Kein Geschenkpapier im Haus? Dann würde ich nicht versuchen, aus fünf DIN-A4-Blättern irgendwie eine große Rolle zu ersetzen. Schau zuerst darauf, wie groß und welche Form das Geschenk hat. Ein Buch lässt sich mit Zeitung problemlos einwickeln, eine Flasche passt besser in ein Geschirrtuch und für einen unförmigen Gegenstand ist ein Stoffbeutel oft einfacher als jedes Papier.
Viele dieser Lösungen haben noch einen zweiten Vorteil: Du verwendest Material, das bereits da ist. Das Umweltbundesamt empfiehlt ebenfalls, Verpackungsmaterial möglichst wiederzuverwenden und beim Verpacken auf unnötiges Einwegmaterial zu verzichten.[1]
1. Zeitung oder alte Magazinseiten für flache Geschenke
Bücher, Spiele, Schachteln und andere kantige Geschenke lassen sich mit Zeitungspapier fast genauso verpacken wie mit klassischem Geschenkpapier.
Wenn dir die Tageszeitung optisch zu unruhig ist, nimm eine Seite mit großer Überschrift, Comic, Grafik oder Foto. Bei dünnem Papier kannst du zwei Lagen verwenden.
Alte Kalenderblätter, Notenblätter oder saubere Packpapiere aus früheren Sendungen funktionieren genauso. Wichtig ist nur, dass das Papier nicht fettig oder muffig ist und nicht schon beim ersten Falten reißt.
2. Stoff für Bücher, Flaschen und unförmige Geschenke
Ein Geschirrtuch, Schal, Halstuch oder ausreichend großer Stoffrest ist besonders praktisch, wenn die Form mit Papier nervig wäre. Die japanische Furoshiki-Technik nutzt genau dieses Prinzip: Das Geschenk wird in ein quadratisches Tuch gelegt und mit dessen Ecken fixiert.
Für eine einfache Variante brauchst du keine komplizierte Falttechnik:
- Das Geschenk diagonal in die Mitte des Tuchs legen.
- Zwei gegenüberliegende Ecken darüberführen.
- Die beiden übrigen Ecken oben zusammenknoten.
Bei einer Flasche kannst du den Stoff von unten hochführen und oberhalb des Flaschenhalses binden. Bei einem Buch oder einer Box wird der Knoten oben Teil der Verpackung.
Der Stoff darf zum Geschenk gehören
Ein neues Geschirrtuch extra als Verpackung zu kaufen ist nicht zwingend nachhaltiger als vorhandenes Papier. Sinnvoll wird die Idee vor allem, wenn du ein Tuch verwendest, das schon da ist oder das der Beschenkte anschließend tatsächlich benutzen wird.
3. Einen vorhandenen Karton wiederverwenden
Ein kleiner Versandkarton, Schuhkarton oder eine stabile Produktbox löst das Verpackungsproblem bei zerbrechlichen und unförmigen Geschenken.
Entferne alte Versandetiketten und Klebereste, soweit das ohne großen Aufwand möglich ist. Wenn der Karton selbst noch ordentlich aussieht, reicht ein Band oder eine Kordel. Du musst ihn nicht erst komplett mit neuem Papier bekleben.
Leerräume lassen sich mit sauberem, bereits vorhandenem Packpapier oder Zeitung füllen. Gerade bei Gläsern, Tassen oder kleinen Flaschen ist das praktischer als eine dekorative Hülle ohne Polsterung.
4. Stoffbeutel und Taschen für weiche oder unhandliche Dinge
Ein sauberer Stoffbeutel ist meine schnellste Lösung für Kleidung, Spielzeug oder mehrere kleine Geschenke. Reinlegen, Kordel oder Band um die Henkel, Anhänger dran – fertig.
Auch ein Kissenbezug kann bei einem größeren weichen Geschenk funktionieren. Wenn der Bezug ohnehin zum Geschenk gehört, brauchst du anschließend gar keine zusätzliche Verpackung.
5. Küchenhandtuch, Schürze oder Vorratsglas als zweite Geschenkebene
Bei Koch- und Küchengeschenken lässt sich die Verpackung leicht mitverschenken. Gewürze können in ein schönes Vorratsglas, Kochutensilien in ein Geschirrtuch oder eine kleine Schürze.
