Dein WC ist nicht wirklich dreckig, aber der Kalkrand nervt, die Flasche aus der Drogerie riecht nach Schwimmbad und kostet jedes Mal mehr. WC Reiniger selber machen ist da eine entspannte Alternative – wenn du weißt, was du tust und ein paar Sicherheitsregeln einhältst.
Der Blick in die Schüssel, der dich an eine Putzrunde erinnert
Du klappst morgens verschlafen den Deckel hoch und siehst als erstes diesen feinen, gelblichen Rand knapp unter dem Wasserspiegel. Oben sieht alles ordentlich aus, aber im unteren Drittel erzählt dir die Keramik eine andere Geschichte.
Ein paar Tage ignorieren klappt, dann kommt der Moment, in dem du denkst: Heute aber wirklich. Genau da kommt WC Reiniger selber machen ins Spiel – du brauchst keine zehn verschiedenen Spezialflaschen, sondern ein paar Basics aus dem Vorratsschrank und ein bisschen Routine.
Das Umweltbundesamt schreibt seit Jahren, dass ein Allzweckreiniger und ein saurer Sanitärreiniger auf Basis von Zitronensäure für Bad und WC völlig ausreichen – aggressive Spezialreiniger sind meist unnötig und belasten das Abwasser zusätzlich.[1] Wenn du das Prinzip dahinter verstanden hast, kannst du dir deinen eigenen WC-Reiniger sehr gut an diesen Empfehlungen entlang bauen.
Was ein WC-Reiniger eigentlich leisten muss
Bevor du losrührst, lohnt ein schneller Blick auf die Baustellen in der Toilette: Es geht fast immer um drei Dinge – Kalk, Urinstein und einen dünnen Film aus organischem Schmutz (Seifenreste, Hautfett, ein bisschen Biofilm). Ein guter WC-Reiniger arbeitet hauptsächlich mit Säure und ein bisschen Tensid, nicht mit Duft und Neonfarbe.
Die Verbraucherzentrale betont regelmäßig, dass für den Haushalt wirklich nur wenige Reinigungsmittel gebraucht werden: ein Allzweckreiniger, etwas Scheuerpulver und ein Essig- oder Zitronensäurereiniger für Kalk.[2] Genau diese Logik kannst du auf dein WC übertragen.
Zur Orientierung hilft dir diese kleine Übersicht:
| Problem | Was wirkt gut? | Was eher nicht? |
|---|---|---|
| Kalkrand, Urinstein | Säuren wie Zitronensäure oder Essig, etwas Einwirkzeit, Bürste. | Nur Wasser und Bürste, reine Duftreiniger ohne Säure. |
| Grauer Schleier, Belag | Leicht tensidhaltige Reiniger (z. B. etwas Spülmittel) plus mechanisches Schrubben. | Starke Desinfektionsmittel im Alltag – sie bringen für normale WCs kaum Mehrwert. |
| Gerüche | Regelmäßiges Spülen, Rand und Siphon sauber halten, Lüften. | Alles „überduften“ – Duft überdeckt nur, reinigt aber nicht. |
Wichtig ist: Hygiene kommt in erster Linie durch mechanische Reinigung, nicht durch „Keimkiller“. Fachstellen zur Haushaltshygiene machen immer wieder klar, dass normale Reiniger und Bürste im WC völlig reichen – Desinfektionsmittel sind im Privatbad nur in Ausnahmefällen sinnvoll.[5]
Basiszutaten, wenn du WC Reiniger selber machen möchtest
Wenn du WC Reiniger selber machen willst, dreht sich fast alles um ein paar einfache Stoffe, die du wahrscheinlich schon kennst: Zitronensäure, Essig (oder Essigessenz), etwas Seife bzw. Spülmittel und Wasser. Das Entscheidende ist das Mischungsverhältnis, nicht der exotische Zusatzstoff.
Zitronensäure gilt als Klassiker gegen Kalk: Ökologische Ratgeber empfehlen sie seit Jahren für Bad, Küche und WC, weil sie hartnäckige Kalk- und Urinsteinablagerungen gut löst und dabei vergleichsweise umweltverträglich ist.[3] Sie ist als Pulver deutlich konzentrierter als der Saft aus der Zitrone. Essigreiniger funktioniert ähnlich, ist aber stärker riechend und kann bei manchen Metallen und Dichtungen auf Dauer kritischer sein.
Dazu kommt ein bisschen Seife oder Spülmittel: Tenside heben den Fett- und Schmutzfilm an, damit du ihn mit der Bürste abbekommst. Du brauchst wirklich keine Schaumparty – ein kleiner Spritzer reicht, sonst spülst du am Ende mehr Schaum als Schmutz weg.
