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WD-40 Spray: Was es wirklich kann (und was nicht)

Die echten WD-40 Spray Anwendungsgebiete gehen weit über quietschende Türen hinaus, aber es ist kein Allheilmittel. Hier erfährst du, wann die blaue Dose dein bester Freund ist und wann du sie besser im Regal lässt, um ernsthafte Pannen zu vermeiden.


Die blaue Dose, die alles kann? Ein Realitätscheck

In fast jeder Garage, Werkstatt oder sogar Küchenschublade ist sie zu finden: die blau-gelbe Dose mit dem roten Deckel. Im Internet wird WD-40 gefeiert als die Antwort auf fast jedes Problem – vom quietschenden Scharnier bis zum Fleck auf dem Teppich. Und ja, das Zeug ist vielseitig. Aber es ist kein Wundermittel, und wer es falsch einsetzt, kann mehr kaputtmachen als reparieren.

Der Name steht übrigens für „Water Displacement, 40th formula“ – Wasserverdrängung, 40. Rezeptur. Das verrät schon, was seine eigentliche Stärke ist. Es ist im Kern ein dünnflüssiges Kriechöl, das einen hauchdünnen Film hinterlässt. Dieser Film ist der Schlüssel zu fast allem, was WD-40 gut kann.

Wofür ist WD-40 Spray wirklich gedacht?

Die Magie liegt in der Kombination seiner fünf Grundfunktionen, die direkt aus seiner Zusammensetzung resultieren. Es ist im Wesentlichen eine Mischung aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen, die ihm seine Kriech- und Schmierfähigkeit verleihen.[1] Dieser Mix sorgt für vier Haupteffekte:

  • WD-40 kann schmieren, weil der dünne Ölfilm die Reibung bei beweglichen Teilen reduziert – deshalb funktioniert es bei quietschenden Scharnieren, klemmenden Schienen oder hakenden Reißverschlüssen so zuverlässig.
  • WD-40 kann Feuchtigkeit verdrängen, indem es Wasser unterwandert und eine Schutzschicht hinterlässt – praktisch nach Regen am Gartengerät oder als kleiner Schutz vor zufrierenden Autoschlössern im Winter.
  • WD-40 kann reinigen und lösen, weil die Lösungsmittel Fett, Teer, Klebstoffreste oder Kaugummi anlösen können, sodass du sie anschließend abwischen kannst.
  • WD-40 kann Rostverbindungen lockern, weil das Kriechöl in feine Spalten zieht und „festgefressene“ Schrauben oder Muttern besser lösbar macht, ohne den Rost im eigentlichen Sinn aufzulösen.

Die Top 5 WD-40 Spray Anwendungsgebiete im Haushalt

Abseits der Werkstatt gibt es eine Menge kleiner Alltagsärgernisse, bei denen die Dose Gold wert ist. Das sind meine persönlichen Favoriten, die immer wieder zum Einsatz kommen:

  1. Wenn du Türen und Scharniere leise bekommen willst, sprühst du mit dem Röhrchen kurz in den Gelenkspalt und bewegst die Tür ein paarmal, damit sich der Film verteilt.
  2. Für Aufkleber und Etiketten sprühst du die Stelle leicht ein, lässt es kurz einwirken und ziehst den Aufkleber dann ab – Klebereste lassen sich danach mit einem Tuch wegwischen.
  3. Bei hakenden Reißverschlüssen gibst du WD-40 besser erst auf ein Tuch und reibst die Zähnchen ein, damit du den Stoff nicht aus Versehen fleckst.
  4. Um Gartengeräte zu schützen, reinigst und trocknest du sie nach der Nutzung und gibst dann einen dünnen Film drauf, der Restfeuchte verdrängt und Flugrost ausbremst.
  5. Für Wachsmalstift an der Wand trägst du es sparsam auf ein weiches Tuch auf, reibst vorsichtig drüber und entfernst den Ölfilm anschließend mit feuchtem Tuch und etwas Spülmittel.

Bei allen Reinigungsanwendungen gilt: Teste es zuerst an einer unauffälligen Stelle, um sicherzugehen, dass die Oberfläche das Mittel verträgt.

Wo WD-40 eine schlechte Idee ist: Die 3 größten Fehler

So nützlich es ist, so groß ist auch das Potenzial für teure Fehler. Der dünne Schutzfilm ist Segen und Fluch zugleich. An manchen Stellen ist er nicht nur nutzlos, sondern sogar gefährlich.

