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Zu schade fürs Altpapier

Alte Kalender verwerten – 15 Ideen für schöne Seiten

Der neue Kalender hängt schon, der alte liegt noch auf dem Tisch. Bei vielen Wandkalendern ist genau das der Moment, in dem man merkt, dass einige Seiten eigentlich zu schade fürs Altpapier sind. Ein schönes Tierfoto, eine Illustration, festes Papier oder eine stabile Rückseite lassen sich noch gut gebrauchen. Du musst daraus kein großes Upcycling-Projekt machen. Oft reicht es, zwei oder drei gute Seiten herauszunehmen und den Rest normal zu entsorgen. Wenn du alte Kalender verwerten möchtest, sind vor allem Motiv, Papierstärke und Rückseite interessant.

1. Kalenderbilder einfach einrahmen

Das ist die naheliegendste Idee und oft auch die beste. Schneide bei einem schönen Motiv das Kalendarium ab und passe das Bild an einen vorhandenen Rahmen an. Naturfotos, Kunstdrucke, Tiere und Illustrationen funktionieren dafür besonders gut.

Wenn das Bild nicht exakt ins Format passt, hilft ein Passepartout aus Karton. Bei mehreren Seiten aus demselben Kalender kannst du auch zwei oder drei Motive als kleine Bildergruppe aufhängen.

2. Geschenkpapier für kleine Päckchen

Große Kalenderblätter eignen sich gut für Bücher, Schachteln, Kerzen oder andere kleinere Geschenke. Besonders praktisch sind Seiten, bei denen das eigentliche Kalenderraster nur am unteren Rand sitzt und abgeschnitten werden kann.

Sehr dickes oder stark glänzendes Papier lässt sich schlechter um scharfe Kanten falten. Dann passt die Seite eher um eine einfache Schachtel als um ein unförmiges Geschenk.

3. Geschenktüten aus großen Blättern falten

Aus einem stabilen Kalenderblatt lässt sich mit wenigen Faltungen eine kleine Geschenktüte machen. Dafür wird das Blatt längs zu einem Schlauch geklebt, der untere Bereich zum Boden gefaltet und oben gelocht oder umgeschlagen.

Das lohnt sich besonders bei großen Wandkalendern mit kräftigem Papier. Dünne Seiten kannst du doppelt legen oder an den oberen Rand einen Kartonstreifen kleben, damit die Löcher für die Henkel nicht ausreißen.

4. Geschenkanhänger aus Bildresten schneiden

Nach dem Einpacken bleiben oft kleine Motivreste übrig. Daraus kannst du rechteckige, runde oder frei geschnittene Anhänger machen. Loch hinein, Band durchziehen, auf der Rückseite beschriften – mehr braucht es nicht.

Tierköpfe, Blumen, einzelne Gebäude oder kleine Ausschnitte aus Landschaften funktionieren dafür besser als ein komplettes Kalenderbild im Miniaturformat.

5. Grußkarten mit Kalenderausschnitten

Ein gefalteter Blankokarton und ein ausgeschnittener Kalenderteil reichen für eine einfache Karte. Das Motiv muss dabei nicht die gesamte Vorderseite bedecken. Ein einzelner Ausschnitt wirkt oft ruhiger.

Gerade Kunst- und Fotokalender liefern Material für Geburtstagskarten, Weihnachtskarten oder kleine Dankeskarten. Wenn du mehrere Seiten aufhebst, hast du später schnell etwas Passendes zur Hand.

6. Briefumschläge selber falten

Für kleine Karten oder Gutscheine lassen sich Kalenderseiten zu Umschlägen falten. Am einfachsten geht das mit einem vorhandenen Briefumschlag als Schablone: vorsichtig öffnen, auflegen, Umriss übertragen und ausschneiden.

Bei stark bedruckten Seiten würde ich die beschreibbare Seite nach innen nehmen und außen ein kleines weißes Adressfeld aufkleben.

7. Lesezeichen aus festen Streifen

Für ein Lesezeichen brauchst du nur einen länglichen Bildausschnitt. Dünnes Papier kannst du auf die feste Kalenderrückseite oder einen Kartonrest kleben. Wer möchte, rundet die Ecken ab und macht oben ein Loch für ein Band.

Das ist eine gute Resteverwertung für schmale Motivbereiche, die für Karten oder Bilder zu klein sind.

8. Buch- und Notizheftumschläge

Ruhige Muster, Illustrationen oder größere Farbflächen eignen sich als Umschlag für ein einfaches Notizheft. Dafür schneidest du das Kalenderblatt etwas größer als Vorder- und Rückseite zu und schlägst die Ränder nach innen um.

Bei Büchern, die häufig in Taschen landen, würde ich eher festeres Papier nehmen. Dünne Hochglanzseiten sehen schön aus, reißen an den Kanten aber schneller.

9. Kleine Notizzettel aus leeren Rückseiten

Viele Kalender sind nur einseitig bedruckt. Wenn die Rückseite weiß oder zumindest hell ist, kannst du daraus Notizzettel schneiden. Gleich große Stücke stapeln und mit einer Klammer zusammenhalten – fertig.

Das ist nicht die dekorativste Idee in dieser Liste, aber eine der praktischsten. Neben Telefon, Drucker oder Einkaufsliste verschwinden solche Zettel erstaunlich schnell.

10. Ein kleines Notizheft mit der alten Spiralbindung

Bei einem Kalender mit Spiralbindung kannst du prüfen, ob sich die Spirale öffnen und wiederverwenden lässt. Schneide neues oder einseitig bedrucktes Altpapier auf ein einheitliches Format, loche es passend und setze die Spirale wieder ein.

