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PSD2 Zugriff Drittanbieter widerrufen: So gehts

von Robert Hendrichs
11 min Lesedauer
PSD2 Zugriff Drittanbieter widerrufen - grafische Darstellung von Schnittstellen im Online-Banking mit Symbolen für Fingerabdruck, Warenkorb, Dollar und Globus

Mal ehrlich, wann hast du das letzte Mal deine App-Berechtigungen fürs Online-Banking aufgeräumt? Mit ein paar Klicks holst du dir die Kontrolle zurück und kannst überflüssige PSD2 Zugriffe von Drittanbietern ganz einfach widerrufen. Das schafft Sicherheit.

Der digitale Hausputz, den du nie auf dem Schirm hattest

Ich saß neulich am Schreibtisch und wollte nur mal schnell meine Konten checken. Beim Durchklicken der Einstellungen in meiner Banking-App fiel mir ein Menüpunkt auf, den ich sonst gekonnt ignoriere: „Zugriffsverwaltung“ oder so ähnlich. Neugierig geworden, öffnete ich die Liste und staunte nicht schlecht. Da tauchte eine Budget-App auf, die ich vor zwei Jahren mal für einen Test installiert und nach drei Wochen wieder gelöscht hatte. Daneben ein Steuerprogramm von vorletztem Jahr und ein Dienst, an dessen Namen ich mich kaum erinnern konnte. Sie alle hatten immer noch die Berechtigung, auf meine Kontodaten zuzugreifen. Das fühlte sich an, als hätte ich einem Handwerker nach getaner Arbeit den Haustürschlüssel dagelassen. Höchste Zeit, mal gründlich auszumisten und den einen oder anderen PSD2 Zugriff für Drittanbieter zu widerrufen, dachte ich mir.

Genau hier liegt eine oft übersehene Aufgabe im digitalen Alltag. Wir installieren Apps, verknüpfen Konten für mehr Komfort und vergessen dann, diese Verbindungen wieder zu kappen. Die sogenannte PSD2-Richtlinie macht diese Verknüpfungen überhaupt erst möglich und sicher, aber sie legt die Verantwortung für die Verwaltung dieser Zugriffe klar in deine Hände. Es ist also kein technischer Fehler, sondern eine bewusste Funktion, die aber regelmäßige Pflege braucht, um nicht zum unkontrollierten Datenabfluss zu führen. Das Gute daran: Das Aufräumen dauert meist nur wenige Minuten, wenn du weißt, wo du suchen musst.

Auf einen Blick: Inhalt & TL;DR

Das Wichtigste in Kürze

  • App-Berechtigungen regelmäßig prüfen, um ungenutzte PSD2-Zugriffe von Drittanbietern zu widerrufen und Sicherheitsrisiken zu minimieren.
  • Offene Berechtigungen stellen ein potenzielles Sicherheitsrisiko dar und sollten regelmäßig kontrolliert und aktualisiert werden.
  • Widerruf des PSD2-Zugriffs muss über die Bank erfolgen, da das Löschen der App dies nicht automatisch tut.
  • Ein regelmäßiger digitaler Finanz-Check hilft, die Übersicht über geteilte Daten zu behalten und ungenutzte Zugriffsrechte zu entfernen.
  • Bewusste Nutzung von Multibanking-Apps und kritische Bewertung des Datenflusses für erhöhte digitale Kontrolle und Sicherheit.

Was ist dieser PSD2-Zugriff überhaupt?

Okay, kurz und schmerzlos, ohne dröges Technik-Blabla: PSD2 ist eine EU-Zahlungsdiensterichtlinie. Ein wesentlicher Teil davon ist, dass Banken verpflichtet sind, lizenzierten Drittanbietern eine sichere Schnittstelle, eine sogenannte API, zur Verfügung zu stellen. Wenn du also einer Finanz-App erlaubst, deine Kontostände anzuzeigen, dann fragt diese App nicht dein Passwort ab. Stattdessen nutzt sie diesen standardisierten und streng regulierten Kanal, um direkt mit deiner Bank zu kommunizieren. Das ist ein gewaltiger Sicherheitsfortschritt im Vergleich zu alten Methoden, bei denen oft Login-Daten direkt an den Dienst weitergegeben wurden. Du gibst also nicht mehr den Generalschlüssel aus der Hand, sondern nur noch eine Erlaubnis für einen ganz bestimmten Zweck, zum Beispiel „Kontoumsätze abrufen“.

