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Rasenschnitt richtig entsorgen: Nachhaltig für einen grünen Garten

Nach dem Rasenmähen bleibt oft eine beachtliche Menge Schnittgut übrig. Die Frage, wohin damit, ist nicht nur praktisch, sondern hat auch ökologische und rechtliche Dimensionen. Wer Rasenschnitt klug nutzt, verwandelt vermeintlichen Abfall in wertvollen Rohstoff für den eigenen Garten.

Warum die richtige Entsorgung wichtig ist

Rasenschnitt erscheint auf den ersten Blick harmlos – grünes Material, das aus der Natur kommt. Doch wer ihn einfach am Waldrand oder Wegrand ablegt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Gartenabfälle gelten dort als illegale Ablagerung und können mit Bußgeldern geahndet werden.[1]

Darüber hinaus gibt es ökologische Gründe für eine sachgerechte Verwertung: In dicken, luftarmen Haufen fault Rasenschnitt und produziert dabei Methan – ein Treibhausgas, das über einen Betrachtungszeitraum von 100 Jahren deutlich klimaschädlicher wirkt als CO₂.[3] Das Umweltbundesamt empfiehlt daher ausdrücklich, Gartenabfälle zu verwerten statt zu entsorgen: durch Kompostierung, Mulchen oder die kommunale Bio- und Grüngutsammlung.[4]

Kompostierung: Rasenschnitt als Bodenfutter

Kompost ist die klassische und ökologisch sinnvollste Methode, Rasenschnitt zu verwerten. Das Material gehört zu den stickstoffreichen „grünen“ Bestandteilen und beschleunigt den Kompostierungsprozess. Allerdings neigt Rasenschnitt dazu, schnell zu verdichten und zu verklumpen, wenn er nicht richtig eingebracht wird.

Die richtige Kompost-Technik

Der NABU betont die Bedeutung einer guten Durchlüftung beim Kompostieren.[5] Rasenschnitt sollte niemals in dicken Schichten aufgetragen werden. Stattdessen empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  • Dünne Schichten: Rasenschnitt in Lagen von maximal 5-10 cm auftragen
  • Mischung mit trockenem Material: Laub, Häckselgut oder Stroh sorgen für Struktur und verhindern Verdichtung[5]
  • Regelmäßiges Umsetzen: Alle paar Wochen durchmischen, damit Sauerstoff in den Haufen gelangt[5]

Richtig kompostiert entsteht nach etwa sechs bis zwölf Monaten hochwertiger Humus, der Beete und Pflanzflächen mit Nährstoffen versorgt.

Mulchen: Rasenschnitt als Bodenschutz

Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt schützt den Boden vor Austrocknung, dämpft Temperaturschwankungen und führt langfristig Nährstoffe zu. Der NABU beschreibt diese Funktion als zentralen Nutzen von Mulchdecken im Garten.[6]

Häufige Fehler beim Mulchen

Die größte Herausforderung beim Mulchen mit Rasenschnitt ist die Neigung zur Verklumpung. Frisch gemähtes, feuchtes Gras bildet schnell eine dichte, luftundurchlässige Schicht, unter der Pflanzen ersticken können und die zu Fäulnis neigt.

Problem Ursache Lösung
Verklumpung Zu dick aufgetragen, zu feucht Nur 1-2 cm Schichtdicke, vorher antrocknen lassen
Fäulnisgeruch Keine Luftzirkulation Mit strukturreichem Material mischen (Laub, Rindenmulch)
Pflanzen kümmern Zu nah am Stamm/Stängel Mindestens 5 cm Abstand zu Pflanzen lassen

Eine dünne, angetrocknete Schicht in Kombination mit anderem Mulchmaterial funktioniert deutlich besser als eine dicke Lage reinen Rasenschnitts.

Biotonne und kommunale Grünabfallsammlung

Wer weder Kompost noch Verwendung für Mulch hat, nutzt die Biotonne oder kommunale Grünabfallsammelstellen. Das Umweltbundesamt nennt diese Option ausdrücklich als sinnvollen Verwertungsweg.[4]

Tipps für die Biotonne

Rasenschnitt in der Biotonne kann zu Problemen führen, wenn er frisch und feucht eingefüllt wird. Die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln empfehlen konkret:[7]

  • Rasenschnitt vor dem Einfüllen antrocknen lassen
  • Nicht pressen oder verdichten
  • Mit anderem Bioabfall mischen, damit Luft zwischen dem Material bleibt

Diese einfachen Maßnahmen verhindern Geruchsbildung und erleichtern die spätere Verarbeitung in Kompostieranlagen.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten im Garten

Hügelbeete und Schichtbeete

In Hügel- und Schichtbeeten kann Rasenschnitt als mittlere Schicht eingebracht werden. Er dient dort als Feuchtigkeitsspeicher und Nährstoffreservoir. Wichtig ist, dass er nicht in zu dicken, kompakten Lagen eingebaut wird, sondern mit anderem organischen Material durchmischt bleibt.

