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Schmerzen im Fuß beim Auftreten und Abrollen – woran es liegt

Wenn der Fuß beim Auftreten und Abrollen schmerzt, merkt man erst, wie viel im Alltag an ein paar Quadrat­zentimetern Sohle hängt. Der Weg durchs Wohnzimmer fühlt sich anders an als sonst, Treppen werden plötzlich „laut“ im Körper – und man fängt automatisch an, anders zu gehen.

Erst die Stelle, dann die Ursache

Fußschmerz ist selten „ein Ding“. Für die Einordnung ist es hilfreicher, sehr konkret zu schauen: Wo genau sitzt der Schmerz – und wann zeigt er sich am stärksten? Viele typische Ursachen haben ein ziemlich wiedererkennbares Muster. Wenn du das Muster triffst, wird es leichter, sinnvolle Schritte zu wählen – und nicht auf gut Glück alles gleichzeitig auszuprobieren.

Wo tut es weh? Typische Hinweise Was oft dahintersteckt
Unter der Ferse / Fußsohle Erste Schritte nach Ruhe sind am schlimmsten, später wird es etwas besser, nach langem Stehen wieder mehr Plantarfasziitis, ggf. mit Fersensporn[1][2][3]
Vorfuß (Ballen, unter den Zehen) Druckschmerz beim Abrollen, brennend/ziehend, manchmal „wie ein Steinchen im Schuh“ Metatarsalgie, evtl. Morton-Neurom[4][5][6]
Oberseite des Fußes Schmerz wird bei Belastung stärker, eine Stelle ist sehr druckempfindlich, manchmal Schwellung Stressfraktur/Überlastungsbruch (v. a. Mittelfuß)[7][8]
Hinten an der Ferse / entlang der Achillessehne Steifigkeit nach Ruhe, Schmerz bei Treppen/bergauf, Druckschmerz am Sehnenverlauf Achillessehnen-Tendinopathie[9]
Großzehengrundgelenk oder Sprunggelenk Plötzlich, sehr stark, gerötet/überwärmt/geschwollen Gichtanfall (häufig am Großzeh) oder andere Entzündung[10]
Innenseite Knöchel / Fußsohle, mit Kribbeln Brennend, kribbelnd, taub, teils verstärkt nach Belastung Tarsaltunnelsyndrom (Nervenkompression)[11]

Diese Einordnung ersetzt keine Diagnose, aber sie spart oft Zeit. Du merkst schneller, ob du eher in Richtung „Überlastung mit Mikroreizungen“ schaust oder in Richtung „Entzündung / Nerv / Knochen“.

Ferse und Fußsohle: Wenn die ersten Schritte besonders wehtun

Das Klassiker-Muster bei Plantarfasziitis ist ziemlich klar beschrieben: Nach Schlafen oder längerer Ruhe sind die ersten Schritte unangenehm, nach etwas Bewegung wird es oft erträglicher – und nach langem Stehen oder einem vollen Tag kommt es wieder hoch.[2][3][1] Die Plantarfaszie ist eine kräftige Sehnenplatte unter dem Fuß. Sie steckt viel weg, mag aber keine dauerhafte Überlastung ohne Pause.

Was dabei gerne für Verwirrung sorgt: der Fersensporn. Auf Bildern sieht man ihn manchmal, und plötzlich wirkt es, als sei der Sporn der Schuldige. In der Praxis ist es oft umgekehrt: Bei Plantarfasziitis kann sich ein Fersensporn bilden, und längst nicht jede Person mit Sporn hat Beschwerden.[1] Das nimmt dem Thema ein bisschen den Schrecken – und hilft, den Fokus eher auf Belastung, Gewebe-Reizung und Alltag zu legen.

Typische Auslöser sind nicht nur Sport. Viel Stehen, harte Böden zu Hause, Schuhe ohne Dämpfung oder ein schneller Wechsel der Belastung (mehr Schritte als sonst, anderes Training, mehr Treppen) reichen oft schon. In vielen Patienteninfos werden außerdem Waden-/Achillessehnen-Spannung und Überlastung als begünstigende Faktoren genannt.[3]

Was in der Praxis häufig gut funktioniert, ist erstaunlich unspektakulär: Belastung so anpassen, dass der Fuß nicht täglich „drüber“ bekommt, und parallel Dehnen/Kräftigen als Routine aufbauen. Die Gesundheitsinformation beschreibt Dehn- und Kräftigungsübungen als Standardbestandteil der Behandlung bei Plantarfasziitis.[2] Das ist keine Zauberei, eher konsequente Wiederholung.

