Skin Scrubber sehen in Videos oft beeindruckender aus, als sie im Badezimmer tatsächlich sind. Wasser spritzt am Metallspatel entlang, auf der Oberfläche sammeln sich Rückstände und die Haut soll danach deutlich reiner wirken. Ich wollte wissen, was davon beim ANLAN Skin Scrubber nach mehreren Wochen Nutzung übrig bleibt.
Mein Ergebnis: An Nase und Kinn mochte ich den Reinigungsmodus tatsächlich. Die Haut fühlte sich direkt danach glatter an und am Spatel blieben sichtbar trübe Rückstände zurück. Einen dauerhaften Effekt auf Mitesser oder Poren konnte ich aber nicht feststellen. Die zusätzlichen Modi für Pflege und EMS haben mich ebenfalls nicht überzeugt.
Was bringt ein Skin Scrubber überhaupt?
Ein Skin Scrubber ist ein kleines Gesichtspflegegerät mit einem flachen Metallspatel. Beim ANLAN wird dieser für den Reinigungsmodus über angefeuchtete Haut geführt. Zusätzlich bietet mein Testgerät Ionen-Export, Ionen-Import und EMS.
Die Bezeichnungen klingen nach einer ziemlich umfangreichen Beauty-Behandlung. Im Test zeigte sich für mich aber schnell, dass nicht alle Funktionen gleich interessant sind. Der eigentliche Reinigungsmodus blieb der Teil, den ich auch nach den ersten Versuchen weiter benutzt habe.
Wichtig ist dabei: Der sichtbare Wassernebel am Spatel beweist nicht, dass Poren tief gereinigt oder Mitesser vollständig entfernt werden. Für meinen Skin Scrubber Test war deshalb entscheidender, wie sich meine Haut danach anfühlte und ob ich bei wiederholter Nutzung einen Unterschied feststellen konnte.
Was ich beim ANLAN Skin Scrubber getestet habe
Ich habe den Scrubber mehrere Wochen in meine Gesichtspflege eingebaut. Am häufigsten kam er an Nase und Kinn zum Einsatz, weil dort bei mir am ehesten sichtbare Unreinheiten beziehungsweise verstopft wirkende Poren auffallen. Zusätzlich habe ich die Modi zum Einarbeiten von Pflegeprodukten sowie EMS ausprobiert.
| Testpunkt | Mein Eindruck |
|---|---|
| Reinigung an Nase und Kinn | Am Spatel blieben trübe Rückstände zurück und die Haut fühlte sich unmittelbar danach glatter an. |
| Anwendung an den Wangen | Mit zu viel Druck reagierte meine Haut deutlich gerötet. |
| Ionen-Import | Für mich kein erkennbarer Unterschied zum normalen Auftragen eines Serums. |
| EMS-Modus | Ein Kribbeln war spürbar, einen sichtbaren Straffungseffekt konnte ich nicht feststellen. |
| Silikonaufsätze | Für mich eher fummelig und im weiteren Test nicht nötig. |
| Handhabung und Akku | Leicht zu bedienen und bei meiner Nutzung kein auffällig hoher Ladebedarf. |
So habe ich den Skin Scrubber angewendet
Die Anwendung ist nicht kompliziert, allerdings muss die Haut feucht bleiben. Auch die Bedienungsanleitung sieht für die Ultraschallanwendung ausdrücklich angefeuchtete Haut vor und warnt davor, den Scrubber trocken zu verwenden.[1]
Mein Ablauf sah so aus:
- Gesicht wie gewohnt reinigen und die Haut gut anfeuchten.
- Den Reinigungsmodus einschalten und den Spatel flach in einem leichten Winkel ansetzen.
- Mit sehr wenig Druck langsam über Nase und Kinn führen.
- Die Haut erneut befeuchten, sobald der Spatel nicht mehr leicht gleitet.
- Den Spatel anschließend abwischen und das Gerät trocken aufbewahren.
