Blumenzwiebeln kannst du auch spät noch pflanzen, im November und in milden Jahren bis in den Dezember, solange der Boden nicht gefroren ist und sich mit dem Spaten bearbeiten lässt. Als guter Pflanzmonat gilt zwar der Oktober, bei offenem Boden ist die Pflanzung im November und Dezember aber nach Angaben der Staudengärtnerei Gaissmayer noch problemlos möglich.[1] Spät gesetzte Zwiebeln blühen im ersten Jahr manchmal etwas später oder kleiner, holen das aber meist wieder auf.
Entscheidend ist weniger das Datum als der Zustand von Zwiebel und Boden. Wie du beides prüfst und was bei gefrorenem Boden noch geht, zeigt der Überblick.
Welche Blumenzwiebeln sich für späte Pflanzung eignen
Nicht alle Frühblüher sind gleich geduldig. Tulpen und Zierlauch gehören zu den Zwiebelblumen, die sich am spätesten noch pflanzen lassen.[2] Tulpen werden sogar bewusst eher spät gesetzt, weil sie in warmem Boden anfälliger für Pilzkrankheiten sind.
Narzissen, Krokusse und Schneeglöckchen bilden dagegen gern früh Wurzeln und profitieren von einer Pflanzung im September oder Oktober. Auch sie kommen spät gesetzt meist noch, blühen dann aber eher verhalten. Einen Überblick über die beliebtesten Frühlingsboten gibt der Ratgeber Welche Frühblüher gibt es?
| Zwiebelblume | Späte Pflanzung | Hinweis |
|---|---|---|
| Tulpe | sehr gut geeignet | gehört zu den Arten, die am spätesten gesetzt werden können[2] |
| Zierlauch | sehr gut geeignet | verträgt späte Pflanzung ähnlich gut wie Tulpen[2] |
| Narzisse | möglich | wurzelt lieber früh, blüht spät gesetzt oft etwas verhaltener |
| Krokus und Schneeglöckchen | möglich | kleine Zwiebeln, trocknen beim Lagern schnell aus, deshalb zügig pflanzen |
Sind die Zwiebeln noch gut?
Bevor du pflanzt, nimm jede Zwiebel kurz in die Hand. Gesunde Zwiebeln sind fest und schwer und haben eine trockene Schale. Weiche, matschige oder schimmelige Exemplare sortierst du aus, sie würden im Boden faulen. Leicht eingetrocknete, aber noch feste Zwiebeln kannst du ausprobieren.
Haben die Zwiebeln in der Tüte schon kleine Triebspitzen gebildet, ist das kein Grund zur Sorge. Pflanz sie trotzdem, aber vorsichtig, damit die Spitzen nicht abbrechen. Wie du übrig gebliebene oder ausgegrabene Zwiebeln richtig aufbewahrst, steht im Beitrag Blumenzwiebeln lagern.
So pflanzt du Blumenzwiebeln spät im Jahr
Bei kühlem Wetter kommt es auf einen guten Start an. Diese Handgriffe helfen:
- Wähle einen frostfreien Tag, an dem sich der Boden mit dem Spaten gut öffnen lässt.
- Setz die Zwiebeln etwa zwei- bis dreimal so tief, wie sie hoch sind, mit der Spitze nach oben. Für Tulpen nennt ÖKO-TEST als Faustregel die doppelte Höhe der Zwiebel.[2]
- Lockere schwere, nasse Böden mit etwas Sand auf, damit sich keine Staunässe bildet.
- Drück die Erde leicht an und gieß nur, wenn der Boden trocken ist.
- Deck die Pflanzstelle mit einer Schicht Laub oder Reisig ab. Das hält den Boden etwas länger offen und gibt den Wurzeln Zeit.
Die Abdeckung ist bei später Pflanzung besonders nützlich, weil die Zwiebeln weniger Zeit zum Einwurzeln haben, bevor der Boden friert.
Wühlmäuse lieben Tulpenzwiebeln, Narzissen dagegen meiden sie. Wer in einem Garten mit Wühlmäusen pflanzt, setzt Tulpen in einen Pflanzkorb aus Draht oder mischt Narzissen dazwischen.
Boden gefroren: Blumenzwiebeln im Topf
Ist der Boden bereits dauerhaft gefroren, bleibt der Topf. Pflanz die Zwiebeln in einen Kübel mit durchlässiger Erde und stell ihn an einen geschützten, kühlen Platz, etwa an die Hauswand, in eine unbeheizte Garage oder ein helles Treppenhaus. Die Zwiebeln brauchen über den Winter Kälte, sonst blühen viele im Frühjahr nicht.
Gleichzeitig ist ein Topf empfindlicher als das Beet. Weil darin nur wenig Erde zur Verfügung steht, kann er bei starker Kälte durchfrieren, und die Zwiebeln können erfrieren.[3] Ein Kübel auf Holzfüßen und eingepackt in Jute oder Noppenfolie hilft. Im Frühjahr kannst du die Pflanzen blühen lassen und nach der Blüte samt Erdballen ins Beet setzen.
Vorgetriebene Zwiebeln aus dem Handel
Ab dem späten Winter gibt es in Gärtnereien und Supermärkten Zwiebelblumen, die bereits im Topf ausgetrieben sind. Für sie gelten andere Regeln als für trockene Zwiebeln aus dem Netz. Vorgekeimte Tulpen kommen erst im Frühling ins Beet, nicht schon im Herbst.[2] Treiben die Pflanzen zu früh aus, schützt eine Schicht Reisig oder Mulch vor späten Frösten.[2]
Und wenn die Zwiebeln den Winter über liegen bleiben?
Ganz verloren sind vergessene Zwiebeln selbst dann nicht, wenn der ganze Winter vorbeigeht. Du kannst sie im zeitigen Frühjahr setzen, sobald der Boden auftaut. Mit einer Blüte im selben Jahr darfst du dann aber nicht sicher rechnen, weil der Kältereiz fehlt. Oft treiben sie nur Blätter und blühen erst im Folgejahr.
Besser ist deshalb, jetzt im Herbst noch zu pflanzen, auch wenn es schon kalt ist. Ein frostfreier Nachmittag reicht für ein ganzes Netz Tulpenzwiebeln.
Nach der Blüte: Laub stehen lassen
Damit spät gepflanzte Zwiebeln im zweiten Jahr kräftig wiederkommen, lass das Laub nach der Blüte stehen, bis es gelb wird und von selbst einzieht. In den Blättern stecken Nährstoffe, die die Pflanze in die Zwiebel zurückholt. Wer das Laub zu früh abschneidet, schwächt die Zwiebel für das nächste Jahr. Sobald sich im Frühjahr die ersten Blätter zeigen, darfst du Tulpen etwas düngen.[2]
Was im Herbst sonst noch im Garten ansteht, steht im Beitrag Garten auf den Herbst vorbereiten.
Quellen
- Staudengärtnerei Gaissmayer: Kulturanleitung Blumenzwiebeln (PDF) (abgerufen am 31.10.2026)
- ÖKO-TEST: Tulpen pflanzen im Herbst (abgerufen am 31.10.2026)
- Samenhaus Gartenblog: Probleme mit Blumenzwiebeln (abgerufen am 31.10.2026)