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Zweitkatze eingewöhnen, bis beide Katzen klarkommen

Eine Zweitkatze eingewöhnen klingt erst einmal nach einem schönen Plan: mehr Gesellschaft, mehr Leben in der Wohnung, vielleicht sogar ein Katzen-Duo, das irgendwann zusammen döst. In der Realität beginnt es aber oft mit einer geschlossenen Tür, zwei angespannten Nasen und der Frage, wann man die beiden nun endlich zueinander lassen darf.

Die klare Antwort: nicht am ersten Tag. Eine neue Katze sollte nicht einfach in die Wohnung gesetzt werden, während die vorhandene Katze zuschaut. Für Katzen ist das kein netter Besuch, sondern ein fremdes Tier im eigenen Revier. Ein langsamer Start steigert die Chance, dass beide Tiere einander später akzeptieren. Freundschaft lässt sich nicht versprechen. Frieden im Haushalt ist schon ein gutes Ziel.

Grob läuft die Eingewöhnung in vier Schritten: erst getrennte Räume, dann Geruchstausch, dann Sichtkontakt mit Barriere, danach kurze direkte Treffen. Wie lange das dauert, variiert stark. Manche Katzen kommen nach wenigen Tagen halbwegs klar, andere brauchen Wochen oder Monate. Bei manchen passt es trotz sauberer Vorbereitung nicht. Genau deshalb ist Tempo bei der Zusammenführung kein Ehrgeizthema, sondern Katzenschutz.

Für den Start zählt diese Reihenfolge: Die neue Katze bekommt zuerst einen eigenen Raum. Beide Katzen lernen den Geruch der anderen kennen. Erst wenn Geruch und Türkontakt ruhig bleiben, folgt Sichtkontakt. Direkte Treffen kommen erst danach, kurz und beaufsichtigt.

Zweitkatze eingewöhnen heißt erst einmal: trennen

Der häufigste Fehler passiert gleich am Anfang: Transportbox auf, neue Katze raus, alte Katze dazu. Aus Menschensicht ist das ein Kennenlernen. Aus Katzensicht kann es eine Revierverletzung sein. Selbst eine soziale Katze muss erst verarbeiten, dass plötzlich ein fremder Geruch, fremde Geräusche und ein fremdes Bewegungsmuster im Zuhause auftauchen.

Die neue Katze braucht deshalb ein eigenes Ankunftszimmer. Das kann ein Arbeitszimmer, Gästezimmer oder ein ruhiger Teil der Wohnung sein, der sich sicher abtrennen lässt. Dieses Zimmer ist nicht als Strafe gedacht. Es ist der Ort, an dem die neue Katze ankommt, frisst, schläft, aufs Klo geht und merkt: Hier passiert mir nichts.

Für die vorhandene Katze ist die Trennung genauso wertvoll. Sie verliert nicht sofort die Kontrolle über ihr Revier. Sie hört und riecht zwar, dass da jemand Neues ist, muss aber nicht direkt ausweichen, fliehen oder drohen.

Welche Zweitkatze passt zur vorhandenen Katze?

Die Eingewöhnung beginnt nicht erst mit dem Einzug. Schon die Auswahl der zweiten Katze beeinflusst, wie schwer oder leicht der Start wird. Alter, Temperament, Vorerfahrung, Gesundheitszustand und Spieltrieb sollten zur vorhandenen Katze passen.

Eine ältere, ruhige Katze ist mit einem aufgedrehten Kitten schnell überfordert. Ein sehr unsicheres Tier kann mit einer forsch auftretenden Katze dauerhaft unter Druck geraten. Eine Katze, die jahrelang allein gelebt oder schon schlechte Erfahrungen mit Artgenossen gemacht hat, braucht besonders viel Zeit. Manche möchten auch schlicht keine zweite Katze im eigenen Revier.

