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So erkennst du Fake-Websites beim Online-Shopping

Du klickst auf ein Angebot, alles sieht normal aus – und trotzdem hast du ein flaues Gefühl. Genau da setzt dieses Thema an: Wie du Fake-Websites erkennen kannst, ohne jedes Mal zum IT-Forensiker zu werden, und was du tun solltest, wenn du doch Daten eingetippt hast.

Wenn die Seite perfekt aussieht – und trotzdem irgendwas nicht passt

Du suchst nach einem Produkt, scrollst durch die Treffer, klickst auf einen Shop, den du noch nie gesehen hast. Logo wirkt seriös, Produktbilder hochauflösend, Texte ordentlich gesetzt. Oberflächlich alles in Ordnung – und genau das macht es heute gefährlich.

Moderne Betrugsseiten kopieren komplette Layouts, übernehmen echte AGB-Texte und schmücken sich mit frei erfundenen Bewertungen. Die Polizei beschreibt Fake-Shops inzwischen als täuschend echt aussehende Verkaufsplattformen, bei denen selbst das Impressum konstruiert sein kann.[4] Das bedeutet: Du kannst dich nicht mehr darauf verlassen, dass eine saubere Optik automatisch für Seriosität steht.

Der bessere Ansatz: Du lernst ein paar feste Prüfbausteine und kombinierst sie mit deinem Bauchgefühl. Je mehr Bausteine nicht passen, desto eher solltest du die Seite schließen und dir einen anderen Anbieter suchen.

Fake-Websites erkennen: typische Unterschiede zu seriösen Seiten

Bevor wir zu Tools und Details kommen, hilft ein schneller Blick auf die größten Unterschiede. Nicht jeder Punkt muss zutreffen, aber die Mischung macht misstrauisch.

Merkmal Seriöse Website Verdächtige Website
Kontaktdaten Vollständiges Impressum mit Adresse, erreichbar per Telefon oder Mail Nur Kontaktformular, Postfach, ausländische Adresse ohne Bezug
Preise Realistische Preise, Rabattaktionen begrenzt extrem niedrige Preise über das gesamte Sortiment
Zahlungsarten Mehrere Optionen, oft Rechnung, Lastschrift, PayPal mit Käuferschutz Fast nur Vorkasse oder „Sofortüberweisung“, Käuferschutz fehlt
Sprache Weitgehend fehlerfreie Texte, konsistente Begriffe Auffällige Rechtschreibfehler, Textbausteine aus anderen Sprachen
Technik URL passt zum Markennamen, Zertifikat korrekt, Seite wirkt stabil Krude Domains, unpassende Subdomains, Zertifikat auf fremden Namen

Organisationen wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Verbraucherzentralen setzen bei der Einschätzung genau auf solche Merkmal-Kombinationen, unter anderem im Fakeshop-Finder oder in Checklisten für Online-Shopping.[2][3]

Was Betrüger auf Fake-Websites eigentlich wollen

Die Ziele sind meist ziemlich klar: Geld einsammeln, ohne Leistung zu erbringen, oder Zugangsdaten abgreifen, um später Konten zu plündern oder Accounts zu übernehmen. Manchmal geht es „nur“ um Adressen und Telefonnummern für weitere Betrugsversuche.

Deshalb findest du bei vielen Fake-Websites immer wieder dieselben Muster: stark rabattierte Markenware, besonders gefragte Produkte (Fahrräder, Elektronik, Spielekonsolen) und Bezahlarten ohne echten Käuferschutz. Laut Polizei und Verbraucherzentralen werden solche Shops teils sogar über Werbeanzeigen beworben, sodass sie in ganz normalen Suchtreffern auftauchen.[4][5]

Wenn du dir dieses Zielbild klar machst, wirken einige Design-Entscheidungen plötzlich weniger zufällig. Warum sollte ein unbekannter Shop nagelneue Premiumprodukte dauerhaft 60 % günstiger anbieten und zugleich nur Vorkasse akzeptieren?

Technik prüfen: URL, Zertifikat und Aufbau der Seite

Der technische Blick schreckt viele ab, ist aber mit ein bisschen Routine schnell machbar. Du brauchst dafür keine Spezialsoftware – der Browser reicht, solange du dir ein paar Punkte angewöhnst.

