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Memoboard passend zur Wand

Pinnwand selber machen: Stoff, Kork oder Gitter?

Zuletzt aktualisiert am

Eine Pinnwand selber zu machen lohnt sich vor allem dann, wenn die fertigen Standardformate nicht zu deiner Wand passen. Für Zettel und häufiges Umstecken ist Kork am unkompliziertesten, Stoff wirkt wohnlicher und ein Metallgitter funktioniert mit Klammern ganz ohne Löcher im Papier.

Du musst also nicht zuerst Material kaufen und danach überlegen, was daraus werden soll. Entscheide zuerst, was an die Wand kommt.

Welche Pinnwand passt zu deinem Zweck?

Variante Gut geeignet für Aufwand
Korkplatte Notizen, Kalender, häufiges Umstecken gering
Stoffbezogene Platte Fotos, Arbeitszimmer, wohnliche Optik mittel
Metallgitter Fotos, Karten, kleine leichte Gegenstände gering
Alter Bilderrahmen mit Kork kleinere dekorative Pinnwand mittel

Magnetfarbe würde ich nur wählen, wenn du wirklich eine größere Wandfläche magnetisch machen möchtest. Für ein kleines Memoboard ist eine fertige Metallfläche meist berechenbarer – bei Magnetfarbe hängt die Haltekraft stark von Untergrund, Schichtaufbau und Magneten ab.

Variante 1: Korkplatte im Rahmen

Das ist die einfachste selbst gebaute Pinnwand. Du brauchst eine Korkplatte, einen vorhandenen Bilderrahmen oder einen schlichten Holzrahmen und eine stabile Rückwand.

Wichtig ist vor allem die Dicke des Korks. Wenn die Pinnnadeln länger sind als der Kork, drücken sie bis auf die Rückwand oder schlimmstenfalls gegen die Wand. Bei sehr dünnen Korkfliesen kannst du deshalb zwei Lagen verwenden oder eine weichere Trägerplatte daruntersetzen.

So funktioniert der Aufbau:

  1. Glas und nicht benötigte Einlagen aus dem Bilderrahmen entfernen.
  2. Kork passend zur Innenfläche zuschneiden.
  3. Kork auf einer stabilen Rückwand befestigen oder stramm in den Rahmen einsetzen.
  4. Rückwand schließen und prüfen, ob sich die Pinnnadeln tief genug einstecken lassen.
  5. Rahmen passend zum Wandmaterial befestigen.

Wenn du einen alten Kalender mit schönen Motiven übrig hast, kannst du daraus Karten oder kleine Hintergründe für die Pinnwand schneiden. Dazu passt unser Beitrag Alte Kalender verwerten.

Variante 2: Stoffbezogene Pinnwand

Für eine größere Pinnwand im Arbeits- oder Schlafzimmer gefällt mir eine stoffbezogene Platte besser als blanker Kork. Der Aufbau ist einfach, solange die Trägerplatte Nadeln aufnehmen kann.

Du brauchst:

  • eine ausreichend leichte Weichfaser- oder Korkplatte,
  • einen festen Stoff, der nicht durchsichtig ist,
  • optional dünnes Volumenvlies,
  • Schere, Handtacker und passende Tackernadeln,
  • eine zur Wand passende Aufhängung.

Der Stoff sollte auf allen Seiten einige Zentimeter überstehen. Lege ihn mit der Vorderseite nach unten, platziere Platte und gegebenenfalls Vlies darauf und beginne mit dem Tackern jeweils in der Mitte der gegenüberliegenden Seiten.

So verteilt sich die Spannung gleichmäßiger. Erst danach arbeitest du dich zu den Ecken vor.

Nicht maximal straff ziehen

Der Stoff soll glatt liegen, aber nicht so stark gespannt sein, dass sich die Platte wölbt. Nach einigen Tackern die Vorderseite prüfen. Kleine Falten lassen sich dann noch korrigieren, bevor die ganze Rückseite fest ist.

Die Ecken sauber falten

Dicke Stoffpakete an den Ecken sind der häufigste Grund, warum eine selbst bezogene Pinnwand später nicht flach an der Wand liegt.

Schneide überschüssigen Stoff dort nicht blind komplett weg. Falte zuerst eine Ecke probeweise. Meist reicht es, eine Lage etwas zu kürzen und den Rest wie bei einer Leinwand sauber übereinanderzulegen.

Auf der Vorderseite sollte der Stoff glatt bis an die Ecke laufen, auf der Rückseite darf die Falte ruhig sichtbar sein.