Warum du mit Säuren im WC vorsichtig dosieren solltest
Konzentrierte Zitronensäure oder Essigessenz können Dichtungen, verchromte Teile oder Naturstein angrenzen lassen. Halte dich an angemessene Verdünnungen, wie sie auch in Ratgebern von Umwelt- und Verbraucherorganisationen stehen, und lass den Reiniger nur so lange einwirken, wie nötig.[1]
Rezept: einfachen WC-Reiniger selber machen (flüssig)
Jetzt wird es konkret: So kannst du einen einfachen, sauren WC-Reiniger selber machen, der sich an Rezepten von Umweltverbänden und Magazinen orientiert, aber alltagstauglich bleibt.[3][4]
- Mische in einem Messbecher etwa 400 ml warmes Wasser mit 2 bis 3 Esslöffeln Zitronensäurepulver und rühre, bis sich alles gelöst hat.
- Gib etwa 1 Esslöffel flüssige Schmierseife oder mildes Spülmittel dazu – das liefert die nötige Fettlösekraft, ohne die Mischung zur Schaumschlacht zu machen.
- Fülle alles vorsichtig in eine gut ausgespülte alte Reinigerflasche mit schmaler Düse oder eine robuste Sprühflasche, die für Säuren geeignet ist.
- Zum Anwenden verteilst du den Reiniger unter dem Rand und im Becken, lässt ihn je nach Verschmutzung 15 bis 30 Minuten einwirken und bearbeitest dann alles gründlich mit der Bürste.
- Spüle anschließend gründlich nach, bis keine Reste mehr sichtbar schäumen und die Keramik sich glatt anfühlt.
Diese Basisvariante kannst du bei Bedarf anpassen: Mehr Säure bei starkem Kalk, weniger Säure bei empfindlichen Oberflächen. Ätherische Öle sind Geschmackssache – sie duften, bringen aber für die Reinigungsleistung wenig und können bei empfindlichen Personen Kopfschmerzen oder Reizungen auslösen.
WC Reiniger selber machen als Gel oder „Toilettenbombe“ – wie sinnvoll ist das?
Wenn du anfängst zu recherchieren, stolperst du schnell über Rezepte für WC-Gele mit Stärke oder Xanthan und für sprudelnde „Toilettenbomben“ mit Natron und Zitronensäure. Das wirkt erstmal spannend, hat aber ein paar Haken.
Bei den Tabs passiert chemisch vor allem eins: Natron und Zitronensäure reagieren miteinander und bilden Kohlensäure, die kurz aufschäumt – danach ist der Effekt weg und übrig bleibt hauptsächlich ein Salz.[4] Der Sprudeleffekt fühlt sich aktiv an, ersetzt aber weder Säureeinwirkzeit noch Bürste. Für leichte Ablagerungen kann das funktionieren, für einen älteren Rand eher nicht.
Gele haben den Vorteil, dass sie länger an der Oberfläche haften. Dafür brauchst du aber wieder zusätzliche Zutaten, die das Ganze andicken, und musst genauer aufpassen, dass sich nichts trennt oder verstopft. Für den Alltag reicht in vielen Haushalten ein einfacher, flüssiger WC-Reiniger, der regelmäßig eingesetzt wird. Je weniger Zutaten im Spiel sind, desto besser behältst du den Überblick.
Sicherheit: was du mit selbstgemachtem WC-Reiniger unbedingt lassen solltest
Nur weil du WC Reiniger selber machen kannst, heißt das nicht, dass jede Mischung eine gute Idee ist. Gerade im Klo treffen Säuren, Reste anderer Mittel und wenig Belüftung aufeinander – das ist eine Mischung, bei der du sehr bewusst vorgehen solltest.
- Ein großer Punkt ist, dass du niemals saure Reiniger mit chlorhaltigen Produkten kombinieren darfst. Radiobeiträge und Verbraucherschützer warnen seit Jahren davor, weil dabei giftiges Chlorgas entstehen kann, das schon in kleinen Mengen Atemwege und Augen massiv reizt.[4]
- Außerdem solltest du auf „Extra-Desinfektion“ im Alltag verzichten. Fachstellen wie BfR, Umweltbundesamt und RKI betonen, dass im normalen Haushalt Desinfektionsmittel nur in begründeten Ausnahmefällen nötig sind – gründliche Reinigung mit Bürste und Reiniger reicht im WC aus.[5]
- Wichtig ist auch, dass du selbstgemachte Reiniger immer klar beschriftest, kindersicher wegstellst und nicht in Getränkeflaschen füllst. Es gab schon Unfälle, weil jemand „Wasser“ aus einer unbeschrifteten Flasche getrunken hat, das in Wahrheit Reiniger war.
- Bei empfindlicher Haut oder wenn du länger schrubbst, lohnt sich der Griff zu Handschuhen und gute Lüftung. Gerade saure Reiniger können die Haut reizen, und Aerosole aus der Schüssel willst du möglichst nicht einatmen.
