Folge uns auf
Homepage » Nachhaltigkeit » Upcycling & Müllvermeidung » Weihnachtsmüll richtig entsorgen: Was wohin gehört

Weihnachtsmüll richtig entsorgen: Was wohin gehört

Nach Weihnachten steht selten nur ein kleiner Papierstapel herum. Da sind Kartons, Geschenkpapier, Schleifen, Folien, Kerzenreste, Essensreste, Batterien aus Spielzeug und vielleicht noch eine Lichterkette, die endgültig aufgegeben hat. Wenn du den Weihnachtsmüll richtig entsorgen willst, musst du nicht alles auswendig wissen. Es reicht, die typischen Haufen nacheinander durchzugehen.

Erst Papier, dann Verpackungen, dann die Sonderfälle

Nach den Feiertagen sieht Mülltrennung schnell komplizierter aus, als sie ist. Das liegt nicht an den Kartons. Die sind meistens unkompliziert. Schwieriger wird es bei beschichtetem Geschenkpapier, Plastikfenstern in Verpackungen, Teelichtern, alten Batterien und dem Weihnachtsbaum.

Der einfachste Einstieg ist: Mach nicht alles gleichzeitig. Erst kommen Papier und Karton dran. Dann Verpackungen für die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Danach Essensreste, Kerzen, Glas, Elektrogeräte und Batterien. So entsteht aus dem Feiertagschaos kein halber Nachmittag vor fünf offenen Tonnen.

Eine Sache bleibt trotzdem wichtig: Die Regeln können je nach Kommune leicht unterschiedlich sein. Das gilt besonders bei Bioabfall und Weihnachtsbäumen. Bei Verpackungen, Papier, Batterien und Elektroschrott sind die Grundregeln dagegen ziemlich stabil.

Geschenkpapier ist nicht automatisch Altpapier

Normales Geschenkpapier darf meistens in die Papiertonne. Auch Kartons, Pappschachteln und einfache Papieranhänger passen dort hinein. Die Verbraucherzentrale nennt Geschenkpapier ausdrücklich als Beispiel für Papierabfall, weist aber auch darauf hin, dass beschichtete oder imprägnierte Papiere nicht ins Altpapier gehören.[1]

Genau hier liegt nach Weihnachten der typische Fehler. Viel Geschenkpapier fühlt sich zwar wie Papier an, hat aber eine Folienbeschichtung, Glitzerschicht oder metallische Oberfläche. Dann ist es für die Papiertonne keine gute Wahl. Glitzerpapier, stark glänzendes Folienpapier, Schleifen, Kunststoffbänder und beschichtete Anhänger gehören in den Restmüll.

Bei Kartons lohnt sich ein kurzer Blick. Plastikfenster, Styropor, Folien und größere Klebebandreste entfernst du, wenn es ohne Gefummel geht. Den Karton selbst drückst du flach. Nicht wegen Perfektion, sondern weil sonst die Tonne nach drei Paketen voll wirkt.

Mini-Check für Geschenkpapier

Wenn Geschenkpapier matt ist und sich wie normales Papier reißen lässt, passt es meistens ins Altpapier. Wenn es glänzt, glitzert, sich dehnt oder eine sichtbare Folienseite hat, ist Restmüll meist die bessere Wahl.

Zuletzt aktualisiert am 28. April 2026 um 20:03 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Verpackungen gehören in Gelb, aber nicht als Material-Mix um jeden Preis

In die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gehören Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterial. Also Folien, Kunststoffschalen, Blister, Dosen, Deckel, Tüten und viele Umverpackungen von Geschenken oder Lebensmitteln.

Die Verbraucherzentrale NRW nennt auch beschichtete Papierverpackungen als Fall für die Gelbe Tonne, wenn sich die Bestandteile nicht trennen lassen.[2] Das ist nach Weihnachten ziemlich praktisch, weil viele Verpackungen nicht aus einem einzigen Material bestehen.