Das BSI betont zum Beispiel, dass du schon am Adressfeld im Browser wichtige Hinweise auf Phishing und Fake-Websites erkennen kannst, bevor du überhaupt etwas eingibst.[1] Die Kunst besteht darin, URL, Zertifikat und Seitenaufbau kurz gegenzuchecken.

Die Domain lesen wie eine Adresse

Die wichtigste Gewohnheit: Schau nicht nur, ob „https“ vorne steht, sondern lies die ganze Adresse. Bei Bank- und Login-Seiten ist das entscheidend. Laut BSI sind gefälschte Webseiten oft so aufgebaut, dass das echte Markenzeichen irgendwo in der URL vorkommt, aber nicht an der Stelle, an der die eigentliche Domain sitzt.[1]

Ein Beispiel: Während „bankname.de“ oder „login.bankname.de“ plausibel wirken, ist „bankname.de.login-portal.xyz“ verdächtig. Die eigentliche Domain ist hier „login-portal.xyz“ – der Rest dient nur dazu, Vertrauen aufzubauen. In dieser kleinen Verschiebung steckt eine häufige Masche moderner Phishing-Seiten.

Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf Tippfehler-Domains. Betrüger registrieren gerne Adressen, bei denen ein Buchstabe fehlt oder vertauscht ist. Wenn du dir nicht sicher bist, tippe die Adresse deiner Bank oder deines Shops lieber direkt ein, statt Links aus Mails anzuklicken.

HTTPS ist Pflicht – aber kein Beweis

Früher waren unverschlüsselte Seiten ein klarer Alarm. Heute ist die Lage komplizierter: Das BSI weist darauf hin, dass auch Fakeshops und Phishing-Seiten längst HTTPS-Verbindungen mit Schloss-Symbol nutzen.[2] Das Schloss zeigt nur, dass die Verbindung verschlüsselt ist, nicht, dass der Betreiber seriös ist.

Trotzdem ist es ein schlechtes Zeichen, wenn du auf einer Login- oder Bezahlseite überhaupt kein HTTPS siehst. Dann werden Zugangsdaten im Klartext übertragen. Seriöse Anbieter würden das vermeiden. Die Kombination zählt also: https plus stimmige Domain plus korrekte Inhalte sind ein gutes Zeichen, ein einzelnes Schloss dagegen nicht.

Wenn du noch einen Schritt weitergehen willst, kannst du dir im Browser das Zertifikat anzeigen lassen und schauen, auf welche Organisation es ausgestellt ist. Stimmen Domain und Firmenname nicht überein, lohnt sich eine genaue Prüfung.

Vier schnelle Checks direkt im Browser

Für den Alltag hilft eine kleine feste Routine, die du fast automatisch abspulen kannst:

  • Schau zuerst auf die Adressleiste und prüfe, ob die Domain zur Marke passt und richtig geschrieben ist.
  • Wirf einen Blick auf das Schloss-Symbol und kontrolliere, ob die Verbindung überhaupt verschlüsselt ist.
  • Scrolle kurz nach unten und suche das Impressum – bei Shops sollte es vollständige Angaben mit Anschrift enthalten.
  • Öffne ein weiteres Tab und google den Shopnamen plus „Erfahrungen“ – geh dabei auch zur Verbraucherzentrale oder Polizei, nicht nur auf Bewertungssterne im Shop selbst.[3][5]

Diese Checks dauern vielleicht eine halbe Minute, können dir aber im Zweifel Hunderte Euro und viel Ärger ersparen.

Inhalte, Sprache, Verhalten: wenn der Text verrät, dass etwas nicht stimmt

Fake-Websites lassen sich nicht nur technisch entlarven, sondern auch inhaltlich. Gerade wenn du nicht so tief in Technik stecken möchtest, kannst du über Sprache, Struktur und Verhalten der Seite viel herauslesen.