Vorfuß: Druck, Brennen, „Steinchen“-Gefühl beim Abrollen

Schmerz im Ballenbereich entsteht häufig, wenn die Belastung vorne unter den Mittelfußköpfchen dauerhaft zu hoch ist. Metatarsalgie wird entsprechend als Schmerz/Entzündung im Vorfußbereich beschrieben – oft mit stechenden oder brennenden Beschwerden.[4] Das ist besonders gemein beim Abrollen, weil genau dort der Vorfuß die „Abstoßarbeit“ übernimmt.

Ein eng verwandtes Thema ist das Morton-Neurom. Dabei wird ein Nerv zwischen den Zehen (klassisch zwischen dem dritten und vierten Zeh) irritiert bzw. komprimiert. Typisch sind Schmerzen im Ballenbereich, die in die Zehen ausstrahlen können, dazu Kribbeln, Taubheit oder ein elektrisierendes Brennen.[5][6] Viele beschreiben auch das Gefühl, auf etwas Hartes zu treten – obwohl nichts im Schuh ist.[6]

Der wichtigste, praktische Hebel hier ist häufig nicht „mehr aushalten“, sondern Druck rausnehmen: Zehenbox breiter, weniger Kompression, Vorfuß entlasten. Wenn du merkst, dass es in schmalen Schuhen deutlich schlimmer wird und barfuß oder in weiten Schuhen etwas nachlässt, passt das eher zu einem Druck-/Nerven-Thema als zu „Ferse“.

Oberseite des Fußes: Punktgenau, empfindlich, bei Belastung stärker

Wenn der Schmerz sehr lokal ist, bei Belastung zunimmt und eine Stelle auffällig druckempfindlich ist, gehört eine Stressfraktur (Überlastungsbruch) in den Hinterkopf – gerade, wenn vorher die Belastung schnell hochging (viel Laufen, neues Training, ungewohnte Strecken). AAOS beschreibt bei Stressfrakturen typischerweise einen schleichenden Beginn, Schmerz bei Belastung, Besserung in Ruhe sowie mögliche Schwellung und Druckschmerz an der Frakturstelle.[7] Auch NHS-Infos zu Mittelfuß-(Stress-)Frakturen nennen Überlastung bzw. wiederholte Belastung als häufigen Hintergrund.[8]

Der Knackpunkt: Bei Stressfraktur ist „durchlaufen“ meist die falsche Richtung. Das heißt nicht, dass jeder Schmerz oben gleich ein Bruch ist – aber punktgenauer Knochenschmerz, der mit Belastung zuverlässig stärker wird, verdient Respekt. Und ja: Solche Frakturen sind nicht immer sofort im Röntgen zu sehen, was die Abklärung manchmal etwas zäher macht.[12]

Hinten an der Ferse: Achillessehne als Still-Alarm

Achillessehnenbeschwerden melden sich häufig als Steifigkeit nach Ruhe und als Schmerz während oder nach Belastung. NHS inform beschreibt typische Symptome wie Schmerz, Steifigkeit und mögliche Schwellung, häufig stärker nach Aktivität oder beim Start nach Ruhe.[9] Manche merken es beim Treppensteigen oder bergauf, andere beim ersten Losgehen am Morgen.

Hier ist die Versuchung groß, nur „weich“ zu werden: möglichst wenig bewegen, alles schonen. Kurz kann das angenehm sein, länger wird die Sehne dadurch aber oft nicht belastbarer. Häufig ist ein mittlerer Weg sinnvoll: Belastung so dosieren, dass es nicht eskaliert, und dann gezielt kräftigen. Wenn der Schuh hinten hart drückt oder die Ferse scheuert, kann das den Bereich zusätzlich reizen – auch das ist manchmal der kleine, entscheidende Alltagsfaktor.

Wenn ein Gelenk heiß wird: akute Entzündung ist eine andere Baustelle

Es gibt Fußschmerzen, die nicht langsam kommen. Ein Gichtanfall kann sehr plötzlich auftreten, häufig ist anfangs nur ein Gelenk betroffen, klassisch das Grundgelenk des großen Zehs.[10] Das Gelenk ist dann nicht nur „weh“, sondern meist deutlich entzündet: geschwollen, gerötet, überwärmt, extrem druckempfindlich. Das gehört in ärztliche Hände – auch, weil die Behandlung und die Ursachenklärung (Harnsäure, Auslöser, Prophylaxe) einen Unterschied machen können.

