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Brennende Lippen im Winter: Was du dagegen tun kannst

Die Heizung läuft, draußen ist es kalt, und plötzlich fühlt sich dein Mund an, als hättest du Schleifpapier statt Lippen. Brennende Lippen im Winter nerven – aber du kannst ziemlich viel tun, damit es gar nicht erst so weit kommt.

Warum die Lippen im Winter so schnell brennen

Du merkst es oft erst, wenn du wieder im Warmen bist: Die Lippen spannen, werden rau, und jeder Zug am Schal fühlt sich plötzlich „zu viel“ an. Das liegt nicht daran, dass du dich anstellst – Lippen sind tatsächlich eine empfindliche Zone.

Am Lippenrot gibt es kaum Drüsen, die einen eigenen Fettfilm liefern. Genau das zeigt zum Beispiel die histologische Übersicht der Universität Basel: Im Bereich des Lippenrots finden sich (bis auf wenige freie Talgdrüsen) praktisch keine Drüsen, die von selbst „nachfetten“ würden.[2] Dazu kommt: Kälte, Wind und trockene Heizungsluft ziehen Feuchtigkeit aus der Oberfläche. Die Techniker Krankenkasse beschreibt diesen Wintermix als typischen Grund, warum Lippen schneller austrocknen und einreißen.[1]

Und dann gibt es noch den Klassiker, den fast jede:r kennt: Einmal kurz mit der Zunge drüber – und kurz fühlt es sich besser an. Leider nur kurz.

Speichel verdunstet und trocknet die Lippen oft zusätzlich aus. Die AOK nennt häufiges Lippenlecken ausdrücklich als möglichen Faktor bei gereizten Mundwinkeln und rissiger Lippenhaut.[3]

Soforthilfe, wenn es schon brennt

Wenn die Lippen bereits brennen, hilft vor allem eines: Reize runterfahren und die Oberfläche schützen. Du brauchst keinen Produktzirkus – eher das Gegenteil.

Diese Schritte sind für viele ein guter Start:

  • Greif zu einer schlichten, parfumfreien Fettschicht. Eine salbenartige Pflege (ohne Duft, ohne „kühlendes“ Gefühl) legt sich wie ein Schutzfilm darüber. Die Techniker Krankenkasse empfiehlt bei spröden Lippen grundsätzlich einfache, eher „fettige“ Pflege statt ständig wechselnder Produkte.[1]
  • Abends ruhig dicker, tagsüber dünner. Eine dickere Schicht vor dem Schlafen gibt den Lippen eine Pause – tagsüber reicht oft eine dünnere Lage, die du nach Bedarf erneuerst.
  • Kein Schrubben, kein Zupfen. Lose Schüppchen fühlen sich verlockend an, aber „abknibbeln“ macht aus Trockenheit schnell kleine Wunden.
  • Raumluft mitdenken. Wenn die Luft drinnen sehr trocken ist, kann das die Lippen weiter stressen. Der ZDF-Ratgeber weist im Winterkontext ausdrücklich auf Heizungsluft und ausreichendes Trinken als Basis hin.[4]

Eine kleine Routine, damit es nicht jeden Winter wieder losgeht

Wenn es sich beruhigt, lohnt sich eine Mini-Routine, die du ohne viel Nachdenken durchziehst. Ziel ist nicht „perfekt“, sondern stabil.

Dafür haben sich diese Bausteine bewährt:

  • Schutz vor dem Rausgehen. Eine dünne Schicht Pflege, bevor du in Kälte und Wind gehst, ist oft wirksamer als zehnmal hektisch nachschmieren.
  • Lippen aus der „Aktivzone“ nehmen. Falls du im Gesicht stärkere Pflege, Peelings oder Wirkstoffe nutzt, halte beim Auftragen einen kleinen Abstand zum Lippenrand – Reizkontakt ist ein häufiger Verstärker.
  • Trinken als Grundlage. Bei sehr trockenen Lippen spielt Flüssigkeitsmangel manchmal mit hinein – das wird in Wintertipps der TK sowie im ZDF-Ratgeber als Basisfaktor genannt.[1][4]
  • Sonne nicht vergessen. Wintersonne (besonders in den Bergen) kann Lippen ebenfalls belasten. Bei viel Sonne ist ein Lippenprodukt mit UV-Schutz sinnvoll.

