Folge uns auf
Homepage » Küche & Rezepte » Lebensmittel & Zubereitung » Mineralwasserkiste stand in der Sonne – noch trinken?
Wasser nach einem heißen Tag

Mineralwasserkiste stand in der Sonne – noch trinken?

Die Mineralwasserkiste wurde nach dem Einkauf auf der Terrasse vergessen oder stand einen Nachmittag im aufgeheizten Auto. Beim Anfassen sind die Flaschen deutlich warm. Muss das Wasser jetzt weg? War die Kiste nur einige Stunden warm und sind die Flaschen ungeöffnet und unbeschädigt, würde ich das Mineralwasser nicht allein deshalb entsorgen. Bei PET-Flaschen ist direkte Sonne trotzdem keine gute Dauerlösung. Wärme und UV-Strahlung können den Übergang von Stoffen aus dem Kunststoff ins Getränk verstärken.[1]

Ein Nachmittag in der Sonne ist etwas anderes als wochenlange Lagerung

Für die Entscheidung zählt vor allem, wie lange die Kiste warm stand. Eine ungeöffnete Flasche, die nach einem heißen Einkaufstag wieder kühl und dunkel gelagert wird, ist nicht mit einem Wasservorrat vergleichbar, der den halben Sommer auf dem Balkon oder im Auto verbringt.

Die Verbraucherzentrale rät ausdrücklich davon ab, PET-Flaschen in der Sonne stehen zu lassen. Mineralwasser sollte kühl, dunkel und trocken gelagert werden.[1]

Was ist mit meiner Wasserkiste?

Ungeöffnet und nur ein paar Stunden warm: Wieder kühl stellen. Sind Flaschen und Verschlüsse unbeschädigt und das Wasser später geschmacklich unauffällig, ist die Kiste nicht automatisch verdorben.

PET-Flaschen standen mehrere Tage in starker Sonne oder einem heißen Auto: Das ist keine sinnvolle Lagerung. Bei verformten Flaschen, beschädigten Verschlüssen oder auffälligem Geruch und Geschmack würde ich das Wasser nicht mehr trinken.

Ungeöffnete Glasflaschen: Hier entfällt das PET-Thema. Auch sie sollten aber nicht dauerhaft heiß und sonnig gelagert werden.

Bereits geöffnete Flaschen: Anders behandeln als eine verschlossene Kiste. Geöffnete Flaschen gehören möglichst in den Kühlschrank und sollten zeitnah ausgetrunken werden.

Bei PET geht es eher um Lagerung und Geschmack als um eine akute Vergiftung

Rund um warme PET-Flaschen kursieren schnell Geschichten über „Giftstoffe im Wasser“. So pauschal lässt sich das nicht sagen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht nach dem derzeitigen Wissensstand keine Anhaltspunkte dafür, dass Getränke aus PET-Flaschen bei bestimmungsgemäßem Gebrauch ein gesundheitliches Risiko darstellen.[2]

Bekannt ist allerdings Acetaldehyd. Dieser Stoff kann aus PET in Mineralwasser übergehen und schon in sehr kleinen Mengen süßlich oder fruchtig riechen beziehungsweise schmecken. Die vom BfR beschriebenen gemessenen Mengen liegen deutlich unter dem gesetzlichen Grenzwert; gesundheitliche Beeinträchtigungen sind dabei nicht zu erwarten.[2]

Ein veränderter Geschmack ist trotzdem kein Zustand, den du akzeptieren musst. Mineralwasser soll sensorisch einwandfrei sein.

Glasflaschen reagieren auf Hitze anders

Bei einer Mineralwasserkiste mit Glasflaschen spielt der Kunststoff der Flasche natürlich keine Rolle. Glas ist außerdem eine sehr dichte Barriere, weshalb Mineralwasser darin seine Eigenschaften länger behält als in PET.[1]

Dauerhafte direkte Sonne würde ich trotzdem vermeiden. Hersteller empfehlen für Mineralwasser eine möglichst konstante Lagerung, geschützt vor starker Wärme und direkter Sonneneinstrahlung.[3]

Nach einem einzelnen heißen Nachmittag kannst du ungeöffnete und unbeschädigte Glasflaschen einfach wieder kühl stellen.

