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Alternativen zu Schmalz: Was du stattdessen nehmen kannst (und wann was am besten passt)

Schmalz ist so ein Küchenklassiker, der gefühlt alles kann: Es brät gut an, gibt Geschmack und macht manche Gerichte einfach „runder“. Trotzdem gibt’s genug Gründe, warum du es ersetzen willst oder musst – vielleicht weil du gerade keins da hast, weil du es leichter magst oder weil du tierische Fette reduzieren möchtest.

Die gute Nachricht: Es gibt viele Alternativen. Die weniger gute Nachricht: nicht jede Alternative verhält sich gleich. Manche sind super für Hitze, andere besser fürs Aroma, wieder andere perfekt als Brotaufstrich.

Hier kommt eine praxisnahe Übersicht – ohne dass du danach fünf neue Produkte kaufen musst.

Was Schmalz in der Küche eigentlich „leistet“

Schmalz ist ein festes Fett (meist Schweineschmalz oder Gänseschmalz) und bringt drei Dinge mit, die beim Kochen praktisch sind:

Es überträgt Hitze gut (Pfanne/Bräter), es bringt Röstaromen und es macht Textur saftig – zum Beispiel bei Kartoffeln, Gemüse, Braten oder auch bei manchen Teigen.

Ernährungsseitig ist es ein Fett, das – wie viele tierische Fette – überwiegend gesättigte Fettsäuren enthält. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ordnet Schmalz genau in diese Gruppe ein.[3] Das heißt nicht „verboten“, aber es erklärt, warum viele nach Alternativen schauen.

Die beste Alternative hängt davon ab, wofür du Schmalz nutzt

Wenn du Schmalz ersetzen willst, hilft ein kleiner Denkfehler-Killer: Du suchst nicht „das eine Ersatzfett“, sondern eine passende Lösung für genau diesen Zweck. Braten ist etwas anderes als Backen. Und Brotaufstrich ist wieder ein eigenes Thema.

Für die Pfanne: Wenn es heiß werden darf

Beim Braten zählt vor allem, wie hitzestabil ein Fett ist. Das Max Rubner-Institut (MRI) erklärt dazu sehr anschaulich, dass raffinierte Öle im Allgemeinen Rauchpunkte knapp über 200 °C haben, während native/kaltgepresste Öle oft unter 200 °C liegen.[4]

Für den Alltag heißt das: Für scharfes Anbraten sind raffinierte Öle oft die entspanntere Wahl.

Diese Alternativen funktionieren in der Pfanne besonders gut:

  • Raffiniertes Rapsöl ist neutral, zuverlässig und passt zu fast allem. Die DGE empfiehlt pflanzliche Öle wie Rapsöl ausdrücklich als gute Wahl im Alltag.[1]
  • Raffiniertes Sonnenblumenöl ist ebenfalls neutral und unkompliziert für Bratkartoffeln, Gemüse und Co.
  • Butterschmalz (Ghee) ist praktisch, wenn du den „runderen“ Geschmack willst, aber kein Schmalz. Es verhält sich beim Erhitzen oft stabiler als normale Butter, weil weniger Wasseranteil drin ist.

Kleiner Trick für Röstaromen: Wenn dir bei Öl etwas „Tiefe“ fehlt, hilft manchmal ein Mini-Stück Butter am Ende (nicht zum scharfen Start), damit es aromatisch wird, ohne dass dir alles zu schnell dunkel wird.

Für Gemüse aus dem Ofen: Wenn du mehr Geschmack willst als „nur Öl“

Schmalz wird oft genommen, weil es Gemüse im Ofen so schön „herzhaft“ macht. Das bekommst du auch anders hin – entweder über Fettwahl oder über Würzung.

Gut funktionieren hier:

Olivenöl (für mediterrane Richtung), Rapsöl (neutral) oder Ghee (würziger, voller). Wenn du sehr hohe Ofentemperaturen nutzt, ist wieder der „raffiniert vs. nativ“-Gedanke hilfreich, weil native Öle bei Hitze schneller an ihre Grenzen kommen können.[4]

Und manchmal ist es ehrlich nur die Kombi: Öl + Salz + etwas Säure (z. B. ein Spritzer Zitrone danach) – dann vermisst man Schmalz oft deutlich weniger.