Ein Klassiker sind Textbausteine, die offensichtlich übersetzt wurden. Wenn Formulierungen holpern, Begriffe nicht zum deutschen Recht passen oder der Stil mitten im Text wechselt, ist das ein Hinweis. Die Polizei beschreibt zum Beispiel AGB und Widerrufsbelehrungen, die teilweise kopiert oder unvollständig sind.[4]

Auch das Verhalten der Seite liefert Hinweise: Fenster, die dich drängen, „nur noch heute“ zu bestellen, hochzählen statt herunter, oder dir ständig zeigen, dass angeblich andere Leute genau jetzt kaufen. Solche Elemente findest du zwar auch bei echten Shops – die Kombination mit fehlenden Kontaktdaten und Vorkassepflicht ist aber ein deutliches Warnsignal.

Warum dein Ungut-Gefühl ernst zu nehmen ist

Vielleicht kennst du das: Auf dem Papier passt alles, trotzdem fühlst du dich auf einer Seite unwohl. Dieses Gefühl basiert oft auf vielen kleinen Unstimmigkeiten, die dein Kopf nicht direkt benennt. Wenn du dieses Signal ernst nimmst und die Seite lieber schließt, triffst du in der Regel eine sehr vernünftige Entscheidung.

In fünf Schritten eine verdächtige Seite prüfen

Wenn du dir unsicher bist, hilft dir eine kleine Schrittfolge, um die Lage strukturiert einzuschätzen:

  1. Schau dir die Startseite an und prüfe, ob Kontakt, Impressum und AGB gut erreichbar sind.
  2. Öffne das Impressum und google die Anschrift sowie den Firmennamen, um Doppelungen oder Auffälligkeiten zu entdecken.
  3. Lege ein Produkt in den Warenkorb und gehe bis fast zum Ende – kontrolliere, ob zahlreiche sichere Zahlungsarten angeboten werden oder am Schluss doch nur Vorkasse übrig bleibt.
  4. Nutze für Shops den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen und kopiere die URL dort hinein.[3]
  5. Wenn weiterhin Zweifel bleiben, such dir einen anderen Anbieter – kein Schnäppchen ist den Stress einer Strafanzeige wert.

Dieser Ablauf ersetzt keine professionelle Analyse, hilft dir aber dabei, dich nicht von gut gemachten Seiten beeindrucken zu lassen.

Fake-Websites im Onlinehandel: worauf du besonders achten solltest

Im Onlinehandel treffen alle Faktoren gleichzeitig aufeinander: Geld, Daten und Zeitdruck. Untersuchungen von Verbraucherzentralen zeigen, dass es immer schwerer wird, Fakeshops auf den ersten Blick zu unterscheiden, weil die Betrüger echte Daten, kopierte Layouts und professionelle Produktfotos nutzen.[3][5]

Ich bin selbst einmal beinahe auf so einen Shop hereingefallen – nagelneue Markenfahrräder, durchgehend 50 % günstiger, überall „Nur noch wenige Stück verfügbar“. Erst der Blick auf das Handelsregister (gar kein Eintrag), die ausschließlich angebotene Vorkasse und ein Warnhinweis der Polizei haben mich gebremst. Diese kleine Extra-Recherche hat schlicht einen kompletten Kaufpreis gerettet.

Gerade bei größeren Summen lohnt sich die Investition von ein paar Minuten. Prüfe, ob es zu dem Laden unabhängige Berichte gibt, ob die Domain schon länger existiert und ob du denselben Artikel bei bekannten Händlern findest. Wenn ein Shop in keiner Suche außerhalb seiner eigenen Seite auftaucht, ist das selten ein Zufall.

Zahlungsarten und Kontaktwege im Blick behalten

Ein wichtiger Anker sind die Zahlungsarten. Polizei und Verbraucherzentralen empfehlen, bei unbekannten Shops kein Geld per reiner Vorkasse zu überweisen, wenn Zweifel bestehen.[4][5] Bezahlmethoden mit Käuferschutz oder Rückbuchungsmöglichkeit sind deutlich sicherer.

Auch Kontaktwege erzählen viel. Eine Festnetznummer, die erreichbar ist, eine nachvollziehbare Adresse und eine funktionierende Mailadresse sind keine Garantie, aber ein Baustein. Eine anonyme Wegwerf-Adresse, kein Telefon und nur ein Kontaktformular sind dagegen ein deutlicher Risikohinweis, besonders in Kombination mit dauerhaftem Rabatt-Feuerwerk.