Bei Tieren aus dem Tierheim lohnt sich ein ehrliches Gespräch über die vorhandene Katze: Alter, Charakter, Wohnsituation, Freigang oder Wohnungshaltung, Gesundheitsprobleme, Spielverhalten, frühere Katzenkontakte. Gute Vermittlungsstellen kennen ihre Tiere meist gut und können eher sagen, ob eine Katze als Zweitkatze infrage kommt.

Bei Kitten gilt eine zusätzliche Grenze: Junge Katzen sollten nicht zu früh von Mutter und Geschwistern getrennt werden. Der Deutsche Tierschutzbund nennt mindestens zehn, besser zwölf Wochen bis zum Einzug.[5]

Der Ankunftsraum für die neue Katze

Der Raum für die neue Katze sollte nicht der Lieblingsplatz der vorhandenen Katze sein. Das Sofa, auf dem die alte Katze jeden Abend schläft, ist also keine gute Wahl. Besser ist ein ruhiger Raum mit Tür, in dem der Neuankömmling mehrere Tage bleiben kann, ohne ständig gestört zu werden.

In diesem Zimmer sollte alles stehen, was die neue Katze braucht:

  • ein eigenes Katzenklo, möglichst offen und weit weg von Futter und Wasser
  • Futterplatz und Wasserplatz mit Abstand zueinander
  • ein Schlafplatz und mehrere Verstecke, etwa Karton, Höhle oder Decke über einem Stuhl
  • Kratzmöglichkeit, Spielzeug und ein vertraut riechender Gegenstand aus dem alten Zuhause
  • ein sicherer Platz am Fenster, falls der Raum das hergibt

Die neue Katze darf selbst entscheiden, wann sie aus der Transportbox kommt. Nicht herausziehen, nicht hochnehmen, nicht der alten Katze vor die Nase halten. Box öffnen, Abstand nehmen, ruhig bleiben. Manche Katzen erkunden sofort alles. Andere sitzen erst einmal unter dem Bett. Beides ist normal.

Besuch, Kindertrubel und ständiges Nachschauen stören in den ersten Tagen eher. Besser sind kurze ruhige Besuche: hinsetzen, leise sprechen, Futter bringen, Klo reinigen, vielleicht ein bisschen spielen, falls die Katze dafür offen ist.

Geruchstausch: erst riechen, dann sehen

Katzen lesen ihre Welt stark über Gerüche. Genau das kannst du nutzen. Noch ehe die beiden Katzen einander sehen, sollten sie den Geruch der anderen Katze kennenlernen. Das senkt nicht jedes Risiko, macht den fremden Geruch aber weniger plötzlich.

Dafür kannst du ein weiches Tuch sanft an Wangen, Stirn oder Kinn einer Katze reiben, wenn sie entspannt ist. Dieses Tuch legst du dann in den Raum der anderen Katze, aber nicht direkt in ihr Körbchen. Sie soll hingehen können, muss aber nicht. Das Gleiche machst du andersherum.

Reagiert eine Katze mit Fauchen, Rückzug oder angespanntem Starren auf das Tuch, bleibt ihr bei dieser Stufe. Das Tuch wird dann nicht nähergelegt, sondern erst einmal neutral im Raum angeboten. Futter, Leckerli oder ruhiges Spiel können in der Nähe stattfinden, solange die Katze nicht unter Druck gerät.

Später können Decken, Kissen oder Schlafplätze getauscht werden. Auch ein kontrollierter Raumtausch kann helfen: Die neue Katze erkundet kurz einen Teil der Wohnung, während die vorhandene Katze in einem anderen Raum ist. Danach geht jede wieder in ihren Bereich. Direkter Kontakt findet dabei noch nicht statt.

