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Hundepfoten pflegen: Schutz vor Hitze, Kälte und Verletzungen

Hundepfotenpflege umfasst die regelmäßige Reinigung, Kontrolle und den Schutz der empfindlichen Ballen vor extremen Wetterbedingungen und Verletzungen. Wasche die Pfoten nach dem Spaziergang mit etwa 25 bis 30 °C warmem Wasser ab, um Schmutz oder aggressives Streusalz restlos zu entfernen. Schneide die Haare zwischen den Zehen alle zwei bis drei Wochen auf Ballenhöhe zurück, damit sich dort keine Eisklümpchen im Winter oder anderes, wie zum Beispiel Dornen festsetzen. Prüfe die Ballen täglich auf kleine Risse, Fremdkörper oder Rötungen und reibe sie bei trockener Haut mit einer erbsengroßen Menge Pfotenbalsam ein.

Der tägliche Pfoten-Check nach dem Gassi

Mach dir den Pfoten-Check zur festen Gewohnheit. Guck dir die Unterseite der Pfoten nach jedem längeren Spaziergang an, besonders wenn ihr im Wald oder auf unebenem Gelände unterwegs wart. Nimm die Pfote deines Hundes locker in die Hand und spreize die Zehen sanft mit dem Daumen auseinander. Genau in diesen Zwischenräumen sammeln sich die meisten Probleme.

Achte bei deiner Routine auf folgende Dinge:

  • Kleine Steinchen oder Scherben drücken sich oft tief in das weiche Gewebe zwischen den Ballen.
  • Risse in der Hornhaut entstehen besonders leicht, wenn die Ballen durch Feuchtigkeitsmangel rau werden und bei Belastung aufreißen.
  • Zecken verstecken sich gerne in den geschützten Hautfalten zwischen den Zehen.

Ein riesiges Problem im Sommer und Herbst sind Grannen. Grannen in Hundepfoten können Symptome wie vermehrtes Lecken, Humpeln, Lahmheit, Schwellungen, Rötungen und eitrigen Ausfluss verursachen.[1] Die kleinen Pflanzenteile bohren sich wie winzige Widerhaken in die Haut. Sobald eine Granne sich im Gewebe der Pfote verfangen hat, ist eine tiermedizinische Behandlung unumgänglich, da sie sich durch ihre Form aktiv weiter vorarbeiten und tiefe Entzündungen oder Abszesse verursachen kann.[2] Eine unbehandelte Granne wandert im schlimmsten Fall tief in das Gewebe ein und verursacht schwere Schäden.


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Wie heiß ist zu heiß für Hundepfoten?

Im Sommer unterschätzen viele Hundehalter die Temperatur des Asphalts. Dunkle Straßenbeläge heizen sich in der Mittagssonne schnell auf 50 bis 60 °C auf. Das funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie bei einer dunklen Herdplatte: Die Hitze speichert sich extrem lange im Material. Dein Hund läuft barfuß darüber und zieht sich rasend schnell Verbrennungen zu.

Der „Sieben-Sekunden-Test“ hilft zu überprüfen, ob die Oberfläche zu heiß für Hundepfoten ist: Drücke deinen Handrücken sieben Sekunden lang fest auf den Asphalt.[3] Hältst du das nicht schmerzfrei aus, ist der Boden definitiv zu heiß für deinen Hund. Weiche in solchen Fällen sofort auf Grasstreifen oder Waldwege aus. Verlege die Gassirunden in den Hochsommer-Wochen konsequent auf die frühen Morgenstunden oder den späten Abend.

Eine Person drückt den Handrücken auf heißen Asphalt, um die Temperatur für Hundepfoten zu prüfen.
Mit dem Sieben-Sekunden-Test lässt sich prüfen, ob der Asphalt zu heiß für die empfindlichen Hundepfoten ist.

Sollte es doch einmal zu einer Verletzung kommen, ist schnelles Handeln gefragt. Bei Verbrennungen an den Pfoten muss auf jeden Fall der Tierarzt aufgesucht werden; bis dahin kühlst du die betroffenen Pfoten am besten unter fließendem, kühlem Wasser.[3] Nutze kein eiskaltes Wasser oder Eiswürfel, da der extreme Temperaturunterschied das Gewebe zusätzlich schädigt.

Winter-Workout für die Pfoten: Eis, Schnee und Salz

Der Winter ist für Hundepfoten die reinste Belastungsprobe. Mir ist letztens bei meinem eigenen Hund aufgefallen, dass er nach einem kurzen Weg über den Supermarktparkplatz sofort anfing, wild an seinen Pfoten zu knabbern. Der Grund dafür lag klar auf der Hand: Streusalz. Bei Tieren führt das aggressive Salz oft zu schmerzhaften Entzündungen der Pfoten.[4] Das Salz trocknet die Ballen extrem aus, dringt in mikroskopisch kleine Risse ein und brennt fürchterlich.

Zusätzlich schadet das Salz unserer Umgebung enorm. Streusalze sind für Boden, Pflanzen und Gewässer sehr schädlich und können am Straßenrand wachsende Pflanzen schädigen oder verätzen.[4] Das Umweltbundesamt empfiehlt für den eigenen Gehweg Schneeschieben und salzfreie Streumittel, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind, als umweltfreundliche Alternative.[4] Wenn du selbst auf Salz verzichtest, tust du den Pfoten aller Hunde in deiner Nachbarschaft einen riesigen Gefallen.

