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Omas Hausmittel gegen Husten: Nostalgie und Wirksamkeit vereint

Husten ist so ein typisches „Ich will einfach nur schlafen“-Symptom: Tagsüber geht’s irgendwie, nachts liegt man wach und zählt die Huster. Hausmittel können da wirklich entlasten – wenn du vorher kurz sortierst, was für ein Husten das ist und wo die Grenze zur Arztpraxis liegt. (Genau dieses „erst einordnen, dann behandeln“ betont auch die DEGAM-S3-Leitlinie zu akutem und chronischem Husten.)[1]

Erstmal kurz sortieren: Welcher Husten ist das eigentlich?

Husten ist ein Schutzreflex: Dein Körper versucht, Reizstoffe oder Schleim aus den Atemwegen zu bekommen. In der Praxis hilft eine simple Einteilung, weil Hausmittel je nach Typ anders wirken:

Typ Wie es sich anfühlt Was oft am meisten nervt
Trockener Reizhusten Kitzeln, Kratzen, „muss husten, obwohl nix kommt“ Schlaf, Hals brennt, ständiger Hustenreiz
Produktiver Husten Schleim sitzt fest oder löst sich Abhusten ist anstrengend, Brust fühlt sich „voll“ an

Und noch ein Punkt, der beruhigen kann: Akuter Husten kann – auch nach einem Infekt – einige Wochen nachhängen. In Leitlinien wird „chronisch“ meist erst ab längerer Dauer eingeordnet (typisch ab acht Wochen).[1]

Was im Alltag oft am schnellsten entlastet

Wenn keine Warnzeichen dabei sind, geht es meistens um „Schleimhäute beruhigen“ und „Sekret flüssiger halten“. Gesundheitsinformation.de (IQWiG) beschreibt genau diese Basics als sinnvoll, weil sie simpel sind und für viele spürbar helfen.[2]

  1. Warm trinken, aber nicht „kochend heiß“. Wärme befeuchtet, beruhigt und macht Schleim oft leichter „beweglich“. Tee, lauwarmes Wasser, milde Brühe – Hauptsache regelmäßig in kleinen Schlucken.[2]
  2. Raumluft so einstellen, dass sie nicht austrocknet. Stoßlüften, nachts eher kühler schlafen, und wenn die Heizungsluft knallt, kann zusätzliche Feuchtigkeit helfen (zum Beispiel über eine Schüssel Wasser – simpel, aber oft angenehm).
  3. Hals „beschichten“ statt übertönen. Lutschen (Bonbons, Pastillen) kann den Hustenreiz dämpfen, weil der Rachen weniger trocken ist.[3]
  4. Rauch und starke Reize konsequent meiden. Klingt banal, ist aber ein echter Hebel – die Schleimhäute beruhigen sich schneller, wenn sie nicht dauernd neuen Stress bekommen.[2]

Omas Klassiker, nur mit realistischem Erwartungsmanagement

Kräutertees: Thymian, Salbei, Spitzwegerich

Viele nutzen Kräutertees, weil sie warm sind und gut runtergehen – und manche Pflanzen sind als traditionelle pflanzliche Arzneimittel bei Erkältungshusten auch tatsächlich beschrieben (EU-Herbal-Monographs/Assessment Reports, je nach Pflanze).[7] Wichtig ist: Das ist **keine Garantie**, aber oft eine angenehme Unterstützung im Alltag.

  • Thymiantee passt für viele bei „festsitzend“ oder kratzig, weil er als klassischer Erkältungsbegleiter gilt.[7]
  • Salbeitee ist eher die „Hals beruhigen“-Schiene, wenn es im Rachen brennt und rau ist.[7]
  • Spitzwegerichtee wird häufig bei Reizhusten genutzt, weil er subjektiv oft „schleimhautfreundlich“ wirkt.[7]

Wenn du es praktisch willst: nicht kompliziert machen – 1–2 TL pro Tasse, 10 Minuten ziehen lassen, lauwarm trinken. Entscheidend ist eher die Regelmäßigkeit als die perfekte Grammzahl.

Honig: Für viele der „kleinste Trick mit der größten Wirkung“

Honig ist eines der wenigen Hausmittel, zu dem es zumindest eine vernünftige Datenlage gibt – gerade bei Kindern mit akutem Husten. Cochrane kommt zu dem Schluss, dass Honig Hustensymptome bei Kindern wahrscheinlich reduzieren kann (mit Einschränkungen, weil Studien oft kurz und unterschiedlich sind).[4] Auch Gesundheitsinformation.de erwähnt Honig als möglichen Husten-Helfer bei akuter Bronchitis.[2]

Wichtig (und das ist kein Detail): Honig ist für Kinder unter 12 Monaten tabu, wegen des Risikos für Säuglingsbotulismus – darauf weist u. a. das RKI hin.[5]

Der Zwiebelsaft: Stinkt, aber wirkt (Der Klassiker)

Er ist der Endgegner in Sachen Geruch, aber viele schwören darauf – und die Inhaltsstoffe der Zwiebel (wie Allicin) gelten als entzündungshemmend.

