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Ähnliche Namen anderes Aroma

Kümmel oder Kreuzkümmel: Das ist der Unterschied

Im Gewürzregal sehen sie sich ähnlich und ihre Namen machen die Sache nicht leichter: Kümmel und Kreuzkümmel werden schnell miteinander verwechselt. Im Essen fällt die Verwechslung allerdings sofort auf. Kümmel schmeckt würzig, leicht herb und typisch nach dem Aroma, das du aus Sauerkraut, Brot oder kräftigen Kohlgerichten kennst. Kreuzkümmel ist deutlich intensiver, warm, erdig und leicht bitter. Er steckt häufig in Hummus, Falafel, Curry und vielen Gerichten aus Nordafrika, dem Nahen Osten oder Indien.

Kümmel und Kreuzkümmel sind nicht dasselbe Gewürz

Kümmel stammt von Carum carvi, Kreuzkümmel von Cuminum cyminum. Beide gehören zur Familie der Doldenblütler, botanisch handelt es sich aber um zwei verschiedene Arten.[1]

Auch ihre traditionelle Verwendung unterscheidet sich. Kümmel ist seit Langem in der europäischen Küche verbreitet. Kreuzkümmel, oft auch Cumin genannt, prägt dagegen viele Gerichte aus wärmeren Regionen und ist unter anderem in der Küche Nordafrikas, des Nahen Ostens und Südasiens fest verankert.[1]

Wenn du gerade vor dem Gewürzregal stehst

Für Sauerkraut, Roggenbrot, Kohl, Kartoffeln oder kräftige Käsegerichte greifst du normalerweise zu Kümmel.

Für Hummus, Falafel, Chili, Curry, Couscous oder orientalisch gewürzte Hülsenfrüchte passt meist Kreuzkümmel.

Steht im Rezept „Cumin“, ist Kreuzkümmel gemeint.

So unterscheiden sich Kümmel und Kreuzkümmel im Geschmack

Beim Kümmel ist Carvon ein wichtiger Aromastoff. Sein Geschmack ist kräftig, würzig und leicht herb, aber weniger intensiv als der von Kreuzkümmel.[1]

Kreuzkümmel enthält unter anderem Cuminaldehyd. Dadurch bekommt er seine warmen, erdigen und leicht bitteren Noten.[1]

Wer Kreuzkümmel nicht gewohnt ist, nimmt ihn oft schon in kleinen Mengen deutlich wahr. Deshalb lohnt es sich, bei einem unbekannten Rezept zunächst zurückhaltend zu würzen und später nachzulegen.

Kümmel Kreuzkümmel
Botanischer Name Carum carvi Cuminum cyminum
Auch genannt Kümmel Cumin
Geschmack Würzig, herb, vergleichsweise mild Warm, erdig, kräftig, leicht bitter
Typische Gerichte Sauerkraut, Kohl, Brot, Kartoffeln, Käse Hummus, Falafel, Curry, Couscous, Hülsenfrüchte

Auch optisch kannst du beide auseinanderhalten

Ganze Kümmelfrüchte sind meist dunkler, schmal und leicht gebogen. Ihre Oberfläche zeigt deutliche helle Rippen.

Kreuzkümmel ist ebenfalls länglich und gerippt, fällt aber meist etwas größer und heller aus.[1]

Bei zwei offenen Gläsern nebeneinander hilft das weiter. Noch einfacher ist die Geruchsprobe: Kreuzkümmel riecht wesentlich wärmer und schwerer, während Kümmel sein typisches Brot- und Kohlaroma mitbringt.

Kannst du Kümmel durch Kreuzkümmel ersetzen?

Bei den meisten Gerichten würde ich das nicht machen. Die Gewürze erfüllen geschmacklich unterschiedliche Aufgaben.

In einem Sauerkraut verändert Kreuzkümmel den Charakter des Gerichts deutlich. Umgekehrt schmeckt Hummus mit normalem Kümmel nicht einfach wie eine etwas mildere Variante des Originals.

Fehlt eines der beiden Gewürze, ist es häufig besser, das Rezept ohne diesen Bestandteil zuzubereiten oder nach einer Alternative zu suchen, die zum jeweiligen Gericht passt.

Bei Gewürzmischungen ist die Unterscheidung ebenfalls wichtig. Kreuzkümmel gehört beispielsweise zu vielen Curry- und Garam-Masala-Mischungen.[1] Normaler Kümmel übernimmt diese Rolle nicht.

Ganze Körner behalten ihr Aroma länger

Kümmel und Kreuzkümmel bekommst du gemahlen oder ganz. Gemahlene Gewürze sind bequem, verlieren ihr Aroma aber schneller.

Das BZfE empfiehlt deshalb, ganze Früchte beziehungsweise Samen möglichst erst kurz vor der Verwendung zu zerdrücken oder zu mahlen. Kreuzkümmel kannst du außerdem kurz ohne Fett in einer Pfanne anrösten. Dadurch wird sein Aroma intensiver.[1]

Beim Rösten reichen niedrige bis mittlere Hitze und kurze Zeit. Sobald das Gewürz deutlich duftet, kann es aus der Pfanne. Verbrannter Kreuzkümmel wird unangenehm bitter.

Und Schwarzkümmel?

Der Name sorgt für die nächste Verwechslung. Schwarzkümmel ist weder eine dunkle Sorte des Kümmels noch Kreuzkümmel.

Echter Schwarzkümmel heißt botanisch Nigella sativa und gehört sogar zu einer anderen Pflanzenfamilie, den Hahnenfußgewächsen. Die dunklen, kantigen Samen findest du beispielsweise auf Fladenbrot und in verschiedenen Gerichten der orientalischen Küche.[2]

Für das Gewürzregal reicht daher eine einfache Trennung: Kümmel für das vertraute herb-würzige Aroma vieler mitteleuropäischer Gerichte, Kreuzkümmel beziehungsweise Cumin für die deutlich wärmere und erdigere Würzung. Ähnliche Namen machen daraus noch lange keine austauschbaren Gewürze.

Quellen

  1. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Kümmel und Kreuzkümmel – Unterschiede, Aroma und Verwendung (Stand 14.10.2020, abgerufen am 01.09.2026)
  2. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Schwarzkümmel – botanische Abgrenzung zu Kümmel und Kreuzkümmel (abgerufen am 01.09.2026)
Verfasst von

Maria Schmidt

Maria schreibt über Ordnung, Reinigung und praktische Ideen für die Küche. Besonders gern probiert sie Rezepte aus der Heißluftfritteuse aus und entdeckt immer wieder neue kreative Projekte und Hobbys.

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