Hier sind die wichtigsten WD-40 Spray Anwendungsgebiete, von denen du die Finger lassen solltest:

  • An einer Fahrradkette ist WD-40 eher zum Reinigen und Lösen gut, aber nicht als dauerhafte Schmierung gedacht – der Film hält unter Last nicht lange und kann Schmutz binden.[4]
  • Auf Bremsen (Auto oder Fahrrad) darf es nicht, weil der Schmierfilm die Reibung reduziert und damit die Bremswirkung gefährlich sinken kann.[2]
  • In Bereichen mit Lebensmitteln solltest du es nicht verwenden, weil das klassische WD-40 nicht für Lebensmittelkontakt zugelassen ist und Sprühnebel auf Flächen oder Essen landen kann.[3]

Wie wende ich WD-40 sicher an?

Auch wenn es alltäglich wirkt, es ist und bleibt ein hochentzündliches Aerosol auf Kohlenwasserstoffbasis. Ein paar einfache Regeln helfen, Probleme zu vermeiden.

Das Sicherheitsdatenblatt des Herstellers ist hier eindeutig:[5]

  • Arbeite mit guter Belüftung, weil die Dämpfe in geschlossenen Räumen schnell unangenehm werden können.[5]
  • Halte Abstand zu Zündquellen, denn das Aerosol ist leicht entzündlich – also nicht rauchen und keine offenen Flammen in der Nähe.[5]
  • Nutze das rote Röhrchen, damit das Mittel gezielt dort landet, wo es hin soll, und der Sprühnebel möglichst klein bleibt.
  • Wenn du länger damit arbeitest, sind Handschuhe sinnvoll, weil häufiger Hautkontakt die Haut austrocknen oder reizen kann.[5]

Wenn du diese Punkte beachtest, ist die blaue Dose ein sicherer und unglaublich nützlicher Helfer, der dir viel Zeit und Nerven sparen kann.

Quellen

  1. WD-40 Produktseite „Classic / Original“ (WD-40 Company Ltd., abgerufen am 17.10.2023)
  2. WD-40 FAQ „Bremssättel“ (WD-40 Company Ltd., abgerufen am 17.10.2023)
  3. WD-40 FAQ „Lebensmittelkontakt“ (WD-40 Company Ltd., abgerufen am 17.10.2023)
  4. WD-40 FAQ „Fahrradketten“ (WD-40 Company Ltd., abgerufen am 17.10.2023)
  5. Sicherheitsdatenblatt WD-40 Multifunktionsprodukt (Aerosol) (WD-40 Company Ltd., abgerufen am 17.10.2023)

FAQs zum Thema WD-40 Spray Anwendungsgebiete

Wie lange ist WD-40 haltbar und kann es schlecht werden?

Praktisch ewig! Das WD-40 Multifunktionsprodukt hat kein offizielles Verfallsdatum. Die Wirkstoffe selbst zersetzen sich nicht, sodass die Leistung über Jahre hinweg gleich bleibt. Lediglich der Druck in der Aerosoldose kann nach sehr langer Zeit nachlassen. Solange die Dose noch sprüht, kannst du das Produkt also bedenkenlos verwenden.

Kann ich WD-40 auch auf Kunststoff- oder Gummiteilen anwenden?

Meistens ja, aber Vorsicht ist geboten. WD-40 ist mit den meisten Materialien verträglich, kann aber bei bestimmten empfindlichen Kunststoffen wie klarem Polycarbonat oder Polystyrol zu Rissen führen. Bei Gummi kann es auf Dauer zu Aufquellen oder Erweichen kommen, wenn es dauerhaft einwirkt. Am besten testest du es immer zuerst an einer unauffälligen Stelle, um sicherzugehen.

Worin liegt der Unterschied zwischen dem klassischen WD-40 und einem Silikonspray?

Stell dir WD-40 als vielseitigen Problemlöser und Silikonspray als spezialisierten Schmierstoff vor. WD-40 reinigt, löst Rost und verdrängt Wasser, bietet aber nur eine leichte, kurzfristige Schmierung. Ein Silikonspray hingegen erzeugt einen widerstandsfähigen, wasserabweisenden Schmierfilm, der ideal für Gummi, Kunststoffe und Teile ist, die keinen Schmutz anziehen sollen, wie zum Beispiel Schiebedachführungen am Auto.

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