Du musst daraus aber kein Bastelprojekt machen. Wenn sich Plastikfenster, Pappe und Einleger leicht trennen lassen, trenne sie. Wenn alles fest verklebt ist und beim Abziehen nur noch Fetzen entstehen, entsorgst du die Verpackung nach dem Hauptmaterial oder als Verbundverpackung. Wichtig ist vor allem: Verpackungen sollten leer sein. Ausspülen ist meist nicht nötig, aber halbe Soßenreste oder klebrige Dessertbecher gehören vorher ausgekratzt.

Glas ist einfach, Weihnachtskugeln sind es nicht

Flaschen und Konservengläser gehören in den Altglascontainer. Deckel dürfen je nach System oft mit in den Container oder getrennt in die Gelbe Tonne. Farblich gilt: Weißglas zu Weißglas, Braunglas zu Braunglas, Grünglas zu Grünglas. Blaues oder andersfarbiges Glas kommt in der Regel zum Grünglas.

Nicht in den Altglascontainer gehören Trinkgläser, Porzellan, Keramik, Spiegelglas, hitzefestes Glas und Weihnachtskugeln. Die sehen zwar nach Glas aus, stören aber die Verwertung von Verpackungsglas. Zerbrochene Kugeln landen deshalb im Restmüll. Wenn sie aus Kunststoff sind, ebenfalls.

Der Weihnachtsbaum richtet sich nach deiner Stadt

Beim Weihnachtsbaum gibt es keine bundesweite Einheitslösung. Berlin, Hamburg und München zeigen schon, wie unterschiedlich das laufen kann. Die BSR sammelt Weihnachtsbäume in Berlin stadtteilweise an festen Terminen ein.[3] Die Stadtreinigung Hamburg nennt ebenfalls feste Termine je Stadtteil und nimmt Bäume zusätzlich auf Recyclinghöfen an.[4] In München läuft viel über Wertstoffhöfe und zusätzliche Sammelstellen, die der Abfallwirtschaftsbetrieb München veröffentlicht.[5]

Für dich ist weniger die Stadt im Beispiel wichtig, sondern das Prinzip. Schau nach „Weihnachtsbaum Entsorgung“ plus deinem Wohnort. Die Termine ändern sich jedes Jahr, und manchmal gibt es nur zwei Abholtage.

Fast überall gilt: Der Baum muss komplett abgeschmückt sein. Kein Lametta, keine Haken, keine Kugeln, keine Lichterkette, kein Kunstschnee, kein Ständer, keine Folie. Transportfolie nimmst du wieder mit. Sonst wird aus dem Baum kein verwertbarer Grünabfall, sondern ein Gemisch aus Nadeln und Fremdmaterial.

Essensreste sind der Punkt, bei dem du lokal nachsehen solltest

Bei Bioabfall wird gern gestritten. Das Bundesumweltministerium nennt als typische Bioabfälle auch Speisereste in haushaltsüblichen Mengen, roh, gekocht oder verdorben.[6] Gleichzeitig können Städte und Entsorger genauer regeln, was sie in ihrer Biotonne haben möchten.

Deshalb ist die beste Lösung nach einem großen Festessen: Schau einmal ins Abfall-ABC deiner Kommune. Gerade bei gekochten Speiseresten, Fleisch, Fisch, Knochen oder sehr fettigen Resten gibt es Unterschiede. Manche Kommunen erlauben das, andere wollen solche Reste lieber im Restmüll sehen, weil Geruch, Tiere oder die jeweilige Anlage ein Problem werden können.

Was unabhängig davon gilt: Verpackungen haben in der Biotonne nichts verloren. Auch keine Kunststoffbeutel, keine Folien, keine beschichteten Teller und keine Servietten mit viel Soße. Speiseöl und Fett gehören ebenfalls nicht in den Abfluss. Kleine Mengen kannst du mit Küchenpapier aufnehmen und in den Restmüll geben. Größere Mengen bringst du je nach Kommune zum Wertstoffhof oder zu einer passenden Sammelstelle.

Kerzenreste, Teelichter und Deko kommen oft in den Restmüll

Kerzenreste gehören in den Restmüll, wenn du sie nicht weiterverwenden möchtest. In der Papiertonne und in der Biotonne haben sie nichts verloren. Wachs kann Recyclingprozesse stören und ist kein normaler Bioabfall.