Naturnahe Gartenbereiche

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Gartenabfälle zur Schaffung von Lebensräumen genutzt werden können – etwa in Form von Totholz- oder Reisighaufen.[4] Rasenschnitt eignet sich dafür nur bedingt, da er schnell zusammensackt. In Kombination mit Ästen und anderem Strukturmaterial kann er aber Teil eines naturnahen Bereichs werden, der Insekten und Kleintieren Unterschlupf bietet.

Was vermieden werden sollte

Einige vermeintlich praktische Lösungen erweisen sich bei näherer Betrachtung als problematisch:

  • Ablagerung in der Natur: Rechtlich verboten und ökologisch bedenklich[1]
  • Dicke Mulchschichten: Führen zu Fäulnis und schaden Pflanzen
  • Reiner Rasenschnitt auf dem Kompost: Verdichtet und fault statt zu kompostieren
  • Feuchter Rasenschnitt in die Biotonne gepresst: Verursacht Geruchsprobleme[7]

Rasenschnitt als Ressource nutzen

Rasenschnitt ist kein Abfallproblem, sondern eine Ressource. Die beste Lösung ist meist die Kompostierung oder die Verwendung als Mulch, weil dabei Nährstoffe im eigenen Garten bleiben.[4] Wer dafür keine Möglichkeit hat, nutzt die Biotonne – idealerweise nach kurzem Antrocknen des Materials.[7]

Entscheidend ist in jedem Fall, dass Rasenschnitt nicht wild in der Natur entsorgt wird. Das ist nicht nur rechtlich problematisch, sondern schadet auch der Umwelt.[1] Mit den richtigen Methoden lässt sich aus jedem Rasenschnitt ein Gewinn für den eigenen Garten machen.

FAQs zum Thema Rasenschnitt entsorgen

Wie entsorgt man Rasenschnitt richtig, wenn man keinen Kompost hat?

Über die Biotonne oder die kommunale Grünabfallsammlung. Bei sehr feuchtem Schnitt sollte er kurz antrocknen, bevor er eingefüllt wird. Nicht pressen, sondern locker einfüllen, um Geruchsbildung zu vermeiden.[4][7]

Darf man Rasenschnitt in der Natur oder an Wegrändern abladen?

Nein. Das gilt als illegale Abfallablagerung und kann mit Bußgeldern geahndet werden. Gartenabfälle gehören in die Biotonne, auf den Kompost oder zur kommunalen Grünabfallsammelstelle.[1]

Wie nutzt man Rasenschnitt als Mulch, ohne dass er verklumpt?

Rasenschnitt sollte nur in dünner Schicht (1-2 cm) und nicht frisch-nass ausgebracht werden. Die Kombination mit strukturreichem Material wie Laub oder Rindenmulch verhindert Verklumpung und ermöglicht Luftzirkulation.[6]

Warum kann Rasenschnitt in dicken Haufen problematisch sein?

Ohne ausreichende Luftzufuhr fault Rasenschnitt statt zu kompostieren. Dabei entsteht Methan, ein deutlich klimaschädlicheres Treibhausgas als CO₂. Zudem entwickeln sich unangenehme Gerüche.[3]

Wie lange sollte Rasenschnitt antrocknen, bevor er in die Biotonne kommt?

Einige Stunden bis zu einem Tag reichen meist aus. Der Rasenschnitt sollte sich trocken anfühlen und nicht mehr zusammenkleben. Das verhindert Geruchsbildung in der Biotonne.[7]

Kann man Rasenschnitt auch im Winter kompostieren?

Ja, der Kompostierungsprozess läuft bei niedrigen Temperaturen lediglich langsamer ab. Auch im Winter sollte Rasenschnitt mit trockenem Material gemischt werden, um Verdichtung zu vermeiden. Die vollständige Umsetzung erfolgt dann im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen.

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