Im Oktober kann man morgens den Rasen freiharken und am Nachmittag sieht er wieder aus wie vorher. Spätestens nach ein paar windigen Tagen stellt sich dann weniger die Frage, woher das ganze Laub kommt, sondern wohin damit. Dabei muss ein großer Teil gar nicht entsorgt werden. Auf Rasenflächen und häufig genutzten Wegen sollte Herbstlaub weg, unter Sträuchern, Hecken und auf vielen Beeten darf es dagegen liegen bleiben. Dort wird aus dem vermeintlichen Gartenabfall nach und nach wieder organisches Material für den Boden.
Auf dem Rasen würde ich Laub nicht über Wochen liegen lassen
Eine dünne Schicht einzelner Blätter richtet noch keinen Schaden an. Problematisch wird es, wenn nasses Laub den Rasen länger geschlossen bedeckt. Licht und Luft kommen schlechter an die Gräser, unter der feuchten Schicht entstehen schnell gelbliche oder kahle Stellen. Auch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die neben der Landwirtschaft Garten- und Pflanzenschutzinformationen veröffentlicht, rät deshalb dazu, Herbstlaub vom Rasen regelmäßig zu entfernen.[1]
Das muss nicht nach jedem Blatt passieren. Gerade wenn noch viel Laub am Baum hängt, lohnt sich etwas Gelassenheit. Nach einem größeren Blattfall einmal gründlich zu harken ist meist sinnvoller, als täglich mit dem Rechen durch den Garten zu laufen.
Auf glatten Wegen, Treppen und Einfahrten sieht es anders aus. Nasses Laub kann dort ziemlich rutschig werden. Was du von solchen Flächen zusammenkehrst, kannst du aber anschließend immer noch im Garten weiterverwenden.
Wohin mit dem Laub aus den verschiedenen Gartenecken?
Vom Rasen: abharken und für Beet, Laubhaufen oder Kompost verwenden.
Von Wegen und Treppen: entfernen, sobald eine rutschige Schicht entsteht.
Unter Hecken und Sträuchern: meist einfach liegen lassen oder etwas zusammenschieben.
Auf Staudenbeeten: eine lockere Laubdecke kann bleiben, solange sie nicht zu einer dicken nassen Matte wird.
Unter Hecken und Sträuchern darf es etwas unordentlicher aussehen
Wer im Herbst jedes Blatt aus den Beeten kratzt, macht sich mehr Arbeit als nötig. Eine lockere Laubschicht schützt den Boden vor schneller Austrocknung und starken Temperaturschwankungen. Während die Blätter langsam verrotten, wird das Material von Bodenorganismen weiterverarbeitet.[1]
Besonders praktisch sind Stellen unter Hecken und größeren Sträuchern. Dort fällt ein bisschen Laub optisch kaum auf, der Wind trägt es nicht sofort wieder durch den gesamten Garten und kleine Tiere finden darunter Schutz. Der BUND Naturschutz nennt Laub- und Reisighaufen unter anderem als Rückzugs- und Überwinterungsplätze für Igel, Kröten und zahlreiche kleinere Gartenbewohner.[2]
Ich würde daraus allerdings keine zehn Zentimeter dicke, fest verklebte Schicht machen. Gerade feuchtes Laub kann zusammenfallen und faulen. Eine lockere Decke reicht. Wenn ein Beet im Frühjahr darunter noch komplett begraben liegt, kannst du überschüssige Reste vorsichtig abharken und auf den Kompost geben.
Auch der Kompost nimmt Laub – nur nicht am liebsten pur
Wenn im Garten mehr Laub anfällt, als unter Sträucher und auf Beete passt, ist der Kompost die nächste naheliegende Station. Blätter enthalten viel kohlenstoffreiches Material und ergänzen weichere, stickstoffreichere Gartenreste. Eine Mischung aus Laub, dem letzten Rasenschnitt, kleinen Zweigen und anderen Pflanzenresten verrottet besser als ein großer, dichter Haufen ausschließlich aus nassen Blättern.[1]
Eichen-, Walnuss-, Kastanien- oder Pappellaub braucht etwas länger. Solche Blätter lassen sich vorher mit dem Rasenmäher oder Häcksler zerkleinern. Das vergrößert die Oberfläche und macht es den Organismen im Kompost leichter.
