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Butter selber machen aus Schlagsahne

Butter selber machen beginnt fast wie Sahneschlagen. Du gibst Schlagsahne in eine Schüssel und schlägst sie länger, als du es für Kuchen tun würdest. Erst wird sie fest, dann körnig, dann trennt sie sich in gelbe Butterflöckchen und helle Buttermilch.

Butter selber machen klappt am einfachsten mit pasteurisierter Schlagsahne, einem Handmixer und kaltem Wasser. Nach dem Schlagen ist die Butter aber noch nicht fertig. Sie muss gewaschen und ausgedrückt werden, damit möglichst wenig Buttermilch darin bleibt.

Was du für selbstgemachte Butter brauchst

Für den ersten Versuch reicht eine kleine Menge Sahne. Mit 250 Millilitern kannst du gut sehen, wie sich die Sahne verändert, ohne gleich eine große Schüssel voll Buttermilch zu haben.

Diese Dinge brauchst du:

  • 250 bis 500 ml pasteurisierte Schlagsahne mit mindestens 30 Prozent Fett
  • Handmixer und eine hohe Schüssel
  • alternativ ein großes Schraubglas für eine kleine Portion
  • feines Sieb oder sauberes Tuch
  • kaltes Wasser
  • saubere Hände, zwei Löffel oder einen Teigschaber
  • optional etwas Salz

Rohmilch oder Rohsahne brauchst du dafür nicht. Für eine einfache Küchenanleitung ist pasteurisierte Schlagsahne aus dem Kühlregal die bessere Wahl. Rohmilch kann krankmachende Keime enthalten; das Bundeszentrum für Ernährung rät bei Rohmilch von Milchtankstellen zum Erhitzen auf mindestens 72 Grad Celsius für 20 bis 30 Sekunden.[1]

Warum aus Sahne Butter wird

Sahne enthält Milchfett. Beim langen Schlagen verbinden sich die Fettanteile nach und nach miteinander. Beim Butterungsvorgang reißen die Hüllen der Fettkügelchen; das Fett ballt sich zusammen. So beschreibt es das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in seiner Warenkunde zu Butter.[2]

In der Schüssel erkennst du das an drei Phasen. Erst entsteht Schlagsahne. Dann wirkt die Masse körnig und etwas unansehnlich. Kurz danach tritt Flüssigkeit aus. Diese Flüssigkeit ist Buttermilch. Die gelben Stückchen sind deine Butter.

Nicht bei steifer Sahne stoppen

Wenn die Sahne fest ist, bist du noch nicht fertig. Für Butter musst du weiterschlagen, bis sich Flüssigkeit absetzt und gelbe Butterflöckchen sichtbar werden.

Butter mit dem Handmixer machen

Der Handmixer ist für den Anfang am angenehmsten, weil du den Wechsel gut beobachten kannst. Nimm eine hohe Schüssel, denn sobald sich Buttermilch löst, kann es spritzen.

Der Ablauf ist schlicht:

  1. Sahne in eine hohe Schüssel geben.
  2. Mit dem Handmixer schlagen, bis normale Schlagsahne entsteht.
  3. Weiter schlagen, bis die Sahne körnig wird.
  4. Sobald Flüssigkeit austritt, langsamer schlagen.
  5. Kurz weitermachen, bis Butterflöckchen und Buttermilch klar getrennt sind.
  6. Die Masse durch ein Sieb gießen und die Buttermilch auffangen.
  7. Butter mit kaltem Wasser waschen.
  8. Butter ausdrücken, formen und kalt stellen.

Wenn du unsicher bist, schalte zwischendurch kurz aus und schau in die Schüssel. Solange alles nur cremig oder steif ist, fehlt noch die Trennung. Sobald helle Flüssigkeit sichtbar wird, bist du nah dran.

Butter waschen und ausdrücken

Nach dem Abgießen steckt noch Buttermilch zwischen den Butterkörnchen. Diese Reste können den Geschmack schneller säuerlich machen. Darum wird die Butter mit kaltem Wasser gewaschen.

Gib kaltes Wasser zur Butter, drücke sie vorsichtig zusammen und gieße das trübe Wasser ab. Wiederhole das, bis das Wasser deutlich klarer bleibt. Danach drückst du so viel Flüssigkeit wie möglich heraus.

Das geht mit sauberen Händen, zwei Löffeln oder einem Teigschaber. Eine perfekt trockene Butter wie aus der Molkerei bekommst du zu Hause nicht. Das ist auch nicht nötig. Je weniger Buttermilch in der Butter bleibt, desto angenehmer schmeckt sie in den nächsten Tagen.