So geht’s: Eine Zwiebel klein würfeln, mit 2–3 Esslöffeln Zucker oder Honig in ein Schraubglas geben, Deckel drauf und einige Stunden ziehen lassen, bis sich ein Sirup bildet. Davon löffelweise über den Tag verteilt nehmen.

Vorteil: Kostet fast nichts und man hat die Zutaten meistens zu Hause.

Inhalieren und Wickel: hilfreich, aber bitte ohne Risiko-Overkill

Dampfinhalation wird oft gemacht, weil warme, feuchte Luft sich gut anfühlt. Gleichzeitig wird auch klar gesagt: **Heißer Dampf ist kein harmloses „Wellness-Ding“**, das Verbrühungsrisiko ist real – vor allem bei Kindern.[6] Wenn du inhalierst, dann eher „sanft und sicher“ (nicht kochend, stabiler Stand, Abstand, keine Kinder auf dem Schoß dabei).

Ätherische Öle sind ein eigenes Thema: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt bei bestimmten ätherischen Ölen und Produkten insbesondere bei Kindern vor Risiken (Atemwegsreizungen etc.).[8] Wenn du sie trotzdem nutzt, dann bitte sehr zurückhaltend – und bei Kindern lieber weglassen.

Wickel (Kartoffel/Quark) können sich angenehm anfühlen – sie sind eher „Wärme/Feuchte als Komfort“, nicht „wir beseitigen die Ursache“. Wenn es dir gut tut und die Haut es verträgt, ist das okay. Wenn es reizt oder dich stresst: weglassen.

Wann Hausmittel nicht mehr reichen

Die DEGAM-Leitlinie und patientenorientierte Infos betonen, dass bei bestimmten Zeichen nicht „weiter rumprobiert“ werden sollte, weil dann andere Ursachen oder Komplikationen möglich sind.[1][3]

  • Atemnot, starke Brustschmerzen, blutiger Auswurf oder du bekommst schlicht schlecht Luft.[3]
  • Hohes Fieber oder ein Krankheitsgefühl, das eher stärker als besser wird.
  • Husten, der ungewöhnlich lange bleibt (Faustregel: wenn du Richtung mehrere Wochen gehst und es kippt nicht in „wird langsam besser“).[1]
  • Risikofaktoren wie Immunschwäche, schwere Grunderkrankungen oder sehr hohes Alter – dann lieber früher abklären lassen.[1]

Quellen

  1. AWMF / DEGAM: S3-Leitlinie „Akuter und chronischer Husten“ (abgerufen am 16.12.2025)
  2. Gesundheitsinformation.de (IQWiG): „Behandlung bei akuter Bronchitis“ (abgerufen am 16.12.2025)
  3. Gesundheitsinformation.de (IQWiG): „Husten“ (abgerufen am 16.12.2025)
  4. Cochrane: „Honig für akuten Husten bei Kindern“ (abgerufen am 16.12.2025)
  5. Robert Koch-Institut (RKI): Ratgeber zu Botulismus (Hinweise zu Säuglingsbotulismus und Honig) (abgerufen am 16.12.2025)
  6. Pharmazeutische Zeitung: „Verbrühungsgefahr beim Inhalieren“ (abgerufen am 16.12.2025)
  7. EMA (HMPC): Monograph/Assessment zu Thymi herba (traditionelle Anwendung bei Erkältungsbeschwerden) (abgerufen am 16.12.2025)
  8. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Fragen & Antworten zu ätherischen Ölen (abgerufen am 16.12.2025)

FAQs zum Thema Omas Hausmittel gegen Husten

Welche Hausmittel helfen eher bei trockenem Reizhusten?

Bei trockenem Husten geht es meistens darum, den Hals zu beruhigen. Viele kommen gut klar mit warmen Getränken, Lutschen (damit der Rachen nicht austrocknet) und – bei Erwachsenen und Kindern über einem Jahr – Honig, weil er den Rachen „beschichtet“.[2][4]

Wie oft soll ich Hausmittel anwenden, ohne es zu übertreiben?

Eine gute Faustregel ist „regelmäßig, aber sanft“. Tee oder lauwarme Getränke über den Tag verteilt sind meist sinnvoll. Bei Inhalation gilt: lieber seltener und sicher als häufig und riskant – heißer Dampf ist kein Muss und kann schiefgehen.[6]

Sind die Hausmittel auch für Kinder geeignet?

Teilweise. Viel trinken und milde Tees sind oft okay, aber Honig ist für Kinder unter 12 Monaten nicht geeignet.[5] Bei ätherischen Ölen und stark riechenden Einreibungen würde ich bei Kindern besonders vorsichtig sein, weil es hier auch Warnhinweise gibt.[8]

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