Phase Was passiert? Woran du weitermachst
1. Ankommen Neue Katze bleibt im eigenen Raum Sie frisst, nutzt das Klo und wirkt nicht panisch
2. Geruch Tücher, Decken und später Räume werden getauscht Beide Katzen bleiben beim fremden Geruch ansprechbar
3. Sicht Kontakt durch Gitter, Glastür oder gesicherte Türöffnung Kein Fixieren, kein Anspringen, kein panischer Rückzug
4. Nähe Kurze direkte Treffen unter Aufsicht Beide Katzen können Abstand nehmen
5. Alltag Mehr gemeinsame Zeit in der Wohnung Fressen, Schlafen, Klo und Wege bleiben für beide erreichbar

Der erste Sichtkontakt sollte gesichert sein

Wenn Geruchstausch und Türkontakt ruhig bleiben, kann der erste Sichtkontakt folgen. Dafür eignet sich ein hohes Türgitter, eine Glastür, ein gesicherter Türspalt oder ein stabiler Netzrahmen. Der Punkt ist: Die Katzen sehen einander, können aber nicht aufeinander losgehen.

Der Abstand darf groß sein. Beide Katzen sollten selbst entscheiden können, ob sie näherkommen oder lieber auf Distanz bleiben. Bitte keine Katze vor das Gitter setzen, nicht festhalten, nicht hochnehmen. Festhalten nimmt Fluchtwege und steigert die Anspannung.

In dieser Phase können Futter oder Leckerli helfen, aber nur mit Abstand. Die Näpfe stehen anfangs nicht direkt am Gitter. Besser ist ein Abstand, bei dem beide Katzen noch fressen. Wer nicht frisst, ist vermutlich zu nah dran oder zu angespannt.

Ein bisschen Fauchen ist noch kein gescheiterter Start. Fauchen bedeutet erst einmal: Bleib weg. Problematischer sind starres Fixieren, geducktes Anschleichen, wiederholtes Anspringen des Gitters, heftiges Knurren, panisches Weglaufen oder Blockieren der Tür.

Direkte Treffen: kurz, ruhig und mit Rückweg

Erst wenn die Katzen am Gitter mehrfach ruhig geblieben sind, folgt ein kurzes Treffen ohne Barriere. Der Raum sollte Fluchtwege, erhöhte Plätze und keine Engstellen haben. Türen, Flurenden und schmale Durchgänge sind heikel, weil eine Katze dort die andere blockieren kann.

Die erste Begegnung muss nicht lange dauern. Zwei bis fünf Minuten können reichen. Ein gutes Treffen endet, ehe die Stimmung spürbar anzieht. Danach gehen beide Katzen wieder in ihre Bereiche. Mehrere kurze Begegnungen sind meist besser als ein langer Versuch, der mit Jagen oder Prügelei endet.

Spielzeug kann die Situation lockern, wenn beide Katzen dadurch nicht hochfahren. Laserpointer sind in dieser Phase ungünstig, weil sie Jagdspannung erzeugen und die Katzen schnell aufeinander umlenken können. Besser sind ruhige Angelspiele mit Abstand oder Futterbeschäftigung, die jede Katze für sich nutzen kann.

Greifen die Katzen einander ernsthaft an, wirfst du dich nicht mit den Händen dazwischen. Eine Decke, ein großes Kissen, ein Brett oder ein Sichtschutz kann den Blickkontakt unterbrechen. Danach werden die Tiere getrennt und ihr geht wieder eine Stufe zurück.

Bei echten Kämpfen nicht abwarten: Lautes Kreischen, Fellbüschel, Verbeißen, wiederholtes Jagen, Verletzungen oder eine Katze, die nicht mehr aus einem Versteck kommt, sind Stoppsignale. Dann trennen, Ruhe herstellen und tierärztlich oder verhaltensmedizinisch beraten lassen.

Wenn die Katzen fauchen, knurren oder jagen

Fauchen und Knurren sind nicht schön, aber sie gehören zur Katzensprache. Eine Katze sagt damit: Abstand. Solange beide Tiere ausweichen können, niemand verfolgt wird und die Situation schnell abklingt, ist das noch kein Notfall.

