Einen Rasenmäher-Akku lagerst du im Winter am besten ausgebaut, trocken und bei 10 bis 20 Grad, mit einem mittleren Ladestand von etwa 40 bis 60 Prozent. Das empfiehlt der ADAC ausdrücklich auch für Akkus von Gartengeräten.[1] Weder voll noch leer ist die Faustregel. Gibt der Hersteller deines Mähers einen eigenen Wert an, hat dieser Vorrang.
Warum im Netz trotzdem ganz andere Zahlen kursieren und was beim Lagerort zu beachten ist, zeigt der Überblick.
Voll oder halb voll: warum sich die Empfehlungen widersprechen
Wer nach dem richtigen Ladestand sucht, findet sehr unterschiedliche Werte. Ein Baumarkt-Ratgeber nennt für Lithium-Ionen-Akkus etwa 90 Prozent als Wohlfühlbereich.[2] Der ADAC rät dagegen, Akkus für längere Zeit weder komplett voll noch leer aufzubewahren, und hält für die Winterpause einen mittleren Ladestand von etwa 40 bis 60 Prozent für empfehlenswert.[1] Gleichzeitig weist er darauf hin, dass jeder Hersteller einen eigenen Wert angibt.[1]
Der Widerspruch löst sich auf, wenn man auf die zwei Risiken schaut. Ein voll geladener Akku altert über Monate schneller, vor allem bei Wärme. Ein fast leerer Akku kann durch Selbstentladung in eine Tiefentladung rutschen. Die führt laut ADAC oft dazu, dass sich der Akku nicht mehr richtig aufladen lässt und ersetzt werden muss.[1] Der sichere Bereich liegt deshalb in der Mitte.
Für die Praxis heißt das: Schau zuerst in die Anleitung deines Mähers oder Akkus. Steht dort nichts Konkretes, ist ein mittlerer Ladestand die vorsichtige Wahl. Bei Akkus mit LED-Anzeige entspricht das meist etwa der Hälfte der Balken.
Ausbauen statt im Mäher lassen
Nimm den Akku über den Winter aus dem Gerät. Der Mäher steht meist im kältesten und feuchtesten Raum, in Schuppen, Gartenhaus oder Carport. Den Akku kannst du dagegen dort lagern, wo die Bedingungen passen, und hast ihn besser im Blick.
Vor dem Einlagern reinigst du die Kontakte am Akku und im Gerät mit einem trockenen Tuch oder Pinsel. Gras- und Erdreste ziehen Feuchtigkeit und fördern Korrosion. Der Mäher selbst bekommt bei der Gelegenheit gleich die Winterpflege, und wer das Messer prüfen will, findet im Ratgeber Rasenmähermesser schärfen alle Schritte dazu.
Der richtige Ort: Keller statt Gartenhaus
Der ADAC empfiehlt, Lithium-Ionen-Akkus bei 10 bis 20 Grad und möglichst trocken zu lagern und vor direkter Sonne zu schützen.[1] Ein elektrischer Rasenmäher im Gartenhaus ist im Sommer kein Problem, bei Kälte sollte man das laut ADAC aber noch einmal überdenken.[1]
Welcher Ort sich eignet, hängt davon ab, ob er diesen Bereich über den ganzen Winter hält. Die Übersicht hilft bei der Einschätzung:
| Lagerort | Eignung | Worauf achten |
|---|---|---|
| trockener Keller | meist gut | bleibt oft im Bereich von 10 bis 20 Grad, Luftfeuchte prüfen |
| Abstellraum oder Flur in der Wohnung | gut | nicht neben Heizkörper oder in praller Sonne |
| Garage | nur wenn frostfrei | in kalten Nächten kann es dort unter 10 Grad und unter 0 Grad gehen |
| Gartenhaus, Schuppen, Carport | ungeeignet | Frost, Feuchtigkeit und Kondenswasser |
Ob Keller oder Garage im Winter im passenden Bereich bleiben, verrät ein einfaches Thermometer, am besten eines mit Anzeige der Luftfeuchtigkeit. Ein paar Tage Messung im November reichen für eine gute Einschätzung.
