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Mobiles Arbeiten vs Homeoffice – wo liegt der Unterschied?

Bist du im Homeoffice oder arbeitest du mobil? Der Unterschied klingt klein, ist aber riesig. Lass uns mal klären, was die Debatte um mobiles Arbeiten vs Homeoffice für deinen Alltag wirklich bedeutet – jenseits von Buzzwords und rechtlichem Kauderwelsch.

Mein erster Versuch, im Park zu arbeiten, endete übrigens mit massiver Sonnenblendung auf dem Display und einem komplett leeren Akku nach nicht mal einer Stunde. Produktivität? Gleich null. Das hat mir eines klar gemacht: Während das Homeoffice mein sicherer Hafen mit ergonomischem Stuhl und zwei Monitoren ist, erfordert echtes mobiles Arbeiten eine ganz andere Art von Planung und Ausrüstung.

Homeoffice vs. Mobiles Arbeiten: Was ist der rechtliche Unterschied?

Die Begriffe werden oft synonym verwendet, aber rechtlich und praktisch sind es zwei verschiedene Paar Schuhe. Das zu kennen, hilft dir, mit deinem Arbeitgeber die richtigen Absprachen zu treffen.

Das klassische Homeoffice ist das, was Juristen als „Telearbeitsplatz“ bezeichnen. Laut Arbeitsstättenverordnung ist das ein fest eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz im Privatbereich, den dein Arbeitgeber kennt und dessen Bedingungen vertraglich geregelt sind.[3] Das bedeutet, der Arbeitgeber hat eine Mitverantwortung für die Ergonomie und den Arbeitsschutz. Er muss zum Beispiel eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, bevor du dort loslegst. Das klingt bürokratisch, sichert dir aber einen professionellen Arbeitsplatz.

Mobiles Arbeiten hingegen ist der gesetzlich undefinierte Wilde Westen der Arbeitswelt. Es bedeutet, du arbeitest von einem beliebigen Ort außerhalb des Betriebs – dem Café, dem Zug, dem Ferienhaus oder bei einem Freund, der weiter weg wohnt. Wie die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) klarstellt, fällt dies nicht unter die strenge Arbeitsstättenverordnung.[2] Dein Arbeitgeber muss dich zwar über sicheres Arbeiten unterweisen und trägt weiterhin die Verantwortung für deinen Arbeitsschutz, aber er wird kaum den Bistrotisch im Café auf seine ergonomische Tauglichkeit prüfen können. Die Verantwortung für eine gesunde Arbeitsplatzgestaltung liegt hier viel stärker bei dir.

Die Technik-Frage: Dein Setup für beide Eventualitäten

Die Anforderungen an deine Ausrüstung könnten unterschiedlicher nicht sein. Was im Homeoffice unverzichtbar ist, wird unterwegs schnell zum Klotz am Bein.

Dein Homeoffice-Setup: Die Basis für Konzentration

Dein Zuhause ist deine Burg, dein Büro dort sollte eine Festung der Produktivität sein. Hier geht es um Stabilität und Komfort, nicht um Mobilität. Die Grundlage für eine gute Work-Life-Balance ist ein klar abgegrenzter Bereich, der signalisiert: Hier wird gearbeitet.

Meine unverzichtbaren Basics für zu Hause sind:

  • Ein richtig guter Bürostuhl. Dein Rücken wird es dir in zehn Jahren danken. Wirklich.
  • Mindestens ein großer, externer Monitor. Ständig zwischen Fenstern auf einem kleinen Laptop-Display hin- und herzuspringen, ist ein echter Produktivitätskiller.
  • Eine stabile Internetverbindung. Wenn im Videocall mal wieder das Bild einfriert, liegt es hoffentlich nicht an deinem Setup.
  • Eine externe Tastatur und Maus. Das ist nicht nur bequemer, sondern sorgt auch für eine deutlich bessere Haltung.

