Folge uns auf
Homepage » Gesundheit » Zahngesundheit » Machen Softdrinks die Zähne kaputt? So schützt du dein Lächeln

Machen Softdrinks die Zähne kaputt? So schützt du dein Lächeln

Cola, Limo, Energy, Eistee aus dem Kühlregal – das Zeug ist schnell da, schmeckt, macht wach. Und ja: Für Zähne kann das unangenehm werden, vor allem wenn es über den Tag immer wieder „so ein paar Schlucke“ sind. Ganz streichen muss trotzdem nicht sein.

Machen Softdrinks die Zähne kaputt

Wenn man es hart formulieren will: Sie können. Nicht, weil ein Glas Cola automatisch „alles ruiniert“, sondern weil Softdrinks zwei Dinge kombinieren, die Zähnen besonders wenig gefallen: Säure und – je nach Sorte – Zucker.

Der Säure-Teil ist dabei oft der größere Hebel. Viele Softdrinks liegen im sauren Bereich, deutlich unter neutralem pH-Wert. Und Säure kann Zahnhartsubstanz direkt angreifen. Was viele dabei unterschätzen: Nicht nur „wie sauer“, sondern „wie oft und wie lange“ entscheidet. gesund.bund.de beschreibt das sehr klar: Säurehaltige Getränke wie Fruchtsäfte und Softdrinks können den Zahnschmelz direkt angreifen – besonders dann, wenn sie in kleinen Portionen über den Tag verteilt getrunken werden.[1]

Der Zucker-Teil kommt oben drauf. Zucker füttert Bakterien im Zahnbelag, die wiederum Säuren bilden. gesund.bund.de beschreibt diesen Mechanismus bei Karies: Bakterien im Zahnbelag, süße Lebensmittel und mangelnde Mundhygiene spielen zusammen, und die entstehenden Säuren schädigen die Zahnsubstanz.[2] Bei Softdrinks ist das Gemeine: Der Zahnschmelz bekommt erst Säure „von außen“ – und im Anschluss kann, wenn Zucker dabei ist, nochmal Säure „von innen“ nachkommen.

Warum Light nicht automatisch die Rettung ist

Viele wechseln auf Zero/Light und fühlen sich damit auf der sicheren Seite. Für Karies ist weniger Zucker natürlich ein Plus. Das Säure-Thema bleibt aber bestehen, weil die Getränke ihren Geschmack über Säuren und Aromen bekommen – klassisch sind Zitronensäure oder Phosphorsäure.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einer Stellungnahme zu Zitronensäure beschrieben, dass Zahnschäden durch Säuren nicht nur bei „natürlich sauren“ Lebensmitteln auftreten, sondern auch bei zugesetzten Säuren wie Phosphorsäure in Cola-Getränken – und dass das Risiko steigt, wenn gleichzeitig große Mengen Zucker verzehrt werden.[3] Das passt ziemlich gut zur Realität: Zuckerfrei reduziert einen Teil des Problems, nimmt aber die Säure nicht weg.

Ein kurzer Reality-Check

Zuckerfrei heißt nicht automatisch zahnfreundlich. Für Karies ist weniger Zucker hilfreich. Gegen Zahnerosion (also säurebedingten Substanzverlust) braucht es andere Gewohnheiten als „nur“ den Wechsel auf Light.

„pH-Wert 2, irgendwas“ – wie ernst ist das wirklich

pH-Werte werden gern als Killerargument genutzt. Sie sind als grobe Orientierung okay, aber sie erklären nicht alles. Ein Fachvortrag von Prof. Lussi (Zahnerosion) macht genau diesen Punkt: Entscheidend ist nicht nur der pH-Wert, sondern auch, wie stark ein Getränk Säure „nachliefert“ (Stichwort titrierbare Säure) und ob Mineralien wie Kalzium enthalten sind, die Erosion entgegenwirken können.[4]

Für den Alltag reicht eine einfache Übersetzung: Der größte Schaden entsteht selten durch ein einzelnes Glas, sondern durch häufige Säurekontakte ohne Pause. Wer über Stunden immer wieder nippt, hält das Milieu dauerhaft sauer. Wer ein Getränk zügig trinkt und danach eine Pause lässt, gibt Speichel und Schutzmechanismen wenigstens eine Chance, wieder aufzuholen.

Was im Mund nach Softdrinks passiert

Nach säurehaltigen Getränken ist die Oberfläche des Zahns kurzfristig „weicher“. Das heißt nicht, dass der Zahn sofort wegbröselt, aber die Oberfläche ist in dieser Phase empfindlicher gegen Abrieb. Und Abrieb passiert nicht nur durch harte Bürsten, sondern auch durch Zahnpasta (Schleifkörper), durch Pressen/Knirschen und manchmal schlicht durch „Zähne zusammenbeißen und weiter“.

Genau deshalb kommt immer wieder der Rat: erst spülen, kurz warten, dann putzen. Das wird nicht in jeder Quelle identisch bewertet, aber es gibt eine solide, nachvollziehbare Logik dahinter. Ein aktueller Übersichtsartikel in Caries Research (Fernández et al., 2024) fasst die Evidenz zur Frage „warten oder nicht“ zusammen und beschreibt, dass Empfehlungen häufig bei etwa 30 bis 60 Minuten liegen, gerade wenn es um erosiven Zahnverschleiß nach sauren Einwirkungen geht – gleichzeitig wird diskutiert, dass die Datenlage nicht in jedem Detail einheitlich ist.[5]

Alltagsfuchs-Übersetzung: Nach Cola direkt mit Druck schrubben ist selten eine gute Idee. Spülen und ein Zeitfenster sind meist die entspanntere Abzweigung.

