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Steak im Ofen aus reiner Faulheit – und es hat sich gelohnt

Angefangen hat das bei mir aus reiner Faulheit. Irgendwo hatte ich gelesen, dass man Steaks auch im Ofen machen kann – und wollte einfach mal selbst testen, ob das wirklich so easy ist wie alle sagen, oder ob am Ende doch wieder nur die Pfanne zählt. Mittlerweile mache ich Steak ziemlich oft so. In diesem Beitrag zeige ich dir, was sich bei mir bewährt hat – und was ich lieber nicht mehr mache.

Pfanne vs. Ofen – mein Vergleichspunkt

Damit du einordnen kannst, worauf sich meine Erfahrungen beziehen: Mein Standard ist ein ganz normales Hüftsteak, etwa 3 cm dick. In der Pfanne mache ich das klassisch 3 Minuten pro Seite. Genau das war auch mein Maßstab, als ich angefangen habe, mit dem Ofen zu experimentieren – ich wollte ein ähnliches oder besseres Ergebnis, ohne die ganze Zeit am Herd stehen zu müssen.

Vorbereitung: Zimmertemperatur, trocken tupfen, würzen

Bevor’s in den Ofen geht, hole ich das Steak eine Weile vorher aus dem Kühlschrank – bei 3 cm Dicke reichen meist 30-45 Minuten, manche lassen’s auch eine Stunde liegen. Ich packe es aus, lege es offen auf ein Holzbrett und tupfe es mit Küchenpapier trocken. Kaltes Fleisch direkt in den heißen Ofen zu schieben, sorgt nur dafür, dass es ungleichmäßig gart – das bisschen Wartezeit lohnt sich also.

Beim Würzen halte ich es meistens einfach: Salz und Pfeffer reichen völlig. Wenn ich Lust auf mehr habe, greife ich zu einem der Rubs, die ich mir auf meiner USA-Reise mitgebracht habe – unter anderem die Hausmischung vom Big Texan Steakhouse in Amarillo, aber auch welche von Buc-ee’s oder Jack Daniel’s. Was ich dagegen nie mache, obwohl man’s öfter hört: Buttermilch- oder Essiggurkenwasser-Marinaden. Hab ich nie probiert, brauch ich auch nicht.

Falls du selbst mal mit Rubs experimentieren willst, hier ein paar Optionen:

Zuletzt aktualisiert am 28. April 2026 um 23:24 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Temperatur, Zeit und Kerntemperatur – die Eckdaten

Ofen auf 200°C vorheizen, das ist mein Standard. Wie lange das Steak dann braucht, hängt von Dicke und gewünschter Garstufe ab. Für ein etwa 2,5-3 cm dickes Steak ist das eine grobe Orientierung:

Garstufe Ungefähre Garzeit Kerntemperatur
Rare 8-10 Minuten 52-54°C
Medium-rare 10-12 Minuten 55-57°C
Medium 12-14 Minuten 58-61°C
Well-done 14-16 Minuten 65°C+

Das Fleisch gart nach dem Herausnehmen noch etwas nach – die Kerntemperatur steigt noch um etwa 2-3°C. Nimm das Steak also lieber etwas früher raus, als bis zur Zieltemperatur zu warten.

Um die Kerntemperatur zu checken, nutze ich seit über 10 Jahren ein Fleischthermometer von Tedi – kein High-End-Gerät, aber es tut bis heute seinen Job. Wenn deins auch schon bessere Tage gesehen hat (oder du noch gar keins hast), hier ein paar Optionen:

Ruhezeit – kurz halten, aber nicht überspringen

Nach dem Ofen kommt die Ruhezeit, und die solltest du nicht überspringen: 5-10 Minuten reichen meistens. In der Zeit verteilen sich die Säfte im Fleisch, und du verhinderst, dass beim Anschneiden alles auf den Teller läuft.

Ein Tipp, der sich bei mir bewährt hat: Das Steak während der Ruhezeit locker in Alufolie einwickeln. So bleibt es warm, ohne dass die Kruste komplett aufweicht.

Blech oder Rost – beides funktioniert

Du brauchst dafür keine Pfanne. Ich hab’s sowohl auf dem Backblech als auch auf dem Grillrost gemacht – beides klappt. Der Rost hat den kleinen Vorteil, dass die Luft von allen Seiten ans Fleisch kommt, was gleichmäßiger bräunt. Dafür tropft auch mehr Fleischsaft durch, also leg dir ein Blech oder etwas Backpapier/Alufolie drunter, sonst gibt’s Kleckerei im Ofen. Nach der Hälfte der Zeit einmal wenden, dann bräunt’s auf beiden Seiten gleichmäßig.

Umluft, Grill oder Ober-/Unterhitze – großer Unterschied?

