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Hundeohren richtig reinigen: Anleitung, Tipps & absolute No-Gos

Hundeohren wirken oft völlig unauffällig – bis dein Hund plötzlich ständig den Kopf schüttelt, sich kratzt oder Berührungen am Kopf gar nicht mehr zulässt. Dann ist das Thema meist schon extrem unangenehm für den Vierbeiner. Eine ruhige, sanfte Reinigung zu Hause kann helfen, wenn es wirklich nur um leichten Schmutz im sichtbaren Bereich geht.


Warum Ohrenpflege beim Hund wichtig ist (und wann es schmerzhaft wird)

Ohrenentzündungen gehören zu den absoluten Spitzenreitern der Gründe, warum Hunde in tierärztlichen Praxen vorgestellt werden. Das hat einen simplen Grund: Eine Entzündung im Ohr ist nicht nur unglaublich nervig für das Tier, sie kann auch richtig schmerzhaft werden.[2]

Wenn Fachleute von einer „Otitis“ sprechen, meinen sie schlicht eine Ohrenentzündung. Die Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover unterscheidet dabei nur, wo genau das Problem sitzt: im äußeren Gehörgang, im Mittelohr oder ganz tief im Innenohr, wo sogar das Gleichgewichtsorgan betroffen sein kann.[2]

Für deine Pflegeroutine zu Hause musst du dir aber keine lateinischen Begriffe merken, sondern nur diese eine goldene Regel: Du reinigst ausschließlich das, was du auch sehen kannst. Alles, was tiefer im Gehörgang sitzt, gehört in fachkundige Hände.[1]

Hundeohren reinigen oder Tierarzt? Achte auf diese Warnzeichen

Zum Ohrreiniger zu greifen macht nur dann Sinn, wenn die Ohrmuschel sichtbar verschmutzt ist und dein Hund bei der Prozedur völlig entspannt bleibt. Sobald Warnzeichen auftauchen, bringt oberflächliches Saubermachen gar nichts mehr – dann muss die medizinische Ursache gefunden werden.

Diese Hinweise sprechen ganz klar dafür, dass du zeitnah in der Tierarztpraxis anrufen solltest:

  • Ein unangenehmer, oft süßlich-hefiger Geruch aus dem Ohr oder auffälliger Ausfluss.
  • Eine sichtbare Rötung, heiße Schwellungen oder gar offene Wunden in der Ohrmuschel.
  • Eine Schmerzreaktion, Winseln oder deutliche Abwehr, wenn du den Kopf deines Hundes anfasst.
  • Häufiges Kratzen am Ohr, ständiges Kopfschütteln oder eine dauerhaft schiefe Kopfhaltung.
  • Gleichgewichtsprobleme, ein taumeliger Gang oder ein sichtbares Augenzittern.

Die TiHo Hannover stuft diese Symptome als typische Alarmsignale für Ohrenprobleme ein.[2] Die Bundestierärztekammer warnt in diesem Zusammenhang ganz deutlich: Wer ohne Diagnose mit ungeeigneten Mitteln oder der falschen Technik am Ohr herumdoktert, macht oft mehr kaputt, als er hilft.[1]

Das richtige Werkzeug: Was du für die Pflege brauchst (und was tabu ist)

Du brauchst für die Ohrenpflege kein riesiges Arsenal: Ein spezieller Ohrenreiniger für Hunde (lass dich im Zweifel in der Praxis beraten), ein paar weiche Kosmetikpads oder ein fusselfreies Tuch und ein altes Handtuch, das du bereithältst, wenn dein Hund sich schüttelt.

Was du absolut aus deinem Werkzeugkasten verbannen musst, sind Wattestäbchen. Die Bundestierärztekammer warnt ausdrücklich davor, weil du den Schmutz damit nur tiefer ins Ohr schiebst und im schlimmsten Fall das empfindliche Trommelfell verletzt.[1] Du gehst niemals blind mit irgendwelchen Gegenständen tief in den Gehörgang.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Hundeohren richtig und stressfrei reinigen

Der ganze Ablauf ist eigentlich weniger ein „Putzen“ und viel mehr ein sanftes „Lösen lassen“. Du willst das Ohr nicht durch starkes Reiben reizen, sondern Schmutz und Ohrenschmalz so weit anweichen, dass du es im sichtbaren Bereich einfach abwischen kannst.