Der Nutzen liegt auf der Hand. Multibanking-Apps wie Finanzguru oder Outbank können dir alle deine Konten an einem Ort anzeigen. Steuerprogramme ziehen sich automatisch relevante Buchungen für deine Steuererklärung. Das spart Zeit und Nerven. Das Problem ist nur die Trägheit. Die Erlaubnis erteilst du meist per TAN-Verfahren und sie gilt dann oft für 90 Tage, bevor du sie erneuern musst. Viele Dienste fragen regelmäßig nach einer Erneuerung und du klickst routiniert auf „Zustimmen“. Wenn du einen Dienst aber gar nicht mehr nutzt, bleibt die einmal erteilte Berechtigung im System deiner Bank bestehen, auch wenn sie nicht mehr aktiv genutzt wird.

Warum du den Zugriff von Drittanbietern regelmäßig prüfen solltest

Vielleicht denkst du dir jetzt: „Wenn ich die App nicht mehr nutze, kann doch nichts passieren.“ Das ist leider nur die halbe Wahrheit. Eine offene Berechtigung ist wie eine angelehnte Tür in deinem digitalen Zuhause. Auch wenn niemand aktiv durchgeht, stellt sie ein potenzielles Risiko dar. Die Datenhygiene ist ein entscheidender Punkt. Du solltest immer wissen, wer theoretisch Einblick in deine Finanzen hat. Es geht darum, die Kontrolle über deine eigenen Daten zu behalten und nicht unzählige digitale Fäden zu Unternehmen laufen zu lassen, mit denen du längst nichts mehr zu tun hast. Ein regelmäßiger Check ist daher keine Paranoia, sondern einfach nur smarte digitale Selbstverteidigung und ein wichtiger Schritt, um einen sauberen Überblick zu bewahren.

Hier sind vier konkrete Gründe, warum sich ein kurzer Check alle paar Monate lohnt:

  • Du minimierst Sicherheitsrisiken, falls einer der Drittanbieter mal Opfer eines Hackerangriffs wird. Je weniger offene Verbindungen existieren, desto kleiner ist die Angriffsfläche für potenzielle Probleme.
  • Du betreibst aktive Datenhygiene und sorgst dafür, dass nur Dienste Zugriff haben, denen du wirklich vertraust und die du aktiv nutzt.
  • Manchmal entdeckst du dabei vergessene Dienste, die vielleicht sogar noch im Hintergrund Geld kosten. Der Blick auf die Zugriffe kann dich also auf überflüssige Abonnements aufmerksam machen.
  • Es gibt dir einfach ein gutes Gefühl, die volle Kontrolle zurückzuerlangen und genau zu wissen, welche App was mit deinem Konto machen darf. Das ist digitale Souveränität im Kleinen.

Der häufigste Fehler: Den Widerruf nur in der App versuchen

Ein weitverbreitetes Missverständnis ist die Annahme, dass das Löschen einer App vom Smartphone automatisch alle erteilten Berechtigungen entfernt. Das ist leider falsch. Wenn du eine Finanz-App deinstallierst, entfernst du nur die Anwendung von deinem Gerät. Die bei deiner Bank hinterlegte Erlaubnis, dass dieser Dienst auf deine Kontodaten zugreifen darf, bleibt davon unberührt. Der Drittanbieter könnte theoretisch also weiterhin Daten abfragen, auch wenn du die App gar nicht mehr nutzt. Das ist ein entscheidender Punkt für deine Sicherheit. Der Widerruf des PSD2 Zugriffs muss immer direkt bei der Quelle erfolgen, und die Quelle ist in diesem Fall deine Bank. Sie ist der Torwächter für dein Konto.

