Abgelaufene Kalender haben nach Silvester diesen komischen Zwischenstatus. Für Termine sind sie erledigt, aber zum Wegwerfen fühlen sich manche Seiten zu schade an. Gerade Wandkalender haben oft festes Papier, schöne Motive und eine Rückseite, die sich noch gut nutzen lässt.
Ich würde so einen Kalender nicht sofort komplett verbasteln. Erst einmal durchblättern reicht. Manche Seiten sind wirklich nur Altpapier. Andere haben genau das richtige Format für eine Karte, ein kleines Geschenk oder einen Bilderrahmen. Der Unterschied ist meist schnell zu sehen.
Wenn du abgelaufene Kalender weiterverwenden möchtest, sortiere sie zuerst nach Material und Motiv. Nicht jede Seite muss gerettet werden, aber einige sind zu gut für den Papierkorb.
Erst sortieren, dann schneiden
Am schnellsten wird es unordentlich, wenn der ganze Kalender direkt zerlegt wird. Besser ist ein kurzer Blick auf drei Dinge: Ist das Papier fest genug? Ist das Motiv ohne Kalenderraster noch schön? Und stört die Rückseite später?
Bei Foto- oder Kunstkalendern lohnt sich oft nur ein Teil der Seiten. Ein Motiv mit viel freier Fläche kann als Geschenkpapier funktionieren. Ein ruhiges Landschaftsbild wirkt im Rahmen besser als ein sehr voller Kalenderdruck. Kleine Ausschnitte eignen sich eher für Anhänger, Karten oder Etiketten.
Diese Seiten lohnen sich meistens
Beim Durchblättern kannst du die brauchbaren Seiten direkt zur Seite legen:
- Große Motive ohne störende Schrift quer durch das Bild.
- Feste Rückseiten, die sich für Schablonen oder Karten eignen.
- Kleinere Bildbereiche, aus denen Anhänger oder Lesezeichen werden können.
- Ruhige Muster, die als Einband, Umschlag oder Geschenkpapier gut aussehen.
- Stabile Kartonrücken, die im Haushalt noch als Unterlage taugen.
Der Rest darf ohne schlechtes Gewissen ins Altpapier, sofern es sich um normales Papier handelt. Benutztes Papier getrennt zu sammeln, ist aus Recyclingsicht sinnvoll; beim Umweltbundesamt steht getrennte Altpapiersammlung ausdrücklich als praktischer Alltagstipp.[1]
Geschenkpapier ist die einfachste zweite Runde
Kalenderseiten sind oft genau richtig für kleine Geschenke. Bücher, Kerzen, Pralinen, Seifenstücke oder kleine Kartons lassen sich damit gut einpacken. Sehr glänzende Seiten wirken manchmal etwas steif, aber bei kleinen Päckchen fällt das kaum auf.
Schön wird es, wenn das Motiv zum Geschenk passt. Ein Küchenmotiv für selbst gemachtes Granola, ein Blumenbild für ein Mitbringsel, ein Stadtmotiv für jemanden, der genau diese Stadt mag. Das ist nicht viel Arbeit, wirkt aber persönlicher als gekauftes Geschenkpapier.
Aus kleineren Resten kannst du direkt Anhänger schneiden. Ein Loch, ein Stück Band, vielleicht noch eine kurze Zeile auf der Rückseite. Mehr muss es nicht sein. Gerade Kalender mit Natur-, Tier- oder Kunstmotiven geben dafür oft bessere Ausschnitte her als klassisches Bastelpapier.
Manche Seiten gehören an die Wand
Bei Kalenderbildern sieht man oft erst nach dem Herausnehmen, ob sie als Deko taugen. Ohne Monatsleiste, Feiertage und Lochung wirkt ein Motiv manchmal erstaunlich ruhig. Ein alter Rahmen reicht dafür völlig.
Ich würde nicht zu viele Bilder gleichzeitig verwenden. Drei Motive aus demselben Kalender können im Flur gut aussehen, wenn Format und Farben zusammenpassen. Ein einzelnes Bild in der Küche reicht manchmal schon. Bei sehr glänzendem Papier hilft ein Passepartout oder ein schlichter Rahmen, damit es weniger nach Kalenderblatt aussieht.
Posterleisten funktionieren ebenfalls, vor allem bei größeren Formaten. Der Vorteil ist, dass du die Motive später wieder austauschen kannst. So wird aus dem alten Kalender keine Bastelarbeit, die irgendwo liegen bleibt, sondern eine kleine Wechseldeko.
Für Kinder lieber kleine Projekte wählen
Mit Kindern sind abgelaufene Kalender praktisch, weil die Motive schon da sind. Es muss nichts perfekt gemalt oder lange vorbereitet werden. Ausschneiden, kleben, kombinieren – das reicht oft.
Gut funktionieren Projekte, bei denen schnell etwas sichtbar wird:
- Aus Tier- oder Naturmotiven entstehen einfache Collagen.
- Schöne Muster werden zu Papierketten oder Fensterbildern.
- Aus festen Seiten lassen sich Lesezeichen schneiden.
- Kleine Bildausschnitte können auf Karten oder Geschenkumschläge geklebt werden.
Ich würde nur nicht den Anspruch haben, jeden Schnipsel zu verwerten. Gerade mit Kindern ist es entspannter, wenn am Ende auch Papier übrig bleiben darf.