Das gleiche Prinzip funktioniert mit Blumentöpfen, Körben, Brotdosen oder kleinen Aufbewahrungsboxen. Der Behälter sollte nur tatsächlich zur Person passen – sonst ersetzt du Geschenkpapier durch einen Gegenstand, den niemand braucht.
6. Papiertüten, Brotbeutel und saubere Einkaufstüten
Eine unbedruckte oder schlichte Papiertüte lässt sich oben zweimal umfalten und mit einer Klammer, Kordel oder einem kleinen Anhänger schließen. Für kleine Geschenke ist das deutlich schneller als aufwendiges Falten.
Bei einer bedruckten Tüte kannst du sie auf links drehen, sofern die Nähte beziehungsweise Klebestellen das zulassen. Dann hast du außen eine ruhige Papierfläche, die sich beschriften oder bestempeln lässt.
7. Große Geschenke nur verhüllen
Ein Fahrrad, großer Karton oder Küchenhelfer muss nicht komplett in Papier verschwinden. Eine Decke, ein großes Tuch oder ein Bettlaken kann die Überraschung bis zum Auspacken verdecken.
Bei sehr großen Dingen reicht manchmal sogar eine Schleife und eine Karte. Das spart Material und erspart dir den Versuch, mehrere Papierbahnen aneinanderzukleben.
Was ich nicht extra als „nachhaltige Verpackung“ kaufen würde
Saatpapier, neue Stofftücher, neue Dosen und dekorative Holzkisten können schön aussehen. Wenn du sie aber nur kaufst, weil kein Geschenkpapier da ist, entsteht dadurch nicht automatisch weniger Material.
Der einfachste Nachhaltigkeitsvorteil entsteht, wenn etwas noch einmal verwendet wird. Genau darauf zielen auch die Hinweise des Umweltbundesamts zum umweltfreundlichen Verpacken ab.[1]
Vorhandener Karton schlägt für diesen Zweck also häufig die extra bestellte „Zero-Waste-Geschenkbox“.
Deko muss nicht auf jedes Paket
Für ein schönes Paket reichen oft Kordel und Anhänger. Tannenzweig, getrocknete Orange oder andere Naturmaterialien sind optional, aber nicht nötig.
Wenn du Zweige oder Pflanzenmaterial verwendest, nimm nur etwas, das du sicher bestimmen kannst und das keine Flecken oder Harz auf dem Geschenk hinterlässt. Eine stark harzende Nadelholzspitze direkt auf heller Kleidung ist weniger dekorativ, sobald sie ausgepackt wird.
Wenn du häufiger ohne klassisches Geschenkpapier verpackst
Dann lohnt sich eine kleine Schublade oder Box für brauchbare Bänder, feste Kartons, Papiertüten und schöne Stoffreste. Du musst dafür nichts sammeln, was eigentlich Müll ist. Aufgehoben wird nur, was sauber, stabil und realistisch wiederverwendbar ist.
Wer Stoff gerne selbst gestaltet, kann dafür auch einen vorhandenen Stoffbeutel mit Kartoffeldruck nutzen. Und wenn das Geschenk selbst noch fehlt, haben wir bei Erlebnisse verschenken bewusst Ideen gesammelt, die gar keinen großen Gegenstand zum Einpacken brauchen.
Welche Alternative passt am schnellsten?
| Geschenk | Einfache Verpackung ohne Geschenkpapier |
|---|---|
| Buch oder Schachtel | Zeitung, Kalenderblatt oder vorhandenes Packpapier |
| Flasche | Geschirrtuch oder Stoffrest |
| Kleidung | Stoffbeutel, Tuch oder Kissenbezug |
| Zerbrechliches | vorhandener Karton mit Papierpolster |
| Viele Kleinigkeiten | Box, Dose, Korb oder Papiertüte |
| Sehr großes Geschenk | nur verhüllen oder mit Schleife markieren |
Geschenke ohne Geschenkpapier einzupacken ist damit weniger eine Bastelaufgabe als eine Materialfrage. Nimm das, was zur Form passt und ohnehin vorhanden ist. Das sieht meist ordentlicher aus als eine Notlösung aus zu kleinen Papierstücken – und du musst für die Verpackung nichts Neues kaufen.
Quellen
- Umweltbundesamt: Pakete umweltfreundlich packen und Verpackungsmaterial wiederverwenden (abgerufen am 21.10.2026)