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Löwenzahnhonig aus frischen Blüten selber machen

Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen die Wiesen in ein leuchtendes Gelb tauchen, juckt es mich direkt in den Fingern. Klar, für viele Gärtner sieht Löwenzahn oft nur nach hartnäckigem Unkraut aus. Aber wusstest du, dass schon ein kleiner Korb voller Blüten reicht, um ein echtes Frühlings-Highlight für den Frühstückstisch zu zaubern? Für einen süßen Löwenzahnsirup musst du beim Sammeln und Einkochen nur ein paar kleine Dinge richtig machen – sonst wird er schnell bitter oder bleibt dünn wie Tee. Mit ein paar einfachen Tricks wird dieser selbstgemachte Blütensirup nämlich zur perfekten (und veganen!) Alternative zu Bienenhonig.

Was Löwenzahnhonig eigentlich ist

Löwenzahnhonig ist kein echter Honig, sondern ein dickflüssiger, süßer Blütensirup aus Löwenzahnblüten, Wasser, Zucker und Zitrone. Rein rechtlich darf nur das von Honigbienen erzeugte Naturprodukt als Honig bezeichnet werden.[1] Für den Hausgebrauch hat sich der Begriff für diese vegane Alternative aber fest etabliert.

Beim Sammeln merkt man schnell, wie sehr diese gelben Blüten nach Frühling aussehen. Zu Hause riecht die Küche dann nach einer Mischung aus Sommerwiese und süßem Zitronentee.

Welche Löwenzahnblüten du sammeln solltest

Sammle für den Sirup nur vollständig geöffnete, trockene Löwenzahnblüten an sonnigen Vormittagen. Meide Straßenränder mit Abgasen, stark gedüngte Felder und beliebte Hundewiesen. Pflücke immer nur einen Teil der Blüten einer Wiese, damit für Bienen und andere Insekten noch ausreichend Nektar übrig bleibt.

Hände pflücken vorsichtig Löwenzahnblüten von einer Wiese und legen sie in einen Stoffbeutel.
Sammle nur vollständig geöffnete, trockene Löwenzahnblüten an sonnigen Vormittagen und achte auf eine saubere Umgebung.

Geduld ist eine Tugend! Man will schnell fertig werden und reißt alles ab, was gelb leuchtet. Nimm dir lieber Zeit. Die Blütenkörbe schließen sich bei Feuchtigkeit sofort. Warte also, bis der Morgentau verdunstet ist. Die gelben Blätter fühlen sich dann herrlich flauschig an und lassen sich später viel leichter vom bitteren Grün zupfen. Ein Stoffbeutel oder ein luftiger Korb eignen sich zum Löwenzahnblüten sammeln viel besser als eine Plastiktüte, in der die Pflanzen schnell schwitzen.

Warum Löwenzahnhonig bitter werden kann

Löwenzahnhonig wird bitter, wenn zu viele grüne Kelchblätter an den Blüten bleiben, der Sud zu lange zieht oder beim Einkochen ankocht. Auch falsch bestimmte, ähnlich aussehende Pflanzen oder zu starkes Auspressen der Blütenmasse drücken ungewollte Bitterstoffe in den fertigen Sirup.

Hände zupfen vorsichtig die gelben Blütenblätter von Löwenzahnblüten in eine Schüssel, um grüne Teile zu vermeiden.
Zupfe nur die gelben Blütenblätter heraus, um Bitterstoffe im Löwenzahnhonig zu vermeiden.

Bei meinem allerersten Versuch habe ich einfach die kompletten Blütenköpfe samt Stielansatz in den Topf geworfen. Das Ergebnis schmeckte wie herbe Medizin. Mach dir die Mühe und zupfe wirklich nur die feinen gelben Härchen heraus. Ein paar winzige grüne Schnipsel ruinieren den Sirup nicht. Aber je ordentlicher du arbeitest, desto feiner wird der Geschmack. Wenn dein Löwenzahnhonig bitter schmeckt, liegt das fast immer am Grünzeug.

Löwenzahnhonig selber machen: Zutaten und Mengen

Für etwa drei bis vier Gläser benötigst du ungefähr 200 bis 250 Gramm frische Löwenzahnblüten beziehungsweise eine große Schüssel voll Blütenköpfe, einen Liter Wasser, ein Kilogramm Zucker und eine unbehandelte Bio-Zitrone. Die Zitrone bringt Frische in den Topf und kann dabei helfen, die Süße auszubalancieren. Die dickflüssige Konsistenz entsteht vor allem dadurch, dass beim Einkochen Wasser verdampft.

