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Lose statt festgefroren

Erbsen einfrieren – roh oder blanchiert?

Frische Erbsen sind schnell ausgepalt – und ebenso schnell ist die Schüssel größer als der Hunger. Einfrieren bietet sich dann an, allerdings bleibt eine Frage: direkt in den Gefrierbeutel oder vorher ins kochende Wasser? Für einen Vorrat über mehrere Monate würde ich Erbsen blanchieren. Roh einfrieren ist zwar möglich, das kurze Erhitzen bremst aber Enzyme aus, die Farbe, Geschmack und Konsistenz während der Lagerung verändern können.

Warum sich Blanchieren bei Erbsen lohnt

Beim industriellen Tiefkühlen werden frische Erbsen ebenfalls gewaschen, sortiert und kurz blanchiert, bevor sie tiefgefroren werden. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) nennt dabei den Erhalt der grünen Farbe und empfindlicher Vitamine als Vorteile.[1]

Interessant ist vor allem, was während der Lagerung passiert. Auch nach dem Einfrieren sind pflanzeneigene Enzyme nicht automatisch dauerhaft ausgeschaltet. Kurzes Blanchieren inaktiviert einen großen Teil davon. Deshalb empfiehlt das BZfE diesen Schritt auch für Gemüse, das zu Hause eingefroren wird.[2]

Roh oder blanchiert?

Du verbrauchst die Erbsen bald: Rohes Einfrieren funktioniert, wenn es schnell gehen muss.

Du möchtest einen Vorrat für mehrere Monate: Blanchieren ist die bessere Wahl für Farbe, Geschmack und Konsistenz.

Die Erbsen sind schon älter oder mehlig: Einfrieren macht sie nicht wieder jung und zart. Am besten kommen möglichst frische Erbsen ins Gefrierfach.

Erbsen vor dem Einfrieren kurz blanchieren

Nach dem Auspalen würde ich beschädigte oder auffällige Erbsen aussortieren und den Rest kurz unter kaltem Wasser waschen.

Dann brauchst du einen Topf mit reichlich kochendem Wasser und daneben eine Schüssel mit sehr kaltem Wasser, gern mit Eiswürfeln.

Für grüne Erbsen reicht beim Wasserblanchieren ungefähr 1½ Minuten. Diese Zeit findet sich auch beim National Center for Home Food Preservation, einer US-Fachstelle für häusliche Lebensmittelkonservierung.[3]

Der Ablauf bleibt entsprechend kurz:

  1. Erbsen in sprudelnd kochendes Wasser geben.
  2. Etwa 1½ Minuten blanchieren.
  3. Sofort herausnehmen und in sehr kaltem Wasser abkühlen.
  4. Gut abtropfen lassen und möglichst trocken weiterverarbeiten.

Das kalte Wasser stoppt den Garprozess. Lässt du die Erbsen stattdessen langsam auskühlen, garen sie weiter und werden später schneller weich.

Vor dem Einfrieren möglichst viel Wasser loswerden

Nach dem Abkühlen würde ich die Erbsen gründlich abtropfen lassen. Anhaftendes Wasser friert sonst zu Eiskristallen und verbindet die Erbsen stärker miteinander.

Wenn du später nur eine Handvoll für Suppe, Risotto oder Pasta entnehmen möchtest, kannst du sie zuerst lose vorfrieren. Dafür die trockenen Erbsen nebeneinander auf einen Teller, ein Brett oder ein kleines Blech geben und einfrieren.

Sobald sie fest sind, wandern sie in Gefrierbeutel oder geeignete Dosen. So entsteht nicht sofort ein kompakter grüner Block.

Für Gemüse empfiehlt das BZfE außerdem eine möglichst luftarme Verpackung. Weniger Luft im Behälter schützt die Lebensmittel während der Lagerung und spart Platz im Gefrierfach.[2]

Wie lange halten sich eingefrorene Erbsen?

Bei konstant etwa −18 °C gehören Erbsen zu den Gemüsesorten, die einen längeren Vorrat gut mitmachen. Das BZfE nennt für tiefgekühlte Hülsenfrüchte je nach Art etwa neun bis 15 Monate Lagerzeit.[4]

Zu Hause würde ich trotzdem das Einfrierdatum auf Beutel oder Dose schreiben. Dann verschwinden die Erbsen nicht für unbestimmte Zeit hinter Pizza, Brot und drei halb vollen Eispackungen.

Ein Sicherheitsdatum ist diese Zeitangabe nicht automatisch. Bei durchgehendem Tiefkühlen geht es bei längerer Lagerung zunächst vor allem um nachlassende Qualität.

Müssen gefrorene Erbsen vor dem Kochen auftauen?

Für die meisten Gerichte nicht. Gefrorene Erbsen können direkt aus dem Gefrierfach in Topf oder Pfanne.

Das passt auch zur Empfehlung des BZfE, tiefgekühlte Bohnen und Erbsen unaufgetaut zuzubereiten. Weil das Gemüse bereits blanchiert wurde, fällt die anschließende Garzeit außerdem kürzer aus als bei frischer Rohware.[5]

Für Suppe, Eintopf oder Sauce würde ich die gewünschte Portion deshalb einfach gefroren dazugeben. Auch bei Reis- und Pastagerichten brauchen Erbsen meist nur die letzten Minuten.

Auftauen würde ich sie eher dann, wenn ein Rezept ausdrücklich danach verlangt. Nach dem Auftauen werden Erbsen etwas empfindlicher und verlieren leichter Flüssigkeit.

Für einen guten Vorrat zählt vor allem die Frische

Beim Einfrieren lässt sich Qualität erhalten, aber nicht nachträglich herstellen. Junge Erbsen mit süßlichem Geschmack werden auch nach dem Gefrieren angenehmer sein als ältere, bereits mehlige Exemplare.

Frische Erbsen sollten deshalb möglichst bald verarbeitet werden. Auch das BZfE empfiehlt, sie rasch zu verbrauchen oder zu blanchieren und einzufrieren.[6]

Für mich ist die kurze Extra-Runde im Kochtopf deshalb die sinnvollere Variante: auspalen, waschen, rund 1½ Minuten blanchieren, kalt abschrecken, trocknen und einfrieren. Viel Arbeit kommt dadurch nicht dazu – und gerade bei einem Vorrat für Herbst und Winter lohnt sich der Unterschied.

Quellen

  1. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Hülsenfrüchte – Verarbeitung von Bohnen und Erbsen als Tiefkühlgemüse (abgerufen am 31.08.2026)
  2. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Saisonales Obst und Gemüse einfrieren – Blanchieren, Abkühlen und Verpacken (abgerufen am 31.08.2026)
  3. National Center for Home Food Preservation: Blanchierzeiten für Gemüse – grüne Erbsen (abgerufen am 31.08.2026)
  4. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Hülsenfrüchte lagern und zubereiten (abgerufen am 31.08.2026)
  5. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Tiefgekühlte Bohnen und Erbsen unaufgetaut zubereiten (abgerufen am 31.08.2026)
  6. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Die vielseitige Erbse – Lagerung und Einfrieren frischer Erbsen (abgerufen am 31.08.2026)
Verfasst von

Leni Wehner

Leni schreibt über Reinigung, Lebensmittel und das Leben mit zwei Katzen. Dabei probiert sie praktische Tipps selbst aus und schaut, was zu Hause tatsächlich funktioniert.

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