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Winterquartier mit klarer Grenze

Igelhaus aus einem Blumentopf bauen: DIY-Anleitung

Du kannst ein Igelhaus aus einem Blumentopf bauen, wenn das umgedrehte Gefäß stabil, unbeschädigt und innen groß genug ist. Außerdem brauchst du einen trockenen, geschützten Stellplatz.

Der aufgedruckte Topfdurchmesser beantwortet die Platzfrage nicht. Viele Gefäße laufen zum Boden hin schmal zu, und genau dieser enge Teil liegt später über dem Schlafplatz. Trockenes Nistmaterial nimmt ebenfalls Raum ein. Ein von außen stattlicher Topf kann als Winterquartier deshalb trotzdem zu knapp sein.

Eignet sich dein Blumentopf als Igelhaus?

Stell den leeren Topf mit der großen Öffnung nach unten auf eine ebene Fläche. Nun siehst du seine spätere Form: Der breite Rand liegt auf dem Boden, während sich die Seiten nach oben verengen. Schätze den Platz dort ab, wo später Laub liegt und der Igel sein Nest anlegt.

Etwa 30 × 30 × 30 Zentimeter gelten als Orientierung für den nutzbaren Innenraum eines Winterschlafhauses. Gemeint sind nicht die Außenmaße des Topfs. Ein pauschaler Mindestdurchmesser wäre daher irreführend, zumal Nistmaterial noch einen Teil des Raums beansprucht.[1][2]

Prüfkriterium Geeignet Abbruchgrund
Nutzbarer Innenraum Trotz trockenem Laub bleibt ausreichend Platz für das Nest. Die schrägen Wände engen den gefüllten Topf stark ein.
Materialzustand Die Topfwand ist fest und frei von Rissen oder losen Stücken. Das Gefäß ist gesprungen, brüchig oder bereits scharfkantig.
Bearbeitbarer Eingang Am breiten Rand lässt sich eine Öffnung kontrolliert herstellen und vollständig glätten. Das Material platzt unkontrolliert ab oder reißt weiter.
Trockener Stellplatz Eine ruhige, trockene und geschützte Gartenecke ist vorhanden. Der Topf könnte nur in einer feuchten Mulde oder an einem häufig genutzten Weg stehen.

Scheitert das Gefäß an einem dieser Punkte, spar dir die Bearbeitung. Ein größeres Igelhaus oder ein ungestörter Laub-Reisig-Haufen ist dann die passendere Lösung. Besteht der Topf die Prüfung, kann der Zugang am breiten Rand entstehen.

Den Eingang in den Blumentopf einarbeiten

Werkzeug und Bearbeitungstechnik hängen vom Topfmaterial und von der Wandstärke ab. Eine einzelne Methode für Keramik, Terrakotta und andere feste Gefäße wäre deshalb nicht seriös. Verwende nur Werkzeug, das ausdrücklich für das vorhandene Material geeignet ist und sich kontrolliert führen lässt.

Material für den Topfumbau

Dabei sind diese Punkte wichtig:

  • großer, stabiler und unbeschädigter Blumentopf,
  • gut sichtbarer Stift zum Anzeichnen,
  • Schutzbrille und feste Arbeitshandschuhe,
  • zum Topfmaterial passendes Werkzeug,
  • Feile oder geeignetes Schleifmittel.

Sicher arbeiten und rechtzeitig abbrechen

Trag Schutzbrille und feste Handschuhe. Entstehen Risse oder größere Abplatzungen, wirkt das Material brüchig oder bricht es unkontrolliert, arbeite nicht weiter. Am fertigen Eingang dürfen weder scharfe Kanten noch lose Splitter zurückbleiben.

So gehst du vor:

  1. Eingang anzeichnen: Markiere direkt am breiten Topfrand eine ungefähr 10 Zentimeter breite und 10 Zentimeter hohe Öffnung. Nach dem Umdrehen liegt sie auf Bodenhöhe. Das Maß ist eine praktische Orientierung für Igelhäuser, aber keine verlässliche Sperre gegen Katzen, Marder oder andere Tiere.[1][3]
  2. Ausschnitt herstellen: Arbeite die Markierung langsam und mit einer zum Material passenden Technik aus. Kräftiges, unkontrolliertes Schlagen kann spröde Wände weit über die angezeichnete Stelle hinaus aufbrechen.
  3. Kante glätten: Entferne mit Feile oder Schleifmittel sämtliche Grate und Spitzen. Fahr anschließend vorsichtig mit einem behandschuhten Finger über die gesamte Kante. Sie muss glatt, fest und splitterfrei sein.

Damit ist der Topf bearbeitet, aber noch kein brauchbares Quartier. Ohne geeigneten Untergrund kann Feuchtigkeit unter den Rand ziehen; durch das nun oben liegende Abflussloch kann Regen eindringen.

