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Abmessen mit Augenmaß

Backen ohne Waage mit Tasse und Löffel

Beim Backen ohne Waage helfen dir ein Messbecher, Messlöffel oder eine Tasse mit bekannter Füllmenge. Milliliter kannst du als Volumen abmessen, Tassenrezepte mit demselben Gefäß zubereiten und kleine Mengen mit gestrichenen Löffeln bestimmen. Ausschließliche Grammangaben solltest du dagegen nicht frei durch Tassen ersetzen: Volumen kann Volumen ersetzen, Gramm jedoch nicht pauschal.

Als Erstes zählt die Angabe im Rezept

Stehen Milch oder Wasser in Millilitern im Rezept, ist ein Messbecher die passende Wahl. Angaben in Ess- und Teelöffeln lassen sich mit Messlöffeln übernehmen. Bei einem Tassen- oder Becherrezept verwendest du vom ersten bis zum letzten Schritt dasselbe Gefäß.

Schwieriger wird es bei Zutaten, die ausschließlich in Gramm genannt sind. Eine Tasse Mehl wiegt nicht so viel wie eine Tasse Zucker, obwohl beide bis zum Rand gefüllt sind. Eine pauschale Rechnung wie „eine Tasse entspricht einer bestimmten Grammzahl“ kann den Teig deshalb deutlich verändern.

Angabe im Rezept Bestes Hilfsmittel Sinnvolle Handlung Grenze
Milliliter Messbecher Flüssigkeit an der Skala ablesen Eine Zutatenskala nur für die aufgedruckte Zutat nutzen
EL oder TL Standardisierte Messlöffel Trockene Zutaten gestrichen messen Bestecklöffel sind nur eine grobe Notlösung
Tasse oder Becher Ein festgelegtes Gefäß Füllhöhe und Füllweise beibehalten Eier und kleine Zutaten müssen zur Gefäßgröße passen
Ausschließlich Gramm Küchenwaage Ohne Waage ein Volumenrezept wählen Nicht frei in Tassen umrechnen

Enthält dein ursprüngliches Rezept eine Mischung aus Gramm- und Milliliterangaben, hilft der Messbecher nur bei einem Teil der Zutaten. Statt Mehl, Zucker und Fett einzeln mit ungefähren Tabellenwerten umzubauen, ist ein von Anfang an für Tasse und Löffel geschriebenes Rezept die verlässlichere Abkürzung.

Das genaueste Hilfsmittel aus der Schublade nehmen

Ein Messbecher mit Milliliter-Skala steht an erster Stelle. Manche Modelle tragen zusätzliche Markierungen für Mehl oder Zucker. Solche Skalen gelten jeweils nur für die aufgedruckte Zutat. Die Mehlskala lässt sich nicht auf Kakao, gemahlene Mandeln oder Zucker übertragen.

Für kleine Mengen sind standardisierte Messlöffel hilfreich. Ein gestrichener Mess-Teelöffel fasst 5 Milliliter, ein gestrichener Mess-Esslöffel 15 Milliliter; drei Teelöffel ergeben damit einen Esslöffel. Gewöhnliche Löffel aus dem Besteckkasten können kleiner, größer, flacher oder tiefer sein und bleiben eine grobe Notlösung.

Auch „eine Tasse“ ist keine feste Größe. Als grobe Orientierung gelten für eine kleine Tasse etwa 125 Milliliter, für eine große Tasse rund 150 Milliliter und für ein durchschnittliches Glas ungefähr 180 Milliliter. Das sind keine Normgrößen für dein Geschirr. Ein großer Kaffeebecher kann deutlich mehr fassen.

Mit einem Messbecher kannst du dein Gefäß auslitern. Fülle die Tasse mit Wasser bis zu der Höhe, die du später beim Backen verwenden möchtest, und gieße das Wasser in den Messbecher. Für das Rezept weiter unten brauchst du eine Füllmenge von 150 Millilitern. Ist dein Gefäß größer, markierst oder merkst du dir die passende Höhe. Fehlt auch der Messbecher, kann eine leere Flasche oder Verpackung mit bekannter Füllmenge zumindest bei der groben Einordnung helfen.

Beim Einfüllen entstehen die größten Unterschiede

Mehl, Kakao und ähnliche trockene Zutaten gibst du locker mit einem Löffel in die Tasse. Drücke sie nicht hinein und klopfe das Gefäß nicht auf die Arbeitsplatte. Beides verdichtet den Inhalt, sodass mehr davon in der Tasse landet. Anschließend ziehst du einen geraden Messerrücken über den Rand.