Anders sieht es aus, wenn eine Katze die andere gezielt jagt, Wege versperrt oder den Zugang zu Klo, Futter, Wasser oder Lieblingsplätzen kontrolliert. Die AAFP-Leitlinien zu Spannungen zwischen Katzen beschreiben auch subtile Zeichen wie Starren, Blockieren von Durchgängen und Zugangskontrolle als relevante Stresssignale.[6]

Auf diese Zeichen solltest du achten:

  • eine Katze sitzt ständig vor Tür, Flur, Katzenklo oder Futterplatz und lässt die andere nicht vorbei
  • eine Katze frisst schlechter, schläft schlechter oder versteckt sich deutlich mehr
  • eine Katze nutzt das Klo nicht mehr oder markiert plötzlich in der Wohnung
  • Spiel wirkt einseitig: Eine jagt, die andere flieht, versteckt sich oder schreit
  • es gibt Verletzungen, Fellbüschel oder wiederholte heftige Angriffe

Bei solchen Zeichen hilft kein „Die müssen das unter sich klären“. Katzen bilden keine stabile Hackordnung, die man nur einmal auskämpfen lassen muss. Wer Kämpfe laufen lässt, riskiert, dass beide Katzen die andere dauerhaft mit Angst und Schmerz verbinden.

Ressourcen verteilen, statt einen Katzenbereich zu bauen

In Mehrkatzenhaushalten entsteht viel Streit nicht am Napf selbst, sondern an Engstellen. Eine Katze sitzt im Flur. Die andere kommt nicht zum Klo. Eine liegt auf dem Lieblingsplatz. Die andere traut sich nicht aufs Sofa. Deshalb reicht es nicht, einfach zwei Näpfe nebeneinanderzustellen.

Für zwei Katzen brauchst du mehrere getrennte Stationen. RSPCA Australia beschreibt für Mehrkatzenhaushalte die Faustregel: pro Katze eine Ressource plus eine zusätzliche, räumlich getrennt aufgestellt.[4] Der Deutsche Tierschutzbund nennt bei zwei Katzen mindestens drei Katzentoiletten und rät von Toiletten mit Deckel oder Klappe ab.[5]

In der Wohnung sollten diese Dinge verteilt stehen:

  • mindestens drei Katzentoiletten an ruhigen, gut erreichbaren Orten
  • mehrere Futterplätze, nicht direkt nebeneinander und nicht direkt neben dem Wasser
  • mehrere Wasserstellen, damit keine Katze eine Schüssel bewachen kann
  • Kratzstellen, Liegeplätze und erhöhte Plätze in verschiedenen Räumen
  • Rückzugsorte, aus denen eine Katze nicht von der anderen herausgedrängt wird

Gerade in kleinen Wohnungen hilft Höhe. Wandliegeplätze, Fensterbank, Kratzbaum, Schrankzugang oder ein stabiler Hocker schaffen Ausweichfläche, ohne dass mehr Grundfläche nötig ist. Katzen lösen Abstand nicht nur horizontal, sondern auch nach oben.

Wie lange dauert es, eine Zweitkatze einzugewöhnen?

Eine feste Dauer gibt es nicht. Cats Protection nennt für die Gewöhnung an eine neue Katze einen Zeitraum von Wochen und weist darauf hin, dass manche Katzen eine zweite Katze nie vollständig akzeptieren.[1] RSPCA UK nennt für den gesamten Prozess eine Spannweite von einer Woche bis mehreren Monaten.[3]

Als grobe Orientierung kannst du mit diesem Ablauf rechnen: Die ersten Tage gehören dem Ankommen im eigenen Raum. Danach folgen Geruchstausch und Türkontakt. Sichtkontakt kann nach einigen Tagen möglich sein, manchmal aber erst nach zwei Wochen. Direkte Treffen kommen erst, wenn die vorherigen Stufen ruhig wirken.

Rückschritte sind normal. Wenn nach einem guten Tag plötzlich wieder gefaucht wird, geht ihr eine Stufe zurück. Das ist kein Scheitern, sondern Anpassung an das Tempo der Katzen.

