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Eichhörnchen anlocken mit Futter, Wasser und Deckung

Du siehst regelmäßig Eichhörnchen in den Bäumen der Nachbarschaft, im eigenen Garten taucht aber keines auf? Dann bringt eine größere Portion Nüsse nicht automatisch mehr Besuch. Eichhörnchen lassen sich am ehesten mit einer Kombination aus Nahrung, Wasser, Deckung und sicheren Wegen anlocken. Besonders interessant sind Grundstücke, die an Bäume, größere Sträucher oder andere grüne Strukturen angebunden sind.

Das passt zur Lebensweise der Tiere. Die Deutsche Wildtier Stiftung beschreibt Eichhörnchen als tagaktive Baumbewohner, die auch Gärten und Parks nutzen, wenn sie dort genügend Nahrung und Unterschlupf finden.[1]

Was lockt Eichhörnchen in den Garten?

Wenn in der Umgebung bereits Eichhörnchen leben, kannst du deinen Garten für sie interessanter machen. Diese Punkte bringen am meisten:

  • Fruchttragende Gehölze wie Hasel, Walnuss, Buche und geeignete Obstbäume liefern natürliche Nahrung.
  • Eine saubere Wasserstelle hilft besonders bei Trockenheit und auch im Winter, wenn andere Wasserquellen zufrieren.
  • Futter sollte erhöht und nah an einem Baum angeboten werden, damit die Tiere bei Gefahr schnell flüchten können.
  • Alte Bäume, dichte Gehölze sowie etwas Laub und Geäst schaffen Deckung und liefern Material für Kobel.
  • Offene Regentonnen und andere tiefe Wasserbehälter sollten gesichert werden.

Der BUND Naturschutz nennt genau diese Mischung aus fruchttragenden Pflanzen, Wasser, natürlichem Baumaterial und zusätzlicher Fütterung als Möglichkeit, Eichhörnchen im Garten zu unterstützen.[2]

Der Standort des Futters entscheidet mit

Ein Häufchen Nüsse mitten auf dem Rasen sieht für uns gut erreichbar aus. Für ein Eichhörnchen bedeutet die offene Fläche dagegen weniger Schutz. Katzen und andere Fressfeinde können dort leichter herankommen.

Der BUND Naturschutz rät deshalb davon ab, Futter und Wasser direkt am Boden anzubieten. Ein höher gelegener Platz an einem Baumstamm, auf einer stabilen Plattform oder in der Nähe kräftiger Äste ermöglicht eine schnelle Flucht nach oben.[2]

Das gilt auch dann, wenn du kein spezielles Eichhörnchen-Futterhaus kaufen möchtest. Eine trockene, stabile Futterstelle an einem geeigneten Baum ist wichtiger als eine dekorative Konstruktion. Sie sollte so angebracht sein, dass das Tier nicht über eine lange freie Fläche laufen muss.

Ein einfacher Standorttest

Schau vom geplanten Futterplatz aus zum nächsten Baum. Muss ein Eichhörnchen erst quer über Terrasse oder Rasen laufen, ist der Platz ungünstig. Kann es direkt über Stamm, Zaun, Astwerk oder dichtes Gehölz ankommen und wieder verschwinden, passt der Standort deutlich besser zu seinem normalen Verhalten.

Mit diesen Futtersorten kannst du Eichhörnchen anlocken

Die Deutsche Wildtier Stiftung nennt Nüsse und Samen als wichtige Bestandteile der natürlichen Nahrung. Dazu kommen je nach Jahreszeit unter anderem Früchte, Pilze, Knospen und Triebe.[1]

Für eine zusätzliche Futterstelle eignen sich unter anderem:

  • Haselnüsse und Walnüsse, möglichst ungesalzen und ungeröstet,
  • Sonnenblumen- und Kürbiskerne,
  • Bucheckern und Samen aus geeigneten Zapfen,
  • gelegentlich kleine Stücke von Apfel oder Birne.

Der BUND Naturschutz empfiehlt ebenfalls ungesalzene Nüsse, Kerne, Samen und etwas Obst. Nüsse mit Schale beschäftigen die Tiere zusätzlich und entsprechen eher dem natürlichen Umgang mit ihrer Nahrung.[2]

Gewürzte Snacknüsse, Süßigkeiten oder salzige Lebensmittel gehören nicht ins Futterhaus. Frisches Obst sollte außerdem nur in kleinen Mengen angeboten und wieder entfernt werden, wenn es verdirbt.

Wasser kann mehr bringen als noch eine Handvoll Nüsse

Gerade in trockenen Wochen suchen Wildtiere intensiv nach Wasser. Der BUND Naturschutz bewertet eine Wasserquelle für Eichhörnchen sogar als wichtiger als zusätzliche Fütterung.[2]

Eine flache, standsichere Schale reicht. Das Wasser sollte regelmäßig erneuert und die Schale sauber gehalten werden. Bei gemeinsam genutzten Wildtiertränken können sich sonst Krankheitserreger leichter verbreiten. Der BUND empfiehlt deshalb frisches Wasser und eine regelmäßige Reinigung.[3]

Im Winter bleibt die Tränke ebenfalls sinnvoll. Wenn Pfützen und andere Wasserstellen zufrieren, profitieren Eichhörnchen von zugänglichem Wasser genauso wie Vögel und andere Gartentiere.[3]

Hasel im Garten wirkt länger als ein voller Futternapf

Wenn du Platz für neue Gehölze hast, ist ein Haselstrauch eine sehr passende Wahl. Haselnüsse gehören zur natürlichen Nahrung, gleichzeitig bringt der Strauch zusätzliche Struktur in den Garten. Auch Walnuss, Buche und verschiedene Obstbäume werden vom BUND Naturschutz als geeignete Futterpflanzen genannt.[2]

Natürlich muss niemand für Eichhörnchen einen Walnussbaum in einen kleinen Reihenhausgarten quetschen. Vorhandene alte Bäume zu erhalten und kleinere nuss- oder fruchttragende Gehölze passend zum Platz auszuwählen, ist wesentlich sinnvoller.