Wer keinen eigenen Kompost hat oder schlicht zu viel Material zusammenbekommt, kann Herbstlaub über die kommunale Grünabfallsammlung beziehungsweise dafür vorgesehene Sammelstellen abgeben. Ob und in welchem Umfang die Biotonne genutzt werden darf, ist lokal geregelt. Das Umweltbundesamt nennt sowohl kommunale Grünabfallsammelstellen als auch – abhängig vom örtlichen System – die Biotonne als mögliche Entsorgungswege.[3]
Bevor du mehrere Säcke füllst, lohnt sich deshalb ein Blick ins Abfall-ABC deiner Stadt oder Gemeinde. Manche Kommunen haben im Herbst zusätzliche Laubsammlungen oder eigene Behälter für Grünabfälle.
Krankes Laub würde ich nicht automatisch wieder im Garten verteilen
Bei gesunden Blättern spricht wenig dagegen, sie als Mulch oder Kompostmaterial zu verwenden. Bei Pflanzenkrankheiten wird es etwas komplizierter. Einige Erreger bilden widerstandsfähige Strukturen, die eine normale Gartenkompostierung überstehen und später mit dem fertigen Kompost wieder verteilt werden können.
Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen trennt deshalb zwischen gewöhnlichen Pflanzenresten und Material, das von hartnäckigen Krankheiten oder Schädlingen befallen ist.[4] Taucht zum Beispiel jedes Jahr dieselbe schwere Blattkrankheit am gleichen Gehölz auf, würde ich das betroffene Laub nicht vorsorglich unter genau dieser Pflanze liegen lassen.
Was anschließend damit passiert, hängt wiederum vom örtlichen Entsorgungssystem ab. Für größere Mengen oder konkreten Krankheitsbefall ist das kommunale Abfall-ABC die bessere Grundlage als eine pauschale Regel, dass jedes kranke Blatt zwingend in dieselbe Tonne gehört.
Laubsäcke gehören nicht in den Wald
Der Wald wirkt auf den ersten Blick wie der logischste Ort für ein paar Säcke Blätter. Schließlich liegt dort ohnehin Laub herum. Gartenlaub ist trotzdem kein Material, das einfach am Waldrand abgeladen werden darf. Die Landwirtschaftskammer NRW weist ausdrücklich darauf hin, dass solche Ablagerungen ordnungswidrig sein können und empfindliche Waldrandbereiche beeinträchtigen.[1]
Ähnlich wenig spricht für ein Gartenfeuer. Feuchtes Laub verbrennt schlecht und produziert dabei viel Rauch und Feinstaub. Offenes Verbrennen von Gartenabfällen ist je nach Wohnort außerdem verboten. Das Umweltbundesamt setzt deshalb auf Verwertung im Garten, Kompost oder kommunale Grünabfallentsorgung statt Verbrennen.[3]
Damit bleiben eigentlich nur die Blätter übrig, für die im eigenen Garten kein Platz mehr ist. Und das sind oft deutlich weniger als der riesige Haufen zunächst vermuten lässt.
Ein Teil des Herbstlaubs darf einfach verschwinden – nur eben langsam
Unter einer Hecke muss man im Frühjahr häufig gar nichts mehr machen. Ein Teil des Laubs ist dann bereits zusammengesackt und von Regenwürmern, Pilzen und anderen Bodenorganismen verarbeitet worden. Was noch übrig ist, kann dort bleiben oder auf den Kompost wandern.
Auf dem Rasen und auf Wegen wird Herbstlaub dagegen weiterhin regelmäßig weggeräumt. Dazwischen gibt es genug Stellen, an denen ein paar Blätter niemanden stören. Laub entsorgen heißt deshalb nicht, jedes Blatt in einen Sack zu bekommen. Erst wenn Beete, Hecken, Laubhaufen und Kompost versorgt sind, muss der Rest tatsächlich vom Grundstück.
Quellen
- Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Wohin mit dem Herbstlaub? (05.11.2025, abgerufen am 03.09.2026)
- BUND Naturschutz in Bayern: Gartenpflege im Herbst – Laub als Bodenschutz und Lebensraum (abgerufen am 03.09.2026)
- Umweltbundesamt: Gartenabfälle verwerten statt verbrennen (aktualisiert am 13.04.2026, abgerufen am 03.09.2026)
- Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Pflanzenschutzdienst: Kranke Pflanzen – was darf auf den Kompost? (07.10.2025, abgerufen am 03.09.2026)