Eine Tierkrankenversicherung kann zehn, fünfzig oder auch deutlich über hundert Euro im Monat kosten. Diese Spanne ist kein Ausreißer. Ein junger Wohnungskater mit reinem OP-Schutz wird völlig anders kalkuliert als ein älterer großer Hund mit umfangreicher Krankenvollversicherung. Wenn du wissen möchtest, was eine Tierkrankenversicherung kostet, brauchst du deshalb zuerst zwei Angaben: Welches Tier soll versichert werden und soll die Police nur Operationen oder auch normale Behandlungen übernehmen?
Was kostet eine Tierkrankenversicherung im Monat?
Aktuelle Vergleichsdaten geben zumindest eine brauchbare Größenordnung. Die Preise sind allerdings keine allgemeingültigen Marktpreise. Versicherer kalkulieren unter anderem nach Alter, Rasse, Tarif und Selbstbeteiligung, außerdem ändern sich Beiträge.
| Versicherung | Orientierung |
|---|---|
| OP-Versicherung Katze | Gute Tarife gibt es laut Stiftung Warentest ab etwas mehr als 100 Euro im Jahr, also ab rund 9 Euro monatlich.[1] |
| OP-Versicherung Hund | Sehr gute Tarife lagen im Vergleich der Stiftung Warentest bei 216 bis 403 Euro jährlich, also ungefähr 18 bis 34 Euro im Monat.[2] |
| Vollversicherung Katze | In einer Finanztip-Abfrage lagen leistungsstärkere Beispieltarife für junge Katzen bei etwa 461 bis 838 Euro jährlich, also rund 38 bis 70 Euro monatlich.[3] |
| Vollversicherung Hund | Bei jungen Hunden lagen vergleichbare Beispieltarife je nach Rasse bei rund 627 bis 1.375 Euro jährlich, also etwa 52 bis 115 Euro monatlich.[3] |
Die Vollversicherungswerte stammen aus einer Finanztip-Abfrage vom Juni 2025 und bezogen sich auf ausgewählte leistungsstärkere Tarife ohne Selbstbeteiligung. Sie eignen sich daher eher als Größenordnung als für einen direkten Tarifvergleich.[3]
Vier Angaben verändern den Beitrag besonders stark
Wenn du Angebote vergleichst, achte zuerst auf Tierart und Rasse, Alter beim Abschluss, OP-Schutz oder Vollversicherung und die vereinbarte Selbstbeteiligung.
Erst wenn diese Punkte bei zwei Angeboten ähnlich sind, lohnt sich ein Vergleich der Monatsbeiträge. Ein 15-Euro-Tarif und ein 70-Euro-Tarif können völlig verschiedene Risiken abdecken.
OP-Schutz ist deutlich günstiger als eine Vollversicherung
Eine OP-Versicherung konzentriert sich auf Operationen und die damit verbundenen Leistungen. Je nach Vertrag gehören beispielsweise Diagnostik vor dem Eingriff, Medikamente, Klinikaufenthalt und Nachbehandlung dazu.
Die Krankenvollversicherung geht weiter. Sie kann auch ambulante Untersuchungen, Medikamente und andere Behandlungen ohne Operation einschließen. Manche Tarife enthalten zusätzlich Budgets für Vorsorge, Zahnbehandlungen oder Physiotherapie.
Das erklärt einen großen Teil des Preisunterschieds. Bei den von Finanztip untersuchten jungen Hunden lagen Volltarife teilweise bei mehr als 1.000 Euro im Jahr, während OP-Tarife derselben Anbieter deutlich darunter blieben.[3]
Ein niedriger Monatsbeitrag sagt allerdings noch nichts darüber aus, ob ein OP-Tarif im Ernstfall genug übernimmt. Jahreslimits, Selbstbeteiligung und ausgeschlossene Erkrankungen können die Leistung stark begrenzen.