Stell es dir wie bei einem Postfach vor. Du kannst dem Zeitungsboten sagen, dass er keine Zeitungen mehr einwerfen soll. Solange er aber den Schlüssel für das Postfach hat, den du ihm gegeben hast, könnte er es theoretisch immer noch öffnen. Den Schlüssel musst du ihm aktiv entziehen. Genauso verhält es sich hier: Die App ist der Zeitungsbote, deine Bank ist der Verwalter des Postfachs. Nur wenn du deiner Bank sagst, „Dieser Dienst bekommt keinen Zugang mehr“, wird die Tür auch wirklich und endgültig verschlossen. Deshalb ist der Weg über das Online-Banking deiner Hausbank der einzig richtige und sichere.

So kannst du den PSD2 Zugriff für Drittanbieter widerrufen: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Das Aufräumen deiner Kontozugriffe ist zum Glück kein Hexenwerk und in den meisten Fällen in unter fünf Minuten erledigt. Am besten erledigst du das am Desktop-PC oder Laptop, da die Menüs im Browser-Banking oft übersichtlicher sind als in der mobilen App. Aber auch dort findest du die Funktion in der Regel. Die genauen Bezeichnungen können sich von Bank zu Bank leicht unterscheiden, aber der Ablauf ist im Kern immer identisch. Folge einfach diesen Schritten, um die Kontrolle zurückzuerlangen:

  1. Logge dich in dein Online-Banking ein. Nutze dafür die offizielle Webseite oder die App deiner Bank und melde dich wie gewohnt mit deinen Zugangsdaten an.
  2. Suche den richtigen Menüpunkt. Halte Ausschau nach Begriffen wie „Einstellungen“, „Service“, „Sicherheit“ oder „Datenschutz“. Darunter findest du oft einen Unterpunkt namens „Drittanbieterdienste“, „Kontoinformationsdienste“, „Zugriffsverwaltung“ oder „PSD2-Schnittstelle“. Manchmal ist es auch etwas versteckt unter „Externe Partner“.
  3. Verschaffe dir einen Überblick über die aktiven Zugriffe. Deine Bank zeigt dir eine Liste aller Dienste an, denen du irgendwann einmal den Zugriff auf deine Kontodaten erlaubt hast. Hier siehst du oft auch, wann der Zugriff erteilt wurde und welche Berechtigungen genau gelten.
  4. Identifiziere den Dienst, den du entfernen möchtest. Gehe die Liste durch und überlege, welche dieser Dienste du heute noch aktiv nutzt und welchen du nicht mehr benötigst. Sei dabei ruhig konsequent.
  5. Widerrufe den Zugriff mit einem Klick. Neben jedem Eintrag findest du in der Regel eine Schaltfläche oder einen Link mit der Aufschrift „Löschen“, „Entfernen“ oder „Zugriff widerrufen“. Ein Klick darauf startet den Prozess.
  6. Bestätige den Widerruf. Meistens musst du diesen Schritt aus Sicherheitsgründen noch einmal bestätigen, oft durch die Eingabe einer TAN oder über die Freigabe-App deiner Bank. Das stellt sicher, dass nur du diese Änderung vornehmen kannst.

Nach der Bestätigung ist die Verbindung sofort gekappt. Der Drittanbieter hat ab diesem Moment keinen Zugriff mehr auf deine Kontodaten über die PSD2-Schnittstelle. Wenn du den Dienst später doch wieder nutzen möchtest, musst du den Verknüpfungsprozess einfach neu starten. Du machst also nichts kaputt, sondern setzt die Berechtigung nur auf null zurück. Das gibt dir die Flexibilität, die du brauchst.

DSGVO und PSD2: Dein Recht auf Datenlöschung

Wenn du den PSD2 Zugriff für einen Drittanbieter widerrufst, verhinderst du, dass dieser Dienst neue Daten von deiner Bank abrufen kann. Das ist der erste und wichtigste Schritt. Allerdings hat der Anbieter noch alle Daten, die er in der Vergangenheit bereits gesammelt hat. Wenn du möchtest, dass auch diese Altdaten gelöscht werden, musst du dich direkt an den Anbieter wenden.

Berufe dich dabei auf dein Recht auf Löschung gemäß Artikel 17 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Ein formloser Antrag per E-Mail, in dem du unter Angabe deiner Nutzerdaten um die Löschung deiner personenbezogenen Daten bittest, reicht in der Regel aus. Der Widerruf des PSD2-Zugriffs und die Anforderung zur Datenlöschung sind also zwei separate Schritte für eine wirklich saubere Trennung.