Ich habe irgendwann mal alles in eine alte Glasflasche gefüllt, weil sie so hübsch aussah – bis mir klar wurde, wie schnell da jemand einen fatalen Schluck nehmen könnte. Seitdem gilt hier: Nur noch stabile, dicht schließende Kunststoffflaschen mit klarer Beschriftung, egal wie sehr mein Ästhetik-Herz dazwischenfunkt.
Wie sinnvoll WC Reiniger selber machen im Vergleich zu Fertigprodukten ist
Die große Frage ist am Ende: Lohnt sich der Aufwand? Aus Sicht von Umweltstellen ist die Antwort recht eindeutig. Das Umweltbundesamt und auch die Verbraucherzentralen betonen, dass ein paar wenige, gut ausgewählte Reinigungsmittel für den gesamten Haushalt reichen – Spezialreiniger-Kollektionen sind überflüssig.[1][2]
Mit einem selbst gemischten, sauren WC-Reiniger aus Zitronensäure und etwas Tensid liegst du sehr nah an dem, was unabhängige Stellen ohnehin empfehlen. Du reduzierst Verpackungsmüll, weißt genau, was drin ist, und verzichtest auf unnötige Duft- und Farbstoffe. Gleichzeitig bleibt die Reinigung alltagstauglich: Einwirken lassen, bürsten, spülen – fertig.
Natürlich haben Fertigprodukte ihre Berechtigung, etwa wenn du sehr hartes Wasser, lange Standzeiten oder wenig Zeit hast. Dann kann ein stärker formulierter Reiniger bei krassen Ablagerungen schneller helfen. Der Punkt ist aber: Wenn du dein WC regelmäßig mit einem selbst gemachten Reiniger pflegst, kommst du oft gar nicht an diesen Härtegrad heran.
Was bei mir schiefgelaufen ist – und was ich daraus gelernt habe
Mein erster Versuch war ein Mix aus „ein bisschen von allem“: Essigessenz, Zitronensäure, Spüli, duftendes Öl. Ergebnis: Die Mischung war viel zu stark, roch beißend und ich hatte nach dem Putzen Kopfschmerzen. Seitdem halte ich mich an klare, einfache Rezepte und drehe lieber an der Einwirkzeit als am Säuregehalt.
Unterm Strich geht es beim WC Reiniger selber machen darum, einen praktikablen Mittelweg zwischen Wirksamkeit, Umweltverträglichkeit und Sicherheit zu finden. Kein Chemie-Studium, aber ein bisschen Respekt vor dem, was du da in die Schüssel kippst.
Quellen
- Reinigung im Haushalt (Umweltbundesamt, abgerufen am 25.11.2025)
- Umweltfreundliche Putzmittel: Vier Mittel reichen für den Hausputz (Verbraucherzentrale, abgerufen am 25.11.2025)
- Natürliche Putzmittel selber machen (BUND Naturschutz, abgerufen am 25.11.2025)
- Putzmittel selber machen – aus Hausmitteln wie Essig, Zitronensäure, Soda, Natron (Öko-Test, abgerufen am 25.11.2025)
- Haushaltshygiene (Infektionsschutz.de / BZgA in Abstimmung mit BfR, UBA und RKI, abgerufen am 25.11.2025)
FAQs zum Thema WC Reiniger selber machen
Wird die Toilette mit selbstgemachtem WC-Reiniger wirklich hygienisch sauber?
Für ein normales Familien-WC reicht ein guter saurer Reiniger plus Bürste völlig aus. Fachstellen zur Haushaltshygiene weisen darauf hin, dass gründliches Reinigen wichtiger ist als „Keimvernichtung um jeden Preis“ – im Alltag brauchst du keine dauernde Desinfektion, solange alle gesund sind und du regelmäßig putzt.[5]
Wie lange ist selbst gemachter WC-Reiniger haltbar?
Eine Mischung aus Wasser, Zitronensäure und etwas Seife hält sich bei Zimmertemperatur in einer sauberen Flasche meist einige Wochen bis wenige Monate. Sobald sich etwas verfärbt, flockt oder komisch riecht, setzt du lieber neu an. Kleine Mengen sind hier entspannter, als fünf Jahre Vorrat im Keller zu lagern.
Darf ich Essigreiniger in Spülkasten oder auf Armaturen rund ums WC verwenden?
Essigreiniger kann Kalk gut lösen, ist aber für einige Metalle und empfindliche Dichtungen nicht ideal. Umweltorganisationen empfehlen oft Zitronensäure, wenn du eine schonendere Alternative suchst.[3] Im Spülkasten solltest du keine aggressiven Reiniger dauerhaft stehen lassen – besser gelegentlich entkalken, gründlich nachspülen und im Zweifel bei der Hausverwaltung oder einem Fachbetrieb nachfragen.