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Grün für Wohnungskatzen

Katzengras in der Wohnung richtig anziehen

Willst du Katzengras in der Wohnung selber ziehen, nimm am besten eindeutig beschriftete Samen von Weizen, Hafer, Gerste oder Roggen. Säe sie nach Packungsangabe in ein sauberes, standfestes Gefäß, halte das Substrat feucht statt nass und biete das Gras erst an, wenn sich weiche Halme entwickelt haben.

Die Aufschrift „Katzengras“ allein sagt noch nicht, was in der Packung oder im Topf steckt. Junges Getreidegras und Zyperngras werden unter demselben Namen verkauft, fühlen sich im Katzenmaul aber nicht gleich an. Bei der Auswahl zählen deshalb die Pflanzenart und die Beschaffenheit der Blätter: Harte, spitze oder scharfkantige Halme sind kein geeignetes Knabberangebot.

Fall 1: Junges Getreidegras aus Samen

Für die eigene Aussaat ist Getreidegras die unkomplizierte Wahl. Der Bayerische Rundfunk nennt unter anderem Weizen, Hafer, Gerste und Roggen als mögliche Grundlage für Katzengras. Diese Pflanzen gehören zu den Süßgräsern und bilden als junge Triebe vergleichsweise weiche Blätter.[1] Auch Plantura empfiehlt Getreidegräser als Alternative zu Pflanzen, deren Blätter härtere Kanten entwickeln können.[2]

Du brauchst dafür keine Mischung aus möglichst vielen Sorten. Eine Packung, auf der die enthaltene Getreideart eindeutig steht und die für die Anzucht von Katzen- oder Futtergras vorgesehen ist, lässt sich leichter beurteilen als eine namenlose Mischung.

Für eine Schale reichen wenige Dinge:

  • ein sauberes, standsicheres Gefäß, aus dem überschüssiges Wasser ablaufen kann,
  • geeignetes Pflanzsubstrat,
  • eindeutig beschriftetes Saatgut,
  • Wasser und ein heller Platz in der Wohnung.

Eine breite Schale steht meist ruhiger als ein schmales, leichtes Gefäß. Das macht einen Unterschied, sobald deine Katze an mehreren Halmen zieht oder eine Pfote auf den Rand setzt. Unter Ablauflöcher gehört ein passender Untersetzer, damit die Fensterbank trocken bleibt.

Die Samen ansetzen

Fülle das Gefäß mit Substrat und verteile die Samen so, wie es auf der Packung beschrieben ist. Manche Sorten werden leicht bedeckt, andere nur angedrückt. Die Herstellerangabe passt zum jeweiligen Saatgut besser als ein allgemeines Zentimetermaß.

Feuchte das Substrat gleichmäßig an. Es darf sich feucht anfühlen, sollte aber weder matschig sein noch Wasser an der Oberfläche zeigen. Bleibt Flüssigkeit im Untersetzer stehen, gieße sie ab. Mehr Wasser beschleunigt die Keimung nicht automatisch, sondern hält vor allem das Substrat länger nass.

Stelle die Schale hell und zunächst außer Reichweite deiner Katze auf. Frische Keimlinge sitzen noch locker und werden leicht mitsamt den Wurzeln aus dem Substrat gezogen. Warte, bis ein dichterer Bewuchs mit sichtbar entwickelten, weichen Halmen entstanden ist. Eine feste Zahl von Tagen oder eine bestimmte Halmhöhe passt nicht zu jeder Getreideart und jeder Wohnung.

Vor dem Aufstellen kurz prüfen

Fahre vorsichtig mit den Fingern über die Halme. Sie sollten biegsam sein und keine harten Spitzen oder schneidenden Ränder haben. Riecht das Substrat frisch und ist kein Schimmel zu sehen, kann die Schale an einen erreichbaren, standsicheren Platz ziehen.

Riecht sie dagegen modrig oder zeigt sich Schimmel auf Substrat, Samen oder Halmen, entsorge den Inhalt und reinige das Gefäß gründlich. Es genügt nicht, die Schale allein nach ihrem Alter zu beurteilen: Je nach Saatgut, Standort und Feuchtigkeit kann sie unterschiedlich lange frisch bleiben. Geruch, sichtbarer Belag und Halmstruktur sind die nützlicheren Kriterien.

