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Pommes selber machen: So werden sie knusprig und nicht labberig

Wirklich gute Pommes selber zu machen, ist oft ein Glücksspiel: Mal werden sie labberig, mal ungleichmäßig gar. Die gute Nachricht ist, dass knusprige Pommes kein Zufallsprodukt sind, sondern das Ergebnis von drei simplen, aber entscheidenden Handgriffen.

Die Abkürzung zu knusprigen Pommes: Kartoffel, Stärke, zwei Durchgänge

Wenn du nur eine Sache mitnimmst, dann diese: Knusprige Pommes stehen und fallen mit drei Dingen. Erstens die richtige, mehlige Kartoffelsorte. Zweitens das Wässern der geschnittenen Kartoffeln, um überschüssige Stärke abzuspülen. Und drittens das Garen in zwei Etappen – einmal bei niedrigerer Temperatur zum Vorgaren, einmal bei hoher Temperatur für die Kruste.

Egal ob im Ofen, in der Heißluftfritteuse oder klassisch in der Fritteuse – dieses Prinzip gilt immer. Alles andere sind nur noch Details, die das Ergebnis verfeinern, aber nicht mehr grundlegend verändern.

Welche Kartoffeln sind die richtigen für selbstgemachte Pommes?

Die Wahl der Kartoffel ist die erste Weiche, die du richtig stellen musst. Greif zu mehligkochenden Sorten. Sie haben einen hohen Stärkegehalt, der dafür sorgt, dass das Innere der Pommes schön weich und fluffig wird, während die Außenseite kross werden kann.

Festkochende oder vorwiegend festkochende Sorten enthalten mehr Wasser und weniger Stärke. Das Ergebnis sind eher zähe, leicht gummiartige Sticks. Ich habe es am Anfang selbst mit festkochenden probiert, weil wir die gerade da hatten – das war eher ein öliger Bratkartoffel-Ersatz als eine Pommes.

Gute Sorten für Pommes sind zum Beispiel Agria, Bintje oder auch eine spätere Linda. Frag im Zweifel einfach auf dem Wochenmarkt nach, die wissen meistens am besten Bescheid.

Der wichtigste Schritt, den fast alle vergessen: Kartoffeln richtig vorbereiten

Hast du die richtige Kartoffel, kommt der Schritt, der oft aus Bequemlichkeit übersprungen wird – und der den größten Unterschied macht. Das Vorbereiten ist entscheidend, wenn du knusprige Pommes selber machen willst.

Die Vorbereitung lässt sich in drei Phasen einteilen:

  1. Schneide die Kartoffeln in gleichmäßige, etwa 1 cm dicke Stäbchen. Sind sie zu dünn, trocknen sie aus; sind sie zu dick, werden sie außen dunkel, bevor sie innen gar sind.
  2. Lege die geschnittenen Kartoffeln für mindestens 30 Minuten in eine Schüssel mit kaltem Wasser. Das Wasser wird milchig, weil es die überschüssige Stärke von der Oberfläche spült. Genau diese Stärke würde sonst beim Garen eine klebrige Schicht bilden und eine echte Kruste verhindern.
  3. Trockne die gewässerten Stäbchen danach extrem gut ab. Ich lege sie auf ein sauberes Küchentuch und tupfe sie mit einem zweiten von oben trocken. Jeder Wassertropfen, der ins heiße Fett oder den Ofen gelangt, senkt die Temperatur und sorgt für Dampf statt für Bräunung.

Dieser kleine Mehraufwand ist der eigentliche Schlüssel. Die Kartoffeln sind jetzt perfekt präpariert, um außen kross und innen locker zu werden.

Pommes selber machen im Ofen, in der Heißluftfritteuse oder Fritteuse?

Jede Methode hat ihre Berechtigung und führt zu einem etwas anderen, aber guten Ergebnis. Hier ist der direkte Vergleich, wann sich welche Methode anbietet.

Ofen-Pommes: Der Allrounder

Die bequemste und fettärmste Variante. Sie werden nicht ganz so wie aus der Fritteuse, aber mit einem Trick kommen sie nah ran. Heize den Ofen auf 220 °C Umluft vor. Mische die trockenen Kartoffelstäbchen mit 1 bis 2 Esslöffeln Öl und optional einem Teelöffel Speisestärke – das gibt einen extra Knusper-Boost. Verteile sie mit Abstand auf einem mit Backpapier belegten Blech. Wenn sie sich berühren, dünsten sie sich gegenseitig.