So trinkst du Softdrinks zahnfreundlicher, ohne dass es zum Projekt wird

Wenn Softdrinks bei dir einfach dazugehören, geht es weniger um Verbote und eher um ein paar Gewohnheiten, die den Säurekontakt reduzieren. Das ist nicht spektakulär, aber sehr wirksam – vor allem bei „Nippen über Stunden“.

Das hilft im Alltag:

  • Lieber in einem Rutsch statt über Stunden. Je weniger einzelne Säurekontakte, desto besser kann sich der Mundraum wieder stabilisieren.[1]
  • Am besten zu einer Mahlzeit. Dann läuft Speichelfluss ohnehin stärker, und der Mund hat mehr Puffer.
  • Nach dem Trinken mit Wasser nachspülen. Keine Magie, aber es verdünnt und spült Säurereste weg.
  • Strohhalm kann helfen. Nicht perfekt, aber der direkte Kontakt mit den Frontzähnen wird oft geringer.
  • Putzen nicht sofort mit Druck. Erst spülen, dann ein Zeitfenster lassen – gerade wenn du weißt, dass du eher kräftig putzt.[5]

Ein Punkt, der oft unterschätzt wird: Auch „gesunde“ Getränke können sauer sein. Fruchtsäfte, Smoothies, Kombucha, Zitronenwasser – alles Dinge, die manche täglich trinken. Der Mechanismus ist derselbe: Säurekontakt ist Säurekontakt. Softdrinks sind nur der Klassiker, weil man sie häufig und in größeren Mengen erwischt.

Woran du merkst, dass es für deine Zähne gerade zu viel ist

Manche Probleme kommen leise. Erosion ist so ein Kandidat. Die Oberfläche wirkt glatter, Kanten werden „runder“, Zähne werden empfindlicher bei kalt/warm, manchmal auch bei süß oder sauer. Dazu kann ein gelblicherer Eindruck kommen, weil der Zahnschmelz dünner wird und das Dentin (Zahnbein) stärker durchscheint. Das sind keine Dinge, die man zu Hause sicher diagnostiziert – aber es sind gute Gründe, die Praxis einmal gezielt draufschauen zu lassen.

Wenn du schon weißt, dass du viel Saures trinkst und die Zähne reagieren, lohnt sich die Frage nach einer passenden Fluoridstrategie (Zahnpasta, ggf. Gel/Spülung) und nach Putzhärte. Das ist oft wirksamer als das nächste „Spezialgetränk“ aus dem Regal.

Was das für deinen Alltag heißt

Softdrinks können Zähne schädigen, vor allem über häufige Säurekontakte und – bei zuckerhaltigen Varianten – zusätzlich über Kariesmechanismen.[1][2] Komplettverzicht ist nicht der einzige Weg. Wer Trinken bündelt, mit Wasser nachspült und nicht direkt danach mit Druck putzt, reduziert das Risiko spürbar – ohne dass der Alltag sich plötzlich nach Zahnarzt-Programm anfühlt.

Quellen

  1. gesund.bund.de: Zahnvorsorge und Mundhygiene (Hinweis zu säurehaltigen Getränken und „über den Tag verteilt“) (abgerufen am 18.12.2025)
  2. gesund.bund.de: Karies – Ursachen (Bakterien im Zahnbelag, Zucker, Säurebildung) (abgerufen am 18.12.2025)
  3. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Zitronensäure in Süßwaren/Getränken und Risiko für Zahnschäden (abgerufen am 18.12.2025)
  4. Lussi: Vortrag „Die erosive Wirkung verschiedener Getränke, Speisen …“ (Hinweise zu pH, Mineralien, erosivem Potenzial) (abgerufen am 18.12.2025)
  5. Fernández et al. (2024): Scoping Review zur Frage, ob nach sauren Einwirkungen mit dem Zähneputzen gewartet werden sollte (abgerufen am 18.12.2025)

FAQs zum Thema Softdrinks und Zähne

Machen Softdrinks eher Karies oder eher Zahnerosion

Beides ist möglich. Zuckerhaltige Softdrinks können Karies fördern, weil Bakterien im Zahnbelag Zucker verarbeiten und dabei Säuren bilden.[2] Unabhängig vom Zucker können saure Getränke den Zahnschmelz direkt angreifen und erosiven Substanzverlust begünstigen.[1]

Sind Zero- und Light-Getränke zahnfreundlich

Sie enthalten meist keinen Zucker, was für Karies günstig sein kann. Das Säurethema bleibt jedoch, weil Säuren wie Zitronensäure oder Phosphorsäure weiterhin enthalten sein können. Das BfR ordnet zugesetzte Säuren in Getränken als relevanten Faktor für Zahnschäden ein.[3]

Wie kann man Softdrinks trinken, ohne die Zähne unnötig zu belasten

Hilfreich sind weniger einzelne Säurekontakte: lieber zügig trinken statt über Stunden zu nippen, idealerweise zu einer Mahlzeit, danach mit Wasser nachspülen und nicht direkt danach mit Druck putzen.[1][5]

Sollte man nach Cola oder Limo mit dem Zähneputzen warten

Nach sauren Getränken ist die Zahnoberfläche kurzfristig empfindlicher. Ein Übersichtsartikel (Fernández et al., 2024) beschreibt, dass Empfehlungen häufig bei etwa 30 bis 60 Minuten liegen, wenn es um erosive Einwirkungen geht, wobei die Evidenz nicht in jedem Detail einheitlich ist.[5] Im Alltag ist Spülen mit Wasser direkt danach und ein Zeitfenster vor dem Putzen meist eine sichere, zahnfreundliche Routine.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Klicke auf eine Kategorie, um dein Feedback zu geben.

Schreibe einen Kommentar