Ähnlich gilt: Wenn du Fieber bekommst oder der Fuß deutlich gerötet und heiß ist, ohne dass du dich verletzt hast, sollte das zeitnah abgeklärt werden.[13]

Was du selbst machen kannst, ohne den Fuß zu reizen

Bei vielen Überlastungsproblemen ist das Ziel zunächst simpel: Schmerzen runterfahren, ohne komplett einzurosten – und dann wieder belastbar werden, ohne jedes Mal neu zu starten. Das funktioniert meist besser, wenn du dir zwei Wochen lang einen klaren Rahmen gibst, statt täglich spontan zu reagieren.

  • Belastung so reduzieren, dass der Schmerz nicht hochschaukelt – weniger lange Strecken, weniger harte Untergründe, lieber mehrere kurze Wege statt einer großen Runde.
  • Kühlen bei akuter Reizung (z. B. 10–15 Minuten, mit Tuch dazwischen) – vor allem, wenn der Bereich warm oder nach Belastung stärker ist.
  • Schuhe als „Arbeitsgerät“ betrachten: ausreichend Platz vorn, stabile Sohle, keine harte Kante an der schmerzenden Stelle; zu Hause nicht dauerhaft barfuß auf Fliesen, wenn die Ferse ohnehin reizbar ist.
  • Dehnen und Kräftigen regelmäßig, kurz und sauber – bei Fersenschmerz sind Dehn-/Kräftigungsübungen ein Standardbaustein in vielen Patienteninfos.[2]
  • Druckpunkte entschärfen: Bei Vorfußschmerz hilft oft eine breitere Zehenbox; bei Morton-Verdacht ist „eng zusammendrücken“ meist der Verstärker.[6]

Wenn du Übungen machst: Der Fuß darf arbeiten, er muss nicht brennen. Ein leichtes Ziehen ist bei Dehnung normal, stechender Schmerz ist ein Stoppsignal. Und falls du merkst, dass du dich durch Schonhaltung am Knie, an der Hüfte oder im Rücken verziehst: Dann lohnt sich eher eine frühere Einordnung, statt das Muster Wochenlang zu festigen.

Wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist

Es gibt Situationen, in denen „erst mal abwarten“ nicht die beste Idee ist. NHS-Hinweise zu Fußschmerz nennen unter anderem: wenn Schmerzen zunehmen, wiederkehren, dich von normalen Aktivitäten abhalten, nach zwei Wochen Selbstmaßnahmen nicht besser werden oder wenn Kribbeln/Empfindungsstörungen auftreten.[14] Bei Diabetes ist man mit Fußschmerzen generell schneller auf der sicheren Seite, weil Folgeschäden leichter übersehen werden können.[14]

  • Du kannst kaum auftreten oder es wird schnell schlechter, besonders wenn eine klare Schwellung dazukommt.
  • Der Fuß ist heiß, deutlich gerötet oder stark geschwollen, vor allem ohne erinnerliche Verletzung oder zusammen mit Fieber/krankem Gefühl.[13]
  • Es gibt Taubheit, Kribbeln, Brennen oder Kraftprobleme, die neu sind oder zunehmen.[11][14]
  • Der Schmerz sitzt punktgenau am Knochen und wird bei Belastung deutlich stärker (Stressfraktur gehört dann zumindest geprüft).[7]
  • Nach 10–14 Tagen guter Selbstmaßnahmen passiert praktisch nichts oder du musst deinen Gang deutlich verändern, um es auszuhalten.[14]

Was in der Praxis häufig untersucht wird

In der Sprechstunde wird meist zuerst sehr handfest gearbeitet: Schmerzort, Druckpunkte, Beweglichkeit, Schuhprofil, Zehenstand, Gangbild. Bei Fersenschmerz wird oft die Plantarfaszie und die Wade geprüft, bei Vorfußschmerz die Druckverteilung und die Zehenzwischenräume (Morton-Verdacht), bei Verdacht auf Stressfraktur die punktgenaue Druckempfindlichkeit und ggf. Bildgebung.[7] Wenn ein akuter Gichtanfall möglich ist, sind Anamnese und Laborwerte oft Teil der Abklärung.[10]

Nervenbeschwerden wie beim Tarsaltunnel zeigen sich häufig über typische Missempfindungen an der Fußsohle und im Bereich des inneren Knöchels, teils verstärkt nach Belastung.[11] Auch da gilt: Je klarer das Muster, desto zielgerichteter wird die Behandlung.

