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Der richtige Absperrhahn

Wasser in der Wohnung richtig abstellen

Wer in einem Mehrfamilienhaus das Wasser für die eigene Wohnung abstellen möchte, schließt normalerweise die Absperrung der Wohnung – nicht die Hauptabsperreinrichtung des ganzen Hauses. Bei längerer Abwesenheit kann das den möglichen Schaden durch ein unbemerktes Leck begrenzen. Für jede Reise vorgeschrieben ist es jedoch nicht. Ob es passt, hängt von der Wohnung, den angeschlossenen Geräten und den Versicherungsbedingungen ab.

Ein roter oder blauer Griff unter dem Waschbecken ist dabei nicht automatisch der gesuchte Hahn. Häufig gehört er nur zu einer einzelnen Armatur oder einem Gerät. Die Wohnungsabsperrung sitzt je nach Gebäude etwa am Wohnungswasserzähler, in einem Installationsschacht oder an der Zuleitung zur Wohnung. Wer sie nicht zuordnen kann, fragt Vermieter, Hausverwaltung oder einen Installationsbetrieb.

Wann sollte das Wasser abgestellt werden?

Eine feste Zahl von Urlaubstagen, ab der jeder den Hahn schließen muss, gibt es nicht. Mehrere Wochen ohne Nutzung sprechen eher für das Schließen der Wohnungsabsperrung als eine kurze Abwesenheit. Auch eine leer stehende Wohnung, eine anstehende Reparatur oder bereits sichtbare Feuchtigkeit verändern die Lage.

Für die Entscheidung sind diese Situationen besonders wichtig:

  • Bei längerer Abwesenheit wird in der Wohnung kein Wasser gebraucht und es hängen keine Anlagen daran, die weiter versorgt werden müssen.
  • Bei einem tropfenden Anschluss, einer feuchten Stelle oder einem geplatzten Schlauch wird die passende Wasserzufuhr sofort geschlossen.
  • Für Arbeiten an einer Armatur genügt je nach Installation das zugehörige Eckventil; für größere Arbeiten kann die Wohnungsabsperrung nötig sein.
  • Waschmaschine und Geschirrspüler werden während der Reise nicht benutzt. Ihre zugänglichen Zulaufventile lassen sich einzeln schließen.

Eine pauschale Versicherungspflicht zum Absperren des Wassers vor jeder Reise enthalten neuere Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen nach Angaben des Bundes der Versicherten meist nicht. Ältere Verträge können andere Vorgaben haben. Maßgeblich bleibt deshalb der eigene Vertrag. Der Verband empfiehlt außerdem, vor einer Reise den Wasserzulauf der Waschmaschine zu schließen.[3]

Die gesamte Versorgung sollte nicht nebenbei zugedreht werden, wenn automatische Pflanzenbewässerung, Tiere oder andere wasserabhängige Anlagen versorgt werden müssen. Auch Heizung, Warmwasserspeicher und technische Geräte können je nach Bauart eigene Anforderungen haben. Dafür gilt die Anleitung der Anlage beziehungsweise die Auskunft des Fachbetriebs – nicht eine pauschale Regel für alle Wohnungen.

Wohnungsabsperrung, Geräteventil oder Haupthahn?

Drei ähnlich aussehende Ventile können eine sehr unterschiedliche Reichweite haben. Das kleine Eckventil unter einem Waschbecken unterbricht nur den Zulauf zu dieser Armatur. Ein Geräteventil versorgt etwa Waschmaschine oder Geschirrspüler. Die Wohnungsabsperrung stoppt dagegen die Zufuhr zur eigenen Wohnung.

Die Hauptabsperreinrichtung eines Hauses sperrt das Wasser für das gesamte Gebäude. Sie befindet sich typischerweise im Bereich des Hausanschlusses und ist in einem Mehrfamilienhaus nicht der Urlaubshahn für einzelne Mieter. Der DVGW weist darauf hin, dass bei einer eigenen Wohnungswasseruhr meist auch eine eigene Absperrmöglichkeit vorhanden ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie in jedem Gebäude an derselben Stelle sitzt.[1]

Woran lässt sich die eigene Absperrung erkennen?