Bei Teelichtern kommt es darauf an, ob du die Aluhülle vom Wachsrest getrennt bekommst. Leere Aluhüllen können als Verpackungsmaterial in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Wenn noch viel Wachs darin hängt, ist Restmüll realistischer. Duftkerzen im Glas sind wieder ein Materialmix: Wachsreste entfernen, Glas je nach Art entsorgen. Ein einfaches Kerzenglas ist nicht automatisch Behälterglas für den Altglascontainer, vor allem wenn es hitzefest ist oder eher wie ein Trinkglas aufgebaut ist.

Deko ist ähnlich. Strohsterne können je nach Zustand in den Restmüll, kaputte Kunststoffdeko ebenso. Naturmaterialien ohne Draht, Lack, Kleber oder Glitzer können manchmal in den Bioabfall, aber auch hier entscheidet am Ende die lokale Regel.

Batterien und Lichterketten gehören nie in den Hausmüll

Nach Weihnachten taucht oft Elektrokram auf, der nicht mehr funktioniert. Lichterketten, blinkende Deko, Spielzeug mit Batteriefach, Ladegeräte, Kopfhörer oder kleine Küchenhelfer gehören zum Elektroschrott. Das Umweltbundesamt schreibt deutlich, dass Elektrogeräte nicht in Hausmüll, Verpackungsmüll, Sperrmüll oder Metallschrott entsorgt werden sollen.[7]

Kleine Altgeräte kannst du kostenlos beim Wertstoffhof oder im Handel abgeben. Für viele Händler gelten Rücknahmepflichten, gerade bei kleinen Geräten bis 25 Zentimeter Kantenlänge.[8]

Batterien und Akkus kommen in Sammelboxen im Handel oder zu kommunalen Sammelstellen. Bei lithiumhaltigen Batterien und Akkus empfiehlt das Umweltbundesamt, die Pole abzukleben, um Kurzschlüsse zu vermeiden.[9] Das betrifft zum Beispiel Knopfzellen, Akkus aus Spielzeug oder kleine Geräteakkus. Beschädigte oder aufgeblähte Akkus solltest du nicht lose in eine Schublade werfen, sondern zeitnah und vorsichtig zur passenden Sammelstelle bringen.

So bekommst du den Weihnachtsmüll ohne langes Grübeln weg

Am besten arbeitest du dich nach Materialien durch. Nicht nach Zimmern, nicht nach Geschenkpersonen, nicht nach „das nehme ich gleich mit“. Einmal kurz vorsortieren, dann weg damit.

Diese Reihenfolge funktioniert in den meisten Haushalten gut:

  1. Papier und Karton sammeln, Kartons flachdrücken und Folien, Schleifen oder dicke Kunststofffenster entfernen.
  2. Verpackungen aussortieren, also Folien, Schalen, Blister, Dosen, Kunststoffteile und Verbundverpackungen in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack geben.
  3. Restmüll trennen, etwa Glitzerpapier, Wachsreste, kaputte Weihnachtskugeln, Schleifen, Bänder und unklare Deko-Mischungen.
  4. Bioabfall prüfen, vor allem bei gekochten Speiseresten, Fleisch, Fisch und fettigen Resten nach den Regeln deiner Kommune.
  5. Elektro und Batterien separat sammeln, damit sie beim nächsten Einkauf oder Wertstoffhof-Besuch direkt mitgehen.

Das klingt wenig feierlich, ist aber sehr angenehm, wenn der Flur wieder frei ist und nicht drei Tage lang Kartons, Tüten und Baumreste herumstehen.

Für das nächste Weihnachten kannst du es dir leichter machen

Der größte Unterschied entsteht nicht beim Entsorgen, sondern schon beim Einpacken. Packpapier, Geschenktüten, Stoffbänder, wiederverwendbare Kartons und schlichte Anhänger machen nachher weniger Arbeit. Auch beim Essen hilft realistisch planen mehr als der gute Vorsatz, am Ende alles noch irgendwie zu verwerten.