Im Haushalt zählt eher die Rückseite
Nicht jede Kalenderseite muss schön sein. Manche sind als Material nützlich. Feste Rückseiten oder dickere Monatsblätter eignen sich als Unterlage beim Kleben, Malen oder Umtopfen kleiner Pflanzen. Du kannst auch einfache Trennstreifen für Mappen, Schubladen oder Bastelkisten daraus schneiden.
Bei Kalendern mit Spiralbindung lohnt ein kurzer Blick auf die Bindung. Wenn sie sich sauber lösen lässt, kannst du daraus mit gelochten Blättern ein kleines Notizheft machen. Das ist kein großes Projekt, eher eine Restenutzung für Papier, das sonst lose herumliegen würde.
Auch Notizzettel gehen, vor allem wenn die Rückseiten leer sind. Zuschneiden, stapeln, mit einer Klammer zusammenhalten. Das sieht nicht immer nach Designobjekt aus, ist aber im Küchenschrank, in der Werkstatt oder neben dem Drucker erstaunlich brauchbar.
Was besser nicht in die Bastelkiste wandert
Sehr stark beschichtete, folierte oder glitzernde Seiten würde ich nicht für alles verwenden. Als Geschenkanhänger geht das vielleicht noch. Für Kinderbasteleien, Lebensmittelverpackung oder Dinge, die später heiß werden oder nass werden könnten, sind solche Materialien eher unpraktisch.
Auch muffige Kalender aus Keller oder Garage müssen nicht noch ein zweites Leben bekommen. Wenn Papier unangenehm riecht, wellig ist oder Flecken hat, ist Altpapier meist die bessere Lösung. Upcycling muss nicht heißen, dass jeder Rest aufgehoben wird.
Kalenderpapier nicht im Kamin verheizen
Auch wenn dünne Kalenderseiten schnell brennen würden, gehören sie nicht als Anzünder in Kamin oder Ofen. Für kleine Feuerungsanlagen sind Papierreste, Zeitungen und Pappe kein geeigneter Brennstoff; das Bundesumweltministerium nennt solche Stoffe ausdrücklich als Dinge, die nicht im Ofen verbrannt werden sollen.[2]
Wenn der Kalender doch weg soll
Normale Papierseiten gehören in der Regel ins Altpapier. Metallspiralen, Kunststoffhüllen oder andere feste Fremdteile würde ich abmachen, wenn es ohne großen Aufwand geht. Bei ungewöhnlichen Materialien lohnt ein Blick in die Regeln des örtlichen Entsorgers, weil Kommunen Details unterschiedlich handhaben.
Das Ziel muss nicht sein, den kompletten Kalender zu retten. Oft reichen fünf gute Seiten. Der Rest wird sauber entsorgt, und genau das ist ebenfalls sinnvoll. Papier ist ein Wertstoff, aber nur dann, wenn es getrennt gesammelt und möglichst frei von Störstoffen bleibt.[1]
Ein alter Kalender muss kein neues Projekt werden
Abgelaufene Kalender weiterzuverwenden lohnt sich vor allem dann, wenn es schnell geht. Ein Bild in den Rahmen, eine Seite als Geschenkpapier, ein paar Anhänger für die Schublade. Sobald daraus ein kompliziertes Bastelvorhaben wird, bleibt der Kalender meistens doch nur wieder liegen.
Deshalb würde ich klein anfangen. Zwei schöne Seiten herausnehmen, den Rest prüfen, fertig. Manchmal ist genau das die beste Form von Upcycling: nicht alles aufheben, sondern die Teile nutzen, die wirklich noch einen Platz finden.
Quellen
- Umweltbundesamt: Recyclingpapier ist gut für die Umwelt (abgerufen am 06.07.2026)
- Bundesumweltministerium: Wie heize ich richtig mit Holz? (abgerufen am 06.07.2026)
FAQs zum Thema abgelaufene Kalender
Was kann ich aus abgelaufenen Kalendern machen?
Aus abgelaufenen Kalendern kannst du Geschenkpapier, Geschenkanhänger, Karten, Lesezeichen, kleine Bilder für Rahmen oder einfache Notizzettel machen. Am besten eignen sich feste Seiten mit schönen Motiven und wenig störender Schrift.
Dürfen alte Kalender ins Altpapier?
Normale Papierkalender dürfen in der Regel ins Altpapier. Metallspiralen, Kunststoffhüllen oder andere Fremdteile solltest du entfernen, wenn das leicht geht. Bei stark beschichteten oder ungewöhnlichen Materialien helfen die Hinweise deines örtlichen Entsorgers.
Kann ich Kalenderseiten als Geschenkpapier verwenden?
Ja, vor allem große Wandkalender eignen sich gut für kleine und mittlere Geschenke. Besonders schön wirkt es, wenn das Motiv zum Geschenk passt und nicht zu viel Kalenderraster sichtbar bleibt.
Was mache ich mit der Spiralbindung?
Wenn sich die Spiralbindung sauber lösen lässt, kannst du sie für ein kleines Notizheft weiterverwenden. Dafür lochst du Papier im passenden Abstand und hängst es wieder ein. Wenn das zu fummelig ist, trennst du die Bindung ab und entsorgst sie getrennt.
Kann man Kalenderpapier im Kamin verbrennen?
Nein, Kalenderpapier gehört nicht als Anzünder in Kamin oder Ofen. Papierreste, Zeitungen und Pappe sind für solche Feuerstätten nicht geeignet und können Schadstoffe, Ablagerungen und Sicherheitsprobleme verursachen.[2]