die Hand oder gibst die Belohnung aus der anderen Hand.

Wenn dein Hund gar nicht auf die Idee kommt, die Pfote zu nutzen, mach die Aufgabe leichter. Halte die Faust etwas tiefer, trainiere kürzer oder starte mit einem bereits bekannten Pfötchen-Signal, falls dein Hund das kann. Es geht nicht darum, ihn durch Frust zum Kratzen zu bringen. Es geht darum, den ersten kleinen Pfotenversuch zu erwischen.

Timing schlägt Lautstärke

Markiere nicht erst, wenn die Pfote schon wieder auf dem Boden ist. Dann belohnst du das Absetzen. Der Marker gehört in den Moment, in dem die Pfote deine Hand berührt.

Schritt 2: Aus der Faust wird die offene Hand

Wenn dein Hund die Faust zuverlässig mit der Pfote antippt, veränderst du die Hand langsam. Öffne sie nicht sofort komplett, sondern geh in kleinen Zwischenschritten vor. Erst eine etwas lockerere Faust, dann eine halb geöffnete Hand, später die flache Handfläche.

Am Anfang kannst du noch ein Leckerli mit dem Daumen in der Handfläche halten. Berührt dein Hund die flache Hand mit der Pfote, markierst du wieder und belohnst. Nach einigen Wiederholungen sollte das Futter aus der Zielhand verschwinden. Sonst lernt dein Hund vor allem: In dieser Hand steckt Futter. Für ein klares High Five soll er aber deine Hand berühren, nicht Futter herausarbeiten.

Belohne deshalb bald aus der anderen Hand. Die High-Five-Hand wird zum Signalbild, die Belohnung kommt separat. Das wirkt am Anfang kleinlich, macht den Trick später aber viel klarer.

Schritt 3: Das Signal High Five einführen

Das Wortsignal kommt erst dazu, wenn dein Hund die Bewegung schon recht sicher zeigt. Sag „High Five“ kurz bevor du die Hand anbietest oder genau in dem Moment, in dem dein Hund die Pfote hebt. Danach folgen Marker und Belohnung.

Wiederhole das Wort nicht fünfmal hintereinander. Wenn dein Hund auf „High Five“ noch nicht reagiert, ist das Signal einfach noch nicht fertig verknüpft. Geh dann zurück zu leichteren Wiederholungen: Hand zeigen, Pfotenkontakt markieren, belohnen. Das Wort kommt wieder kurz vor der Bewegung dazu.

Nach und nach kannst du testen, ob dein Hund das Signal verstanden hat. Sag „High Five“, biete die Hand ruhig an und warte kurz. Kommt die Pfote, markierst du. Kommt sie nicht, hilfst du nicht mit Ziehen nach. Du machst die Übung wieder einfacher.

Schritt 4: Höhe und Abstand langsam verändern

Ein echtes High Five sieht nach oben gerichtet aus. Trotzdem sollte deine Hand am Anfang nicht zu hoch hängen. Dein Hund soll sitzen bleiben und nur eine Vorderpfote anheben, ohne nach vorne zu fallen oder aufzustehen.

Verändere die Höhe in kleinen Schritten. Erst Brusthöhe, dann etwas höher, später vielleicht auf deine offene Handfläche. Beobachte dabei den Körper deines Hundes. Rutscht er nach vorne, steht er auf, verdreht sich oder wirkt unsicher, war deine Hand zu hoch oder zu weit weg.

Auch die Seite ist wichtig. Viele Hunde haben eine Pfote, die sie lieber nutzen. Starte mit der Seite, die dein Hund freiwillig anbietet. Wenn du später beide Pfoten trainieren möchtest, baust du die zweite Seite separat auf und gibst ihr idealerweise ein anderes Signal.

Wenn dein Hund nur schnüffelt, leckt oder kratzt

Nicht jeder Hund bietet sofort eine hübsche Pfotenbewegung an. Manche bleiben bei der Nase. Andere werden grob und kratzen an der Hand. Wieder andere verlieren schnell die Lust. Das lässt sich meist über kleinere Schritte lösen.

Was passiert? Woran es liegen kann Was du änderst
Der Hund schnüffelt nur. Er versteht noch nicht, dass Pfotenverhalten gefragt ist. Warte kurz, markiere aber keinen Nasenkontakt. Nutze bei Bedarf ein bekanntes Pfötchen-Signal als Einstieg.
Der Hund leckt die Hand. Das Futter in der Faust ist zu präsent. Nimm weniger stark riechendes Futter oder belohne früher aus der anderen Hand.
Der Hund kratzt hektisch. Er wird zu aufgeregt oder frustriert. Training abbrechen, ruhiger neu starten, Hand tiefer halten und schneller einfache Treffer belohnen.
Der Hund steht immer auf. Die Hand ist zu hoch oder zu weit weg. Hand näher und tiefer anbieten, nur ruhige Pfotenbewegungen aus dem Sitz belohnen.
Der Hund meidet die Übung. Die Einheit war zu lang, zu schwer oder körperlich unangenehm. Pause machen, leichter neu starten und bei Auffälligkeiten körperliche Ursachen prüfen lassen.

Wenn dein Hund an der Hand kratzt, ist das kein Grund zum Schimpfen. Er hat nur verstanden, dass Pfoten irgendwie eine Rolle spielen, aber noch nicht, welche Bewegung du möchtest. Belohne dann nur kurze, kontrollierte Berührungen und beende die Einheit lieber früh.