Unter Bäumen darf auch etwas Material liegen bleiben. Zweige, Laub, Baumnadeln und anderes trockenes Pflanzenmaterial können beim Bau eines Kobels genutzt werden. Eichhörnchen bauen ihre kugelförmigen Nester aus Zweigen und polstern sie mit weicheren Materialien aus.[1]

Ein Kobel kann ergänzen, ersetzt aber keinen passenden Lebensraum

Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) nennt künstliche Kobel als zusätzliche Möglichkeit, Eichhörnchen im Garten einen Nistplatz anzubieten.[4] Daraus würde ich aber nicht die erste Maßnahme machen.

Wenn rund um den Garten kaum Bäume stehen und die Tiere den Platz nicht sicher erreichen können, löst ein Nistkasten dieses Problem nicht. Gibt es dagegen bereits geeignete Bäume und werden regelmäßig Eichhörnchen beobachtet, kann ein gut platzierter Kobel eine Ergänzung sein.

Ein natürlicher Garten mit alten Bäumen, Nahrung und Deckung funktioniert dabei nicht nur für Eichhörnchen. Die Deutsche Wildtier Stiftung weist darauf hin, dass strukturreiche, naturnahe Gärten zahlreichen Wildtieren Rückzugsräume bieten.[5]

Regentonnen können zur Falle werden

Wer Eichhörnchen in den Garten holen möchte, sollte mögliche Fallen gleich mitdenken. Besonders offene Regentonnen sind problematisch. Der LBV warnt davor, dass Eichhörnchen hineinfallen und ertrinken können.[4]

Am sichersten ist eine stabile Abdeckung. Wo das nicht möglich ist, kann eine raue Ausstiegshilfe helfen, die vom Wasser bis über den Rand reicht. Auch steilwandige Wasserbehälter und andere offene Gefäße solltest du entsprechend prüfen.

Bei einem Gartenteich ist ein flacher, gut zugänglicher Rand günstiger als eine vollständig senkrechte Kante. So können hineingeratene Tiere selbst wieder herauskommen.

Warum trotz Futter kein Eichhörnchen auftaucht

Manchmal stimmt im Garten alles – und trotzdem passiert wochenlang nichts. Das muss kein Fehler sein.

Eichhörnchen nutzen größere Gebiete und richten ihre Nahrungssuche nach dem vorhandenen Angebot aus. In Jahren mit vielen Baumfrüchten finden sie möglicherweise genug natürliche Nahrung, ohne deine Futterstelle regelmäßig zu besuchen.[1]

Außerdem muss es in erreichbarer Nähe überhaupt Eichhörnchen geben. Ein isolierter Garten ohne größere Bäume im Umfeld lässt sich nicht allein mit Walnüssen in ein Eichhörnchenrevier verwandeln.

Wenn du herausfinden möchtest, ob sich die Mühe lohnt, beobachte zunächst die Umgebung. Siehst du Eichhörnchen auf Nachbargrundstücken, in Straßenbäumen oder im angrenzenden Park, stehen die Chancen deutlich besser. Dann kann eine gut platzierte Wasser- oder Futterstelle zur regelmäßigen Station werden.

So würde ich anfangen

Du brauchst für den Start weder Futterautomat noch Kobel. Stell eine saubere Wasserstelle an einen sicheren Platz, prüfe den Weg zum nächsten Baum und biete dort eine kleine Menge geeigneter Nüsse oder Kerne an. Gleichzeitig kannst du schauen, welche vorhandenen Gehölze Nahrung und Deckung liefern.

Kommt ein Eichhörnchen, kannst du die Stelle beibehalten und sauber halten. Kommt keines, ist nicht automatisch das Futter falsch. Dann liegt dein Garten möglicherweise einfach außerhalb der momentan genutzten Routen.

Auf Dauer sind Bäume, Haselsträucher, Deckung und sichere Wasserstellen für die Tiere wertvoller als ein Garten, in dem nur regelmäßig Nüsse ausgelegt werden.

Quellen

  1. Deutsche Wildtier Stiftung: Eichhörnchen – Lebensraum, Nahrung und Lebensweise (abgerufen am 02.10.2026)
  2. BUND Naturschutz in Bayern: Eichhörnchen helfen – Futter, Wasser und naturnaher Garten (abgerufen am 02.10.2026)
  3. BUND Naturschutz in Bayern: Tiertränken im Garten richtig aufstellen und pflegen (abgerufen am 02.10.2026)
  4. LBV: Eichhörnchen im Garten – Fütterung, Kobel und sichere Regentonnen (abgerufen am 02.10.2026)
  5. Deutsche Wildtier Stiftung: Gärten als Lebensräume – wild und schön (abgerufen am 02.10.2026)
Verfasst von

Leonie Wickstein

Leonie schreibt über Upcycling, kreative Reparaturen und Ideen für ein gemütliches Zuhause. Dabei zeigt sie auch, was nicht sofort klappt und worauf es beim Nachmachen ankommt.

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