Du musst Weihnachten dafür nicht kleiner machen. Aber du kannst dir die typischen Müllfallen ersparen: Glitzerpapier, beschichtete Deko, viel Einwegplastik, batteriebetriebene Kleinteile ohne echten Nutzen und viel zu große Lebensmittelmengen. Dann bleibt nach den Feiertagen immer noch genug zu tun, aber der Müllhaufen wirkt nicht mehr wie ein eigenes Möbelstück.

Fazit

Weihnachtsmüll richtig entsorgen klappt am besten, wenn du nicht nach Gefühl wirfst, sondern nach Material sortierst. Papier und Karton zuerst, Verpackungen danach, Restmüll für Glitzer, Wachs und kaputte Deko, Bioabfall nach lokaler Regel, Elektrogeräte und Batterien separat. Beim Weihnachtsbaum zählt der Abfallkalender deiner Stadt. Mehr System braucht es meistens nicht.

Quellen

  1. Müll richtig trennen: gelber Sack, Restmüll, Papier oder wohin sonst? (Verbraucherzentrale, abgerufen am 11.05.2026)
  2. Beispiele für Verpackungsmüll: Was gehört in welche Tonne? (Verbraucherzentrale NRW, abgerufen am 11.05.2026)
  3. BSR holt ausgediente Weihnachtsbäume ab (Berliner Stadtreinigung, abgerufen am 11.05.2026)
  4. Wohin mit dem Weihnachtsbaum? (Stadtreinigung Hamburg, abgerufen am 11.05.2026)
  5. Christbaumentsorgung in München (Abfallwirtschaftsbetrieb München, abgerufen am 11.05.2026)
  6. Was gehört in die Biotonne? (Bundesumweltministerium, abgerufen am 11.05.2026)
  7. Wohin mit dem Elektroschrott? Alte Elektrogeräte richtig entsorgen (Umweltbundesamt, abgerufen am 11.05.2026)
  8. Elektroaltgeräte (Umweltbundesamt, abgerufen am 11.05.2026)
  9. Lithium-Batterien und Lithium-Ionen-Akkus (Umweltbundesamt, abgerufen am 11.05.2026)

FAQs zum Thema Weihnachtsmüll richtig entsorgen

Wohin gehört Geschenkpapier nach Weihnachten?

Normales mattes Geschenkpapier kann meist ins Altpapier. Beschichtetes, glitzerndes oder folienartiges Geschenkpapier gehört in den Restmüll. Schleifen, Kunststoffbänder und Dekoanhänger aus Plastik sollten ebenfalls nicht in die Papiertonne.

Darf der Weihnachtsbaum in die Biotonne?

In vielen Städten ist das nicht vorgesehen. Weihnachtsbäume werden oft separat abgeholt, an Sammelstellen angenommen oder können zum Wertstoffhof gebracht werden. Entscheidend ist der Abfallkalender deiner Kommune. Der Baum sollte komplett abgeschmückt und unverpackt sein.

Dürfen gekochte Essensreste in die Biotonne?

Das hängt von deiner Kommune ab. Das Bundesumweltministerium nennt Speisereste grundsätzlich als typische Bioabfälle, aber vor Ort können strengere Regeln gelten. Gerade bei Fleisch, Fisch, Knochen und sehr fettigen Resten lohnt sich ein Blick ins lokale Abfall-ABC.

Wie entsorge ich alte Lichterketten richtig?

Lichterketten zählen als Elektroschrott, weil sie Kabel, Stecker oder Batteriefächer haben. Sie gehören nicht in den Hausmüll. Du kannst sie beim Wertstoffhof oder bei passenden Rücknahmestellen im Handel abgeben.

Was mache ich mit Batterien aus Weihnachtsdeko und Spielzeug?

Batterien und Akkus gehören in Sammelboxen im Handel oder zu kommunalen Sammelstellen. Lithiumhaltige Batterien und Akkus solltest du an den Polen abkleben, damit kein Kurzschluss entsteht.

Verfasst von

Maria Schmidt

Findet beim Putzen ihr Zen und in der Heißluftfritteuse die perfekte Abkürzung zum Genuss. Sobald alles blitzt, stürzt sich Maria auf ihr neuestes Hobby - sie zeigt dir, wie Ordnung den Kopf frei für kreative Abenteuer macht.

Zum vollständigen Autorenprofil →

Schreibe einen Kommentar