Nach jedem Winterspaziergang gehört ein kurzes Pfotenbad zur Pflichtaufgabe. Stelle dir eine flache Schüssel mit lauwarmem Wasser bereit, ehe du mit dem Hund rausgehst. Tauche jede Pfote einzeln für ein paar Sekunden ein und rubbele sie danach mit einem weichen Handtuch trocken. So entfernst du nicht nur das Salz, sondern taust auch die harten Eisklumpen auf, die sich im Schnee gerne an den Haaren zwischen den Zehen bilden.

Pfotenbalsam: Schmieren, aber richtig

Pfotenbalsam oder Pfotenwachs ist ein hervorragender Schutz gegen Risse, Kälte und Nässe. Das Fett bildet eine wasserabweisende Schicht auf den Ballen. Verwende Produkte auf Basis von Bienenwachs, Sheabutter oder Ringelblume. Reine Vaseline aus Erdöl empfehle ich nicht, da Hunde die Reste oft von den Pfoten lecken.

Nimm pro Pfote nur eine Menge, die so groß wie eine kleine Erbse ist. Massiere das Fett sanft in die Ballen ein. Trage Pfotenbalsam immer erst direkt an der Haustür auf, sonst rutscht dein Hund auf glatten Fliesen aus. Im Winter trägst du den Balsam als Schutzschicht direkt vor dem Spaziergang auf. Im Sommer nutzt du ihn abends zur Pflege, damit rissige Ballen über Nacht in Ruhe regenerieren.

Desensibilisierung: Mach die Pfotenmassage zur Routine

Viele Hunde hassen es, an den Pfoten angefasst zu werden. Nutze das Eincremen als Training. Lass deinen Hund abends entspannt auf der Decke liegen. Nimm etwas Balsam und massiere jede Pfote für etwa 20 bis 30 Sekunden. Übe leichten Druck auf die Ballen aus. Dein Hund lernt so, dass Berührungen an den Pfoten völlig normal und sogar angenehm sind. Das macht den nächsten Tierarztbesuch oder das Krallenschneiden massiv einfacher.

Haare schneiden und Krallen kürzen

Zur vollständigen Pfotenpflege gehört auch das Kürzen der Haare und Krallen. Zu lange Haare zwischen den Ballen sind rutschig auf Laminat und sammeln draußen jeden Schmutz auf. Greife alle paar Wochen zu einer kleinen Schere mit abgerundeten Spitzen. Schneide die Haare, die über die Ballen hinausragen, bündig ab. Schneide die Haare zwischen den Ballen niemals komplett weg, da sie einen natürlichen Schutz gegen spitze Steine bieten.

Kontrolliere in diesem Zug gleich die Krallen. Wenn der Hund aufrecht auf einem harten Boden steht, sollten die Krallen den Boden gerade so nicht berühren. Ein Abstand von ein bis zwei Millimetern ist ideal. Hörst du bei jedem Schritt auf dem Parkett ein deutliches „Klick-Klack“, sind die Krallen zu lang. Zu lange Krallen verändern den kompletten Gang des Hundes und belasten die Gelenke dauerhaft falsch. Kürze sie vorsichtig mit einer scharfen Krallenzange oder feile sie mit einem elektrischen Krallenschleifer Stück für Stück ab.

Unterm Strich: Was wirklich wichtig ist!

Gesunde Hundepfoten erfordern keinen riesigen Aufwand, sondern lediglich eine verlässliche Routine. Kontrolliere die Pfoten nach dem Gassi auf Fremdkörper, wasche im Winter das Streusalz ab und nutze bei extremen Temperaturen den gesunden Menschenverstand. Mit etwas Pflege und dem richtigen Blick für Details läuft dein Hund sicher und schmerzfrei durch jedes Gelände.

Quellen

  1. Fremdkörper (Mein Tierarzt, abgerufen am 28.04.2026)
  2. tierarzt-bertl.de (Tierarzt Bertl, abgerufen am 28.04.2026)
  3. Heißer Asphalt – Gefahr für Hundepfoten – VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz in Deutschland (Vier Pfoten, abgerufen am 28.04.2026)
  4. umweltbundesamt.de (Umweltbundesamt, abgerufen am 28.04.2026)

Stand: · Inhalte werden bei Bedarf aktualisiert.

FAQs zum Thema Hundepfoten pflegen

Wie oft sollte ich die Pfoten meines Hundes waschen?

Wasche die Pfoten im Winter nach jedem Spaziergang, um Streusalz und Eisklumpen zu entfernen. Im Sommer oder bei trockenem Wetter reicht es, die Pfoten nur bei sichtbarer Verschmutzung mit lauwarmem Wasser abzuwaschen.

Was hilft gegen rissige Hundepfoten?

Gegen trockene und rissige Ballen hilft ein hochwertiger Pfotenbalsam auf Basis von Bienenwachs oder Sheabutter. Reibe die Ballen abends mit einer erbsengroßen Menge ein, damit das Fett über Nacht einziehen kann.

Darf ich Melkfett für die Hundepfoten verwenden?

Melkfett besteht oft aus Erdöl-Derivaten und verstopft die Poren der Ballen. Da Hunde ihre Pfoten häufig ablecken, nimmst du besser natürliche Alternativen wie Ringelblumensalbe oder spezielle Pfotenpflegeprodukte.

Wie erkenne ich eine Granne in der Hundepfote?

Dein Hund leckt sich plötzlich intensiv an einer Pfote, humpelt oder die Stelle ist stark gerötet und geschwollen. Oft siehst du ein kleines Einstichloch zwischen den Zehen. In diesem Fall musst du sofort einen Tierarzt aufsuchen.

Verfasst von

Robert Hendrichs

Technik-Freak und Hunde-Urgestein in Personalunion: Robert liefert dir ehrliche Ratgeber für ein smartes Zuhause ebenso wie profunde Praxistipps aus 25 Jahren Leben mit Vierbeinern.

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