Ein Kassenbon ist dünn, besteht offensichtlich aus Papier und landet deshalb schnell zusammen mit Zeitungen und Kartons in der blauen Tonne. Bei den üblichen weißen Thermobons ist das in Deutschland allerdings die falsche Entsorgung.
Das Umweltbundesamt empfiehlt, Kassenbons aus Thermopapier im Restmüll zu entsorgen. Der Grund steckt nicht im Papier selbst, sondern in der Beschichtung: Thermopapier wird durch Wärme sichtbar bedruckt und enthält dafür spezielle Farbentwickler. Solche Stoffe sollen nicht unnötig in den Altpapierkreislauf gelangen.[1]
Der klassische weiße Kassenbon kommt in den Restmüll
Für den normalen Einkaufsbon aus weißem Thermopapier ist die Regel einfach: Restmüll. Das gilt auch für viele Fahrscheine, Parktickets und andere Belege, die mit Thermodruckern erstellt werden.
Die Verbraucherzentrale führt Thermodruckerpapier ausdrücklich unter den Papieren auf, die nicht in die Papiertonne gehören.[2] Das Umweltbundesamt begründet die Empfehlung damit, dass problematische Farbentwickler über recyceltes Papier weiter im Stoffkreislauf verteilt werden können.[1]
Der Bon muss dafür nicht zerknüllt, zerrissen oder von kleinen Druckflächen befreit werden. Einfach in den Restmüll geben.
BPA ist bei neuen Bons stark eingeschränkt – das Problem ist damit nicht erledigt
Früher stand vor allem Bisphenol A, kurz BPA, in der Kritik. Thermopapiere mit 0,02 Gewichtsprozent oder mehr BPA dürfen in der EU seit Januar 2020 nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Damit sind heutige Kassenbons nicht einfach dieselben wie vor zehn Jahren.[3]
Thermopapier kann aber andere Farbentwickler enthalten. Das Umweltbundesamt nennt unter anderem Bisphenol S und empfiehlt deshalb weiterhin aus Vorsorgegründen, konventionelles Thermopapier über den Restmüll zu entsorgen.[3]
Für die Mülltrennung heißt das: „BPA-frei“ ist kein automatischer Freifahrtschein für die Papiertonne.
Bei blauen und dunklen Bons gibt es eine wichtige Ausnahme
Inzwischen tauchen häufiger blaue oder dunkelgraue Kassenbons auf. Einige dieser Papiere arbeiten ohne die klassischen chemischen Farbentwickler. Stattdessen liegt unter einer Polymerschicht bereits eine dunkle Pigmentschicht, die durch Wärmeeinwirkung sichtbar wird.
Das Umweltbundesamt bewertet solche farbentwicklerfreien Thermopapiere deutlich positiver. Kleine Mengen aus privaten Haushalten können mit dem Altpapier entsorgt werden.[3]
Ganz nach der Farbe allein würde ich trotzdem nicht sortieren. Sicherer ist eine eindeutige Herstellerangabe oder ein Recyclinghinweis auf dem Bon. Auch das Umweltzeichen Blauer Engel ist ein brauchbarer Anhaltspunkt: Thermopapiere mit entsprechender Kennzeichnung erfüllen Anforderungen an die Rezyklierbarkeit und dürfen ins Altpapier.[4]
Die kurze Regel für die Küchenschublade
Gewöhnlicher weißer Thermobon: Restmüll. Eindeutig als farbentwicklerfrei oder mit Blauem Engel gekennzeichneter Bon: kleine Haushaltsmengen dürfen ins Altpapier. Fehlt eine klare Kennzeichnung, ist Restmüll die vorsichtigere Wahl.
Warum ein einzelner Bon überhaupt eine Rolle spielt
Natürlich ruiniert ein falsch eingeworfener Kassenzettel nicht sofort eine komplette Papiercharge. Beim Recycling geht es aber um große Mengen. Bestimmte Chemikalien können sich im Altpapierkreislauf anreichern und später in neuen Papierprodukten wieder auftauchen.
Deutschland setzt bei der Papierproduktion bereits sehr viel Altpapier ein: 2024 lag die Altpapiereinsatzquote nach Angaben des Umweltbundesamtes bei rund 84 Prozent. Gerade bei einem so intensiv genutzten Kreislauf sind unerwünschte Stoffe im Ausgangsmaterial relevant.[5]
Das ist auch der eigentliche Grund, warum ein scheinbar harmloser kleiner Zettel anders behandelt wird als normales Schreibpapier.
Digitale Bons sparen Papier – aber nicht automatisch ohne Nebenwirkungen
Wer an der Kasse einen digitalen Beleg angeboten bekommt, kann auf den Ausdruck verzichten. Das Umweltbundesamt nennt elektronische Belege ausdrücklich als umweltschonendere Alternative zur gedruckten Variante.[3]
Ob man dafür jedes Mal seine E-Mail-Adresse herausgeben oder eine Kunden-App installieren möchte, ist eine andere Frage. Ein QR-Code, der den Beleg direkt im Browser öffnet, ist datensparsamer als ein zusätzlicher Account. Welche Lösung ein Händler anbietet, ist unterschiedlich.
Wer den Bon für Garantie, Rückgabe oder Buchhaltung braucht, sollte außerdem prüfen, ob die digitale Version dauerhaft zugänglich bleibt. Nachhaltig ist ein digitaler Beleg nur dann wirklich praktisch, wenn man ihn später auch wiederfindet.
Normales Papier bleibt natürlich Altpapier
Nicht jeder Beleg wird auf Thermopapier gedruckt. Ein normal mit Tinte oder Toner bedrucktes Stück Papier gehört grundsätzlich in die Papiertonne, sofern es nicht stark verschmutzt oder anderweitig beschichtet ist.
Im Alltag ist der Unterschied allerdings nicht immer eindeutig zu erkennen. Deshalb ist die Empfehlung des Umweltbundesamtes für Thermopapier so deutlich: Konventionelle Kassenbons lieber in den Restmüll, statt problematische Beschichtungen in den Papierkreislauf einzutragen.[1]
Der Kassenbon ist damit ein schönes Beispiel dafür, dass „sieht aus wie Papier“ bei der Mülltrennung nicht immer reicht. Beim weißen Thermobon führt der Weg in den Restmüll; klar gekennzeichnete farbentwicklerfreie Varianten dürfen dagegen in kleinen Mengen ins Altpapier.
Quellen
- Umweltbundesamt: Kassenbons gehören nicht ins Altpapier (abgerufen am 25.09.2026)
- Verbraucherzentrale: Müll richtig trennen – Papier, Restmüll und andere Abfallarten (Stand 2026, abgerufen am 25.09.2026)
- Umweltbundesamt: Fragen und Antworten zur Bonpflicht (Stand 21.06.2024, abgerufen am 25.09.2026)
- Umweltbundesamt: Recyclingpapier – was in die Papiertonne gehört (abgerufen am 25.09.2026)
- Umweltbundesamt: Altpapier – Verbrauch, Rücklauf und Einsatzquote (Stand 17.12.2025, abgerufen am 25.09.2026)