Falls die Bindung beim Öffnen stark verbiegt oder scharfkantig wird, lohnt sich der Aufwand nicht. Dann lieber nur das Papier weiterverwenden und die Spirale passend zum Material entsorgen.

11. Girlande aus Kreisen, Dreiecken oder Wimpeln

Für eine Girlande brauchst du keine vollständigen Kalenderbilder. Gerade bunte Reste funktionieren gut. Schneide Kreise, Dreiecke oder kleine Wimpel aus und verbinde sie mit Garn.

Wenn beide Seiten sichtbar sind, kannst du zwei Ausschnitte Rücken an Rücken kleben. So verschwindet das Kalenderraster und die Girlande sieht von beiden Seiten ordentlich aus.

12. Collagen aus mehreren Monaten

Ein Kalender hat oft zwölf Motive im gleichen Stil. Genau das macht ihn für Collagen interessant. Du kannst einzelne Bildteile nach Farbe, Thema oder Form kombinieren und auf einen festen Karton kleben.

Das muss kein großes Kunstprojekt werden. Schon drei oder vier passende Ausschnitte in einem Rahmen können reichen. Mit Kindern darf es natürlich deutlich wilder werden.

13. Die feste Rückwand als Schablonenmaterial nutzen

Viele Wandkalender haben hinten einen stabilen Karton. Der eignet sich für einfache Schablonen, Abstandshalter oder Bastelformen, die mehrmals benutzt werden sollen.

Zum Beispiel kannst du Sterne, Anhängerformen, Etiketten oder geometrische Formen aufzeichnen und ausschneiden. Für sehr feine Schablonen ist der Karton oft zu dick, für einfache Umrisse aber gerade richtig.

14. Trennstreifen und Beschriftungskarten schneiden

Aus stabilem Kalenderkarton werden schnell Trennstreifen für Bastelkisten, Mappen oder Schubladen. Kleine Stücke kannst du als Beschriftungskarten für Kartons oder Vorratskisten verwenden.

Wenn die Rückseite unbedruckt ist, brauchst du nicht einmal neues Papier aufzukleben. Ein schwarzer Marker reicht meistens aus.

15. Bastelmaterial für Kinder zurücklegen

Tierbilder, Autos, Blumen, Landschaften oder Muster lassen sich später für Collagen, Karten, Bildergeschichten und einfache Ausschneideprojekte verwenden. Du musst dafür nicht den ganzen Kalender lagern.

Schneide die brauchbaren Seiten grob heraus und leg sie flach in eine Bastelmappe. So entsteht kein großer Papierstapel, und die Motive sind beim nächsten Basteln schnell verfügbar.

Welche Kalenderseiten sich eher nicht lohnen

Nicht jedes Blatt muss gerettet werden. Muffiges Papier aus Keller oder Garage, stark verschmutzte Seiten und Material mit Feuchtigkeitsschäden gehören nicht in die Bastelkiste. Sehr stark beschichtete oder folierte Seiten sind ebenfalls weniger vielseitig.

Bedruckte Kalenderseiten würde ich außerdem nicht für direkten Lebensmittelkontakt verwenden. Sie wurden als Druckprodukt hergestellt und nicht als Lebensmittelverpackung. Für Kekse, Brot oder andere unverpackte Lebensmittel nimm lieber dafür vorgesehenes Papier oder einen geeigneten Behälter.

Wenn du nach dem Durchblättern nur drei schöne Seiten behältst, ist das völlig in Ordnung. Upcycling wird nicht sinnvoller, nur weil am Ende jeder Schnipsel aufgehoben wird.

Und was passiert mit dem Rest?

Normale Papier- und Kartonseiten können in die Altpapiersammlung. Das Umweltbundesamt empfiehlt ausdrücklich, benutztes Papier getrennt zu entsorgen; die konkreten Sammelsysteme unterscheiden sich örtlich.[1]

Metallspiralen, Kunststoffabdeckungen oder andere Fremdteile entfernst du am besten, wenn das ohne großen Aufwand möglich ist. Bei ungewöhnlichen Verbundmaterialien hilft die Abfallberatung deines örtlichen Entsorgers.

In Kamin oder Ofen gehören die alten Kalender nicht. Das Bundesumweltministerium weist darauf hin, dass Papierreste, Zeitungen, Pappe und Verpackungen nicht in kleinen Feuerungsanlagen verbrannt werden dürfen.[2]

Bei schönen Kalendern reichen oft ein paar Seiten

Am praktischsten finde ich die Ideen, die keinen neuen Materialberg erzeugen. Ein Lieblingsmotiv kommt in den Rahmen, zwei große Seiten werden Geschenkpapier, aus Resten entstehen ein paar Anhänger und die Rückseite landet als Schablonenkarton in der Bastelkiste.

Der Kalender muss danach nicht vollständig verschwunden sein. Aber er muss auch nicht als „Upcycling-Projekt für irgendwann“ noch drei Jahre im Schrank liegen. Nimm heraus, was du tatsächlich verwenden wirst, und gib den Rest ins Recycling.

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Recyclingpapier ist gut für die Umwelt – Hinweise zur getrennten Altpapiersammlung (abgerufen am 07.10.2026)
  2. Bundesumweltministerium: Wie heize ich richtig mit Holz? – Papier und Pappe gehören nicht in den Ofen (abgerufen am 07.10.2026)
Verfasst von

Leonie Wickstein

Leonie schreibt über Upcycling, kreative Reparaturen und Ideen für ein gemütliches Zuhause. Dabei zeigt sie auch, was nicht sofort klappt und worauf es beim Nachmachen ankommt.

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