Je älter das Tier wird, desto teurer kann die Versicherung werden
Bei vielen Tarifen spielt das Alter schon beim Einstieg eine große Rolle. Ein sechs Monate alter Hund lässt sich meist günstiger versichern als ein siebenjähriger.
Stiftung Warentest hat bei Hunde-OP-Versicherungen sogar festgestellt, dass ein Teil der guten Tarife ältere Tiere gar nicht mehr neu aufnimmt.[2] Bei Katzen zeigt sich dasselbe Grundmuster: Der Beitrag steigt mit dem Alter, teilweise auch innerhalb eines bereits laufenden Vertrags.[1]
Das macht den Vergleich bei einem jungen Tier relativ einfach. Bei einem älteren Hund oder einer älteren Katze kommt zusätzlich die Frage hinzu, welche Anbieter überhaupt noch einen neuen Vertrag anbieten.
Ein später Wechsel kann ebenfalls schwierig werden. Krankheiten, die inzwischen bekannt sind, können beim neuen Versicherer ausgeschlossen werden oder dazu führen, dass das Tier nicht angenommen wird.
Bei Hunden können Rasse und Größe den Preis deutlich verändern
Bei Hundekrankenversicherungen wird häufig nach Rasse oder Risikoklasse kalkuliert. In der Finanztip-Abfrage kostete beispielsweise derselbe Volltarif für einen kleinen Hund teilweise deutlich weniger als für Labrador oder Deutsche Dogge.[3]
Dahinter stehen unterschiedliche Erkrankungsrisiken und mögliche Behandlungskosten. Ein großes Tier benötigt bei manchen Eingriffen mehr Medikamente oder Material, außerdem sind bestimmte Erkrankungen bei einzelnen Rassen häufiger.
Bei Katzen ist die Tarifberechnung oft weniger stark von der Rasse abhängig. Manche Versicherer unterscheiden dafür zwischen Wohnungskatze und Freigänger. Stiftung Warentest berechnet seinen aktuellen Katzenvergleich deshalb ebenfalls mit getrennten Beispielkatzen für Wohnungshaltung und Freigang.[1]
Eine Selbstbeteiligung senkt den Beitrag, verschiebt aber Kosten zu dir
Tarife mit Selbstbeteiligung sind häufig günstiger. Üblich sind feste Beträge, prozentuale Beteiligungen oder Kombinationen daraus.
Bei 20 Prozent Selbstbeteiligung bleiben von einer erstattungsfähigen Rechnung über 2.000 Euro beispielsweise 400 Euro bei dir. Dafür kann der laufende Versicherungsbeitrag niedriger ausfallen.
Ob das attraktiv ist, hängt von deinen Rücklagen ab. Wer einige Hundert Euro jederzeit bezahlen kann, kann mit einer Selbstbeteiligung laufende Beiträge reduzieren. Wer Tierarztkosten möglichst planbar halten möchte, bewertet einen Tarif ohne oder mit niedriger Beteiligung möglicherweise anders.
Beim Vergleich würde ich deshalb immer Jahresbeitrag plus mögliche Eigenbeteiligung betrachten und nicht nur den Monatsbetrag.
Ein günstiger Tarif kann bei einer teuren Rechnung trotzdem teuer werden
Tierarztkosten werden in Deutschland nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte, kurz GOT, berechnet. Im normalen Betrieb kann eine Leistung zwischen dem einfachen und dreifachen Gebührensatz abgerechnet werden. Im Notdienst sind je nach Fall der zwei- bis vierfache Satz möglich; hinzu kommt eine Notdienstgebühr von 50 Euro netto.[4]
Bei der Versicherung ist deshalb wichtig, bis zu welchem GOT-Satz sie tatsächlich zahlt. Ein günstiger Tarif, der bei höheren Sätzen nicht vollständig erstattet, kann gerade bei Klinik- oder Notdienstbehandlungen eine größere Lücke hinterlassen.