Die Ausstattung für mobiles Arbeiten: Dein Büro im Rucksack

Unterwegs zählt jedes Gramm. Hier geht es darum, mit minimalem Gepäck maximale Leistung zu erzielen. Dein Setup muss leicht, robust und autark sein.
Wenn ich mobil arbeite, packe ich Folgendes ein:

  1. Ein leichtes Notebook mit langer Akkulaufzeit. Alles über 1,5 kg wirst du verfluchen, und nichts ist nerviger als die ständige Suche nach einer Steckdose.
  2. Noise-Cancelling-Kopfhörer. Sie sind die beste Investition, um in lauten Umgebungen wie einem Zug oder Café wirklich fokussiert arbeiten zu können.
  3. Ein zuverlässiger mobiler Hotspot über dein Smartphone. Verlasse dich niemals auf öffentliches WLAN, es ist oft langsam und unsicher.
  4. Eine leistungsstarke Powerbank, die auch deinen Laptop laden kann. Das gibt dir die Freiheit, wirklich überall zu arbeiten, auch auf einer Parkbank.

Am Ende ist es dieser simple Check, der entscheidet, ob dein mobiler Arbeitstag ein Erfolg oder ein Desaster wird.

Die unsichtbaren Regeln: Arbeitszeit, Erreichbarkeit und der Feierabend

Die größte Herausforderung bei beiden Modellen ist die Entgrenzung. Die Gefahr, ständig erreichbar zu sein und keine klaren Pausen zu machen, ist real. Studien, wie sie auch vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zitiert werden, zeigen, dass die Arbeitszeit bei flexiblen Modellen tendenziell ansteigt, wenn keine klaren Regeln gelten.[1]

Das Arbeitszeitgesetz gilt selbstverständlich auch im Café am Strand. Die Dokumentation deiner Arbeitszeit ist nicht nur Pflicht, sondern auch dein bester Schutz vor schleichender Mehrarbeit. Ein Feierabend-Ritual hilft enorm: Ich klappe den Laptop zu, gehe eine große Runde mit dem Hund und lege das Diensthandy bewusst in einen anderen Raum. Das signalisiert meinem Kopf: Jetzt ist Freizeit. Für die Erreichbarkeit helfen klare Absprachen und ein transparenter Kalender. Ein einfacher Status in deinem Chat-Programm wie „Heute mobil unterwegs, Antwort kann länger dauern“ – Erwartungsmanagement vom Feinsten – reduziert den Druck für alle.

Recht auf Homeoffice? Der aktuelle Stand

Einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice oder mobiles Arbeiten gibt es in Deutschland aktuell nicht. Es beruht meist auf einer freiwilligen Vereinbarung mit dem Arbeitgeber. Ein sogenannter „Erörterungsanspruch“, der Arbeitgeber verpflichtet hätte, sich mit dem Wunsch nach Homeoffice auseinanderzusetzen, war zwar im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung vorgesehen – mit dem vorzeitigen Ende der Koalition im November 2024 ist dieses Vorhaben jedoch vorerst vom Tisch.[1] Ob eine künftige Regierung das Thema wieder aufgreift, bleibt abzuwarten.

Mobiles Arbeiten oder Homeoffice: Was passt wirklich zu dir?

Die ewige Frage im Duell Mobiles Arbeiten vs Homeoffice ist nicht, welches Modell besser ist, sondern welches besser zu dir, deiner Aufgabe und deiner Lebenssituation passt.
Die IHK Köln weist darauf hin, dass die vertraglichen Regelungen entscheidend sind.[4] Bevor du dich entscheidest, solltest du dir über deine eigenen Bedürfnisse im Klaren sein:

Faktor Homeoffice ist dein Ding, wenn … Mobiles Arbeiten ist für dich gemacht, wenn …
Arbeitsumgebung du eine stabile, kontrollierte Umgebung mit perfekter Ausstattung brauchst. du Abwechslung liebst und dich ein bisschen Trubel um dich herum eher inspiriert als stört.
Persönlichkeit du Struktur und Routine für deine beste Leistung benötigst. du flexibel und ein guter Improvisator bist, der auch mit Plan B oder C leben kann.
Aufgaben du hochkonzentrierte Deep-Work-Phasen oder datenintensive Aufgaben hast. deine Arbeit hauptsächlich aus Kommunikation, Schreiben oder kreativen Tasks besteht.

Für mich hat sich eine hybride Lösung als ideal erwiesen: Zwei bis drei Tage pro Woche im Homeoffice für konzentrierte Arbeit und Videocalls, ein Tag im Büro für den Team-Austausch und einen Tag, an dem ich mir bewusst einen anderen Ort suche, um kreativ zu werden.

Die Kehrseite der Medaille: Was oft vergessen wird

Bei aller Freiheit gibt es ein paar Fallstricke, die du kennen solltest, um nicht unsanft zu landen.