Sonderfall Kitten zur erwachsenen Katze

Ein Kitten wirkt auf manche erwachsene Katze weniger bedrohlich als eine zweite erwachsene Katze. Gleichzeitig kann ein junges Tier sehr nerven. Es will spielen, rennen, springen und testet Grenzen. Eine ältere oder ruhige Katze möchte vielleicht nur schlafen und ihren Tagesablauf behalten.

Bei dieser Kombination braucht die erwachsene Katze sichere Plätze, die das Kitten nicht erreicht. Ein hoher Kratzbaum, ein Gitter mit kleinerem Durchlass nur für die erwachsene Katze oder ein Raum, in den das Kitten zeitweise nicht darf, kann die Lage entspannen. Das Kitten braucht genug Beschäftigung mit Menschen, damit es nicht ständig die ältere Katze als Spielobjekt nutzt.

Auch hier gilt: kein direkter Start. Ein kleines Kitten kann durch viele Türgitter schlüpfen. Dann braucht es eine andere Barriere, etwa einen gesicherten Netzrahmen oder einen großen, positiv aufgebauten Aufenthaltsbereich für die ersten Sichtkontakte.

Sonderfall ältere Katze oder lange Einzelhaltung

Eine Katze, die viele Jahre allein gelebt hat, ist nicht automatisch unsozial. Sie hat aber oft feste Wege, feste Plätze und feste Rituale. Wird ihr Revier plötzlich geteilt, kann sie unsicher, gereizt oder stiller werden.

Bei Senioren kommt noch der Körper dazu. Schmerzen, schlechteres Hören, schlechteres Sehen oder Schilddrüsen- und Nierenthemen können die Belastbarkeit verändern. Eine tierärztliche Kontrolle vor dem Einzug einer zweiten Katze ist bei älteren Tieren deshalb keine Übertreibung. Wenn eine Katze Schmerzen hat, kann sie auf Annäherung schneller gereizt reagieren.

Bei einer älteren Katze ist ein ruhiger, erwachsener Artgenosse oft leichter als ein stürmisches Kitten. Trotzdem bleibt die einzelne Katze der Maßstab. Nicht der Wunsch nach einem Katzen-Duo entscheidet, sondern die Frage, ob beide Tiere mit dem neuen Alltag leben können.

Wenn die Zusammenführung nicht vorankommt

Manchmal bleibt es über Wochen schwierig. Dann hilft es, den Ablauf nicht nur nach Gefühl zu bewerten, sondern genauer zu beobachten. Wann wird es heikel? Am Futter? Im Flur? Abends? Nach dem Spielen? Vor dem Katzenklo? Sobald ein Muster sichtbar wird, lässt sich die Umgebung gezielter verändern.

Du kannst zum Beispiel zusätzliche Wege schaffen, Futterplätze weiter trennen, Sichtschutz an einer Engstelle aufstellen, eine weitere Toilette ergänzen oder gemeinsame Zeiten wieder kürzer halten. Auch Pheromon-Diffuser können bei manchen Katzen unterstützend wirken; Blue Cross und RSPCA UK nennen sie im Kontext der Eingewöhnung als mögliche Hilfe.[2][3]

Wenn eine Katze dauerhaft nicht frisst, unsauber wird, sich verkriecht, stark abnimmt, aggressiv gegen Menschen wird oder die Tiere sich verletzen, ist fachliche Hilfe dran. Erste Anlaufstelle ist eine katzenerfahrene Tierarztpraxis. Bei Verhaltensproblemen kann eine qualifizierte Katzenverhaltensberatung helfen, am besten mit Videos der Situationen und einem Grundriss der Wohnung.

Wenn nebeneinander leben schon ein Erfolg ist

Nicht jedes Katzenpaar wird ein Kuschelpaar. Manche Katzen teilen sich später Sofa, Bett und Fellpflege. Andere leben friedlich nebeneinander, schlafen in verschiedenen Räumen und möchten keinen engen Körperkontakt. Das ist kein schlechter Ausgang, solange keine Katze eingeschränkt wird.