Heißluftfritteuse: Schnell und knusprig

Mein Favorit für den Alltag, wenn es schnell gehen muss. Die Heißluftfritteuse ist im Grunde ein kleiner, sehr effizienter Umluftofen. Hier funktioniert das Zwei-Phasen-Garen wunderbar: gare die Pommes erst bei 160 °C für etwa 15 Minuten vor, bis sie weich sind. Nimm sie kurz raus, heize die Maschine auf 200 °C hoch und gib sie für weitere 5 bis 10 Minuten hinein, bis sie goldbraun und kross sind.

Fritteuse: Das Original

Für das authentischste Ergebnis ist die Fritteuse unschlagbar. Auch hier ist das doppelte Frittieren die Methode der Wahl. Erhitze das Fett auf 140 °C und frittiere die Pommes portionsweise für etwa 5 bis 7 Minuten, bis sie gar, aber noch blass sind. Lass sie auf einem Gitter abtropfen. Kurz vor dem Servieren heizt du das Fett auf 180 °C und frittierst sie für 2 bis 3 Minuten goldbraun und knusprig.

Ein Hinweis zur Sicherheit: Achte darauf, das Frittierfett nicht zu überhitzen. Wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) erklärt, können bei zu hohen Temperaturen gesundheitsschädliche Stoffe entstehen. Ein Thermometer ist hier wirklich hilfreich.

Was tun, wenn die Pommes trotzdem matschig werden?

Wenn das Ergebnis enttäuscht, liegt es meist an einem dieser vier Fehler. Die gute Nachricht: Alle sind leicht zu beheben.

  • Du hast zu viele Pommes auf einmal gegart. Egal ob im Ofen, in der Heißluftfritteuse oder im Topf – eine zu große Menge senkt die Temperatur schlagartig. Die Kartoffeln kochen dann im eigenen Dampf oder saugen sich mit lauwarmem Fett voll, anstatt zu bräunen.
  • Die Kartoffelstäbchen waren vor dem Garen nicht richtig trocken. Restfeuchtigkeit ist der größte Feind einer knusprigen Kruste. Nimm dir die extra Minute zum Abtrocknen.
  • Du hast das Salz zu früh dazugegeben. Salz ist hygroskopisch, das heißt, es zieht Wasser. Wenn du die rohen Kartoffeln salzt, werden sie sofort wieder feucht. Salze die fertigen Pommes immer erst direkt vor dem Servieren.
  • Die Temperatur war insgesamt zu niedrig. Damit eine Kruste entsteht, muss die Oberfläche schnell versiegelt werden. Ein vorgeheizter Ofen oder heißes Fett sind dafür unerlässlich.

FAQs zum Thema Pommes selber machen

Welches Öl oder Fett ist am besten für Pommes geeignet?

Am besten eignen sich hocherhitzbare, geschmacksneutrale Pflanzenöle wie Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Erdnussöl. Der Grund dafür ist ihr hoher Rauchpunkt, wodurch sie auch bei den hohen Temperaturen für das zweite Frittieren stabil bleiben, ohne zu verbrennen. Olivenöl ist weniger geeignet, da es einen starken Eigengeschmack hat und schneller verbrennt. Für den besonders authentischen, belgischen Geschmack kannst du auch Rinderfett (Blanc de Bœuf) verwenden.

Kann ich selbstgemachte Pommes auch auf Vorrat machen und einfrieren?

Ja, das ist sogar eine super Methode, um Zeit zu sparen. Dazu bereitest du die Pommes bis nach dem ersten, blassen Frittiervorgang (bei ca. 140 °C) vor. Lass die vorfrittierten Pommes danach vollständig auf einem Gitter abkühlen und abtropfen. Anschließend legst du sie auf einem Blech oder Teller nebeneinander für etwa eine Stunde ins Gefrierfach. Sind sie hart, kannst du sie in einen Gefrierbeutel umfüllen. So kleben sie nicht zusammen und du kannst sie bei Bedarf direkt aus dem Tiefkühler im zweiten Durchgang bei 180 °C goldbraun fertig frittieren.

Funktioniert die Zubereitung genauso mit Süßkartoffeln?

Im Prinzip ja, aber du solltest eine wichtige Eigenschaft beachten: Süßkartoffeln enthalten mehr Zucker und weniger Stärke als normale Kartoffeln. Das bedeutet, dass sie beim Frittieren oder Backen schneller bräunen und eher eine weiche, karamellisierte als eine richtig knackige Kruste bekommen. Ein kleiner Trick hierfür ist, die geschnittenen Süßkartoffelstäbchen vor dem Garen in einer dünnen Schicht Speisestärke zu wenden. Das hilft dabei, ihnen etwas mehr Knusprigkeit zu verleihen. Behalte sie außerdem gut im Auge, damit sie nicht verbrennen.

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