Auch Teelöffel und Esslöffel werden glatt abgestrichen, sofern das Rezept nicht ausdrücklich einen gehäuften Löffel verlangt. Gerade bei Backpulver ist ein kleiner Berg auf dem Löffel wenig aussagekräftig: Seine Größe hängt von Form und Tiefe des Löffels ab.

Stelle einen Messbecher zum Ablesen auf eine ebene Arbeitsfläche und betrachte die Skala auf Augenhöhe. Bei einer Tasse ohne Skala kommt es auf eine gleichbleibende Füllhöhe an. Ein Wechsel zwischen Kaffeetasse, Trinkglas und Becher würde dagegen das Verhältnis der Zutaten verschieben.

Die Maße für dieses Rezept

Verwende durchgehend eine auf 150 Milliliter ausgeliterte Tasse. Miss TL und EL gestrichen ab und fülle trockene Zutaten locker ein, ohne sie zu verdichten.

Einfacher Tassen-Rührkuchen ohne Waage

Dieses Rezept ist von Anfang an für eine Tasse mit 150 Millilitern geschrieben. Es ergibt einen Kuchen für eine etwa 25 Zentimeter lange Kastenform. Die Vorbereitung dauert ungefähr 15 Minuten, die Backzeit liegt bei 40 bis 50 Minuten. Heize den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze oder 160 Grad Umluft vor.

Zutaten für eine Kastenform

Dabei sind diese Punkte wichtig:

  • 3 gestrichene Tassen Weizenmehl
  • 1 gestrichene Tasse Zucker
  • 2 gestrichene TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier
  • 1 Tasse Milch
  • 3/4 Tasse neutrales Pflanzenöl
  • 1 TL Vanillezucker oder etwas abgeriebene Zitronenschale nach Geschmack
  • etwas Öl und Mehl für die Form

Zubereitung Schritt für Schritt

So gehst du vor:

  1. Heize den Ofen vor. Fette die Kastenform dünn mit Öl ein und bestäube sie mit etwas Mehl.
  2. Gib Eier, Zucker, Milch und Öl in eine Rührschüssel. Verrühre alles mit einem Schneebesen oder Handrührgerät, bis keine größeren Zuckerhäufchen mehr zu sehen sind.
  3. Mische Mehl, Backpulver und Salz in einer zweiten Schüssel.
  4. Gib die trockenen Zutaten portionsweise zur Eiermischung. Rühre nur so lange, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist. Vanillezucker oder Zitronenschale kommen zum Schluss dazu.
  5. Prüfe die Konsistenz am Löffel. Der Rührteig sollte schwer und breit herunterfallen. Bleibt er als fester Klumpen hängen oder läuft er nahezu wie Milch, deutet das auf eine gröbere Abweichung beim Abmessen hin.
  6. Fülle den Teig in die vorbereitete Kastenform und streiche die Oberfläche glatt. Backe den Kuchen zunächst 40 Minuten und prüfe ihn dann mit einem Holzstäbchen. Haften noch feuchte Teigspuren daran, braucht er etwas länger.
  7. Lass den Kuchen kurz in der Form stehen. Löse anschließend vorsichtig den Rand und setze ihn zum weiteren Abkühlen auf ein Kuchengitter oder einen großen Teller.

Die Konsistenzprobe kann kleinere Unterschiede bei Mehl und Eiern sichtbar machen, ist aber kein Ersatz für richtig bemessene Zutaten. Größere Änderungen am Verhältnis von Mehl, Flüssigkeit und Öl würden aus dem abgestimmten Volumenrezept wieder ein Experiment machen.

Beim nächsten Rezept die Grenze erkennen

Der Tassen-Rührkuchen ist ein eigenständiges Volumenrezept. Seine Mengen lassen sich nicht auf beliebige Kuchen übertragen. Biskuit, Baiser, Macarons, feines Spritzgebäck und andere präzisionsabhängige Rezepte reagieren empfindlicher auf verschobene Mengenverhältnisse.

Stehen bei einem solchen Rezept nur Grammangaben auf dem Blatt, ist Warten auf eine Küchenwaage meist weniger aufwendig als eine Reihe freier Umrechnungen. Alternativ wählst du ein Rezept, das Eier, Tasse und Löffel bereits aufeinander abstimmt. Auch beim Austausch eines Teils des Mehls durch Stärke kommt es auf das jeweilige Gebäck an; der Beitrag über das Dosieren von Maisstärke beim Backen erklärt die Unterschiede.

Verfasst von

Leni Wehner

Leni schreibt über Reinigung, Lebensmittel und das Leben mit zwei Katzen. Dabei probiert sie praktische Tipps selbst aus und schaut, was zu Hause tatsächlich funktioniert.

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