Ein Fuß wird meist nicht „von allein“ besser – aber oft ziemlich gut beeinflussbar

Viele Fußprobleme entstehen, weil Belastung und Gewebe gerade nicht zusammenpassen. Das kann passieren, ohne dass „etwas kaputt“ ist. Entscheidend ist, dass du dem Fuß eine Phase gibst, in der Reizung abnimmt, und danach wieder so aufbaust, dass er die Alltagslast trägt, ohne jedes Mal zu protestieren. Wenn du nach ein paar Tagen merkst, dass du nur noch anders gehst, um den Schmerz zu umgehen, ist das ein guter Moment, früher Hilfe zu holen – nicht aus Panik, sondern weil du dir damit häufig Wochen sparst.

Quellen

  1. gesund.bund.de: Fersensporn (Plantarfasziitis, Zusammenhang, Einordnung) (abgerufen am 17.12.2025)
  2. Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Schmerzen unter dem Fuß (Plantarfasziitis) – typische Beschwerden und Verlauf (abgerufen am 17.12.2025)
  3. NHS: Plantar fasciitis – typische Symptome (Startschmerz nach Ruhe, Verlauf über den Tag) (abgerufen am 17.12.2025)
  4. Cleveland Clinic: Metatarsalgia – Vorfußschmerz (Ballen), Symptome und Einordnung (abgerufen am 17.12.2025)
  5. AAOS OrthoInfo: Morton’s Neuroma – Schmerzen im Ballenbereich, typische Beschwerden (abgerufen am 17.12.2025)
  6. Mayo Clinic: Morton neuroma – Symptome (Brennen, Taubheit, „wie auf einer Murmel“) (abgerufen am 17.12.2025)
  7. AAOS OrthoInfo: Stress fractures of the foot and ankle – Symptome (Belastungsschmerz, Schwellung, Druckschmerz) (abgerufen am 17.12.2025)
  8. Cambridge University Hospitals (NHS): Metatarsal fractures and stress fractures – Überlastung als Ursache (abgerufen am 17.12.2025)
  9. NHS inform: Achilles tendinopathy – Symptome (Schmerz/Steifigkeit, Verlauf) (abgerufen am 17.12.2025)
  10. gesund.bund.de: Gicht – typischer Beginn (häufig Großzehengrundgelenk), Beschwerden (abgerufen am 17.12.2025)
  11. Cleveland Clinic: Tarsal tunnel syndrome – Nervenschmerz (Brennen, Taubheit, Kribbeln) (abgerufen am 17.12.2025)
  12. Gloucestershire Hospitals (NHS): Caring for a stress fracture – Hinweise zur Erkennung, Bildgebung (nicht immer im Röntgen sichtbar) (abgerufen am 17.12.2025)
  13. NHS inform: Foot problems – wann Kontakt zur ärztlichen Abklärung sinnvoll ist (heiß, geschwollen, druckschmerzhaft) (abgerufen am 17.12.2025)
  14. NHS: Foot pain (z. B. Oberseite) – wann ärztlich abklären lassen (Dauer, Verschlechterung, Sensibilitätsstörungen, Diabetes) (abgerufen am 17.12.2025)

FAQs zum Thema Schmerzen im Fuß beim Auftreten und Abrollen

Warum sind die ersten Schritte morgens oft am schlimmsten?

Wenn die Schmerzen beim ersten Auftreten nach dem Schlafen oder nach längerem Sitzen besonders stark sind und nach ein paar Minuten Gehen nachlassen, passt das häufig zu einer Plantarfasziitis (Reizung der Sehnenplatte unter dem Fuß). Dieses Muster wird in Patienteninformationen als typisch beschrieben.[2][3]

Was bedeutet brennender Vorfußschmerz beim Abrollen?

Brennender Schmerz im Ballenbereich kann von einer Überlastung des Vorfußes (Metatarsalgie) kommen oder von einer Nervenreizung wie einem Morton-Neurom. Begleitend können Kribbeln, Taubheit oder ausstrahlende Schmerzen in die Zehen auftreten.[4][5][6]

Wann sollte Fußschmerz beim Auftreten ärztlich abgeklärt werden?

Sinnvoll ist eine Abklärung, wenn der Schmerz zunimmt, wiederkehrt, dich im Alltag deutlich einschränkt, nach etwa zwei Wochen nicht besser wird oder wenn Kribbeln/Empfindungsstörungen auftreten. Bei Diabetes ist man mit Fußbeschwerden generell schneller auf der sicheren Seite.[14]

Kann ein punktgenauer Schmerz am Fuß auf einen Überlastungsbruch hindeuten?

Ja. Bei Stressfrakturen entwickelt sich der Schmerz oft schleichend, wird bei Belastung stärker und ist an einer Stelle sehr druckempfindlich; Schwellung kann dazukommen. Solche Frakturen sind nicht immer sofort im Röntgen sichtbar, deshalb wird je nach Befund weiter abgeklärt.[7][12]

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