Die Zutaten für Löwenzahnhonig: gezupfte Blüten, Wasser, Zucker und eine Bio-Zitrone, auf einer Holzarbeitsplatte arrangiert.
Für den Löwenzahnhonig benötigst du gezupfte Blüten, Wasser, Zucker und eine unbehandelte Bio-Zitrone.

Ich greife am liebsten zu ganz normalem Haushaltszucker. Gelierzucker verlockt zwar, weil es schneller geht, erzeugt aber oft eine zu geleeartige, stichfeste Struktur. Wir wollen ja einen fließenden Sirup, der sich wie echter Honig verhält.

So kochst du Löwenzahnhonig Schritt für Schritt

Koche die gezupften Blüten mit Wasser und Zitronenscheiben auf und lass den Sud über Nacht ziehen. Am nächsten Tag seihst du die Flüssigkeit ab, gibst den Zucker hinzu und lässt alles bei niedriger Hitze langsam einköcheln, bis die Masse eine sirupartige Konsistenz erreicht.

In 4 Schritten zum Blütensirup

  1. Koche die gelben Blütenblätter zusammen mit dem Wasser und der in Scheiben geschnittenen Zitrone etwa fünfzehn Minuten lang auf.
  2. Nimm den Topf vom Herd, lege einen Deckel auf und lass den Sud für mindestens zwölf Stunden bei Zimmertemperatur ruhen.
  3. Gieße die Mischung durch ein feines Baumwolltuch ab und drücke die Blütenmasse nur ganz leicht aus, damit möglichst wenig Bitterstoffe und Trübstoffe in den Sud gelangen.
  4. Rühre den Zucker in die aufgefangene Flüssigkeit ein und lasse alles auf kleinster Flamme etwa ein bis zwei Stunden sanft reduzieren.

Löwenzahnsirup selber machen erfordert am Ende etwas Aufmerksamkeit. Das leise, klebrige Blubbern im Topf verrät dir, dass sich das Wasser langsam verabschiedet. Lass die Masse auf keinen Fall sprudelnd kochen, sonst karamellisiert der Zucker zu dunkel und der Geschmack kippt ins Röstige.

Gelierprobe: Wann der Löwenzahnhonig fertig ist

Die Gelierprobe zeigt dir, ob der Löwenzahnhonig die richtige Konsistenz erreicht hat. Gib dafür einen Teelöffel des heißen Sirups auf einen kalten Teller. Wenn die Tropfen nach kurzer Abkühlzeit zähflüssig werden und beim Neigen des Tellers kaum noch verlaufen, ist er fertig.

Drei Gläser mit selbstgemachtem, goldgelbem Löwenzahnhonig stehen auf einer Holzarbeitsplatte.
Der selbstgemachte Löwenzahnhonig ist eine süße, vegane Alternative zu Bienenhonig.

Das ist der wichtigste Moment in der Küche. Nimm den Topf für diesen Test am besten kurz von der heißen Platte. Wenn du die Masse zu früh abfüllst, hast du am Ende eher süßes Wasser. Kochst du ihn zu lange, härtet der Zucker im Glas später zu einem steinharten Klumpen aus. Die Löwenzahnhonig Gelierprobe verhindert, dass dein Sirup zu flüssig oder unbrauchbar hart wird.

Was tun, wenn Löwenzahnhonig zu flüssig bleibt?

Wenn Löwenzahnhonig nicht fest wird und nach dem Erkalten im Glas zu flüssig bleibt, kannst du ihn noch einmal einkochen. Gieße den dünnen Sirup dafür zurück in einen sauberen Topf und erhitze ihn langsam bei niedriger bis mittlerer Temperatur. Dabei verdampft weiteres Wasser, wodurch der Löwenzahnhonig nach und nach dickflüssiger wird.

Wenn du möchtest, kannst du beim zweiten Einkochen noch einen kleinen Schuss Zitronensaft dazugeben, damit die Süße frischer wirkt. Entscheidend ist aber vor allem die zusätzliche Einkochzeit. Prüfe die Konsistenz anschließend wieder mit der Gelierprobe auf einem kalten Teller.

Wie lange ist Löwenzahnhonig haltbar?

Selbstgemachter Löwenzahnhonig ist dunkel und kühl gelagert etwa ein Jahr lang haltbar. Die Seite „Ernährungsvorsorge“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung nennt Zuckern ausdrücklich als Methode, bei der Zuckerzusatz, Hitze und Wasserentzug das Wachstum von Mikroorganismen hemmen; für Fruchtsirup wird dort eine Haltbarkeit von einigen Monaten bis zu einem Jahr genannt.[2] Zusätzlich erklärt das BZfE, dass Sorgfalt und Hygiene beim Einkochen wichtig sind und Gläser, Flaschen und Dichtungen heil und sehr sauber sein müssen.[3] Nach dem Öffnen gehört das Glas aber auf jeden Fall in den Kühlschrank.