Mein Ofen ist ein ganz normaler Amica, nichts Besonderes. Ich hab Umluft, die Grillfunktion und Ober-/Unterhitze ausprobiert – und dabei keinen großen Unterschied festgestellt. In der Theorie soll Umluft die Hitze gleichmäßiger verteilen (praktisch, wenn du mehrere Steaks gleichzeitig machst), während Ober-/Unterhitze eine intensivere Kruste geben soll. Bei meinem Ofen war das Ergebnis am Ende so ähnlich, dass ich mir darüber keine großen Gedanken mehr mache – nimm einfach die Einstellung, die für dich am unkompliziertesten ist.

Niedrigtemperatur – hab ich getestet, mach ich aber nicht mehr

Eine Methode, die immer wieder empfohlen wird: Niedrigtemperaturgaren. Bei 80-100°C dauert es deutlich länger – je nach Temperatur und Dicke irgendwo zwischen 30 Minuten und anderthalb Stunden -, dafür soll das Ergebnis besonders gleichmäßig rosa werden.

Ich hab das ausprobiert. Mein Fazit für mich: hohe Temperatur und kürzere Zeit funktioniert besser, als lange bei niedriger Temperatur zu warten. Wenn du sowieso Zeit hast und es genau wissen willst, kann die Niedrigtemperatur-Methode für dich trotzdem interessant sein – für mich war’s am Ende mehr Aufwand für ein Ergebnis, das ich auch schneller hinbekomme.

Im Ofen in Alufolie garen – lieber nicht

Eine Variante, die ich mal ausprobiert habe: das Steak komplett in Alufolie eingewickelt in den Ofen. Kurz gesagt: war nix. In der Folie bleibt der Dampf eingeschlossen, dadurch bildet sich keine Kruste, und das Steak wird eher gedämpft als gebraten. Zum Warmhalten nach dem Garen ist Alufolie super (siehe Ruhezeit oben) – zum Garen selbst würde ich’s nicht mehr machen.

Erst scharf anbraten, dann im Ofen fertig

Eine Kombination, die ebenfalls gut funktioniert: kurz scharf in der Pfanne anbraten für die Kruste, dann im vorgeheizten Ofen bei etwa 160°C fertig garen. Für medium-rare sind das je nach Dicke noch mal 10-15 Minuten im Ofen.

Mein Pfannen-Standard ist ja 3 Minuten pro Seite – für die Kombi-Methode brauchst du davon eigentlich nur den Anbrat-Teil, also deutlich kürzer pro Seite, weil der Ofen den Rest übernimmt. So bekommst du die Kruste aus der Pfanne und ein gleichmäßiges Inneres aus dem Ofen.

Welcher Cut – und woher kommt das Fleisch?

Bei den Cuts mach ich’s mir meistens einfach: Hüftsteak. Klar gibt’s auch hierzulande Filet, Rumpsteak oder Rib-Eye, aber Hüfte bekommst du fast überall, und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt – auch wenn’s trotzdem kein Schnäppchen ist.

Beim Einkaufen schau ich oft bei Penny – die haben immer wieder ganz ordentliche Steaks, mal aus Irland, mal aus den USA, mal vom deutschen Jungbullen, manchmal auch von der Frischetheke. Dickere Cuts wie Rib-Eye brauchen entsprechend etwas länger im Ofen als ein dünneres Filet – die Kerntemperaturen aus der Tabelle oben gelten aber für alle Cuts gleich, nur die Zeit verschiebt sich je nach Dicke.

Was dazu passt

Bei mir gibt’s zum Steak meistens selbstgemachte Wedges aus der Heißluftfritteuse mit Sour Cream, oder eine Folienkartoffel ebenfalls aus dem Airfryer – dazu einfach ein gemischter Salat. Mehr braucht’s nicht.

Zum Schluss: einfach ausprobieren

Am Ende ist das hier kein Wissenschaftsprojekt. Wenn du noch nie ein Steak im Ofen gemacht hast: probier’s einfach mit dem, was du eh zuhause hast. Du merkst schnell, was für dich passt – und was, wie bei mir die Alufolie-Nummer, eher nicht.

Häufige Fragen zum Steak im Ofen

Brauche ich unbedingt ein Fleischthermometer?

Nötig ist es nicht, aber es macht’s einfacher. Ohne Thermometer hilft die Druckprobe mit dem Finger oder ein kurzer Anschnitt – im Zweifel kannst du ein zu rohes Steak einfach noch ein paar Minuten nachgaren lassen.

Funktioniert das auch mit einem ganz normalen Ofen?

Ja. Wie oben beschrieben, hab ich bei meinem Standard-Ofen zwischen Umluft, Grill und Ober-/Unterhitze keinen großen Unterschied festgestellt – du brauchst kein besonderes Gerät dafür.

Kann ich ein gefrorenes Steak direkt in den Ofen legen?

Besser nicht. Ein gefrorenes Steak gart außen und innen sehr unterschiedlich schnell. Lass es vorher im Kühlschrank auftauen (je nach Dicke meist 12-24 Stunden) und dann wie gewohnt Zimmertemperatur annehmen.

Verfasst von

Stefan Berger

Glaubt fest daran, dass man fast alles mit dem richtigen Werkzeug und ein bisschen Fluchen reparieren kann, bevor es auf dem Schrottplatz landet.

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