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Kidults: Warum Erwachsene wieder basteln, bauen und sammeln

Vielleicht kennst du das: Du gehst „nur mal kurz“ in einen Laden – und bleibst vor Modellbausätzen, LEGO-Sets oder Bastelkram hängen. Nicht, weil du ein Geschenk suchst. Sondern weil es dich irgendwie beruhigt. Oder weil du plötzlich wieder Lust hast, etwas mit den Händen zu machen.

Genau da setzt der Kidults-Trend an: Erwachsene entdecken Spielzeug, Sammelobjekte und kreative Hobbys neu – ganz bewusst. Nicht als Flucht, sondern als Ausgleich. Und das ist längst kein Nischen-Ding mehr.

Was „Kidults“ überhaupt bedeutet

„Kidults“ ist ein Kunstwort, welches sich aus den Englischen Wörtern für Kids (Kinder) und Adults (Erwachsene) zusammensetzt. Gemeint sind Jugendliche und Erwachsene, die Dinge kaufen oder nutzen, die früher klassisch als „Spielzeug“ galten – Baukästen, Sammelfiguren, Trading Cards, Modelle oder kreative Sets.

Dass das längst ein echter Markt ist, zeigen aktuelle Zahlen von Circana: In Europas fünf größten Spielwarenmärkten lag der Umsatz der Zielgruppe ab 12 Jahren („Kidults“) zwischen Oktober 2024 und September 2025 bei rund 5,7 Milliarden Euro – ein Plus von 14 Prozent.[2]

Warum Erwachsene gerade wieder so viel „analog“ machen wollen

Es gibt nicht den einen Grund – eher ein paar Motive, die oft zusammenkommen. Und die wirken im Alltag ziemlich logisch, wenn man ehrlich hinschaut.

Viele Erwachsene greifen wieder zu kreativen Hobbys, weil sie:

  • einen Ausgleich zu Bildschirmzeit und Dauer-Input suchen
  • etwas Fertiges in den Händen halten wollen (statt nur „erledigt“ im Kopf)
  • Stress abbauen möchten, ohne dafür gleich Sportprogramm oder Meditationsroutine zu brauchen
  • Nostalgie mögen, ohne gleich in der Vergangenheit zu leben
  • Gemeinschaft finden (Clubs, Kurse, Online-Communities, Tauschrunden)

Das klingt simpel, ist aber ziemlich wirksam: Wenn die Hände beschäftigt sind, wird der Kopf oft leiser. Genau so beschreibt es auch die AOK beim Thema Stricken – Handarbeit kann Stress senken und beruhigend wirken.[3]

Warum Basteln und Werken so gut „funktioniert“

Der Effekt hat viel mit Tempo zu tun. Du machst etwas in kleinen Schritten. Du siehst Fortschritt. Du kannst Fehler korrigieren, ohne dass gleich alles verloren ist. Und: Du musst nicht „kreativ sein“, du darfst einfach anfangen.

Viele merken bei solchen Tätigkeiten zwei Dinge ziemlich schnell:

Du bist im Moment (weil du zählen, schneiden, stecken, kleben, schrauben musst) und du hast ein Ergebnis (auch wenn’s nicht perfekt aussieht).

ZDFheute hat das beim Stricken ähnlich eingeordnet: Handarbeit trainiert nicht nur Feinmotorik, sondern kann auch der mentalen Gesundheit guttun.[4]

Welche Kidult-Hobbys gerade besonders beliebt sind

Der Trend ist breit. Manche bauen, manche sammeln, andere werkeln – und viele mischen das inzwischen einfach.

Gerade stark sind:

  • Modellbau & Miniaturen (weil es dich komplett aus dem Kopf holt)
  • LEGO & Klemmbausteine (bauen als „Problem lösen mit Händen“)
  • DIY-Deko (Wohnung schöner machen, ohne riesiges Budget)
  • Handarbeit wie Stricken, Häkeln, Makramee (beruhigender Rhythmus)
  • Sammeln (Trading Cards, Figuren, Special Editions – oft kombiniert mit Community)

Auch die Spielwarenmesse Nürnberg hebt Kidults als feste Zielgruppe hervor – inklusive kreativer Beschäftigungen wie Töpfern, Filzen oder Malen, die bei Erwachsenen wieder sichtbar anziehen.[1]

So findest du dein Kidult-Projekt, ohne dich zu überfordern

Viele scheitern nicht am Können, sondern am Start: zu großes Projekt, zu viel Zubehör, zu hohe Erwartung. Es wird deutlich entspannter, wenn du klein anfängst – und dir ein Hobby suchst, das zu deinem Alltag passt.

Wenn du schnell eine gute Entscheidung treffen willst, hilft diese Reihenfolge:

  1. Wähle etwas, das in 30–90 Minuten „funktioniert“ (nicht erst nach drei Wochen).
  2. Nimm ein Material, das du gern anfasst (Holz, Papier, Wolle, Steine, Klemmbausteine).
  3. Starte mit einem Set oder einer klaren Anleitung – du kannst später immer noch „frei“ werden.
  4. Plane einen festen Mini-Slot (z. B. zwei Abende pro Woche), statt auf „irgendwann“ zu hoffen.
  5. Erlaube dir unperfekte Ergebnisse – das ist kein Wettbewerb.

Guter Nebeneffekt: Du merkst ziemlich schnell, ob du eher Team „ruhig wiederholen“ (Stricken/kleine Bauten) oder Team „kreativ austoben“ (DIY/Modellbau) bist.

Was du aus dem Trend für dich mitnehmen kannst

Kidults sind nicht „Erwachsene, die nicht erwachsen werden wollen“. Für viele ist es eher das Gegenteil: Erwachsene, die sich wieder Zeit zurückholen. Zeit für Fokus, für Hände, für kleine Erfolgsmomente – und manchmal auch einfach für Spaß.

Wenn du gerade viel im Kopf hast, kann so ein Hobby ein erstaunlich stabiler Gegenpol sein. Nicht weil es Probleme wegzaubert, sondern weil du regelmäßig einen Moment hast, der dir gehört.

FAQs zum Thema Kidults Trend

Was bedeutet „Kidult“ genau?

Kidult ist ein Mix aus „Kid“ und „Adult“. Gemeint sind Erwachsene (und teils auch Jugendliche), die Spielwaren, Sammelobjekte oder kreative Sets für sich selbst kaufen und nutzen.

Warum basteln so viele Erwachsene wieder?

Viele suchen einen Ausgleich zu Bildschirmzeit und Stress. Handarbeit kann beruhigend wirken, weil du Fokus brauchst und dein Kopf nebenbei runterfährt – das beschreibt auch die AOK beim Thema Stricken.[3]

Welche Hobbys eignen sich für den Einstieg?

Am einfachsten sind Projekte, die in 30–90 Minuten ein sichtbares Ergebnis liefern: kleine DIY-Sets, Mini-Modelle, Stricken/Häkeln mit einfacher Anleitung oder ein kleines Klemmbaustein-Projekt.

Ist das nur Nostalgie oder steckt mehr dahinter?

Nostalgie spielt oft mit rein, aber der Trend ist breiter: Viele mögen das „analoge Machen“ und den Effekt, etwas Greifbares fertigzustellen. Marktforschung von Circana zeigt, dass Teens und Erwachsene inzwischen einen großen Anteil am Spielwarenmarkt ausmachen.[2]

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