UV-Schäden an der Lippe: selten Thema, aber wichtig

Wenn eine Stelle am Lippenrot dauerhaft rau, schuppig und schlecht heilend bleibt, gehört das medizinisch abgeklärt. In der Patientenleitlinie der Deutschen Krebshilfe wird „Cheilitis actinica“ (sonnenbedingte Veränderungen an der Lippe) als Vorstufe im Spektrum der UV-Schäden aufgeführt.[6] Auch die S3-Leitlinie des Leitlinienprogramms Onkologie führt die Cheilitis actinica im Kontext aktinischer Schäden und Therapieempfehlungen.[5]

Typische Fallen, die alles wieder anfeuern

Oft sind es keine „großen“ Fehler, sondern kleine Gewohnheiten, die das Brennen am Leben halten.

Diese Punkte sind besonders häufig:

  • Lippenlecken als Reflex. Kurz angenehm, danach oft trockener – die AOK nennt häufiges Lippenlecken als möglichen Auslöser bzw. Verstärker bei rissiger Haut im Mundbereich.[3]
  • Zu viel Produktwechsel. Wenn du dauernd etwas Neues probierst, weißt du am Ende nicht mehr, was gut tut und was reizt. Bei spröden Lippen empfiehlt die TK eher „weniger“ und simpel.[1]
  • „Kühlende“ Pflege, die eigentlich stresst. Mentholartige Effekte fühlen sich frisch an, können bei gereizten Lippen aber unangenehm werden.

Wann du damit in die Praxis gehst

Meist ist es „nur“ Trockenheit. Trotzdem gibt es Situationen, in denen du nicht weiter herumprobieren solltest.

Dann ist ein Check sinnvoll:

  • Bläschen, Kribbeln, Brennen mit typischem Verlauf. Lippenherpes startet oft mit Kribbeln/Spannen oder leichtem Brennen, danach kommen Bläschen – das beschreibt zum Beispiel das Gesundheitsportal gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) als typische Symptomatik.[7]
  • Starke Risse, Blutungen, Nässen oder gelbliche Krusten. Das kann auf Infektionen oder stärkere Entzündungen hindeuten.
  • Eine Stelle am Lippenrot heilt über Wochen nicht. Dauerhaft schuppige, schlecht heilende Bereiche sollten ärztlich beurteilt werden, auch im Sinne von UV-bedingten Veränderungen.[5][6]

Kurz zusammengefasst: so kommen die Lippen besser durch die Kälte

Wenn du dir nur drei Dinge merken willst, nimm diese: schlichte Fettschicht statt Duft-Show, Reize reduzieren statt knibbeln und eine kleine Routine vor dem Rausgehen. Und sobald Bläschen, starke Risse oder eine hartnäckige Stelle dazukommen, lohnt sich der Weg in die Praxis – dann sparst du dir am Ende Zeit, Nerven und Schmerzen.

FAQs zum Thema brennende Lippen im Winter

Welche Lippenpflege ist bei brennenden Lippen im Winter sinnvoll?

Am besten funktionieren bei gereizten Lippen meist schlichte, parfumfreie Produkte, die eher wie eine Schutzschicht wirken. Wenn ein Produkt beim Auftragen sofort „kitzelt“ oder brennt, ist das oft ein Hinweis, dass es gerade nicht passt. Eine einfache Routine (morgens vor dem Rausgehen, abends etwas dicker) ist häufig hilfreicher als dauernd zu wechseln.[1]

Wie lange dauert es, bis sich gereizte Lippen wieder beruhigen?

Wenn du Reize reduzierst und konsequent schützt, wird es oft innerhalb weniger Tage deutlich besser. Bleibt es über ein bis zwei Wochen unverändert oder kommen neue Symptome dazu (Bläschen, starke Risse, Nässen), ist medizinischer Rat sinnvoll.

Sind Hausmittel wie Honig oder Peelings eine gute Idee?

Honig wird in Wintertipps zur Lippenpflege als mögliches Hausmittel erwähnt, kann aber kleben und ist nicht für jede Haut angenehm.[1] Peelings sind bei brennenden Lippen meistens keine gute Idee, weil sie kleine Mikroverletzungen verstärken können. Wenn überhaupt, dann erst wieder, wenn die Lippen ruhig sind – und dann sehr sanft.

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