Der Datenschutz ist unterwegs eine riesige Baustelle. Öffentliche WLAN-Netze sind ein offenes Scheunentor für Datenklau. Nutze immer ein VPN (Virtual Private Network), um deine Verbindung zu verschlüsseln. Achte auch darauf, dass dir niemand über die Schulter schaut, wenn du an sensiblen Dokumenten arbeitest. Eine Blickschutzfolie für den Laptop ist hier Gold wert.

Auch der Versicherungsschutz ist ein Thema. Mit der Reform des SGB VII (§ 8 Abs. 1) wurde der Unfallversicherungsschutz im Homeoffice und bei mobiler Arbeit dem im Betrieb weitgehend angeglichen. Die Tätigkeit muss aber immer im direkten Zusammenhang mit deiner Arbeit stehen. Stolperst du auf dem Weg vom Schreibtisch zum Drucker, bist du versichert. Fällst du aber die Treppe runter, weil du die private Wäsche holen wolltest, greift der Schutz nicht.

Die größte Herausforderung bleibt für viele aber die soziale Verbindung. Im Homeoffice verpasst du den schnellen Kaffeeplausch, beim mobilen Arbeiten bist du oft komplett allein. Plane deshalb bewusst soziale Interaktionen ein: Verabrede dich mit Kollegen zum virtuellen Mittagessen oder suche dir gezielt Co-Working-Spaces, um unter Leute zu kommen. Flexibles Arbeiten darf nicht zu sozialer Isolation führen.

Letztlich ist die Diskussion um mobiles Arbeiten vs Homeoffice vor allem ein Gewinn: Sie gibt uns die Möglichkeit, Arbeit so zu gestalten, dass sie besser zu unserem Leben passt. Der Schlüssel liegt darin, die Unterschiede zu kennen, die passende Ausstattung zu haben und klare Regeln für dich selbst und dein Team zu definieren.

Quellen

  1. Homeoffice und mobile Arbeit (Bundesministerium für Arbeit und Soziales, abgerufen am 24.05.2024)
  2. Ortsflexibles Arbeiten (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, abgerufen am 24.05.2024)
  3. Telearbeit und Mobiles Arbeiten – Rechtliche Rahmenbedingungen (Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, abgerufen am 24.05.2024)
  4. Homeoffice, mobiles Arbeiten und Telearbeit (IHK Köln, abgerufen am 24.05.2024)

FAQs zum Thema Mobiles Arbeiten vs Homeoffice

Wer zahlt eigentlich die Kosten für Strom, Internet und Co.?

Das kommt auf die vertragliche Regelung an. Bei einem fest eingerichteten Telearbeitsplatz (klassisches Homeoffice) beteiligt sich der Arbeitgeber oft an den laufenden Kosten oder stellt die nötige Ausstattung. Beim mobilen Arbeiten trägst du die Kosten für dein WLAN im Café oder den Strom im Ferienhaus in der Regel selbst. Einige Unternehmen bieten jedoch eine monatliche Pauschale als Ausgleich an, daher lohnt es sich immer, die genauen Vereinbarungen mit deinem Arbeitgeber zu klären.

Darf ich mobil auch aus dem Ausland arbeiten und was muss ich dabei beachten?

Vorsicht, das ist ein rechtlich komplexes Thema. Ein spontaner „Workation“ ist meist nicht ohne Weiteres möglich, da hier Fragen zum Steuerrecht, zur Sozialversicherung (Stichwort: A1-Bescheinigung in der EU) und zum Aufenthaltsrecht aufkommen. Bereits wenige Wochen im Ausland können dazu führen, dass du dort steuerpflichtig wirst. Eine solche Tätigkeit musst du daher unbedingt vorab mit deinem Arbeitgeber und der Personalabteilung abstimmen, um rechtliche und versicherungstechnische Probleme zu vermeiden.

Wie stellen wir als Team sicher, dass die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt nicht leiden?

Der Schlüssel liegt in bewusster und proaktiver Kommunikation. Etabliert feste Rituale, die den Austausch fördern, wie zum Beispiel ein kurzes, tägliches Check-in-Meeting am Morgen oder virtuelle Kaffeepausen. Nutzt außerdem einen Chat-Kanal, der nicht nur für Fachthemen, sondern auch für den informellen Plausch da ist. Ebenso wichtig sind regelmäßige persönliche Treffen, sofern möglich, um die soziale Bindung im Team zu stärken und das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu erhalten.

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