Auf trockener Haut fand ich die Anwendung unangenehm. Der Spatel gleitet schlechter und man neigt leichter dazu, mehr Druck auszuüben. Genau das würde ich nach meinem ersten Versuch vermeiden.
An Nase und Kinn hat mich der Reinigungsmodus überzeugt
Der interessanteste Effekt zeigte sich bei mir rund um Nase und Kinn. Während der Anwendung sammelte sich am Metallspatel eine leicht trübe Flüssigkeit. Sichtbar war also, dass Rückstände am Spatel hängen blieben.
Was genau darin steckt, kann ich natürlich nicht beurteilen. Ich würde daraus deshalb auch nicht ableiten, dass der Scrubber sämtliche Mitesser entfernt oder Poren regelrecht leerzieht.
Was ich dagegen beurteilen kann: Die behandelten Stellen fühlten sich unmittelbar danach glatter an. Gerade an der Nase mochte ich diesen Effekt. Die Hautoberfläche wirkte ebenmäßiger, ohne dass ich danach noch ein zusätzliches Peeling verwendet habe.
Der Unterschied war bei mir allerdings vor allem direkt nach der Anwendung bemerkbar. Ein dauerhaft verändertes Hautbild oder sichtbar kleinere Poren habe ich während meines Tests nicht festgestellt.
Deshalb benutze ich den ANLAN inzwischen gezielt an Nase und Kinn und nicht als großflächige Behandlung des gesamten Gesichts. Bei mir reicht ungefähr eine Anwendung pro Woche völlig aus.
Zu viel Druck war bei mir sofort zu viel
Beim ersten Versuch an den Wangen war ich etwas zu motiviert und habe den Metallspatel stärker aufgedrückt. Das Ergebnis war keine bessere Reinigung, sondern deutlich gerötete und gereizte Haut.
Gerade weil man Unebenheiten oder sichtbare Poren direkt vor sich sieht, verleitet das Gerät dazu, noch einmal kräftiger über dieselbe Stelle zu gehen. Nach meiner Erfahrung ist genau das keine gute Idee. Der Spatel soll über die feuchte Haut gleiten und nicht wie ein Werkzeug zum Abschaben oder Ausdrücken verwendet werden.
Beim Skin Scrubber lieber wenig Druck
Ich verwende den Scrubber nur noch auf gut angefeuchteter Haut und lasse den Metallspatel ohne Kraft über die Oberfläche gleiten. Über gerötete, gereizte, offene oder entzündete Stellen würde ich nicht gehen. Auch die Bedienungsanleitung rät bei Entzündungen, Allergien, Hautreizungen und Ekzemen von der Anwendung ab.[1]
Ionen-Import hat mir keinen erkennbaren Vorteil gebracht
Neben der Reinigung bietet das Gerät einen Ionen-Import-Modus. Dabei soll ein Pflegeprodukt mit der anderen Seite des Spatels in die Haut eingearbeitet werden.
Ich habe diesen Modus mit meiner normalen Pflege ausprobiert, konnte danach aber keinen Unterschied feststellen, der für mich die zusätzliche Anwendung gerechtfertigt hätte. Mein Serum mit den Fingern aufzutragen war schneller und fühlte sich für mich nicht schlechter an.
Nach einigen Versuchen habe ich diesen Modus deshalb praktisch nicht mehr benutzt.
EMS kribbelt – sichtbar straffer wurde meine Haut nicht
Beim EMS-Modus war zumindest spürbar, dass etwas passiert: Auf der Haut entsteht ein leichtes Kribbeln. Einen sichtbaren Lifting- oder Straffungseffekt konnte ich während meines Tests allerdings nicht erkennen.
Das heißt nicht, dass sich jede Haut identisch verhält. Für meine Bewertung zählt aber nur das, was ich selbst beobachten konnte. Und da blieb der EMS-Modus für mich eine Zusatzfunktion, auf die ich problemlos verzichten könnte.