So gehst du Schritt für Schritt vor:

  1. Such dir einen entspannten Moment und setze oder lege deinen Hund so hin, dass du in Ruhe arbeiten kannst.
  2. Klapp die Ohrmuschel vorsichtig auf und schau nach Auffälligkeiten. Zeigt dein Hund Schmerzen oder siehst du Rötungen, brichst du den Vorgang hier direkt ab.
  3. Gib den milden Ohrenreiniger nach Packungsanleitung ins Ohr, ohne dabei mit der harten Flaschenspitze in den Gehörgang zu stechen.
  4. Massiere die weiche Ohrbasis von außen ganz sanft mit den Fingern, damit sich die Flüssigkeit verteilt und festsitzende Ablagerungen gelöst werden (das schmatzt oft ein wenig).
  5. Lass deinen Hund den Kopf ausgiebig schütteln, denn das ist nicht störend, sondern befördert die gelösten Partikel auf ganz natürliche Weise nach außen.
  6. Wische die Ohrmuschel und den gut sichtbaren Eingangsbereich mit einem weichen Pad aus, ohne dabei tief nach Schmutz zu graben.
  7. Nimm für das zweite Ohr unbedingt ein komplett frisches Pad, damit du keine Bakterien von einem Ohr zum anderen überträgst.

Nur um die Grenze noch einmal ganz klar zu ziehen: Wenn der tiefe Gehörgang wirklich gereinigt werden muss, machen Profis das in der Tierarztpraxis. Dort wird das Ohr mit speziellen Instrumenten (Otoskop) bis zum Trommelfell begutachtet und bei starker Verschmutzung mit professionellen Saug- und Spültechniken gereinigt – zum Wohl des Tieres manchmal sogar unter Narkose.[1], [3]

Wenn dein Hund absolut nicht mitmacht

Dann ist das Ziel nicht, die Reinigung mit Gewalt durchzuziehen, sondern kleinschrittige Gewöhnung (Medical Training). Viele Hunde akzeptieren die Ohrenpflege eher, wenn du in Mini-Schritten arbeitest: erst das Ohr kurz berühren und dafür belohnen, am nächsten Tag nur die Ohrmuschel kurz trocken auswischen und erst ganz am Ende mit einem flüssigen Reiniger arbeiten. Wenn dein Hund extrem gestresst ist oder sich wehrt, ist es für eure Beziehung oft fairer und sicherer, das Ohr in der Praxis versorgen zu lassen.[1]

Fazit: Die wichtigsten Tipps zur Ohrenpflege auf einen Blick

Wenn du die Ohrenpflege auf einen sicheren roten Faden herunterbrichst, läuft es immer gleich ab: Erst kurz einordnen, ob alles gesund aussieht, dann sanft reinigen – oder bei Warnzeichen direkt den Profi draufschauen lassen.

Diese Punkte sind eine gute Merkliste für zu Hause:

  • Du reinigst immer nur den sichtbaren Bereich der Ohrmuschel, denn tiefere Regionen sind absolute Tabuzonen für Wattestäbchen oder spitze Finger.[1]
  • Warnzeichen wie ein strenger Geruch, dunkler Ausfluss, Rötungen oder Schmerzen stechen jede heimische Pflegeroutine aus und gehören sofort tierärztlich abgeklärt.[2]
  • Sanftigkeit gewinnt immer, weshalb du den Reiniger nur einwirken lässt, das Ohr von außen massierst und den Schmutz vom Hund ganz einfach selbst ausschütteln lässt.
  • Weniger ist bei der Ohrenpflege oft mehr, denn unnötiges Reiben reizt die Haut und das Ziel ist ein gesundes, kein klinisch reines Ohr.

FAQs zum Thema Hundeohren reinigen

Wie oft sollte ich die Ohren meines Hundes reinigen?

Es gibt keine feste Regel. Kontrolliere die Ohren regelmäßig beim Kuscheln, aber reinige sie nur, wenn die Ohrmuschel wirklich sichtbar verschmutzt ist. Zu häufiges Putzen zerstört das natürliche Milieu und reizt die empfindliche Haut. Bei ständigen Verschmutzungen sollte die Ursache vom Tierarzt geklärt werden.

Warum sind Wattestäbchen bei Hundeohren so gefährlich?

Mit einem Wattestäbchen schiebst du den Schmutz und das Ohrenschmalz meistens nur tiefer in den Gehörgang hinein. Im schlimmsten Fall (wenn der Hund plötzlich zuckt) kannst du damit sogar das Trommelfell schmerzhaft verletzen.

Wann muss ich mit einem Ohrproblem zum Tierarzt?

Sofort, wenn das Ohr unangenehm riecht, gerötet oder geschwollen ist, dunkler Ausfluss sichtbar wird oder dein Hund sich ständig kratzt. Auch wenn er den Kopf schief hält, jammert, wenn du ihn am Kopf streichelst, oder Gleichgewichtsprobleme hat, ist ein Arztbesuch unumgänglich.

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