Viele Katzen knabbern an Pflanzen, ohne zuvor krank zu wirken. Befragungen zum Pflanzenfressen bei Hauskatzen deuten darauf hin, dass dieses Verhalten für viele Tiere zum normalen Alltag gehört. Eine gesicherte Wirkung gegen Haarballen oder ein bestimmter Nährstoffbedarf lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.[3] Der Deutsche Tierschutzbund nennt eine Schale Katzengras für Wohnungskatzen als mögliches Knabberangebot, besonders wenn kein Zugang zu einer Wiese besteht.[4]

Anders ist ein fertiger Topf mit langen, festen Blättern zu beurteilen. Solche Pflanzen werden ebenfalls als Katzengras verkauft, gehören aber nicht unbedingt zu den jungen Getreidegräsern.

Fall 2: Ein Topf mit Zyperngras

Zyperngras ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Arten. Manche davon werden als Katzengras verkauft, obwohl ihre Blätter mit der Zeit fest oder scharfkantig werden können. Der Name auf dem Schild ist deshalb keine pauschale Zusage, dass jeder Topf für jede Katze geeignet ist.[1][2]

Auch „ungiftig“ und „angenehm zu kauen“ bedeuten nicht dasselbe. Die Vetpharm-Datenbank des Instituts für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Universität Zürich führt Cyperus zumula als ungiftig.[5] Diese Einordnung gilt für die genannte Art. Sie sagt weder etwas über sämtliche Pflanzen aus, die im Handel als Zyperngras angeboten werden, noch über die Härte eines älteren Blattes.

Steht bereits ein solcher Topf in deiner Wohnung, schau zuerst auf das Etikett. Fehlt die Artbezeichnung, prüfe ein Blatt vorsichtig zwischen zwei Fingern. Fühlt sich der Rand rau, steif oder scharf an, gehört der Topf nicht an den Katzenplatz. Eine Schale mit jungem Hafer- oder Weizengras ist dann die leichter zu kontrollierende Alternative.

Auch anfangs weiche Blätter können später fester werden. Prüfe einen länger stehenden Topf daher erneut, statt dich dauerhaft auf seine ursprüngliche Beschaffenheit zu verlassen. Zieht deine Katze ganze lange Blätter heraus, würgt beim Kauen oder lassen sich harte Spitzen ertasten, nimm den Topf weg.

Für das Substrat gelten dieselben Warnzeichen wie beim Getreidegras: sichtbarer Schimmel, muffiger Geruch und dauerhafte Nässe sprechen gegen die weitere Nutzung. Ein geschlossener Übertopf kann stehendes Wasser verbergen. Nimm den Pflanztopf deshalb gelegentlich heraus und gieße angesammelte Flüssigkeit ab.

Wenn Katzengras nicht das eigentliche Problem löst

Katzengras macht andere Pflanzen in der Wohnung nicht automatisch harmlos. Eine Katze kann das angebotene Gras nutzen und trotzdem an einem erreichbaren Blatt daneben knabbern. Pflanzen, deren Art oder Verträglichkeit du nicht kennst, sollten daher sicher getrennt stehen; giftige Zimmerpflanzen gehören nicht in die Reichweite deiner Katze.

Plötzlich stark verändertes Pflanzenfressen, wiederholtes Erbrechen, auffälliges Speicheln, fehlender Appetit oder ungewöhnliches Verhalten sind kein Fall für eine andere Grassorte. Nimm das Gras zunächst weg und lass deine Katze tierärztlich untersuchen. Hat sie an einer unbekannten oder möglicherweise giftigen Zimmerpflanze geknabbert, fotografiere die Pflanze und nimm nach Möglichkeit das Etikett mit zur Praxis.

Auch Erbrechen nach dem Knabbern beweist weder, dass das Gras „funktioniert“, noch dass deine Katze es zur Selbstbehandlung braucht. Die Forschung beschreibt Pflanzenfressen als verbreitetes Verhalten, liefert aber kein sicheres Wirkversprechen für Katzengras.[3] Bleiben Beschwerden bestehen, sollte die Schale deshalb nicht zur Erklärung für alles werden.

Quellen

  1. Tipps von Sabrina: Katzengras anziehen | Querbeet | BR Fernsehen | Fernsehen | BR.de (Bayerischer Rundfunk, abgerufen am 23.08.2026)
  2. Katzengras: Eigenschaften, Anpflanzen & Pflege – Plantura (Plantura, abgerufen am 23.08.2026)
  3. Characteristics of Plant Eating in Domestic Cats – PMC (Animals / PubMed Central, abgerufen am 23.08.2026)
  4. Gras zum Knabbern (Deutscher Tierschutzbund, abgerufen am 23.08.2026)
  5. Zypergras; Zyperngras (Vetpharm Universität Zürich, abgerufen am 23.08.2026)
Verfasst von

Leni Wehner

Leni schreibt über Reinigung, Lebensmittel und das Leben mit zwei Katzen. Dabei probiert sie praktische Tipps selbst aus und schaut, was zu Hause tatsächlich funktioniert.

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