Am ehesten führt die Wasserleitung oder der Wohnungswasserzähler zum richtigen Ventil. Beschriftungen wie „Wohnung“, eine Wohnungsnummer oder ein Hinweis im Übergabeprotokoll helfen ebenfalls. Fehlt jede Kennzeichnung, sollte das Ventil nicht auf Verdacht betätigt werden. Besonders in einem gemeinschaftlichen Keller oder Installationsraum kann ein falscher Griff mehrere Wohnungen betreffen.

Der passende Zeitpunkt zum Suchen ist nicht erst, wenn Wasser unter einem Schrank hervorläuft. Nach einem Umzug lässt sich die Stelle in Ruhe mit Vermieter oder Hausverwaltung bestimmen. Ein Foto auf dem Handy und ein kurzer Hinweis zum Zugang reichen später meist aus, um sie wiederzufinden. Ist der Raum abgeschlossen, gehört auch die Telefonnummer für einen Schaden außerhalb der üblichen Bürozeiten zu diesen Angaben.

Wasser in der Wohnung richtig abstellen

Ist die eigene Wohnungsabsperrung zweifelsfrei gefunden, braucht es weder Werkzeug noch Kraft. Die Armatur wird von Hand vollständig geschlossen. Absperrventile sollen laut DVGW ganz geöffnet oder ganz geschlossen sein und nicht dauerhaft in einer Mittelstellung bleiben:[1]

  1. Prüfen, ob das Ventil zur eigenen Wohnung gehört und ob während der Abwesenheit noch Wasser benötigt wird.
  2. Die Absperrarmatur von Hand bis zur geschlossenen Stellung drehen oder den Hebel entsprechend seiner Kennzeichnung stellen.
  3. An einem Wasserhahn testen, ob nach kurzem Nachlaufen kein Wasser mehr kommt, und den Wasserhahn anschließend wieder schließen.
  4. Bei längerer Abwesenheit zusätzlich die erreichbaren Zulaufventile von Waschmaschine und Geschirrspüler schließen, sofern die Geräte nicht gebraucht werden.
  5. Nach der Rückkehr die Wohnungsabsperrung wieder vollständig öffnen und sämtliche Entnahmestellen angemessen spülen.

Ein Ventil, das festsitzt, knirscht, sich nur mit Werkzeug bewegen lässt oder an der Spindel feucht wird, bleibt unangetastet. Eine Rohrzange kann Griff und Armatur beschädigen. Einbau, Austausch und Reparatur von Absperreinrichtungen gehören laut DVGW zu einem zugelassenen Installationsbetrieb.[1]

Das Ventil lässt sich nicht schließen

Ein schwergängiger Hahn ist kein guter Kandidat für einen Kraftversuch kurz vor der Abreise. Hausverwaltung oder Installationsbetrieb können prüfen, ob die Armatur noch funktioniert und wer einen Austausch veranlasst. Bis dahin lassen sich zumindest zugängliche Geräteventile schließen, wenn diese ohne Kraft bedienbar sind.

Bei Wasserschaden oder Frost zählt der betroffene Bereich

Läuft Wasser aus einer Leitung, einem Schlauch oder einer Armatur, wird die nächstgelegene passende Absperrung geschlossen. Bei einem defekten Waschmaschinenschlauch kann das Geräteventil genügen. Liegt der Schaden hinter der Wohnungsabsperrung oder ist seine Stelle nicht erkennbar, wird die Zufuhr zur Wohnung gestoppt. Anschließend sind je nach Lage Vermieter, Hausverwaltung, Installationsbetrieb oder Wasserversorger zu informieren.

Steht Wasser in der Nähe von Steckdosen oder elektrischen Geräten, sollte niemand durch die nasse Stelle greifen oder waten, um noch einen Hahn zu erreichen. In dieser Lage ist professionelle Hilfe nötig. Ein Gebäudeschaden wird zudem nicht dadurch erledigt, dass kein Wasser mehr nachläuft: Nasse Böden, Wände und Möbel müssen dokumentiert und fachgerecht geprüft werden.

