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Fell an den Ballen

Pfoten trimmen beim Hund: nur außen kürzen

Wenn Fell deutlich über die Ballen hinausragt, darfst du die Pfoten beim Hund trimmen. Tief zwischen den Ballen zu schneiden, ist dagegen keine gute Standardroutine. Der Deutsche Tierschutzbund unterscheidet genau an dieser Stelle: Über die Pfotenballen hinauswachsendes Haar kann kurzgehalten werden, die Haare zwischen den Ballen sollen als Schutz stehen bleiben.[1]

Siehst du Rötungen, Schwellungen, nässende Stellen, Knoten oder reagiert dein Hund schmerzhaft auf Berührung, wird nicht weitergetrimmt. Solche Veränderungen gehören tierärztlich abgeklärt.

Welche Pfotenhaare du kürzen kannst

Bei manchen Hunden bleibt das Fell rund um die Pfote kurz. Bei langhaarigen Rassen oder einzelnen Tieren wächst es dagegen über die Lauffläche hinaus. Dann kann es Schnee, Streusalz und Schmutz leichter festhalten. Vor allem im Winter ist ein vorsichtiges Kürzen der überstehenden Haare sinnvoll.

Als einfache Grenze hilft die Ebene der Ballen: Alles, was deutlich über die Lauffläche hinausragt, kannst du vorsichtig zurücknehmen. Du musst die Pfote dafür nicht „freirasieren“. Die Zwischenräume der Zehen und Ballen sind empfindlich und haben eine Schutzfunktion.

Zwischen den Ballen gilt Zurückhaltung

Im Netz findet man oft Anleitungen, in denen ein schmaler Trimmer tief durch die Zwischenräume geführt wird. Für die Pflege zu Hause würde ich das nicht als Standard übernehmen. Der Deutsche Tierschutzbund formuliert seine Winterempfehlung deutlich und warnt davor, die Haare zwischen den Ballen wegzuschneiden.[1]

Das heißt nicht, dass niemals ein Haar in diesem Bereich gekürzt werden darf. Stark verfilztes Fell, medizinische Gründe oder eine spezielle Fellstruktur können eine individuelle Pflege nötig machen. Dann ist ein Hundefriseur oder eine Tierarztpraxis die bessere Adresse als ein tiefer Schnitt auf Verdacht.

So gehst du beim Pfoten trimmen vor

Für ein ruhiges Ergebnis brauchst du keinen großen Pflegeaufbau. Wichtig sind gutes Licht, ein Hund, der die Berührung an den Pfoten toleriert, und ein Werkzeug, das du kontrollieren kannst.

Diese Reihenfolge hält den Schnitt überschaubar:

  1. Pfote von Schmutz befreien und vollständig trocknen lassen.
  2. Ballen und Zehenzwischenräume anschauen. Fremdkörper, Rötungen oder Verletzungen zuerst abklären.
  3. Überstehendes Fell mit den Fingern beziehungsweise einem Kamm sichtbar machen.
  4. Nur die Spitzen kürzen, die über die Ballenebene hinausragen. Mit einer Schere arbeitest du parallel zur Pfote und nie mit der Spitze in Richtung Haut.
  5. Nach wenigen Schnitten wieder absetzen und kontrollieren. Eine Pfote muss nicht in einer Sitzung perfekt aussehen.

Bei einer Schere sind abgerundete Spitzen für diesen Bereich sinnvoller als eine spitze Bastel- oder Haushaltsschere. Ein kleiner Trimmer kann für äußere, überstehende Haare praktisch sein, gehört aber nicht blind in tiefe Zehenzwischenräume.

Wenn dein Hund die Pfote nicht stillhält

Zappeln ist kein Grund, die Pfote fester zu fixieren und schnell fertig zu werden. Genau dann steigt das Risiko, Hautfalten oder Ballen zu erwischen. Gewöhne den Hund schrittweise an Berührung, Werkzeug und Geräusch. Eine kurze Einheit mit zwei oder drei Schnitten ist besser als ein Kampf um alle vier Pfoten.

Zieht dein Hund eine bestimmte Pfote plötzlich weg, obwohl er das sonst nicht macht, prüfe sie auf Schmerzen. AniCura empfiehlt bei Lahmheit ausdrücklich, Ballen, Zwischenzehenbereich und Krallen auf Verletzungen und Fremdkörper zu kontrollieren.[2]

Rötung und ständiges Lecken sind kein Pflegeproblem

Häufiges Lecken oder Knabbern, gerötete Haut, Schwellungen und empfindliche Stellen können zu einer Pfotenentzündung passen. Dahinter können unter anderem Allergien, Fremdkörper, Infektionen oder orthopädische Probleme stecken. Ein Trimmer löst diese Ursachen nicht.[3]

Stoppe die Fellpflege daher bei folgenden Auffälligkeiten:

  • Die Haut zwischen den Zehen ist gerötet, geschwollen oder nässt.
  • Du findest Knoten, Krusten, offene Stellen oder Blut.
  • Der Hund leckt eine Pfote auffällig häufig.
  • Er lahmt oder möchte die Pfote nicht belasten.
  • Ein Fremdkörper sitzt tief oder lässt sich nicht leicht entfernen.

Bei stärkeren Schmerzen, tiefen Wunden oder anhaltenden Beschwerden gehört der Hund in eine Tierarztpraxis.

Pfotenpflege im Winter

Bei Schnee und Streusalz ist der Sinn des Kürzens besonders leicht zu erkennen: Fell, das weit über die Ballen hinausragt, hält Feuchtigkeit und Klümpchen fest. Nach dem Spaziergang solltest du Salz und Streumittel mit warmem Wasser abspülen und die Pfoten kontrollieren.[1]

Wenn du zusätzlich die Krallen kontrollierst, behandle das als eigenes Thema. Haare und Krallen erfüllen unterschiedliche Funktionen. Eine Anleitung zum Krallenschneiden beim Hund ersetzt nicht die Entscheidung, welche Pfotenhaare stehenbleiben sollen.

Die einfache Regel für zu Hause

Beim Pfoten trimmen musst du nicht möglichst viel Fell entfernen. Ziel ist nur, störend überstehende Haare zu kürzen und dabei die empfindlichen Zwischenräume zu respektieren. Bleibt das Fell auf Ballenhöhe, hat dein Hund weiterhin Schutz – und du reduzierst gleichzeitig das Material, an dem Schnee und Schmutz hängenbleiben können.

Quellen

  1. Deutscher Tierschutzbund – Tiere bei Kälte im Winter (abgerufen am 13.10.2026)
  2. AniCura Deutschland – Humpeln beim Hund: Pfoten kontrollieren (abgerufen am 13.10.2026)
  3. AniCura Deutschland – Chronische Pfoten-Probleme (abgerufen am 13.10.2026)
Verfasst von

Robert Hendrichs

Robert schreibt über smarte Technik, praktische Gadgets und das Leben mit Hunden. Dabei verbindet er technische Neugier mit Erfahrungen aus rund 25 Jahren Hundehaltung.

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