Leg den Akku auf eine nicht brennbare Unterlage, etwa eine Steinfliese oder ein Metallregal, und nicht direkt neben Heizung, Benzinkanister oder Papierstapel. Lithium-Ionen-Akkus sind sicher, solange sie unbeschädigt sind, ein bisschen Abstand zu Brennbarem ist trotzdem eine gute Gewohnheit.
Zwischendurch nachladen?
Lithium-Ionen-Akkus entladen sich nur langsam selbst. Trotzdem rät der ADAC, den Ladestand während einer längeren Lagerung regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf nachzuladen.[1] Ein kurzer Blick auf die Anzeige alle paar Wochen reicht. Ist der Ladestand deutlich gesunken, lädst du ihn wieder in den mittleren Bereich.
Den Akku den ganzen Winter am Ladegerät hängen zu lassen, ist nur dann sinnvoll, wenn der Hersteller das ausdrücklich erlaubt.
Vor der ersten Mahd im Frühjahr
Wenn die Saison beginnt, bringst du den Akku zuerst auf Raumtemperatur und lädst ihn dann vollständig auf. Laden bei Temperaturen unter 0 Grad sollte nach Angaben des ADAC vermieden werden.[1]
Prüfe außerdem das Gehäuse. Risse, Verformungen, ausgetretene Flüssigkeit oder ein ungewöhnlicher Geruch sind Zeichen für einen beschädigten Akku. Ein solcher Akku wird nicht mehr geladen oder benutzt, sondern über eine Sammelstelle für Batterien oder den Wertstoffhof entsorgt.
Ein Akku für viele Geräte
Viele Hersteller setzen auf Akkusysteme, bei denen derselbe Akku in Rasenmäher, Heckenschere, Rasentrimmer und Laubbläser passt. Für die Winterlagerung ist das praktisch: Alle Akkus kommen gemeinsam an einen geeigneten Ort, und du hast sie beim Nachladen auf einen Blick. Die Geräte selbst dürfen dagegen in Schuppen oder Garage bleiben, solange sie trocken stehen und vorher gereinigt wurden.
Beschrifte die Akkus bei Bedarf mit dem Datum der letzten Kontrolle. So siehst du im Februar schnell, welcher Akku einen Blick auf die Anzeige verdient.
Und der Benzinmäher?
Bei Benzinmähern stellt sich die Akkufrage nicht, dafür eine andere: Altes Benzin sollte nicht über den Winter im Tank bleiben. Laut STIHL verliert der Kraftstoff über die lange Standzeit an Zündfähigkeit, sodass der Mäher im Frühjahr schlechter anspringen kann.[4] Wie du den Tank leerst und was sonst zur Einwinterung gehört, steht in der Anleitung deines Geräts.
Und der Mähroboter?
Beim Mähroboter bleibt der Akku im Gerät, deshalb kommt der ganze Roboter gereinigt in einen trockenen, frostfreien Raum. Bei der Ladestation sind sich die Hersteller nicht einig: Husqvarna empfiehlt dringend, sie drinnen zu lagern, Gardena hält das Überwintern im Freien für möglich.[3] Hier entscheidet die Anleitung deines Modells.
Was sonst noch im Herbst ansteht, bevor der Garten in die Winterpause geht, steht im Beitrag Garten auf den Herbst vorbereiten.
Quellen
- ADAC: Akkus richtig überwintern (abgerufen am 31.10.2026)
- Bauhaus: Rasenmäher pflegen und warten (abgerufen am 31.10.2026)
- netzwelt: Rasenmäher einwintern, Mähroboter, Akku- und Benzinmäher (abgerufen am 31.10.2026)
- netzwelt: Mähroboter einwintern (abgerufen am 31.10.2026)