Wenn du deine Daten schon eingegeben hast

Manchmal fällt der Groschen erst, nachdem du die Bestellung abgeschickt oder deine Zugangsdaten eingetragen hast. Dann hilft es nicht, sich zu ärgern – du brauchst einen klaren Fahrplan. Institutionen wie das BSI und „Deutschland sicher im Netz“ stellen dafür Handlungsempfehlungen bereit, auf denen du aufbauen kannst.[1][5]

Ich habe mir angewöhnt, im Zweifel lieber einmal zu viel als zu wenig zu reagieren. Ein geänderter Passwortsatz tut zwar kurz weh, ist aber deutlich angenehmer als ein übernommener Mailaccount oder ein geleertes Girokonto.

Konkrete Schritte nach einem Verdacht

Hast du Zugangsdaten auf einer verdächtigen Seite eingegeben, ändere sie sofort über den offiziellen Zugang des echten Anbieters. Bei Bank- oder Kreditkartendaten informiere umgehend das Institut, damit Karten gesperrt oder Umsätze geprüft werden können. Wenn Geld geflossen ist und du keine Ware bekommst, sichere Belege und erstatte Anzeige bei der Polizei – das raten auch Polizei-Beratung und Verbraucherzentralen übereinstimmend.[4][5]

Auch wenn es unangenehm ist, über so einen Vorfall zu sprechen: Gerade im Familien- und Freundeskreis kann Offenheit andere schützen. Betrugsmaschen leben davon, dass Betroffene sich schämen und lieber schweigen.

Quellen

  1. Wie erkenne ich Phishing in E-Mails und auf Webseiten? (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, abgerufen am 25.11.2025)
  2. Worauf beim Online-Einkauf zu achten ist (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, abgerufen am 25.11.2025)
  3. Abzocke online: Wie erkenne ich Fakeshops im Internet? (Verbraucherzentrale, abgerufen am 25.11.2025)
  4. Fake-Shops: Beim Onlinekauf immer misstrauisch sein (Polizei-Beratung, abgerufen am 25.11.2025)
  5. Gefahr durch Fake-Shops mit echten Daten (Deutschland sicher im Netz e. V., abgerufen am 25.11.2025)

FAQs zum Thema Fake-Websites erkennen

Wie zuverlässig sind Fakeshop-Checker und Browser-Warnungen?

Tools wie der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen oder Browser-Warnhinweise sind eine gute Unterstützung, aber kein Ersatz für deinen eigenen Blick.[3] Sie erkennen viele bekannte Betrugsseiten und typische Muster, können aber neue Domains oder sehr frisch aufgesetzte Fake-Websites übersehen. Nutze sie deshalb als zusätzlichen Baustein, nicht als Freifahrtschein.

Reicht es, nur auf bekannte Markenshops zu setzen?

Bekannte Marken und Marktplätze sind in der Regel sicherer, aber nicht unantastbar. Es gibt immer wieder Berichte über gefälschte Unterseiten, Fake-Profile oder nachgebaute Loginmasken, die sich an bekannte Marken anhängen.[1] Deshalb lohnt es sich, auch dort die Adresse genau zu prüfen und bei Login- oder Bezahlvorgängen aufmerksam zu bleiben. Gleichzeitig kannst du kleine, seriöse Shops entdecken, indem du sie gründlich prüfst.

Wie kann ich meine Familie vor Fake-Websites schützen?

Der wichtigste Schritt ist, das Thema entspannt, aber klar anzusprechen. Erklär deinen Kindern oder älteren Angehörigen, dass niemand spontan Bankdaten per Mail oder Popup abfragen darf, und dass es völlig in Ordnung ist, bei Unsicherheit nachzufragen. Richtet gemeinsam ein paar Grundregeln ein: Zugangsdaten nie weitergeben, Links aus Mails lieber über die echte Adresse im Browser ersetzen, bei großen Anschaffungen noch eine zweite Person draufschauen lassen. So wird Sicherheit Teil des Alltags und kein Schreckgespenst.

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