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Verfärbtes Silikon reinigen? Nichts leichter als das

Verfärbtes Silikon zu reinigen gehört zu den Aufgaben, die man gern schiebt – bis man im Bad irgendwann nur noch „grau statt weiß“ sieht. Die gute Nachricht: Vieles bekommst du wieder ordentlich hin, wenn du erst kurz klärst, was da eigentlich auf dem Silikon sitzt.

Erst einordnen: Kalk, Schmutz oder Schimmel?

Silikon verfärbt sich nicht „einfach so“ – meistens ist es eine Mischung aus Feuchtigkeit, Rückständen und (leider) auch Mikroorganismen. Wenn du kurz sortierst, sparst du dir später viel Herumprobieren.

Diese Mini-Checks helfen dir dabei:

  • Fühlt es sich rau und hart an und ist eher weißlich? Dann ist es oft Kalk oder mineralischer Belag.
  • Ist es schmierig und wird beim Rubbeln „seifig“? Dann sind es häufig Seifen- und Pflegeprodukt-Rückstände.
  • Sind es punktige, dunkle Stellen oder ein Schatten, der immer wiederkommt? Dann ist Schimmel sehr wahrscheinlich.

Sanft starten: eine Methode, die in 10 Minuten schon viel schafft

Die meisten Silikonoberflächen werden nicht durch „zu wenig Power“, sondern durch zu viel Gewalt ruiniert. Darum: erst mild, dann steigern.

So gehst du zuverlässig vor:

  1. Reinige die Fläche mit warmem Wasser und etwas Spülmittel, damit Fett/Seifenfilm runtergeht. Danach klar nachwischen und trocknen.
  2. Bei Kalk: Ein weiches Tuch mit mildem Entkalker (oder verdünnter Zitronensäure) auflegen, kurz einwirken lassen, dann abwischen und gründlich mit Wasser nachspülen.
  3. Bei hartnäckigem Schleier: Eine Paste aus Natron und Wasser dünn auftragen, ganz sanft mit einem weichen Tuch reiben, danach gründlich abspülen.
  4. Zum Schluss alles trockenreiben – Feuchtigkeit ist der beste Verstärker für neue Verfärbungen.

Wenn Schimmel in der Silikonfuge sitzt: wann Reinigen nicht mehr reicht

Bei Silikonfugen im Bad kommt der unangenehme Teil: Silikonfugen gelten als Wartungsfugen – sie sind nicht dafür gedacht, „für immer“ zu halten. Das Umweltbundesamt beschreibt Silikonfugen in Nassräumen entsprechend als wartungsbedürftig, weil sie mit der Zeit ihre Funktion verlieren können.[1]

Und noch wichtiger: Wenn Silikonfugen stark mit Schimmel befallen sind, ist Reinigen oft keine dauerhafte Lösung. Im UBA-Schimmelleitfaden wird für stark befallene Silikonfugen im Bad ausdrücklich das Erneuern empfohlen, weil sie in der Regel nicht zuverlässig zu reinigen sind.[2]

Wenn es nur oberflächlich ist (kleine Punkte, früh entdeckt), kann ein vorsichtiger Versuch mit geeigneten Mitteln funktionieren. Wenn es aber „im Material“ sitzt, porös wirkt oder immer wiederkommt, ist Erneuern meist der saubere Weg.

Chlor, Essig & Co.: bitte nicht „zusammen ausprobieren“

Manche greifen bei Verfärbungen sofort zu chlorhaltigen Schimmelentfernern. Das kann kurzfristig optisch aufhellen, ist aber heikel – und wird von Verbraucherzentralen für den Haushalt teils ausdrücklich nicht empfohlen (u. a. wegen Gesundheits- und Umweltaspekten).[3]

Was wirklich entscheidend ist: Chlorreiniger dürfen niemals mit Säuren in Kontakt kommen (z. B. Essig, Zitronensäure, Entkalker). Dabei kann giftiges Chlorgas entstehen – darauf weisen Arbeitsschutzinformationen und die DGUV-Stoffdatenbank/Brancheninfos sehr klar hin.[4][5]

Wenn du chlorhaltige Produkte trotzdem nutzt, dann halte dich an diese Sicherheitsregeln:

  • Nie mischen – auch nicht „nacheinander ohne Spülen“. Erst gründlich mit Wasser nachspülen, dann erst ein anderes Mittel.
  • Fenster weit auf, möglichst keine kleinen Räume „zu“ putzen, Handschuhe tragen.
  • Kontaktzeit streng nach Anleitung, danach wirklich gründlich abspülen und trocknen.

Damit es länger sauber bleibt

Wenn du schon Arbeit reingesteckt hast, lohnt sich ein kleines Mini-System – ohne Perfektionismus, aber mit Wirkung.

Das hilft im Bad und in der Küche am meisten:

  • Nach dem Duschen/Wischen kurz trockenreiben oder abziehen – weniger Feuchte heißt weniger Chance für neue Flecken.
  • Regelmäßig mild reinigen, statt selten „mit der Keule“.
  • Wenn du neu verfugst: ordentlich lüften und die Fugen in den ersten Tagen nicht dauerhaft nass stehen lassen.

Zum Schluss: was realistisch ist

Leichte Verfärbungen durch Kalk/Seife bekommst du oft gut weg. Dauerhafter Schimmel in alten, porösen Silikonfugen ist dagegen häufig ein Fall für „raus und neu“ – nicht, weil du falsch geputzt hast, sondern weil das Material irgendwann durch ist.[2]

FAQs zum Thema Verfärbtes Silikon reinigen

Woran erkenne ich, ob eine Silikonfuge nur schmutzig ist oder schon Schimmel hat?

Schmutz und Seifenfilm wirken oft schmierig und gehen mit warmem Wasser plus Spülmittel wenigstens teilweise runter. Schimmel zeigt sich häufiger als dunkle Punkte oder Schatten, die trotz Reinigung wiederkommen. Wenn die Fuge zusätzlich muffig riecht oder die Verfärbung „aus der Tiefe“ zu kommen scheint, ist Schimmel sehr wahrscheinlich.

Welche Hausmittel sind für Silikon okay – und welche sollte ich lassen?

Für Seifenrückstände helfen oft warmes Wasser, Spülmittel und ein weiches Tuch. Bei Kalk kann milde Zitronensäure/Entkalker (kurz, nicht stundenlang) funktionieren. Aggressive Scheuermittel und harte Schwämme sind eine schlechte Idee, weil sie Silikon anrauen und es dann noch schneller wieder dreckig wird. Und ganz wichtig: Säuren niemals in Kombination mit chlorhaltigen Produkten verwenden.[4][5]

Wann sollte ich Silikon lieber erneuern statt weiter zu reinigen?

Wenn die Fuge porös ist, Risse hat, sich ablöst oder stark mit Schimmel befallen ist, ist Erneuern oft sinnvoller als endloses Putzen. Der UBA-Schimmelleitfaden empfiehlt bei stark befallenen Silikonfugen im Bad das Erneuern, weil sie in der Regel nicht zuverlässig zu reinigen sind.[2]

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