Butter im Schraubglas machen

Für eine kleine Portion kannst du Butter auch im Schraubglas machen. Das dauert länger, ist aber sehr anschaulich. Füll ein sauberes Glas höchstens zur Hälfte mit Sahne, schraub es fest zu und schüttle.

Zuerst hörst du die Sahne im Glas. Dann wird sie dick, und eine Zeit lang passiert scheinbar wenig. Wenn du weiter schüttelst, trennt sich die Masse plötzlich wieder. Du hörst Flüssigkeit, und im Glas schwimmen gelbe Butterstückchen.

Dann gießt du alles durch ein Sieb, wäschst die Butter kalt und drückst sie aus. Für Kinder ist das ein schönes Küchenexperiment. Für größere Mengen ist der Handmixer deutlich bequemer.

Wenn die Butter nicht kommt

Meist liegt es nicht an dir, wenn die Sahne erst einmal nicht trennt. Häufig wurde nur zu früh aufgehört, die Sahne war sehr kalt oder der Fettgehalt war niedrig.

Diese Pannen lassen sich gut erkennen:

  • Die Sahne ist nur steif: weiter schlagen, bis sie körnig wird.
  • Die Masse bleibt sehr weich: Sahne etwas weniger kalt verarbeiten und auf mindestens 30 Prozent Fett achten.
  • Es spritzt plötzlich: die Buttermilch tritt aus, also langsamer weiterschlagen.
  • Die Butter bleibt nass: noch einmal kalt waschen und gründlicher ausdrücken.
  • Die Butter schmeckt schnell säuerlich: beim nächsten Mal besser waschen und früher verbrauchen.

Die häufigste Stelle ist der Wechsel von schöner Schlagsahne zu körniger Masse. Genau da nicht aufhören. Das ist kein Fehler, sondern der Weg zur Butter.

Salz und Kräuter erst nach dem Waschen

Wenn du die Butter salzen möchtest, mach das erst nach dem Waschen und Ausdrücken. Dann bleibt das Salz in der Butter und wird nicht mit dem Waschwasser wieder herausgelöst.

Für den Anfang reicht eine kleine Prise. Ungesalzene Butter ist flexibler, weil du sie auch zum Backen oder für süße Aufstriche nutzen kannst. Gesalzene Butter passt gut zu Brot, Pellkartoffeln, Radieschen oder gegrilltem Gemüse.

Für kleine Varianten kannst du diese Zutaten einkneten:

  • Schnittlauch, Petersilie oder Dill
  • wenig fein geriebenen Knoblauch
  • Zitronenabrieb
  • groben Pfeffer
  • etwas Honig

Frische Kräuter müssen sehr gut trocken sein. Zusätzliche Feuchtigkeit macht die Butter weicher und verkürzt die Frische.

Was aus der Buttermilch wird

Die Flüssigkeit aus der Schüssel kannst du auffangen. Wenn du Süßrahm-Schlagsahne verwendest, schmeckt diese Buttermilch eher mild. Sie ist nicht automatisch so säuerlich wie Buttermilch aus dem Kühlregal.

Die Verbraucherzentrale Bayern unterscheidet bei gekaufter Ware zwischen Buttermilch und reiner Buttermilch. Bei einfacher Buttermilch dürfen Wasser und Magermilch zugesetzt werden; reine Buttermilch kommt ohne solche Zusätze aus.[3] Deine frische Buttermilch aus der Schüssel ist einfach das Nebenprodukt deiner Butter.

Du kannst sie für Pfannkuchen, Waffeln, Muffins, Brötchenteig, Brot oder Dressings verwenden. Stell sie direkt in den Kühlschrank und verbrauche sie zeitnah. Wenn sie unangenehm riecht, flockig wirkt oder lange warm stand, kommt sie weg.

Wie lange selbstgemachte Butter hält

Selbstgemachte Butter gehört in eine saubere Dose in den Kühlschrank. Nimm zum Entnehmen ein sauberes Messer. Krümel, Marmelade oder Kräuterreste in der Butter verkürzen die Frische.

Verbrauche sie am besten innerhalb weniger Tage. Sie ist nicht so berechenbar wie Butter aus industrieller Herstellung, weil du sie zu Hause von Hand wäschst und ausdrückst. Wenn sie ranzig, bitter, muffig oder ungewöhnlich säuerlich riecht, isst du sie nicht mehr.