Typische Fehler beim High-Five-Training

Die meisten Hänger entstehen durch kleine Ungenauigkeiten. Diese Fehler kommen besonders häufig vor:

  • Der Marker kommt zu spät und belohnt das Absetzen der Pfote.
  • Die Hand wird zu hoch gehalten, sodass der Hund aufsteht oder kippt.
  • Das Futter bleibt zu lange in der Zielhand, statt später aus der anderen Hand zu kommen.
  • Das Signal wird eingeführt, bevor die Bewegung verstanden ist.
  • Die Trainingseinheit dauert zu lange und der Hund wird unkonzentriert.
  • Der Hund wird an der Pfote geführt, statt die Bewegung selbst anzubieten.

Zwei bis drei Minuten reichen für den Anfang völlig. Lieber mehrere kurze Einheiten über den Tag verteilt als eine lange Runde, in der dein Hund am Ende nur noch rät oder hektisch wird.

Wann High Five nicht der passende Trick ist

High Five wirkt harmlos, verlangt aber Koordination. Der Hund sitzt, hebt eine Vorderpfote, stabilisiert sein Gewicht und berührt deine Hand. Für gesunde Hunde ist das meist kein Problem. Für Hunde mit Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen kann es unangenehm sein.

Trainiere den Trick nicht, wenn dein Hund beim Sitzen unruhig wirkt, eine Vorderpfote entlastet, nach dem Training lahmt oder Berührungen an Schulter, Ellenbogen oder Pfote meidet. Bei älteren Hunden, sehr jungen Hunden oder Hunden mit bekannten Gelenkproblemen passt vielleicht ein anderer Trick besser, etwa ein Nasentarget an deiner Hand.

Die American Veterinary Society of Animal Behavior, eine US-Fachgesellschaft für veterinärmedizinische Verhaltensmedizin, empfiehlt belohnungsbasierte Trainingsmethoden als Standard im Hundetraining und spricht sich gegen aversive Methoden aus.[3] Für diesen kleinen Trick bedeutet das: kein Ziehen, kein Festhalten, kein Druck. Dein Hund soll verstehen und freiwillig mitmachen.

Aus einem Pfotentipp wird ein klares High Five

High Five ist ein schöner Trick, weil du sehr schnell siehst, ob dein Timing stimmt. Markierst du die Berührung genau, wird dein Hund die Pfote immer gezielter einsetzen. Markierst du zu spät, wird die Bewegung unklar.

Starte mit einer geschlossenen Hand, belohne den ersten Pfotenkontakt, öffne die Hand schrittweise und führe das Wortsignal erst ein, wenn die Bewegung sitzt. Halte die Einheiten kurz und die Hand so, dass dein Hund stabil sitzen kann. Dann wird aus dem ersten vorsichtigen Pfotentipp nach und nach ein freundliches High Five, ohne Pfotenchaos.

Quellen

  1. Verband Österreichischer HundeverhaltenstrainerInnen (VÖHT): Gutes Verhalten stark machen (abgerufen am 15.06.2026)
  2. Deutscher Tierschutzbund: Umgang mit dem Hund – Erziehung, Training und Ausbildung (PDF, abgerufen am 15.06.2026)
  3. American Veterinary Society of Animal Behavior: Position Statement on Humane Dog Training (PDF, abgerufen am 15.06.2026)

FAQs zum Thema Hund High Five beibringen

Wie bringe ich meinem Hund High Five bei?

Starte mit einer geschlossenen Hand und belohne den Moment, in dem dein Hund sie mit der Pfote berührt. Danach öffnest du die Hand schrittweise, belohnst aus der anderen Hand und führst das Signal „High Five“ erst ein, wenn die Bewegung zuverlässig kommt.

Was mache ich, wenn mein Hund nur an der Hand schnüffelt?

Bleib kurz ruhig und warte, ob er eine andere Idee anbietet. Kommt keine Pfote, mach die Aufgabe leichter oder nutze ein bekanntes Pfötchen-Signal als Einstieg. Belohne keinen Nasenkontakt, wenn du die Pfote trainieren möchtest.

Wann führe ich das Kommando High Five ein?

Das Signal kommt dazu, wenn dein Hund die Pfotenbewegung schon regelmäßig zeigt. Sag „High Five“ kurz bevor die Pfote zur Hand geht. Danach markierst du die Berührung und belohnst.

Warum kratzt mein Hund beim High Five an meiner Hand?

Dann ist er wahrscheinlich aufgeregt oder hat noch nicht verstanden, dass nur eine kurze Berührung gefragt ist. Halte die Hand tiefer, belohne schnell ruhige Kontakte und beende die Einheit, bevor dein Hund hektisch wird.

Sollte der Hund High Five im Sitzen oder Stehen lernen?

Für den Anfang ist Sitzen meist besser, weil der Hund stabiler ist und leichter eine Vorderpfote anheben kann. Im Stehen braucht der Trick mehr Balance und Körperkontrolle.

Ist High Five für jeden Hund geeignet?

Nicht unbedingt. Hunde mit Schmerzen, Lahmheit, Schulter-, Ellenbogen- oder Pfotenproblemen sollten den Trick nicht einfach trainieren. Wenn dein Hund unsicher oder körperlich auffällig reagiert, wähle lieber eine leichtere Übung oder kläre es fachlich ab.

Verfasst von

Robert Hendrichs

Technik-Freak und Hunde-Urgestein in Personalunion: Robert liefert dir ehrliche Ratgeber für ein smartes Zuhause ebenso wie profunde Praxistipps aus 25 Jahren Leben mit Vierbeinern.

Zum vollständigen Autorenprofil →

Schreibe einen Kommentar