Unterm Strich sehe ich die Stärke des Geräts deshalb klar im Reinigungsmodus. Die zusätzlichen Funktionen wären für mich kein Grund, den ANLAN zu kaufen.
Verarbeitung und Zubehör im Test
Der Skin Scrubber ist leicht und lässt sich gut führen. Der Metallspatel wirkt stabil und die verschiedenen Modi waren nach kurzem Ausprobieren verständlich. Weniger gelungen fand ich die mitgelieferte Anleitung, deren Übersetzung an einigen Stellen etwas sperrig ist.
Die Silikonaufsätze habe ich ebenfalls ausprobiert, danach aber kaum noch verwendet. Sie waren mir zu fummelig und rutschten leichter ab, als ich es bei einer Pflegeanwendung angenehm finde. Der Metallspatel selbst war für mich wesentlich interessanter.
Beim Akku hatte ich während meiner Nutzung nichts zu beanstanden. Ich habe allerdings keine standardisierte Laufzeitmessung durchgeführt. Deshalb würde ich daraus keine bestimmte Zahl an Anwendungen oder Betriebsstunden ableiten.
Feuchte Haut ja, Dusche nein
Etwas irritierend ist zunächst, dass die Haut für die Anwendung feucht sein soll, das Gerät aber nicht einfach unter laufendem Wasser benutzt werden darf.
Laut Bedienungsanleitung ist außer dem Metallspatel nicht das gesamte Gerät wasserdicht. Es soll deshalb nicht an Stellen verwendet oder abgelegt werden, an denen es Wasser ausgesetzt werden kann.[1]
Ich benutze den Scrubber deshalb am Waschbecken: Gesicht anfeuchten, Gerät auf einer trockenen Fläche ablegen und den Spatel anschließend entsprechend der Anleitung reinigen. Unter der Dusche würde ich ihn nicht verwenden.
Für wen lohnt sich ein Skin Scrubber?
Nach meinem Test sehe ich den ANLAN vor allem als kleines Zusatzgerät für Menschen, die an einzelnen Stellen wie Nase oder Kinn gelegentlich ein glatteres Hautgefühl möchten und Spaß an solchen Pflegegeräten haben.
Weniger passend finde ich ihn, wenn du dir davon eine dauerhafte Lösung gegen Mitesser, Akne oder deutlich sichtbare Poren versprichst. Genau diesen Effekt konnte ich bei mir nicht beobachten.
Auch bei bereits gereizter oder entzündeter Haut würde ich nicht einfach anfangen, mit einem Metallspatel darüberzugehen. Und wer schnell dazu neigt, stärker zu drücken, sollte sich bei diesem Gerät bewusst zurückhalten.
Mein Fazit zum ANLAN Skin Scrubber
Nach mehreren Wochen ist mein Urteil ziemlich eindeutig: Der ANLAN Skin Scrubber hat für mich eine Funktion, die ich tatsächlich weiter nutze – die Reinigung an Nase und Kinn. Dort fühlt sich meine Haut direkt nach der Anwendung glatter an, und am Spatel bleiben sichtbare Rückstände zurück.
Mehr würde ich ihm aber auch nicht zuschreiben. Meine Poren haben sich nicht dauerhaft verändert, einen sichtbaren Lifting-Effekt konnte ich nicht erkennen und der Ionen-Import hat meine normale Pflegeroutine nicht verbessert.
Als gezieltes kleines Reinigungsgerät finde ich ihn deshalb okay. Als Beauty-Allrounder mit mehreren überzeugenden Zusatzfunktionen eher nicht. Für mich ist der Skin Scrubber eines dieser Geräte, bei denen weniger Erwartung am Ende zum besseren Kauf passt.
Quellen
- ANLAN: Bedienungsanleitung zum Ultraschallpeelinggerät mit Ultraschall-, Ionen- und EMS-Modus (abgerufen am 29.05.2026)