Größere Mengen kannst du portionsweise einfrieren. Wickel die Butter gut ein oder gib sie in eine kleine Gefrierdose, damit sie keine Fremdgerüche annimmt. Auftauen lässt du sie im Kühlschrank.

Kann man Butter aus Milch machen?

Aus normaler Trinkmilch lohnt sich Butter zu Hause nicht. Der Fettgehalt ist zu niedrig. Butter entsteht aus Rahm beziehungsweise Sahne. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nennt Butter als Produkt aus Milch, Sahne oder Molkensahne; für die Küche ist Schlagsahne der einfache Weg.[2]

Mit Milch würdest du vor allem viel Flüssigkeit bewegen und sehr wenig Fett gewinnen. Nimm Schlagsahne, dann siehst du das Ergebnis schnell und bekommst eine brauchbare Portion.

Selbstgemachte Butter bleibt Butter

Selbstgemachte Butter kann frischer und sahniger schmecken als gekaufte. Ernährungsphysiologisch ist sie aber kein anderes Lebensmittel. Butter hat nach der Warenkunde des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mindestens 80 Prozent und weniger als 90 Prozent Milchfett; der Wassergehalt liegt bei höchstens 16 Prozent.[4]

Der Reiz liegt eher im Selbermachen: Du nimmst die Sahne, die du magst, wäschst die Butter selbst, salzt nach Geschmack und kannst kleine Portionen Kräuterbutter machen. Mehr muss der Text daraus auch nicht machen.

Die einfache Regel für den ersten Versuch

Nimm pasteurisierte Schlagsahne, schlag sie länger als für Kuchen und warte auf die Trennung. Erst wenn Butterflöckchen und Buttermilch klar zu sehen sind, bist du weit genug. Danach kalt waschen, gründlich ausdrücken und kühlen.

Mehr braucht es für die erste selbstgemachte Butter nicht. Kein Spezialgerät, keine Rohmilch, keine große Küchenaktion. Nur Sahne, ein Mixer und der kurze Moment, in dem du trotz körniger Sahne weitermachst.

Quellen

  1. Bundeszentrum für Ernährung: Rohmilch – besser mit Vorsicht genießen (abgerufen am 01.07.2026)
  2. Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Butter – Herstellung und Warenkunde (abgerufen am 01.07.2026)
  3. Verbraucherzentrale Bayern: Was unterscheidet Buttermilch von reiner Buttermilch? (abgerufen am 01.07.2026)
  4. Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Produktvielfalt von Butter und Qualitätsstufen (abgerufen am 01.07.2026)

Stand: · Inhalte werden bei Bedarf aktualisiert.

FAQs zum Thema Butter selber machen

Welche Sahne brauche ich, um Butter selber zu machen?

Nimm pasteurisierte Schlagsahne mit mindestens 30 Prozent Fett. Damit trennt sich das Butterfett gut von der Buttermilch. Rohsahne brauchst du für die normale Küche nicht.

Wie lange dauert es, bis aus Sahne Butter wird?

Mit dem Handmixer dauert es meist nur einige Minuten. Im Schraubglas dauert es länger. Fertig bist du, wenn sich gelbe Butterflöckchen sichtbar von heller Buttermilch getrennt haben.

Warum wird meine Sahne nicht zu Butter?

Meist wurde zu früh aufgehört. Sahne wird erst steif, dann körnig, dann trennt sie sich. Auch sehr kalte Sahne oder Sahne mit niedrigem Fettgehalt kann länger brauchen.

Warum muss selbstgemachte Butter gewaschen werden?

Zwischen den Butterkörnchen steckt nach dem Abgießen noch Buttermilch. Diese Reste können den Geschmack schneller verändern. Kaltes Waschen entfernt einen Teil davon.

Kann ich Butter aus Milch selber machen?

Aus normaler Trinkmilch lohnt sich das zu Hause nicht, weil der Fettgehalt zu niedrig ist. Butter entsteht aus Rahm beziehungsweise Sahne. Mit Schlagsahne bekommst du deutlich mehr Butter.

Wie lange hält selbstgemachte Butter?

Lagere sie gut verschlossen im Kühlschrank und verbrauche sie innerhalb weniger Tage. Sauberes Arbeiten, kaltes Waschen und ein sauberes Messer beim Entnehmen halten sie länger frisch.

Verfasst von

Maria Schmidt

Maria schreibt über Ordnung, Reinigung und praktische Ideen für die Küche. Besonders gern probiert sie Rezepte aus der Heißluftfritteuse aus und entdeckt immer wieder neue kreative Projekte und Hobbys.

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