Fürs Backen: Wenn es um Teig und Konsistenz geht

In Teigen ist Schmalz nicht nur „Fett“, sondern Struktur. Es macht Gebäck mürbe und kann einen bestimmten Biss geben. Dafür brauchst du Alternativen, die ebenfalls etwas „Körper“ mitbringen.

Alltagstaugliche Optionen sind:

Butter (klassisch, aromatisch), Margarine (neutraler, oft gut zu verarbeiten) oder pflanzliche Backfette, wenn du gezielt diese Textur möchtest.

Wenn du ersetzen willst, aber nicht komplett anders backen: Starte 1:1 vom Fettanteil her – und erwarte bei Butter ein etwas anderes Aroma als bei neutralem Schmalz. Das ist normal und oft sogar der gewünschte Effekt.

Als Brotaufstrich: Der Schmalz-Ersatz, den viele wirklich suchen

Wenn es dir nicht ums Braten, sondern um „schön deftig aufs Brot“ geht, dann hast du zwei Richtungen: klassisch oder pflanzlich.

Diese Varianten sind als Aufstrich besonders naheliegend:

  • Butter oder Kräuterbutter, wenn es eher mild und rund sein soll.
  • Pflanzliche Margarine oder Aufstriche auf Pflanzenfett-Basis, wenn du es ohne Tierfett möchtest.
  • Veganes „Zwiebelschmalz“ auf Basis von Pflanzenfett (oft mit Apfel, Zwiebel, Majoran) – das ist geschmacklich erstaunlich nah dran, nur eben ohne Schwein/Gans.

Wichtig dabei: Auch pflanzliche feste Fette können viele gesättigte Fettsäuren enthalten – Kokosfett zum Beispiel. Die Verbraucherzentrale ordnet Kokosöl klar als sehr gesättigt ein und empfiehlt eher Öle wie Raps-, Walnuss- oder Olivenöl.[5] Heißt: Für „ab und zu“ okay – aber als Standardfett gibt es oft bessere Kandidaten.

Mini-Entscheidungshilfe: Was passt am ehesten zu deinem Gericht?

Wenn du schnell entscheiden willst, hilft diese ganz einfache Orientierung:

Neutral + vielseitig: Rapsöl (raffiniert für Pfanne, nativ eher für kalte Küche)[1]
Mehr Aroma: Butter (am Ende), Olivenöl (mediterran), Ghee (würziger)
Backen & Teig: Butter oder Margarine (je nachdem, ob du Aroma willst)
Auf Brot: Butter, Margarine oder veganer „Schmalz“-Aufstrich

Fazit: Schmalz ersetzen ist leicht – wenn du den Zweck im Blick behältst

Schmalz ist praktisch, aber du bist nicht darauf angewiesen. Für Pfanne und Ofen funktionieren Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Ghee sehr zuverlässig. Zum Backen sind Butter oder Margarine meistens die entspanntesten Alternativen. Und als Brotaufstrich gibt es neben Butter auch pflanzliche Varianten, die geschmacklich erstaunlich nah an „deftig“ rankommen.

Wenn du es als Standard im Alltag etwas ausgewogener halten willst, passt der Grundsatz der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ziemlich gut: Pflanzliche Öle bevorzugen.[1]

FAQs zum Thema Alternativen zu Schmalz

Was ist der beste Schmalz-Ersatz zum Anbraten?

Raffiniertes Rapsöl ist für viele Gerichte die unkomplizierteste Lösung. Es ist neutral und gut geeignet, wenn du etwas mehr Hitze brauchst.[4]

Kann ich Schmalz im Teig einfach durch Butter ersetzen?

Meist ja, oft 1:1. Butter bringt mehr Eigengeschmack mit, wodurch das Ergebnis etwas anders schmecken kann – aber genau das ist beim Backen oft sogar positiv.

Gibt es einen veganen Ersatz für Schmalz auf Brot?

Ja. Pflanzliche Aufstriche oder veganes „Zwiebelschmalz“ auf Pflanzenfett-Basis kommen geschmacklich ziemlich nah an „deftig“ ran – nur ohne Tierfett.

Ist Kokosfett eine gute Alternative zu Schmalz?

Zum Braten kann es funktionieren, aber es enthält sehr viele gesättigte Fettsäuren. Die Verbraucherzentrale empfiehlt als Standard eher Öle wie Raps-, Walnuss- oder Olivenöl.[5]

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