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Verdacht unter der Erde

Blumenerde riecht faulig – jetzt zählt der Wurzelballen

Wenn Blumenerde faulig riecht, gieße erst einmal kein weiteres Wasser nach. Nimm den Innentopf aus dem Übertopf, entferne stehendes Wasser und prüfe, wie nass der Wurzelballen tatsächlich ist. Bleibt die Erde dauerhaft klatschnass oder kommen weiche, braune Wurzeln dazu, reicht bloßes Abtrocknen oft nicht mehr.

Der Geruch allein beweist aber noch keine bestimmte Krankheit. Ein nasser, luftarmer Topf kann bereits unangenehm riechen, bevor das komplette Wurzelsystem verfault ist.

Der Übertopf ist oft der erste Tatort

Von oben sieht die Erde manchmal trocken aus, während unten seit Tagen Wasser steht. Heb deshalb den Innentopf heraus und kontrolliere Untersetzer beziehungsweise Übertopf.

Der Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums Gießen beschreibt Staunässe, geschädigte Wurzeln und schlecht belüftetes Substrat als typische Bedingungen, unter denen Wurzelfäulen auftreten können.[1]

Fehlt dem Topf ein Abzugsloch oder ist es blockiert, muss das Problem zuerst behoben werden. Eine Drainageschicht in einem komplett geschlossenen Gefäß ersetzt keinen Ablauf.

Welke Blätter können trotz nasser Erde auftreten

Das ist der Punkt, an dem viele Pflanzen endgültig ertränkt werden: Die Blätter hängen, also gibt es noch mehr Wasser.

Geschädigte Wurzeln können Wasser aber schlechter aufnehmen. Eine Pflanze kann deshalb welken, obwohl der Ballen viel zu nass ist. Fühl nicht nur die obersten zwei Zentimeter, sondern prüf die Feuchtigkeit tiefer am Rand.

Feste Wurzeln und matschige Wurzeln brauchen unterschiedliche Maßnahmen

Wenn der Ballen nur zu nass ist, die Wurzeln aber fest wirken und die Pflanze sonst stabil steht, kann kontrolliertes Abtrocknen reichen. Stell sie hell genug für ihre Art, lass überschüssiges Wasser ablaufen und gieße erst wieder, wenn das Substrat passend abgetrocknet ist.

Riecht der Ballen stark, bleibt er dauerhaft nass oder zerfallen Wurzeln beim Anfassen, ist Umtopfen eher sinnvoll.

Faulige, eindeutig weiche Wurzelteile werden mit einem sauberen, scharfen Werkzeug entfernt. Gesundes Gewebe bleibt stehen. Farbe allein ist kein Grund, eine feste Wurzel abzuschneiden.

Frische Erde hilft nur, wenn das Wasser danach auch weg kann

Ein neues Substrat sollte zur Pflanzenart passen und ausreichend durchlässig sein. Der neue Topf bekommt Abzugslöcher und sollte nicht unnötig groß sein.

Virginia Tech, eine US-amerikanische Universität mit landwirtschaftlichem Beratungsdienst, weist bei Zimmerpflanzen ebenfalls darauf hin, dass überschüssiges Wasser aus dem Topf ablaufen können muss und zwischen den Gießgängen je nach Pflanze eine passende Abtrocknung nötig ist.[2]

Diese Grundregel lässt sich problemlos auf unsere Zimmerpflanzen übertragen. Die genaue Gießmenge hängt natürlich weiterhin von Art, Topf, Licht und Jahreszeit ab.

Nicht nach Wochentag gießen

„Immer sonntags“ kann im hellen Juli zufällig funktionieren und im dunklen November zu viel sein. Fühl den Ballen und schau auf die Pflanze. Der Kalender weiß nicht, wie schnell dein Topf gerade trocknet.

Zimt und Dünger lösen einen nassen Wurzelballen nicht

Zimt, Aktivkohle, Wasserstoffperoxid und diverse Pulver tauchen bei Wurzelfäule regelmäßig als Hausmittel auf. Das Grundproblem verschwindet davon nicht: Wenn Wurzeln ohne Luft im nassen Substrat sitzen, muss die Feuchte- und Topfsituation geändert werden.

Dünger gehört ebenfalls nicht auf eine stark geschädigte Pflanze. Erst braucht sie wieder funktionierende Wurzeln.

Wann die Rettung schwierig wird

Ist ein großer Teil des Wurzelsystems weich und abgestorben oder wird bereits der untere Stängel matschig, sinken die Chancen deutlich. Bei Arten, die sich gut über Stecklinge vermehren lassen, kann ein gesunder Trieb dann die bessere Rettung sein.

Bleiben dagegen noch viele feste Wurzeln übrig, lohnt Geduld. Nach dem Umtopfen muss nicht sofort ein neues Blatt erscheinen. Wichtiger ist, dass die vorhandenen Triebe stabil bleiben und der faulige Geruch nicht zurückkommt.

Fürs nächste Gießen reicht ein kleiner Kontrollgriff

Erst Feuchtigkeit prüfen, dann gießen. Überschüssiges Wasser aus Übertopf oder Untersetzer wegschütten. Und wenn die Erde ungewöhnlich lange nass bleibt, nicht einfach bis zum nächsten Gießtermin warten, sondern nach Topf, Substrat und Standort schauen.

Quellen

  1. Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums Gießen: Wurzelfäule bei Zimmer- und Kübelpflanzen (abgerufen am 12.10.2026)
  2. Virginia Tech Cooperative Extension: Properly Watering Container Houseplants (abgerufen am 12.10.2026)
Verfasst von

Leonie Wickstein

Leonie schreibt über Upcycling, kreative Reparaturen und Ideen für ein gemütliches Zuhause. Dabei zeigt sie auch, was nicht sofort klappt und worauf es beim Nachmachen ankommt.

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