Prüfen würde ich außerdem:
- ob die jährliche Erstattung begrenzt ist,
- welche Erkrankungen ausgeschlossen sind,
- wie lange Vor- und Nachbehandlungen rund um eine OP bezahlt werden,
- ob Diagnostik wie Röntgen, MRT oder Labor enthalten ist,
- und ob sich der Versicherer ein Kündigungsrecht nach einem Leistungsfall vorbehält.
Die Unterschiede sind erheblich. Beim aktuellen Katzenvergleich der Stiftung Warentest erreichten nur 86 von 181 untersuchten Tarifvarianten die Note Gut; mehr als die Hälfte wurde nicht empfohlen.[1]
Rechne den Beitrag nicht nur für das erste Versicherungsjahr
Ein Einstiegspreis von 25 Euro monatlich ergibt 300 Euro im Jahr. Bleibt der Vertrag zehn Jahre bestehen, wären das bei unverändertem Beitrag bereits 3.000 Euro.
In der Praxis bleiben Beiträge allerdings nicht zwangsläufig konstant. Alter des Tieres und allgemeine Beitragsanpassungen können die Kosten erhöhen.
Dass Beitragserhöhungen kein theoretisches Thema sind, zeigt auch der Jahresbericht 2025 des Versicherungsombudsmanns. Bei Tierkrankenversicherungen stiegen die Beschwerden erneut; neben Streit um erstattete Behandlungen spielten auch Kündigungen und Beitragserhöhungen eine Rolle.[5]
Ein Tarif sollte deshalb nicht nur heute ins Haushaltsbudget passen. Rechne damit, dass die Versicherung eines älteren Tieres später mehr kosten kann.
So vergleichst du die Kosten ohne dich vom billigsten Tarif täuschen zu lassen
Nimm zuerst zwei oder drei Tarife mit einem ähnlichen Leistungsumfang. Vergleiche dann Jahresbeitrag, Selbstbeteiligung, maximale Erstattung und GOT-Satz.
Ein Beispiel: Tarif A kostet 240 Euro im Jahr und übernimmt höchstens 2.500 Euro für Operationen. Tarif B kostet 320 Euro und hat keine solche Obergrenze. Die 80 Euro Beitragsunterschied sagen wenig aus, solange nicht klar ist, welches finanzielle Risiko du überhaupt absichern möchtest.
Dasselbe gilt für Vollversicherungen. Ein günstiger Tarif mit kleiner Vorsorgepauschale, vielen Ausschlüssen und niedriger Jahreshöchstleistung ist kein direkter Gegenentwurf zu einem deutlich umfangreicheren Vertrag.
Für die Kosten einer Tierkrankenversicherung gibt es deshalb keine sinnvolle einzelne Durchschnittszahl. Bei Katzen kann ein guter OP-Schutz bei wenig mehr als 100 Euro im Jahr beginnen, während ein umfangreicher Volltarif für einen Hund über 1.000 Euro jährlich kosten kann. Was zwischen diesen beiden Zahlen liegt, hängt vor allem vom Tier und davon ab, wie viel die Versicherung tatsächlich übernehmen soll.
Quellen
- Stiftung Warentest: Katzenversicherung im Vergleich – 181 Tarifvarianten für OP-Schutz (20.01.2026, korrigiert am 12.08.2026, abgerufen am 02.09.2026)
- Stiftung Warentest: Hundekrankenversicherung – Vergleich von 121 Hunde-OP-Versicherungen (16.04.2025, abgerufen am 02.09.2026)
- Finanztip: Tierkrankenversicherung – Kostenbeispiele für Hunde und Katzen sowie Unterschiede zwischen OP- und Vollschutz (Stand 26.06.2025, abgerufen am 02.09.2026)
- Bundestierärztekammer: Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) (abgerufen am 02.09.2026)
- Versicherungsombudsmann: Jahresbericht 2025 – Beschwerden zur Tierkrankenversicherung (2026, abgerufen am 02.09.2026)