Variante 3: Metallgitter mit Klammern

Wenn du Fotos und Postkarten nicht mit Nadeln durchstechen möchtest, ist ein einfaches Metallgitter praktisch. Karten werden mit kleinen Klammern befestigt, leichte Schlüssel oder Kopfhörer können an passenden Haken hängen.

Für schwere Gegenstände ist so ein Memoboard nicht gedacht. Auch kleine Pflanztöpfe würde ich nur anhängen, wenn Gitter, Haken und Wandbefestigung ausdrücklich dafür ausgelegt sind.

Ein Gitter eignet sich besonders für Stellen, an denen sich die Inhalte häufig ändern. Es muss nichts weich genug für Pinnnadeln sein und die Fläche wirkt weniger massiv als eine große Platte.

Eine Pinnwand ohne Bohren?

Bei kleinen, leichten Korkplatten können geeignete Klebesysteme funktionieren. Die Traglast hängt aber vom Produkt und vom Untergrund ab. Raufaser, sandender Putz und empfindliche Farbe sind andere Bedingungen als eine glatte, feste Wand.

Große stoffbezogene Platten oder schwere Rahmen würde ich nicht allein nach dem Motto „das Klebeband hält schon“ befestigen.

Wenn gebohrt wird, muss der Dübel zur Wand passen. Bei Gipskarton kommen andere Befestigungen zum Einsatz als bei massivem Mauerwerk. Knauf weist für Trockenbau ausdrücklich auf geeignete Hohlraumdübel und die zulässige Belastung der jeweiligen Konstruktion hin.[1]

Wie groß sollte die Pinnwand sein?

Für ein paar Fotos reicht ein kleiner Rahmen. Soll die Pinnwand Wochenplan, Notizen und Unterlagen aufnehmen, würde ich sie lieber etwas größer bauen und dafür weniger dekorieren.

Ein guter Test ist, die geplante Fläche mit Malerkrepp an der Wand zu markieren. Häng probeweise einige DIN-A4-Blätter innerhalb der Markierung auf. Dann siehst du schnell, ob 50 × 70 Zentimeter reichen oder ob die Fläche nach zwei Zetteln schon voll wirkt.

Korkfliesen lassen sich modular erweitern

Sechseckige oder quadratische Korkfliesen sind praktisch, wenn du nicht sofort eine große Platte bauen möchtest. Beginne mit einigen Elementen und erweitere später.

Für eine Mietwohnung ist das allerdings nicht automatisch bohrfrei. Auch selbstklebende Fliesen können Farbe oder Tapete beim Ablösen beschädigen. Wenn dir die Wand wichtig ist, teste Kleber zuerst an einer unauffälligen Stelle oder montiere die Korkelemente auf einer separaten Trägerplatte.

Was ich weglassen würde

Eine Pinnwand muss kein kombiniertes Magnet-Tafel-Kork-Regal mit LED-Beleuchtung werden. Je mehr Funktionen du kombinierst, desto schwerer und komplizierter wird die Befestigung.

Für Zettel reicht Kork. Für Fotos reicht Stoff oder Gitter. Für wechselnde kleine Erinnerungen reicht häufig ein gerahmtes Board.

Wenn du Stoff ohnehin gern gestaltest, kannst du dafür auch Techniken aus unserem Kartoffeldruck auf Stoff übertragen und den Bezug vor dem Tackern bedrucken.

Welche Pinnwand würde ich selbst bauen?

Für einen Schreibtischplatz würde ich eine stoffbezogene Kork- oder Weichfaserplatte nehmen. Sie sieht ruhiger aus als blanker Kork, Notizen lassen sich trotzdem schnell umstecken und die Größe kann genau an die freie Wand angepasst werden.

Für Küche oder Flur würde ich eher ein Metallgitter verwenden, weil dort Karten und Zettel mit Klammern schnell ausgetauscht werden können.

Die Materialwahl ist damit weniger eine Stilfrage als eine Nutzungsfrage. Wenn du vorher weißt, was an die Pinnwand soll, ist der eigentliche Bau ziemlich überschaubar.

Quellen

  1. Knauf: Montage- und Befestigungstechnik an Trockenbauwänden (abgerufen am 21.10.2026)
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Verfasst von

Leonie Wickstein

Leonie schreibt über Upcycling, kreative Reparaturen und Ideen für ein gemütliches Zuhause. Dabei zeigt sie auch, was nicht sofort klappt und worauf es beim Nachmachen ankommt.

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