Das Igelhaus trocken und kippsicher aufstellen

Geeignet ist eine ruhige, schattige Gartenecke unter einer Hecke, neben einem dichten Strauch oder am Rand eines Reisighaufens. Mitten auf dem Rasen, direkt am Gartenweg oder in einer Senke wäre der Topf stärker Regen, Störungen und Bodenfeuchte ausgesetzt. Fachverbände empfehlen einen geschützten, trockenen Standort und eine erhöhte oder drainierte Unterlage.[1][4]

Eine feste Himmelsrichtung gibt es nicht. Der Eingang zeigt von der Seite weg, aus der Wind und Regen an diesem Platz meist kommen. Unter einer Hecke kann das eine andere Richtung sein als neben einer Hauswand.

Material für die Aufstellung

Dabei sind diese Punkte wichtig:

  • flache Steine oder trockene Bretter beziehungsweise Sand und Kies,
  • trockenes Laub oder alternativ trockenes, längeres Stroh,
  • feste wetterbeständige Platte oder passender Dachziegel,
  • schwere Steine zum Sichern,
  • Laub, Äste und Reisig für den äußeren Schutz.

So gehst du vor:

  1. Untergrund vorbereiten: Richte eine ebene, leicht erhöhte Fläche aus flachen Steinen oder trockenen Brettern her. Auf dichtem Boden kann eine Sand-Kies-Schicht den Wasserabfluss verbessern.
  2. Nistmaterial einlegen: Verteile trockenes Laub locker auf der vorbereiteten Fläche. Trockenes, längeres Stroh ist als Alternative möglich. Press das Material nicht zu einem festen Polster zusammen.[3][4]
  3. Topf umdrehen: Setz das Gefäß mit der großen Öffnung nach unten über das Nistmaterial. Der ausgeschnittene Zugang liegt am Boden und zeigt zur wetterabgewandten Seite.
  4. Topf abdecken: Leg eine feste, wetterbeständige Platte oder einen passenden Dachziegel über das Abflussloch und die Topfoberseite. Die Abdeckung sollte überstehen, ohne den Eingang zu versperren.
  5. Aufbau beschweren: Sichere Topf und Abdeckung mit schweren Steinen gegen Verrutschen. Bei leichtem Druck darf nichts wackeln, kippen oder auf einer Seite absacken.
  6. Außenbereich schützen: Verteil Laub, Äste und Reisig locker um das Quartier. Der Zugang bleibt frei und ohne Draht, Schnüre oder Folie.

Bleibt die Stelle trotz der vorbereiteten Unterlage feucht, braucht das Quartier einen anderen Platz. Eine dickere Reisigschicht gleicht kein Wasser aus, das regelmäßig unter den Topfrand läuft.

Ein mögliches Winterquartier bleibt geschlossen

Ob ein Igel den Topf annimmt, lässt sich nicht versprechen. Ebenso wenig ist von außen immer zu erkennen, ob darin bereits ein Tier schläft. Heb das Quartier im Herbst und Winter deshalb nicht probeweise an, öffne es nicht und versetz es nicht. Lebensstätten wild lebender Tiere dürfen ohne vernünftigen Grund nicht beeinträchtigt oder zerstört werden; für besonders geschützte Arten gelten zusätzliche Vorgaben zum Schutz ihrer Ruheplätze.[5]

Auch die Reinigung richtet sich nicht nach einem festen Datum. Entferne das alte Nestmaterial erst nach der Wintersaison und nur, wenn das Quartier sicher verlassen ist. Trag dabei Handschuhe und reinige Topf sowie feste Unterlage mit einer Bürste und heißem Wasser, ohne chemische Reinigungsmittel.[4]

Entwickelt der Topf weitere Risse, bleibt er dauerhaft feucht oder erweist sich der Innenraum als zu eng, sollte er nicht erneut als Winterhaus dienen. Dann sind ein geräumigeres Igelhaus oder ein geschützter Laub-Reisig-Haufen die bessere Entscheidung.

Quellen

  1. Ein Igelhaus zum Überwintern bauen | ndr.de (Norddeutscher Rundfunk, abgerufen am 26.08.2026)
  2. Anforderungen an das künstliche Igelhaus (Igelzentrum Zürich, abgerufen am 26.08.2026)
  3. bauanleitung-igelhaus (Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. und Bayerischer Rundfunk, abgerufen am 26.08.2026)
  4. Igelhaus bauen | BUND Naturschutz (BUND Naturschutz in Bayern e. V., abgerufen am 26.08.2026)
  5. BNatSchG – Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 26.08.2026)
Verfasst von

Leonie Wickstein

Leonie schreibt über Upcycling, kreative Reparaturen und Ideen für ein gemütliches Zuhause. Dabei zeigt sie auch, was nicht sofort klappt und worauf es beim Nachmachen ankommt.

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