Bei Frost reicht das Zudrehen des Wassers allein nicht als Schutz. In einer abgesperrten Leitung bleibt Wasser stehen und kann weiterhin gefrieren. Je nach Gebäude sind Beheizung, Dämmung oder eine fachgerechte Entleerung nötig. Eine eingefrorene Leitung sollte abgesperrt und von einem Installationsbetrieb beurteilt werden. Mieter informieren zusätzlich den Vermieter. Schäden können sich erst zeigen, wenn die Leitung wieder unter Druck steht.[4]

Offenes Feuer und ungeeignete starke Wärmequellen gehören nicht an eine gefrorene Trinkwasserleitung. Auch das erneute Öffnen der Absperrung ist kein beiläufiger Test: Hat das Eis ein Rohr oder eine Verbindung beschädigt, kann beim Auftauen Wasser austreten.

Nach längerer Abwesenheit alle Zapfstellen spülen

Wasser, das längere Zeit in Leitungen steht, ist auch dann ein Thema, wenn die Wohnungsabsperrung geschlossen war. Der DVGW unterscheidet deshalb zwischen regelmäßiger Nutzung und einer vorübergehenden Stilllegung. Soll die Installation während einer längeren Abwesenheit weiter normal betrieben werden, soll das Wasser mindestens alle sieben Tage, besser alle drei Tage, an sämtlichen Zapfstellen vollständig ausgetauscht werden. Das betrifft nicht nur die Küchenspüle, sondern auch Dusche, Waschbecken und weitere selten genutzte Hähne.[2]

Bleibt die Wohnung stattdessen ungenutzt, wird bei einer einzelnen Wohnung die Absperrarmatur in ihrer Zuleitung geschlossen. Nach der Rückkehr wird sie wieder vollständig geöffnet. Anschließend werden die Entnahmestellen vollständig geöffnet und so lange gespült, bis sich die Temperatur des kalten Wassers nicht mehr verändert. Das ist im Alltag leichter zu beurteilen als eine pauschale Minutenzahl.[2]

Perlatoren und Duschköpfe sollten dabei nicht direkt ins Gesicht spritzen. Fällt das Wasser durch anhaltende Trübung, ungewöhnliche Farbe oder einen auffälligen Geruch auf, ist es keine gute Idee, diese Beobachtung als normale Urlaubsfolge abzutun. Dann helfen Vermieter, Hausverwaltung, Wasserversorger oder ein Installationsbetrieb bei der Prüfung.

Wer während einer längeren Reise eine Vertrauensperson in die Wohnung lässt, kann zwei Dinge verbinden: Pflanzen werden versorgt und alle Wasserhähne werden in den vom DVGW genannten Abständen geöffnet. Soll niemand die Wohnung betreten, ist die eigene Wohnungsabsperrung die naheliegende Stelle – vorausgesetzt, sie ist bekannt, leichtgängig und keine Anlage benötigt weiter Wasser.

Quellen

  1. DVGW e.V.: Hausanschlussraum (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW), abgerufen am 07.08.2026)
  2. DVGW-Kompaktinfo für Trinkwasser · März 2024 Trinkwasserinstallationen – Trinkwasserinstallationen – Vorübergehende Stilllegungen und
    Betriebsunterbrechungen
    (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW), abgerufen am 07.08.2026)
  3. Haupthahn nicht zu: Zahlt die Versicherung? (Bund der Versicherten e. V., abgerufen am 07.08.2026)
  4. Was tun, wenn die Trinkwasserleitung vereist? | VDI (Verein Deutscher Ingenieure e. V. (VDI), abgerufen am 07.08.2026)
Verfasst von

Leonie Wickstein

Leonie schreibt über Upcycling, kreative Reparaturen und Ideen für ein gemütliches Zuhause. Dabei zeigt sie auch, was nicht sofort klappt und worauf es beim Nachmachen ankommt.

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