Der hohe Zuckeranteil konserviert auf natürliche Weise. Wichtig ist aber, dass du den heißen Sirup in absolut saubere, sterilisierte Gläser füllst. Ich übergieße meine Einmachgläser und die Deckel kurz vorher immer großzügig mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher. Sobald du den Löwenzahnhonig anbrichst, solltest du ihn innerhalb weniger Wochen verbrauchen.

Wofür du Löwenzahnhonig verwenden kannst

Löwenzahnhonig eignet sich hervorragend als süßer Brotaufstrich, zum Verfeinern von Kräutertees oder als Topping für Pfannkuchen und Waffeln. In der herzhaften Küche gibt der Blütensirup hellen Salatdressings, asiatischen Marinaden oder gebackenem Ofengemüse eine angenehm milde, blumige Süße, die sich gut mit Senf verträgt.

Bei uns auf dem Frühstückstisch ist der goldene Sirup im Mai der absolute Hit. Er fließt sanft vom Löffel und hat diese leichte Karamellnote, die wunderbar zu Porridge, Pfannkuchen, Waffeln oder einem pflanzlichen Naturdessert passt. Ein kleiner Vorrat im Schrank bringt dir den Frühling auch an grauen Herbsttagen direkt zurück auf den Teller.

Quellen

  1. Honigverordnung, Anlage 1: Begriffsbestimmungen und Bezeichnungen (Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 29.04.2026)
  2. So können Lebensmittel haltbar gemacht werden (Ernährungsvorsorge / Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, abgerufen am 29.04.2026)
  3. Haltbarkeit von Lebensmitteln (Bundeszentrum für Ernährung, abgerufen am 29.04.2026)

Stand: · Inhalte werden bei Bedarf aktualisiert.

FAQs zum Thema Löwenzahnhonig selber machen

Wie oft sollte ich den Sirup während des Einkochens umrühren?

Rühre den Sirup während der langen Einkochzeit nur gelegentlich um. Ein ständiges Rühren ist bei niedriger Hitze nicht nötig und kühlt die Masse nur unnötig ab. Achte lediglich gegen Ende der Kochzeit darauf, dass sich der karamellisierende Zucker nicht am Topfboden absetzt.

Was hilft gegen zu festen Löwenzahnhonig im Glas?

Wenn der Sirup im Glas zu einem harten Bonbon erstarrt ist, stellst du das offene Glas einfach in ein warmes Wasserbad. Durch die sanfte Hitze wird die Masse wieder weich und streichfähig. Für die Zukunft solltest du die Kochzeit beim nächsten Ansatz etwas verkürzen.

Darf ich Löwenzahnhonig mit Gelierzucker kochen?

Du kannst Gelierzucker verwenden, allerdings verändert sich dadurch die Konsistenz massiv. Der Sirup wird dann eher zu einem stichfesten Gelee als zu einem fließenden Honig-Ersatz. Für das klassische, dickflüssige Erlebnis auf dem Brot oder im Tee ist normaler Haushaltszucker die deutlich bessere Wahl.

Wann ist die beste Zeit, um Löwenzahnblüten zu sammeln?

Sammle die Blüten am besten an einem trockenen, sonnigen Vormittag zwischen Ende April und Mitte Mai. Zu dieser Zeit sind die Blütenkörbe vollständig geöffnet und enthalten besonders viel aromatischen Blütenstaub. Nach einem Regenschauer solltest du mindestens einen halben trockenen Tag abwarten.

Kann ich die Löwenzahnblüten vor dem Kochen waschen?

Wasche die Blütenblätter besser nicht. Durch das Wasser spülst du den wertvollen Blütenstaub weg, der für den typischen Geschmack und die leuchtend gelbe Farbe verantwortlich ist. Breite die gezupften Blüten stattdessen für eine Stunde auf einem hellen Tuch aus, damit kleine Käfer von selbst flüchten können.

Verfasst von

Maria Schmidt

Findet beim Putzen ihr Zen und in der Heißluftfritteuse die perfekte Abkürzung zum Genuss. Sobald alles blitzt, stürzt sich Maria auf ihr neuestes Hobby - sie zeigt dir, wie Ordnung den Kopf frei für kreative Abenteuer macht.

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