Wo finde ich die Einstellung bei meiner Bank? Ein kleiner Spickzettel

Die Suche nach der richtigen Einstellung kann manchmal etwas nervig sein, weil jede Bank ihr Online-Portal ein wenig anders aufbaut. Um dir den Einstieg zu erleichtern, habe ich hier eine kleine Übersicht zusammengestellt, wo du die Verwaltung der Drittanbieter-Zugriffe bei einigen großen deutschen Banken typischerweise findest. Beachte aber, dass sich die Menüführung durch Updates jederzeit ändern kann. Die Tabelle dient also als Orientierungshilfe, um schneller ans Ziel zu kommen.

Bank Wo zu finden (ungefährer Pfad) Typische Bezeichnung des Menüpunkts
Sparkasse Online-Banking > Service > Konten und Verträge > Externe Partner verwalten Drittanbieterdienste / XS2A
Commerzbank / comdirect Persönlicher Bereich > Verwaltung > Drittanbieterdienste Drittanbieterdienste verwalten
DKB Service > Konten und Karten > Zustimmung Drittanbieter Zustimmungen für Drittanbieter
ING Einstellungen > Sicherheit > Dienste von Drittanbietern Dienste von Drittanbietern

Was passiert nach dem Widerruf des Zugriffs?

Sobald du den Zugriff widerrufen hast, ist die Leitung zwischen dem Drittanbieter und deiner Bank gekappt. Der Dienst kann keine neuen Kontoinformationen oder Umsätze mehr abrufen. Wenn du die zugehörige App öffnest, wird sie dir entweder eine Fehlermeldung anzeigen oder dich auffordern, die Bankverbindung neu herzustellen. Die App selbst funktioniert dann für die betroffenen Konten nicht mehr wie vorgesehen. Alle Daten, die die App bereits vor dem Widerruf heruntergeladen und bei sich gespeichert hat, bleiben dort erst einmal erhalten. Der Widerruf stoppt nur den zukünftigen Datenfluss, er löscht keine Vergangenheitsdaten beim Anbieter selbst.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Der PSD2 Zugriff ist die Erlaubnis zum Abholen von Daten. Widerrufst du sie, kann niemand mehr etwas Neues holen. Was aber bereits im Lager des Anbieters liegt, musst du, wie oben in der Box beschrieben, separat per DSGVO-Anfrage zur Löschung auffordern. Für die meisten reinen Anzeige-Apps ist das aber weniger kritisch. Wichtiger ist, dass keine aktuellen Finanzdaten mehr abfließen und die Verbindung sicher getrennt ist. Du hast also sofort wieder die volle Kontrolle hergestellt.

Multibanking-Apps und der Fluch des Komforts

Ich selbst nutze eine Multibanking-App, um die Konten von mir und meiner Familie im Blick zu behalten. Das ist unbestreitbar praktisch. Statt mich in drei verschiedene Banking-Apps einzuloggen, sehe ich alles auf einen Blick. Aber dieser Komfort hat seinen Preis: Ein einziger Anbieter erhält Zugriff auf eine riesige Menge an Finanzdaten. Deshalb bin ich bei der Auswahl solcher Apps extrem wählerisch und prüfe genau, welches Unternehmen dahintersteckt, wo die Server stehen und wie das Geschäftsmodell aussieht. Ein Dienst, der komplett kostenlos ist und sich über Datenanalyse finanziert, kommt für mich zum Beispiel nicht infrage. Hier zahle ich lieber eine kleine Gebühr für ein transparentes und datenschutzfreundliches Modell.

Bevor du einer solchen App den Zugriff gewährst, solltest du dir immer die Frage stellen: Brauche ich diesen Service wirklich und wiegt der Nutzen das Teilen meiner Daten auf? Es geht nicht darum, diese Dienste zu verteufeln, denn viele sind wirklich gut gemacht und sicher. Es geht um eine bewusste Entscheidung. Ein regelmäßiger Check der erteilten Berechtigungen hilft dir dabei, diese Entscheidung immer wieder neu zu bewerten. Vielleicht stellst du nach einem halben Jahr fest, dass du die App kaum noch nutzt. Dann ist es an der Zeit, den PSD2 Zugriff für diesen Drittanbieter zu widerrufen und digitalen Ballast abzuwerfen.