Ein gutes Ziel ist ein Haushalt, in dem beide Katzen fressen, trinken, schlafen, spielen, aufs Klo gehen und ihre Wege nutzen können, ohne ständig zu lauern oder auszuweichen. Wenn sie irgendwann zusammen am Fenster sitzen, schön. Wenn sie sich nur respektieren und Abstand halten, ist das für viele Katzen bereits eine stabile Lösung.

Quellen

  1. Cats Protection: Introducing cats to other cats or kittens (abgerufen am 02.07.2026)
  2. Blue Cross: Introducing cats (abgerufen am 02.07.2026)
  3. RSPCA UK: Introducing your cat to other people & pets (abgerufen am 02.07.2026)
  4. RSPCA Australia Knowledgebase: What do I need to know about multi-cat households? (abgerufen am 02.07.2026)
  5. Deutscher Tierschutzbund: Katzenhaltung (abgerufen am 02.07.2026)
  6. Rodan et al.: 2024 AAFP intercat tension guidelines: recognition, prevention and management (abgerufen am 02.07.2026)

FAQs zum Thema Zweitkatze eingewöhnen

Wie lange sollte die neue Katze im eigenen Zimmer bleiben?

Mindestens so lange, bis sie frisst, das Katzenklo nutzt und im Raum nicht mehr panisch wirkt. Bei manchen Katzen sind das wenige Tage, bei anderen deutlich länger. Der nächste Schritt beginnt erst, wenn der vorherige ruhig klappt.

Dürfen die Katzen sich am Anfang anfauchen?

Ja, leichtes Fauchen kann normale Abstandssprache sein. Kritisch wird es bei anhaltendem Fixieren, Jagen, Anspringen, Blockieren, Verbeißen oder wenn eine Katze sich nicht mehr frei bewegt.

Sollte ich die Katzen kämpfen lassen, damit sie die Rangordnung klären?

Nein. Katzen sollten ernsthafte Konflikte nicht austragen müssen. Kämpfe können Angst, Schmerz und dauerhafte Ablehnung verstärken. Bei heftigen Reaktionen trennen und eine Stufe zurückgehen.

Kann eine Zweitkatze einer einsamen Katze helfen?

Das kann passieren, ist aber nicht garantiert. Manche Katzen suchen Artgenossen, andere möchten lieber allein leben. Alter, Charakter, Vorerfahrung, Gesundheit und Wohnraum sind wichtiger als der Wunsch nach Gesellschaft.

Was ist besser: Kitten oder erwachsene Zweitkatze?

Ein Kitten kann für manche erwachsene Katzen weniger bedrohlich wirken, aber durch seinen Spieltrieb auch sehr anstrengend sein. Eine ruhige erwachsene Katze kann besser passen, wenn die vorhandene Katze älter oder gemütlicher ist.

Wie viele Katzenklos brauche ich bei zwei Katzen?

Bei zwei Katzen sind mindestens drei Katzentoiletten sinnvoll. Sie sollten an getrennten, ruhigen Orten stehen und nicht so platziert sein, dass eine Katze der anderen den Weg blockieren kann.

Wann sollte ich mir Hilfe holen?

Hilfe ist sinnvoll, wenn eine Katze nicht frisst, unsauber wird, sich dauerhaft versteckt, stark gestresst wirkt oder es Verletzungen gibt. Dann sollte zuerst eine Tierarztpraxis körperliche Ursachen ausschließen; danach kann eine qualifizierte Verhaltensberatung den Ablauf begleiten.

Verfasst von

Leni Wehner

Alltagsfuchs-Urgestein mit zwei Katzen und einer Spürnase für echte Lösungen: Leni testet Reinigungs- und Food-Hacks gnadenlos ehrlich, damit dein Zuhause trotz Samtpfoten glänzt.

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