Schau bei sehr heiß gewordenen PET-Flaschen auf die Verpackung

Eine Flasche, die nur warm geworden ist, sieht normalerweise genauso aus wie vorher. Anders ist es, wenn sich Kunststoff sichtbar verformt hat, der Boden ungewöhnlich ausgebeult ist oder der Verschluss nicht mehr richtig sitzt.

Solche Flaschen würde ich aussortieren. Dasselbe gilt bei Undichtigkeiten.

Nach dem Abkühlen kannst du bei einer äußerlich unauffälligen Flasche außerdem prüfen, ob Geruch und Geschmack normal sind. Ein deutlich süßlich-fruchtiger Fremdgeschmack kann bei PET mit Acetaldehyd zusammenhängen.[2]

Das BfR bewertet die dabei üblicherweise vorkommenden Mengen zwar nicht als gesundheitliches Risiko. Wenn Wasser aber offensichtlich anders riecht oder schmeckt als gewohnt, gibt es keinen Grund, es trotzdem auszutrinken.

Bei geöffneten Flaschen wird die Sache hygienischer

Eine verschlossene Flasche ist vom Umfeld abgeschirmt. Sobald sie geöffnet wurde, können Mikroorganismen hineingelangen – besonders beim direkten Trinken aus der Flasche.

Das BfR empfiehlt deshalb, angebrochene Flaschen verschlossen und gekühlt aufzubewahren und möglichst zeitnah auszutrinken.[4]

Eine bereits geöffnete Wasserflasche, die lange warm in der Sonne oder im Auto stand, würde ich daher deutlich kritischer behandeln als eine ungeöffnete Kiste. Wenn zusätzlich direkt daraus getrunken wurde und die Flasche anschließend stundenlang heiß herumstand, würde ich sie nicht für später aufheben.

Für den nächsten Einkauf reicht ein schattiger Platz

Mineralwasser braucht keinen Kühlschrank, solange du es lagerst. Ein trockener, dunkler und nicht zu warmer Vorratsraum reicht völlig aus.

Gerolsteiner nennt etwa 10 bis 20 °C als günstigen Bereich und empfiehlt, starke Temperaturschwankungen sowie direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.[3]

Eine Wasserkiste kann also problemlos im Keller, Vorratsraum oder einer kühlen Abstellkammer stehen. Balkon, sonnige Terrasse und dauerhaft aufgeheizter Kofferraum sind dagegen keine guten Lagerplätze.

Wenn die Kiste einmal vergessen wurde, musst du daraus aber kein größeres Problem machen als nötig: Ungeöffnet, nur vorübergehend warm und mit unbeschädigten Flaschen spricht nicht automatisch für Entsorgung. Dauerhafte Hitze, beschädigte PET-Flaschen oder auffälliger Geruch und Geschmack sind dagegen gute Gründe, das betroffene Wasser nicht mehr zu verwenden.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale: Trinkwasser, Mineralwasser und Tafelwasser – PET-Flaschen, Sonne und richtige Lagerung (Stand 17.08.2026, abgerufen am 01.09.2026)
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): PET-Flaschen – gesundheitliche Bewertung und Acetaldehyd (Stand 28.05.2025, abgerufen am 01.09.2026)
  3. Gerolsteiner: Lagerung von Mineralwasser – Temperatur und direkte Sonneneinstrahlung (abgerufen am 01.09.2026)
  4. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Hygienischer Umgang mit Mineral-, Quell-, Tafel- und Trinkwasser (abgerufen am 01.09.2026)
Verfasst von

Leni Wehner

Leni schreibt über Reinigung, Lebensmittel und das Leben mit zwei Katzen. Dabei probiert sie praktische Tipps selbst aus und schaut, was zu Hause tatsächlich funktioniert.

Zum vollständigen Autorenprofil →

Schreibe einen Kommentar