Tipp: Dokumentiere deine Zugriffe

Wenn du mehrere Konten bei verschiedenen Banken hast, kann es schnell unübersichtlich werden. Ein simpler Trick, um den Überblick zu behalten, ist eine kleine Liste. Nutze dafür eine einfache Notiz-App oder eine Tabelle, in der du festhältst, welchem Dienst du Zugriff auf welches Konto gewährt hast. Eine simple Aufstellung mit drei Spalten reicht völlig aus: „Dienst/App“, „Bankkonto“ und „Zugriff erteilt am“.

Diese Liste hilft dir nicht nur bei deinem regelmäßigen Check-up, sondern schärft auch dein Bewusstsein dafür, wie viele Dienste eigentlich an deinen Finanzen hängen. Es ist eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Methode, um die digitale Kontrolle zu behalten und keine bösen Überraschungen zu erleben.

Die unsichtbaren Datensammler: Nicht nur Banking-Apps

Wir denken beim Thema PSD2-Zugriff meist sofort an klassische Finanz-Apps. Doch die Reichweite ist größer. Auch andere Arten von Diensten nutzen diese Schnittstelle, um ihre Services anzubieten. Ein typisches Beispiel sind Steuererklärungsprogramme wie WISO Steuer oder Taxfix. Du kannst sie mit deinem Bankkonto verbinden, damit sie automatisch steuerlich relevante Ausgaben wie Handwerkerrechnungen oder Spenden erkennen. Das ist extrem komfortabel, aber nach Abgabe der Steuererklärung ist der Zugriff für das vergangene Jahr meist überflüssig. Hier lohnt es sich, den Zugriff direkt nach der Nutzung wieder zu entfernen.

Ein weiteres Feld sind Cashback- und Bonusprogramme. Einige Anbieter tracken deine Einkäufe direkt über den Kontozugriff, um dir Rabatte gutzuschreiben. Auch hier gilt: Solange du den Dienst aktiv nutzt, ist das in Ordnung. Sobald du aber kein Interesse mehr daran hast, solltest du die Verbindung kappen. Es sind oft genau diese kleinen, praktischen Helferlein, die man schnell vergisst. Deshalb ist es so wichtig, die Liste der Berechtigungen bei deiner Bank als die einzig wahre Quelle anzusehen und nicht nur die Apps auf deinem Homescreen.

Mein persönlicher Workflow für den digitalen Finanz-Check

Um das Ganze nicht zu einer Mammutaufgabe werden zu lassen, die man ewig vor sich herschiebt, habe ich mir einen einfachen und schnellen Workflow angewöhnt. Ich nenne es meinen digitalen Finanz-Check, den ich einmal pro Quartal durchführe. Das klingt vielleicht nach viel Aufwand, dauert aber in der Realität selten länger als 15 Minuten. Dieser Rhythmus stellt sicher, dass keine vergessenen Zugriffe monatelang unbemerkt bleiben. Es ist ein bisschen wie das Kontrollieren des Reifendrucks am Auto, eine kleine, regelmäßige Wartung, die für Sicherheit sorgt.

Mein Vorgehen ist dabei immer gleich und lässt sich in wenige Schritte unterteilen:

  • Ich habe mir eine wiederkehrende Kalendererinnerung für den ersten Samstag im neuen Quartal eingerichtet. Der Termin heißt schlicht: „Finanz-Check“. So vergesse ich es nicht.
  • An diesem Tag nehme ich mir kurz Zeit und logge mich nacheinander in die Online-Portale meiner Banken ein, um die Listen der Drittanbieter-Zugriffe zu prüfen.
  • Alle Dienste, die ich nicht mehr aktiv nutze oder nicht mehr kenne, werden sofort und ohne Zögern entfernt. Im Zweifel widerrufe ich lieber einen Zugriff zu viel als einen zu wenig.
  • Bei dieser Gelegenheit überfliege ich auch gleich die Kontoauszüge der letzten Wochen, um nach unbekannten Abbuchungen oder vergessenen Abos zu suchen. Das passt thematisch perfekt zusammen.
  • Danach hake ich den Termin im Kalender ab und habe wieder für drei Monate ein gutes und sicheres Gefühl. Das ist minimale Anstrengung für maximalen Seelenfrieden.

PSD2 Zugriff widerrufen: Dein Fazit für den Alltag

Die Möglichkeit, Drittanbietern den Zugriff auf dein Konto zu gewähren, ist eine tolle Sache, die viele Prozesse im Alltag vereinfacht. Aber wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, wie du es nutzt. Die Kontrolle über diese Zugriffe liegt allein bei dir. Den PSD2 Zugriff für Drittanbieter zu widerrufen ist kein komplizierter technischer Eingriff, sondern eine einfache Hygienemaßnahme, die du regelmäßig durchführen solltest. Es geht darum, bewusste Entscheidungen zu treffen und die digitale Kontrolle über deine Finanzen nicht aus der Hand zu geben. Ein kurzer Check alle paar Monate schützt deine Daten, erhöht deine Sicherheit und gibt dir ein gutes Gefühl.

Mach es dir zur Gewohnheit, nicht nur die Apps auf deinem Handy, sondern auch die damit verbundenen Berechtigungen bei deiner Bank aufzuräumen. Betrachte es als einen festen Teil deiner digitalen Routine, so wie das regelmäßige Ändern wichtiger Passwörter. Mit den hier gezeigten Schritten und ein wenig Routine wird dieser Prozess schnell zu einer Selbstverständlichkeit. So stellst du sicher, dass nur die Dienste deine Finanzdaten sehen, denen du auch wirklich vertraust. Das ist am Ende die beste Versicherung gegen unliebsame Überraschungen.

Mach jetzt den 5-Minuten-Check: Logg dich bei deiner Bank ein, öffne die Zugriffsverwaltung und entferne alles, was du nicht mehr nutzt.

FAQs zum Thema PSD2 Zugriff Drittanbieter widerrufen

Kann ich einem Dienst den Zugriff wieder erteilen, nachdem ich ihn widerrufen habe?

Ja, absolut. Wenn du einen Zugriff bei deiner Bank widerrufst, ist das keine endgültige Entscheidung. Du kannst die Verbindung jederzeit wiederherstellen. Dazu musst du einfach in der App des Drittanbieters den Prozess zur Kontoverknüpfung neu starten. Du wirst dann wie beim ersten Mal zu deinem Online-Banking weitergeleitet, um die Erlaubnis erneut zu erteilen – meistens bestätigst du das Ganze wieder mit einer TAN. Es geht also nichts verloren.

Läuft eine einmal erteilte Zustimmung nicht irgendwann automatisch ab?

Das ist ein wichtiger Punkt. Aus Sicherheitsgründen muss deine Zustimmung für den reinen Kontodatenabruf alle 180 Tage per starker Kundenauthentifizierung (z.B. per TAN) erneuert werden. Passiert das nicht, wird die aktive Verbindung unterbrochen. Die grundsätzliche Berechtigung kann aber im System deiner Bank gespeichert bleiben. Deshalb ist es sicherer, nicht genutzte Dienste aktiv in deinem Online-Banking zu entfernen, anstatt dich auf einen automatischen Ablauf zu verlassen.

Was ist der Unterschied zwischen dem Widerruf bei meiner Bank und dem Kündigen meines Kontos beim Drittanbieter?

Das sind zwei wichtige, voneinander unabhängige Schritte. Der Widerruf bei deiner Bank kappt nur die technische Leitung für den Datenfluss – der Anbieter kann keine neuen Kontoinformationen mehr abrufen. Dein Nutzerkonto beim Anbieter selbst (z.B. bei der Finanz-App) bleibt davon aber unberührt und kann weiterhin bestehen. Um dich komplett von einem Dienst zu trennen, solltest du beides tun: Zuerst den PSD2-Zugriff bei der Bank widerrufen und danach dein Nutzerkonto direkt beim Anbieter kündigen.

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